Welche Wirkung haben TV-Duelle? Können Zuschauer von den Diskussionen profitieren? Ein Forschungsteam der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau analysiert die Wirkung solcher TV-Diskussionen. Das funktioniert so: Interessierte Bürgerinnen und Bürger können vom heimischen Sofa aus über die "RealSmart"-App teilnehmen. Diese hat ein Team am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Kaiserslautern entwickelt.
Zwei Befragungen, die zeigen: Das TV-Duell verändert etwas
Kurz vor und nach dem Duell beantworten die Teilnehmenden einen kurzen Fragebogen – dazwischen können sie die TV-Auftritte bewerten. Das Ergebnis der App-Auswertung sieht ähnlich aus wie das herkömmlicher Umfragen, berichtet Politikwissenschaftler Jürgen Maier. Er ist Professor an der RPTU und betreut mit anderen Kolleginnen und Kollegen das Projekt. Die App könne aber eine Sache zeigen, die andere Umfragen nicht zeigen können:
14 Prozent unserer Teilnehmer haben ihre Kanzler-Präferenz während des TV-Duells geändert. Haben also vor dem TV-Duell einen anderen Kanzler angegeben, den sie gerne hätten, als nach dem TV-Duell.
Quelle: Jürgen Maier, Professor an der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau
Bei der Wahlabsicht hätte es sogar 18 Prozent Abweichungsquote zwischen der Vorab- und der Nachbefragung gegeben. Das seien natürlich, so Maier, unentschlossene Wählerinnen und Wähler. Zusätzlich haben Studierende das TV-Duell analysiert. Dieses Detail-Ergebnis liegt allerdings noch nicht vor.
TV-Duell nicht klar entschieden
In klassischen Umfragen hat sich kein klarer Sieger herausgestellt. Die Menschen in Deutschland haben zu 37 Prozent gesagt, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) habe das Fernsehduell gewonnen. Seinen Herausforderer, CDU-Chef und Unionskanzlerkandidat Friedrich Merz bezeichneten 34 Prozent als Gewinner.