SWR Aktuell Im Gespräch

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SWR Aktuell Im Gespräch episodes

  • Ukraine stoppt Durchleitung von russischem Gas: Was das für den Preis bedeutet
    "Das ist ein bisschen Glaskugelleserei", sagt er im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich. Zwar sei der Gaspreis in den letzten Tagen wegen des bevorstehenden Durchleitungsstopps ein bisschen gestiegen. Allerdings geht der Gasmarktexperte nicht davon aus, dass die Preise wieder Höchststände erklimmen, wie zu Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine.
    Auf der Basis von Gerüchten werden die Preise nach oben getrieben und auf der Basis von Fakten sinken sie dann wieder.

    Quelle: Heike Lohmann, Gasmarktexperte

    Für den Januar kann sich Lohmann durchaus vorstellen, dass die Gaspreise wieder sinken werden. Einen großen Einfluss auf die Marktentwicklung habe allerdings auch das Wetter. "Wenn es sehr kalt wird, werden die Auswirkungen der fehlenden Gasmengen größer sein, als wenn es sehr mild bleibt."
    Slowakei und Ungarn vom russischen Gas-Stopp betroffen
    Die Menge des durch die Ukraine durchgeleiteten russischen Gases spiele durchaus noch eine Rolle. Es handele sich pro Jahr um ungefähr 140 Terawattstunden. "Das entspricht etwa einem Sechstel des deutschen Verbrauchs", erklärt der Gasmarktexperte. Betroffen vom Stopp seien vor allem Ungarn und die Slowakei.
    Die Ungarn hätten kein Versorgungsproblem. Das Land könne russisches Gas per Pipeline über die Türkei beziehen. Schwieriger ist die Lage für die Slowakei, die auf Importe aus anderen EU-Ländern angewiesen sei. Dabei handele es sich um Flüssiggas. "Das würde dann über Pipelines in Deutschland in Richtung Slowakei geliefert werden können. Das ist möglich, aber das muss man organisieren", sagt Lohmann.
    5 min
  • Musks Wahlwerbung für die AfD: Warum wir inhaltlich darüber reden müssen
    "Vielleicht sollte man inhaltlich über diese Dinge mal reden", regt der Politikwissenschaftler der Universität Freiburg im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich an. Denn der US-Milliardär Elon Musk habe in dem Gastbeitrag für die 'Welt am Sonntag' geschrieben, dass Deutschland wirtschaftlich an einem kritischen Punkt stehe und fünf Ratschläge gegeben, wie sich die Lage wieder verbessern könne. Aus Musks Sicht kann nur die AfD Deutschlands Abstieg verhindern und ist deshalb die bessere Wahl.
    Was wir jetzt in der Diskussion haben und was mich stört, ist wieder so ein bisschen 'Cancel Culture'.

    Quelle: Politikwissenschaftler Uwe Wagschal

    Die politische Aufregung hält Uwe Wagschal für übertrieben. Die 'Welt am Sonntag' habe eine Gegenmeinung zu Musks Gastbeitrag veröffentlicht, die dessen Thesen widerlege und damit eine Diskussion angestoßen. Leider werde über die Inhalte überhaupt nicht geredet. "Das sollten wir vermeiden, eine Diskussion auszubremsen, weil: Er ist bäh - er ist Musk." Das sei schlechter Stil, bemängelt der Politikwissenschaftler.
    Auch deutsche Politiker machen Wahlwerbung in den USA
    Die Empörung über Elon Musks Wahlwerbung für die AfD ist parteiübergreifend. Der CDU-Bundesvorsitzende Friedrich Merz bezeichnete dessen Kommentare als übergriffig und anmaßend. Die SPD-Co-Vorsitzende Saskia Esken kritisierte, dass Musk eine antidemokratische, menschenfeindliche Partei wie die AfD unterstütze.
    Professor Wagschal gibt zu bedenken, dass sich auch deutsche Politiker in den US-Wahlkampf eingeschaltet hätten. So habe sich Merz explizit gegen Trumps Wiederwahl ausgesprochen. Hinzu komme, dass Musk wirtschaftliche Interessen in Deutschland habe. Als Inhaber von Tesla beschäftige er etwa 14.000 Menschen in der Bundesrepublik. "Seine Position war bekannt. Es überrascht nicht, dass er sich so geäußert hat."
    Gefahr der politischen Meinungsmache durch Musk
    Kritisch sieht der Politikwissenschaftler die Meinungsmacht von Elon Musk, mit der er rechte Netzwerke unterstützen könne. 210 Millionen Menschen folgten ihm auf X: "Das ist eine geballte Medienmacht." Hinzu komme sein Vermögen in Milliardenhöhe. Musk sei deshalb in der Lage, politischen Einfluss auszuüben.
    6 min
  • Mutmach-Geschichte: Welche Lichtblicke es 2025 bei den Finanzen gibt
    Die Kalte Progression wird ausgeglichen. Bundestag und Bundesrat haben vor Weihnachten der Gesetzesänderung zugestimmt. Der Grundfreibetrag wird zum 1. Januar 2025 um 312 Euro angehoben und steigt auf 12.096 Euro. Dieser Teil des Einkommens wird nicht besteuert. Das bedeutet, es gebe für alle Arbeitnehmer steuerlich eine Entlastung, sagt der Chefredakteur von "Finanztip" im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Petra Waldvogel.
    Gute Nachrichten für Familien
    Paare mit Kindern können sich freuen: Das Kindergeld steigt 2025 um fünf Euro auf 255 Euro monatlich. Der steuerliche Kinderfreibetrag wird um 60 Euro auf 6.672 Euro angehoben. Der Kindersofortzuschlag für bedürftige Familien erhöht sich von 20 Euro auf 25 Euro im Monat. Paare mit Kindern bekämen trotz der steigenden Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung und die Pflegeversicherung eine kleine Entlastung, bilanziert Sulilatu, Singles müssten dagegen etwas draufzahlen.
    Klassische Geldanlageformen lohnen sich weiter
    Wer Geld zur Seite legen möchte, kann 2025 auf das Sparbuch setzen. Viele Banken zahlten Neukunden einen "ordentlichen Zinssatz", der teilweise oberhalb der 3-Prozent-Marke liege. Das gleiche gelte für Anlagen in Festgeld. Der Vorteil dabei: Man könne sich einen Zinssatz oberhalb der Inflationsrate sichern, der für ein paar Jahre gelten würde. Das Fazit des "Finanztip"-Chefredakteurs lautet deshalb: "Zumindest die Inflation nachhaltig auszugleichen, das kann mir mit Sparzinsen gelingen."
    Immobilienkredite sind wieder günstiger
    Die hohen Inflationsraten nach Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 hatten auch Immobilienkredite verteuert. Doch Geld für Immobilien sei inzwischen wieder günstiger zu haben, sagt Sulilatu. "Die Bauzinsen haben ordentlich nachgegeben." Um die drei Prozent würden viele Banken jetzt verlangen. "Da kann ich mir das Häuschen oder die Eigentumswohnung besser leisten, als das noch vor einem halben Jahr der Fall war."
    Hoffnung auf wirtschaftliche Impulse nach der Bundestagswahl
    Die deutsche Wirtschaft blickt allerdings nach wie vor pessimistisch auf das Jahr 2025. Laut einer Umfrage des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) rechnet eine Mehrheit der Wirtschaftsverbände damit, dass sich die Lage verschlechtert. Der "Finanztip"-Chefredakteur erwartet deshalb von einer neuen Bundesregierung, "dass sie die Wirtschaft und auch die Verbraucher entlastet, um die Binnennachfrage - also die Kauflaune wieder zu stimulieren".
    5 min
  • Kolumne: So wird 2025!
    Das Jahr 2024 war vor allem durch viele Krisen gekennzeichnet. 2025 wird wesentlich besser! Woher wir das wissen? Weil unser Wochenend-Kolumnist Peter Knetsch für die "Zwei Minuten" in die sprichwörtliche Glaskugel geschaut hat.
    3 min
  • Frühstücks-Quarch: Wie wir trotz Krisen zuversichtlich in die Zukunft schauen
    Wir sollten uns ein Beispiel an Marc Aurel nehmen. "Der zog seine Zuversicht daraus, dass er sich jeden Morgen sagte: Dieser Tag könnte dein letzter sein. Willst Du den mit Jammern und Angst zubringen oder mit Tatendrang und Liebe?" Von diesem Philosophen auf dem römischen Kaiserthron könne man auch für das Jahr 2025 einiges lernen, sagt Christoph Quarch im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Bernhard Seiler. "Der sicherste Weg in die Zuversicht ist das Bewusstsein und die Akzeptanz für die eigene Endlichkeit."
    Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

    Quelle: Antoine de Saint-Exupéry aus "Der kleine Prinz"

    Mehr Zuversicht durch mehr Liebe
    Die mangelnde Zuversicht in unserer Gesellschaft ist für den Philosophen ein Zeichen dafür, das viele Menschen ihr Herz vergessen haben. In diesem Zusammenhang erinnert er dran, dass Herz auf lateinisch "cor" heißt. Davon lasse sich das Wort "courage" ableiten, das meistens als "Mut" übersetzt werde. Treffender sei jedoch "Beherztheit". Für Christoph Quarch steht deshalb fest: "Mut und Zuversicht wohnen im Herzen. Das sind Früchte der Liebe. Der Mangel an Zuversicht ist deshalb am Ende immer ein Mangel an Liebe."
    6 min
  • Bergwacht: Alpine Gefahren auch im Schwarzwald
    Strahlender Sonnenschein und genug Schnee – auf den Pisten entlang der Schwarzwaldhochstraße, zum Beispiel rund um Feldberg, Belchen oder Hornisgrinde, ist gerade jede Menge los. Während die Polizei appelliert, mit dem Bus anzureisen, um die überfüllten Parkplätze zu entlasten, sorgt sich die Bergwacht um die Sicherheit auf den Pisten.
    Ausrüstung allein schützt nicht
    "Eine Person von 1.000 Wintersportlern verletzt sich", sagt Adrian Probst, Landesvorsitzender der Bergwacht Schwarzwald. Diese Zahl, erklärt er im Gespräch mit SWR Aktuell Moderatorin Ulrike Alex, sei seit Jahren stabil. Obwohl die Ausrüstung immer besser werde, aber die allein schütze eben nicht: "Auch mit toller teurer Ausrüstung steigt das eigene Können nicht automatisch mit."
    Viele Unfälle passieren durch Selbstüberschätzung
    Dementsprechend passierten Unfälle selten durch externe Faktoren wie Wetter oder das Verhalten anderer. "Die größten Risiken habe ich selbst in der Hand", betont der Experte: Selbstüberschätzung, übertriebener Ehrgeiz, Verlassen der Pisten. Gerade letzteres sei nicht nur im Hochgebirge gefährlich. Auch in Mittelgebirgen wie dem Schwarzwald müssten Wintersportfans auf alpines Gelände eingestellt sein.
    7 min
  • Mutmach-Geschichte: Wie wir in Lebenskrisen neues Vertrauen schöpfen
    "Die Nacht, in der das Fürchten wohnt, hat auch die Sterne und den Mond." Dieses Zitat der Dichterin Mascha Kaléko stehe bei ihr in Kreideschrift am Fenster im Büro, sagt die Seelsorgerin im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Bernhard Seiler. Es gehe ihr darum, in Krisensituationen das Positive herauszustellen: "Wo konntest du Vertrauen finden? Was hat dich bis hierhergetragen? Wo hast du eine ähnliche Erfahrung gemacht, die dich gestärkt hat?" Durch diese Fragen wolle sie vermitteln, dass es auch in dunklen Stunden einen Hoffnungsschimmer gebe.
    Positives Denken als Mutmach-Übung für zu Hause
    Das Zitat von Mascha Kaléko biete sich an, um positives Denken in den Alltag einzubauen. Man könne sich beispielsweise morgens die Frage stellen, worauf man sich freue. Auch abends beim Rückblick auf den Tag biete es sich an, zu sagen: "Irgendein Stern war in diesem Tag am Himmel und den mache ich jetzt groß, indem ich ihn aufschreibe und damit verstärke."
    Arbeit als Seelsorgerin und Coach: eine Gratwanderung
    Beate Hofmann arbeitet sowohl als Seelsorgerin als auch als Job-Coach. In beiden Betätigungsfeldern stehe sie Menschen in Krisensituationen zur Seite. Allerdings seien die Herausforderungen beim beruflichen Coaching anders als in der Seelsorge. Bei Gesprächen auf Intensivstationen erlebe sie Menschen, die um ihr Leben fürchten. "Da braucht man ganz viel Stille und ganz viel Kraft, um stabil zu sein - dort, wo Menschen ganz instabil sind."
    Im beruflichen Kontext stehe das Thema Team und Zusammenarbeit im Vordergrund: "Wie gehen andere mit mir um? Wie gehe ich mit denen um?" Hinzu komme die Problematik von Druck und Belastung im Arbeitsalltag. In den Gesprächen habe sie die Erfahrung gemacht, dass in den meisten Fällen die äußeren Umstände das Innere eines Menschen beeinflussen würden: "Die Frage ist: Was prägt mich? Mit welchen Erwartungen komme ich? Was sind meine Ressourcen, die ich für diese Arbeit mitbringe?" Und auch hier sei es wichtig, so oft wie möglich eine optimistische Perspektive einzunehmen und nach den eigenen Quellen positiver Energie zu suchen. "Es geht immer darum: Was ist der Kern, der mir Kraft gibt."
    6 min
  • Interview der Woche – das waren die Highlights 2024
    Das Jahr 2024 war im politischen Berlin ganz schön turbulent: Monatelang kriselte es in der Ampel-Koalition, was stets für Gesprächsstoff im ARD Interview der Woche gesorgt hat. Schließlich der Regierungsbruch und die Vertrauensfrage, worüber wir im Dezember noch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprechen konnten. Viele Interview-Highlights 2024 - zusammengefasst im Best of Interview der Woche.
    25 min
  • 25 Jahre nach "Lothar": Warum der Orkan für den Schwarzwald auch eine Chance ist
    Unmittelbar nach "Lothar" hätten sich die Verantwortlichen überlegt, wie der Wald in Zukunft "sturmstabiler" gemacht werden könne. Deshalb habe man auf den "Lothar-Flächen" viel Laubholz angepflanzt. Bis zu 21 verschiedene Baumarten würden jetzt an den Stellen wachsen, auf denen vor dem Orkan Nadelhölzer gestanden hätten - vor allem die Fichte.
    Wir reden in 50 Jahren nochmal darüber, ob der Wald stabiler ist.

    Quelle: Oberförster Thomas Hauck

    "Wir haben damals versucht, der Natur zu helfen", sagt der Oberförster des Stadtwaldes Baden-Baden im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Bernhard Seiler. Mit Baumarten wie der Eiche oder Kirsche solle der Wald resistent gegen den Klimawandel gemacht werden. Die kommenden Jahrzehnte würden zeigen, ob das auch gelinge - allerdings ist Hauck optimistisch für die Zukunft des Waldes.
    Verändertes Bewusstsein gegenüber Ökosystem Wald
    Der Orkan "Lothar" hat nach Einschätzung des Baden-Badener Oberförsters auch die Einstellung zum Ökosystem Wald verändert. Die Menschen würden mehr darüber nachdenken, dass Wald durch Orkane und den Klimawandel zerstört werden könne. Hauck richtet deshalb einen Appell an alle Verantwortlichen, den Klimawandel zu stoppen: "Denn der tut dem Wald wirklich nicht gut."
    6 min
  • Mutmach-Geschichte: Lebensmittel retten!
    "Krumm & Schepp" ist das erste Foodsharing-Café im Rhein-Main-Gebiet. Alle, die dort am Karoline-Stern-Platz 9 in Mainz mithelfen, haben sich Ziele gesetzt: Sie wollen erreichen, dass weniger Lebensmittel verschwendet werden und sie wollen, dass jeder und jede sich bei ihnen die Tasse Kaffee leisten kann. Grund genug, uns das Café mal genauer anzuschauen. Und zwar im Rahmen unserer Reihe mit Mutmach-Geschichten in SWR Aktuell - mit denen wir zeigen, dass es mehr gibt, als das Nachrichtengrau. In der wir Menschen kennenlernen, die inspirieren und Hoffnung geben. Wie Katrin Marx - sie war beim Mainzer FoodSharing-Kaffee von Anfang an dabei. Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Florian Rudolph erklärt sie, warum es manchmal sehr leicht ist, Lebensmittel vor der Tonne zu retten. Kuchen, Brötchen, Obst und Gemüse etwa sind im Selbstbedienungsbetrieb buchstäblich greifbar.
    6 min

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