Die entwicklungspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Claudia Roth, sieht in den Sparplänen der Bundesregierung bei der Entwicklungshilfe ein "völlig falsches Signal".
Besonders jetzt, wo sich die Welt in einer dramatischen Situation befinde, geprägt von Krisen, Kriegen und Angriffen auf die Demokratie, sende die Bundesregierung "ein fatal falsches Signal, das zeigt, wie kurzsichtig und wie gefährlich verantwortungslos gedacht wird", sagte Roth im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich, im Rahmen einer Serie über Entwicklungshilfe.
Deutschland sei nicht mehr zuverlässig, wenn es in einer Zeit, wo US-Aid durch Trump aufgelöst werde, die Mittel für das Welternährungsprogramm um mehr als fünfzig Prozent streiche. "Im Sudan verhungern die Menschen und die humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt wird um 53 Prozent gekürzt." Es sei im Interesse Deutschlands, globale Gerechtigkeit ernst zu nehmen.
Die Folgen von humanitären Katastrophen und fehlender Entwicklungszusammenarbeit treffen auch Deutschland. Wir verlieren auch Einfluss. In die Lücke, die jetzt die USA hinterlassen, springen Russland und China rein - und anstatt das wir [Deutschland] eine Vorreiterrolle mit und für Europa übernehmen, machen wir eine Kürzungsorgie, die unverantwortlich ist.
Quelle: Claudia Roth, entwicklungspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag