SWR Aktuell Im Gespräch

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SWR Aktuell Im Gespräch episodes

  • Scharfe Sicherheitsvorkehrungen: Mordprozess nach Mannheimer Messerangriff beginnt
    Fast neun Monate nach der tödlichen Messerattacke auf dem Marktplatz in Mannheim auf den Polizisten Rouven Laur beginnt der Prozess gegen den Angeklagten – und zwar am Oberlandesgericht in Stuttgart Stammheim. Dabei handelt es sich um ein Staatsschutzverfahren. "Der Angeklagte ist besonders gefährlich", sagt ARD-Terrorismus-Experte Holger Schmidt. Außerdem sei auch noch nicht ganz klar, aus welchem Milieu der Angeklagte letztlich stamme – ein weiterer Grund, warum das Verfahren nach Stuttgart Stammheim verlegt wurde. Zugleich ist der Angeklagte auch selbst gefährdet: Schmidt weist auf eine "extreme Politisierung solcher Taten" hin, sodass man sich fragen müsse: "Wer aus der Reihe der Gegner von Islamisten könnte denn zu Gewalt greifen?"
    Tödlicher Messerangriff von Mannheim: Attacke auf Videos festegehalten
    Die Anklage lautet unter anderem auf Mord und versuchten Mord, denn bei dem Angriff waren neben dem Polizisten auch fünf Teilnehmer einer Kundgebung der islamkritischen Bürgerbewegung Pax Europa verletzt worden. Holger Schmidt spricht von einer "besonderen Tat", denn es gebe mehrere Videoaufnahmen, auf denen man sehe, was passiere. Welche Informationen es zum Motiv des mutmaßlichen Täters gibt und wie es den Opfern geht, die den Angriff überlebt haben, ist außerdem Thema im Gespräch zwischen ARD-Terrorismusexperte Holger Schmidt und SWR Aktuell-Moderator Andreas Fischer.
    6 min
  • Koalitionsgespräche von FPÖ und ÖVP gescheitert: Was heißt das für Österreich?
    In Österreich sind die Koalitionsverhandlungen zwischen der rechten FPÖ und der konservativen ÖVP gescheitert. Das hat FPÖ-Chef Herbert Kickl mitgeteilt. Es habe Streit gegeben, wie die Ministerien verteilt werden sollen. Beide Seiten hätten die wichtigen Ministerien für Inneres und Finanzen haben wollen.
    Vor allem beim Innenministerium wäre das problematisch geworden, erklärt Silke Hahne, ARD-Korrespondentin aus Wien. Die ÖVP habe das Ministerium für sich beansprucht mit dem Hinweis, dass man die Geheimdienste vor dem Zugriff der FPÖ schützen müsse. Man habe da offenbar auch Hinweise aus dem Ausland erhalten, dass die österreichischen Geheimdienste von Informationen aus dem Ausland abgeschnitten würden, wenn die FPÖ das Innenministerium erhält.
    Keine Vertrauensbasis zwischen FPÖ und ÖVP?
    "Die Parteien machen sich – übrigens auch gar nicht erst seit dem Scheitern – hier gegenseitig heftigste Vorwürfe", sagt Hahne. Ihre Einschätzung: Eine Vertrauensbasis zwischen beiden Seiten gibt es wohl nicht mehr. Ob die gescheiterten Verhandlungen nun Minuspunkte für die FPÖ bedeuten und wie es in Österreich weitergeht, darüber spricht sie mit SWR Aktuell-Moderator Pascal Fournier.
    6 min
  • Naturkundemuseum Karlsruhe entdeckt Archaeopteryx in Bestand
    Hoppla – da war das Fossil, das sich schon seit einiger Zeit im Karlsruher Naturkundemuseum befand, doch wertvoller als gedacht. Es handelt sich nämlich um Teile eines Archaeopteryx, einem Zwischenschritt in der Evolution zwischen Dinosauriern und unseren heutigen Vögeln. Das stellte sich aber erst jetzt heraus, nachdem die Knochen genauer untersucht worden waren.
    Seltener Archaeopteryx in Karlsruher Museum hilft Wissenschaft
    Für die Wissenschaft ist die Entdeckung Grund zu Freude: "Je mehr Archaeopteryxe wir haben, desto mehr lernen wir natürlich über dieses Tier", sagt Julien Kimmig. Er leitet das Referat Paläontologie und Evolutionsforschung im Naturkundemuseum Karlsruhe. So helfe der jetzige Fund zum Beispiel einzuschätzen, in welcher Zeitspanne und wo der Archaeopteryx gelebt hat. Was die überraschende und seltene Entdeckung für das Naturkundemuseum in Karlsruhe für die Zukunft bedeutet und wie das Fossil überhaupt ins Museum gekommen ist, verrät Julien Kimmig im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Petra Waldvogel.
    Hinweis: Bei dem Foto in unserem Artikel handelt es sich um ein Symbolbild: eine Rekonstruktion eines Archaeopteryx.
    7 min
  • Zollstreit mit US-Präsident Trump: Sind meine Ersparnisse in Gefahr?
    Ab März erheben die USA die angekündigten Sonderzölle auf Stahl und Aluminium. US-Präsident Donald Trump hat das entsprechende Dekret unterschrieben. Die EU hatte schon vorher angekündigt, schnell reagieren zu wollen. Bundeskanzler Scholz hat das nochmals bekräftigt. Er hat gesagt, die EU sei ein sehr starker Wirtschaftsraum und könne auch selbst Zölle erheben: Von Zollsätzen bis zu 50 Prozent ist bei voller Eskalation des Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und der EU die Rede. Zunächst könnten Waren aus republikanisch geprägten Bundesstaaten mit zusätzlichen Zöllen belegt werden – Motorräder der Marke Harley Davidson, Whiskey aus Tennessee oder US-Jeans.
    Wirtschaft mit Rekord-Überschuss im US-Handel
    Gleichzeitig hat die deutsche Wirtschaft vergangenes Jahr einen Rekordüberschuss im Handel mit den USA gemacht: 70 Milliarden Euro waren es nach Angaben der Agentur Reuters. Importe aus den USA dagegen seien gesunken. Ein Vertreter des Instituts für Weltwirtschaft sprach von schlechtem Timing.
    Was heißt das für meine Ersparnisse?
    Zölle und Handelsschranken seien nie gut für die Wirtschaft, sagt Saidi Sulilatu, Chefredakteur beim Geld-Ratgeber "Finanztip". Trumps Zoll-Politik könne darüber hinaus zu einer erhöhten Inflation führen, was höhere Zinssätze bei Zentralbanken auslöse – das sei schlecht für Aktien. Warum es allerdings auch keine gute Idee sei, darauf zu spekulieren, dass Trump sich durchsetze und einfach US-Aktien zu kaufen, erklärt Sulilatu im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich.
    4 min
  • US-Verteidigungsminister beim NATO-Ukraine-Gipfel: Trump als "Elefant im Raum"
    Wenn sich die NATO-Vertreidigungsministerinnen und -minister treffen, gibt es unter ihnen eine Art unausgesprochenen Chef - nämlich den US-Verteidigungsminister. Das war schon früher so, weil die Vereinigten Staaten einen so großen Anteil an NATO-Verteidigungskapazitäten mit ihren Streitkräften abdecken. Der neue US-Verteidigungsminister Pete Hegseth aber wird wohl mit noch mehr Aufmerksamkeit bedacht werden, wenn er zu seinem Antrittsbesuch zur NATO nach Brüssel kommt. Beim Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe geht es um die Koordination von Waffenhilfen. Unmittelbar davor dürfte NATO-Generalsekretär Rutte aktualisierte Zahlen zu den Verteidigungsausgaben der 32 Mitgliedsstaaten bekannt geben. Nach Angaben der Allianz erfüllen in diesem Jahr voraussichtlich 25 Länder die Vorgabe, mindestens zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts in Verteidigung zu investieren - das wären dann zwei mehr als im vergangenen Jahr.
    Trump als "Elefant im Raum"
    Verteidigungsminister Hegseth gehört zu den umstrittensten Kabinettsmitgliedern von US-Präsident Donald Trump. Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Fischer erklärt Susanne Schattenberg, Professorin für Zeitgeschichte und Kultur Osteuropas an der Uni Bremen, welche Szenarien einer Ukraine-Politik der neuen US-Regierung relevant sind.
    Momentan ist der Elefant im Raum tatsächlich Trump und die Frage, was er macht.

    Quelle: Susanne Schattenberg, Professorin für Zeitgeschichte und Kultur Osteuropas an der Uni Bremen

    Die Ukraine-Unterstützer-Staaten wollten etwa um jeden Preis verhindern, dass Trump nach Moskau zu Russlands Präsidenten Wladimir Putin reist, um dort bilateral über die Köpfe der Ukraine und der europäischen Staaten hinweg eine Verhandlungslösung herbeizuführen. Zu den schlimmsten Szenarien zähle auch, dass Trump und Putin sich einigen, dass nationale Sicherheitsinteressen Priorität haben und deswegen Putins Streben nach dem Gebiet der Ukraine oder Belarus genauso legitim seien wie Trumps Streben nach dem Panama-Kanal oder Grönland.
    Finanzierung der Ukraine-Hilfen ungewiss
    Europa müsse auf jeden Fall lernen, mehr auf eigenen Beinen zu stehen, so Schattenberg. Dazu gehöre es auch, sich für das Szenario vorzubereiten, dass die Vereinigten Staaten ihre Ukriane-Unterstützung mit Waffen und finanziellen Mitteln einstellen:
    Da gab es schon mal den Vorschlag, jedes EU-Land möge einen Teil seines Bruttoinlandproduktes zur Verfügung stellen.

    Quelle: Susanne Schattenberg, Professorin für Zeitgeschichte und Kultur Osteuropas an der Uni Bremen

    Die Ukraine sei ohnehin nach fast drei Jahren Krieg ausgezehrt und erschöpft. Schattenberg betont, es liege jetzt in der Verantwortung der westlichen Unterstützer-Staaten, zu liefern, was das Land für seine Verteidigung benötige.
    8 min
  • Zu teuer, zu alt, zu groß? Was passiert mit entwidmeten Kirchen?
    Wer nicht gerade an Weihnachten oder Ostern, sondern an einem ganz regulären Sonntag in die Kirche geht, dem wird vermutlich hier und da auffallen: Voll ist es dort nicht gerade. Immer mehr Menschen verlassen die Kirchen und treten aus. Weniger Mitglieder führen auch zu weniger Geld. Was übrig bleibt, sind Gotteshäuser, die vor dem Aus stehen – auch in Baden-Württemberg. Denn sie sind einfach zu teuer. Wie also geht die Kirche damit um? Darum geht es im Gespräch zwischen Marc Witzenbacher von der evangelischen Landeskirche Baden und SWR Aktuell.
    Kirchensterben in BW: Ehemalige Kirchen als Café und Co?
    Es gibt zum Beispiel die Möglichkeit, die Gebäude zu verkaufen. Aber auch wenn prinzipiell jeder sein Interesse bekunden könne, gebe es hier bestimmte Richtlinien, wie das Gebäude anschließend genutzt wird, so Witzenbacher - aus Respekt vor der Geschichte des Gebäudes. Was mit den Mitgliedern der Gemeinde passiert, deren Kirche geschlossen wird und wie die Kirche auch mit weniger Gebäuden weiterhin ihre Arbeit machen möchte, darüber hat Marc Witzenbacher, Prälat für den Kirchenkreis Südbaden, außerdem mit SWR Aktuell Moderator Simon Dörr gesprochen.
    6 min
  • Kritik der Björn Steiger Stiftung: Kann der Notruf Menschenleben kosten?
    Es ist die Telefonnummer, die europaweit Leben rettet: die 112. Es gibt sie vor allen Dingen, weil sich die Björn Steiger Stiftung dafür eingesetzt hat. Egal ob Unfall, Brand oder medizinischer Notfall – wählt man in Deutschland den Notruf, kann der Disponent in der Leitstelle einen Rettungswagen schicken. Und obwohl das in vielen Fällen bereits hilft, kann genau das auch ein Nachteil sein. Denn sehr viel mehr Möglichkeiten hat der Disponent nicht, sagt Pierre-Enric Steiger, Präsident der Björn Steiger Stiftung, im Gespräch mit SWR Aktuell.
    Björn Steiger Stiftung: Rettungswesen in Österreich besser vernetzt als in Deutschland
    Obwohl er am Europäischen Tag des Notrufs 112 auch Teile des deutschen Rettungswesens lobt – so habe Deutschland zum Beispiel mit Abstand die bestausgestattesten Fahrzeuge – gebe es auch Potenzial für Verbesserung. Dabei könnte ein Blick ins deutlich besser vernetzte Österreich helfen, sagt Steiger. Was in unserem Nachbarland nach seiner Ansicht besser läuft als in Deutschland und warum das deutsche System jeden Tag Leben koste, darüber hat Pierre-Enric Steiger mit SWR Aktuell-Moderator Simon Dörr gesprochen.
    8 min
  • Demokratie und Bildung: "Demokraten wachsen nicht auf Bäumen"
    In Stuttgart beginnt am Vormittag die Didacta - die größte Bildungsmesse Europas. Bis Samstag werden in den Stuttgarter Messehallen mehrere Zehntausend Besucher erwartet. Leitthema der Bildungsmesse ist Demokratiebildung an den Schulen.
    Zusammenhang von Bildung und Demokratieverständnis
    Neben großen Themen wie Künstlicher Intelligenz oder Digitalisierung im Unterricht liegt dieses Jahr ein besonderer Fokus auf der politischen Bildung. "Demokratie braucht Bildung - Bildung braucht Demokratie" lautet das Motto der "didacta" in diesem Jahr. Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Fischer erklärt Daniel Kraft, Sprecher der Bundeszentrale für politische Bildung, wie viel Einfluss politische Bildung tatsächlich auf unser Demokratieverständnis hat.
    Demokraten wachsen nicht auf Bäumen

    Quelle: Daniel Kraft, Sprecher der Bundeszentrale für politische Bildung

    Kraft betont, dass den Erkenntnissen der Bundeszentrale nach die Schule ein zentraler Ort der politischen Bildung ist. So seien Schülerinnen und Schüler besonders gut informiert und aufgeklärt über das demokratische System in Deutschland. Nach der Schule, wenn es keine regelmäßige Auseinandersetzung mit politischer Bildung gebe, sinke dieses hohe Niveau allerdings in aller Regel kontinuierlich ab. Gerade deshalb bemühe sich die Bundeszentrale für politische Bildung, auch schwer zu erreichende Zielgruppen gezielt anzusprechen.
    AfD auf der Didacta
    Auch die in Teilen laut Verfassungsschutz gesichert rechtsextremistische AfD ist mit einem Stand vertreten, was im Vorfeld für Proteste sorgte. Die baden-württembergische Kultusministerin Theresa Schopper von den Grünen hält nichts von einem Verbot von Parteien bei Messen: "Das ist ja keine politikfreie Zone. Die Grünen und die CDU haben sich ja erst angemeldet, nachdem die AfD sich angemeldet hatte, um eine gewisse Pluralität an den Tag zu legen." Von der Messe Stuttgart hieß es dazu, die Kriterien für Aussteller auf der Didacta ließen auch politische Institutionen zu. Christliche Hilfsorganisationen hatten gefordert, die Zulassungsbedingungen für Messe-Aussteller zu überprüfen.
    5 min
  • Ifo-Chef warnt: Eskalation im US-Zoll-Streit "gefährlich" für die EU
    US-Präsident Donald Trump hat einen Erlass unterzeichnet, der Stahl- und Aluminiumimporte ab März mit zusätzlichen Zöllen von 25 Prozent belegt. Außerdem droht er der Europäischen Union mit pauschalen Zusatzzöllen. Die EU will umgehend antworten - laut "Handelsblatt" mit bis zu 50 Prozent Aufschlag auf Motorräder von Harley Davidson, Jeans-Hosen aus den USA oder Whiskey. Der Wirtschaftswissenschaftler und Präsident des Münchner ifo-Instituts, Clemens Fuest, warnt aber vor dieser Eskalationsstrategie im Handelskonflikt mit den Vereinigten Staaten. Fuest sagte im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Fischer:
    Das ist natürlich sehr gefährlich.

    Quelle: Clemens Fuest, Präsident des Münchner ifo-Instituts

    Die Gefahr entstehe vor allem daraus, dass anders als beim Zoll-Streit während der ersten Trump-Präsidentschaft die Europäische Union wirtschaftlich zurückgefallen sei. Heute gebe es ein Ungleichgewicht zuungunsten Europas.
    Trump, der "Deal Maker"?
    Darüber hinaus erinnerte Fuest daran, dass es Trump darum gehe, Erfolge zu präsentieren, die ihm innenpolitisch nutzen. So könnte die EU zum Beispiel wie auch schon in der Vergangenheit eine Einigung mit der US-Regierung erzielen, indem sie etwa zusätzliche Waffen, Gas-Importe oder Sojabohnen aus US-Produktion kaufe. So ein schnelles Ende des Zollstreits durch geschlossenes Handeln sei umso wünschenswerter für Europa, da Trump auf Uneinigkeit in der Europäischen Union setze, um ein möglichst vorteilhaftes Ergebnis für die Vereinigten Staaten in Verhandlungen zu erzielen.
    Aluminium und Stahl - auch in verarbeiteter Form?
    Die Zölle könnten auch für Produkte gelten, die importierten Stahl verarbeitet haben. Dann könnte es auch deutsche und europäische Hersteller hart treffen. Einen kleiner Hoffnungsschimmer sehen Wirtschaftsfachleute in einem Telefonat, in dem Trump Australien eine Ausnahmeregelung in Aussicht gestellt hat. Nach Angaben der Außenhandelsgesellschaft "Germany Trade and Invest" sind die Vereinigten Staaten auf Stahlimporte angewiesen. Zu den größten Lieferanten zählen mit Abstand Kanada, gefolgt von Brasilien, Mexiko und Südkorea. Auf Platz fünf folgt Deutschland.
    6 min
  • Wer haftet eigentlich, wenn ich einen Fehler von ChatGPT übernehme?
    In Paris hat ein internationaler Gipfel zu Künstlicher Intelligenz begonnen. Neben Branchenvertreterinnen und -vertretern sind Fachleute aus der Wissenschaft sowie zahlreiche Staats- und Regierungschefs zu dem Treffen in Paris angereist. Ein Thema soll die Regulierung von KI sein - im besten Falle käme dabei nach Vorstellung der Veranstalter ein internationaler Regelkatalog heraus. Es geht aber auch um sehr praktische Fragen, etwa was passiert, wenn Menschen Fehler von KI-Systemen wie ChatGPT übernehmen und daraus ein Schaden entsteht - wer haftet dann?
    Frankreich will Europa bei KI-Fragen nach vorne bringen
    Im Interview beim Fernsehsender "France 2" hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ein Ziel klar in den Vordergrund gestellt: investieren - und zwar vor allem in die europäische KI-Wirtschaft. In diesem Zusammenhang haben acht Länder, darunter Frankreich und Deutschland, eine Initiative für eine gemeinnützige KI angekündigt. In den kommenden fünf Jahren sollen 2,5 Milliarden Dollar zusammenkommen, um Daten etwa im Bildungs- und Gesundheitsbereich zugänglicher zu machen oder Open-Source Modelle für KI zu fördern. Die Initiative soll laut Aussage der Initiatoren auch helfen, den ökologischen Fußabdruck der KI-Wirtschaft besser zu evaluieren.
    Kein europäischer Klon von "Project Stargate"
    Anselm Kuester forscht als Teil des "Center for European Policy"-Netzwerks mit Sitz unter anderem in Freiburg und Berlin. Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Pascal Fournier sagt er, Europa müsse sich um die lebenspraktischen Anwendungsfragen und neue Technologien bemühen. Das bringe mehr, als ein Projekt nach Vorbild von "Stargate" aufzuziehen - die KI-Initiative, die US-Präsident Donald Trump kurz nach seiner Amtseinführung für sich in Anspruch genommen hatte. Die viel kostengünstigere Alternative "DeepSeek" aus China zeige zudem, dass es heute nichts mehr bringe, die unglaublich teuren "Large Language Models" oder "Reaoning Models" von OpenAI nachzubauen - die Technologie entwickle sich schnell und werde auch schnell günstiger.
    Wirtschaft will mitziehen
    Auch mehr als 60 große europäische Unternehmen fordern, die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz voranzutreiben. In einem Aufruf am ersten Tag der internationalen KI-Konferenz in Paris heißt es, Europa solle zu einem KI-Weltmarktführer werden. Aus Deutschland haben beispielsweise die Deutsche Bank, Lufthansa und Mercedes-Benz unterschrieben.
    6 min

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