SWR Aktuell Im Gespräch

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SWR Aktuell Im Gespräch episodes

  • Kolumne: Wind of Change
    In dieser Woche konnte man der Geschichte beim Geschehen zuschauen. Für manche Zeitgenossen war das offenbar aber noch längst kein Grund, darauf angemessen zu reagieren - meint Pascal Fournier in seiner Wochenend-Kolumne "Zwei Minuten".
    3 min
  • Frühstücks-Quarch: Was ist Heimat aus philosophischer Sicht?
    Heute geht es um den Umsturz in Syrien - und um die Diskussion über die Rückführung syrischer Flüchtlinge. Jens Spahn von der CDU etwa regte an, Syrer mit einem "Handgeld" von 1.000 Euro und einem Freiflug zur Rückkehr "nach Hause" zu bewegen.
    Der Philosoph und Autor Christoph Quarch sieht in diesem Vorschlag den "moralischen Niedergang einer vormals respektablen Partei". Es gehöre sich nicht, Flüchtlinge "wie eine Ware zu behandeln", über die man einfach so verfügen könne.
    "Müssen uns frei machen, anderen sagen zu wollen, wo ihre Heimat ist"
    Spahn und seine Gesinnungsgenossen versuchten, den Begriff "Heimat" politisch auszuschlachten. "Wir Deutschen müssen uns endlich mal von der Anmaßung frei machen, für die anderen bestimmen zu wollen, was und wo ihre Heimat ist", so der Philosoph.
    Über die Definition von Heimat, hat SWR Aktuell-Moderator Andreas Herrler mit Christoph Quarch gesprochen.
    5 min
  • Obdachlose im Winter: "Lieber einmal zu viel Hilfe rufen"
    Geschätzt rund 50.000 Menschen leben in Deutschland auf der Straße - sind also obdachlos. Und ihre Zahl steigt stetig. Der Winter ist für Obdachlose eine besonders schwierige Zeit - die Kälte kostet jedes Jahr einige von ihnen sogar das Leben. Was tun, um das zu verhindern? Darüber hat SWR Aktuell-Moderator Moritz Braun mit Harry Pfau gesprochen, der selbst 13 Jahre auf der Straße gelebt hat. Eine schwierige Entscheidung, findet Pfau, da man als Außenstehender die Lage eines Obdachlosen schlecht einschätzen könne, aber: "Lieber einmal zu viel Hilfe rufen als zu wenig".
    Hören Sie im Audio auch, welche anderen Gefahren obdachlosen Menschen drohen und was jeder von uns tun könnte, um ihre Situation zu verbessern.
    8 min
  • Bundespräsident Steinmeier: Wir sollten jetzt nicht huddeln
    Der Bundespräsident macht gerade einen Spagat. Er ist der erste Repräsentant Deutschlands auf einer Reise in Afrika - aber er ist auch ein deutsches Verfassungsorgan, so sperrig das klingt - und er muss in wenigen Tagen eine staatstragende Entscheidung treffen. Wenn der Kanzler die Vertrauensfrage am Montag im Bundestag verliert, muss der Bundespräsident entscheiden, ob er das Parlament auflöst. Das ist eine Ausnahmesituation in der Bundesrepublik. Seit fast zwanzig Jahren hat es das nicht mehr gegeben.
    Kein Grund zur Verunsicherung
    Frank Walter Steinmeier versteht, dass das Menschen beunruhigen kann und bemüht sich im ARD Interview der Woche als Garant für Stabilität aufzutreten: "Ich glaube, es ist auch die Aufgabe des Bundespräsidenten, in dieser Situation ein bisschen Beruhigung und Entschärfung der gewachsenen Konflikte der letzten Monate zu betreiben. Will sagen, das Ende einer Koalition ist außergewöhnlich, aber es ist nicht das Ende der Welt. Wir haben funktionierende Institutionen." Er sieht es als Problem, dass Politik zuletzt nur noch als Streit wahrgenommen wurde. Steinmeier will deshalb jetzt mit Ruhe und Sorgfalt handeln. "Wir sollten jetzt nicht huddeln. Die Hektik der Tagespolitik und die Schlagzahl der Medien gibt jetzt nicht das weitere Verfahren vor, sondern die Verfassung und ihre Regeln."
    Bundespräsident lädt in der nächsten Woche Fraktionen und Gruppen im Bundestag zu Gesprächen ein
    Vor einer möglichen Entscheidung über die Auflösung des Bundestags will der Bundespräsident ab nächster Woche mit den Fraktionen und Gruppen sprechen. Im ARD Interview der Woche sagt er: "Bevor die Entscheidung darüber zu fällen ist, werde ich ganz sicher, das ist die gute Staatspraxis in Deutschland, da eine Auflösung des Bundestages, nicht nur einige wenige, sondern alle Abgeordneten betrifft, die Gespräche mit den im Bundestag vertretenen Parteien und Gruppierungen aufnehmen und danach entscheiden."
    In den Gesprächen gehe es darum, auszuloten, ob sich möglicherweise Mehrheiten für eine andere Regierung finden lassen, die Stabilität versprechen. Steinmeier erwartet das jedoch nicht: "Ich werde nicht überrascht sein, wenn sich diese Möglichkeit in den Gesprächen mit den Fraktionsvorsitzenden und Vorsitzenden der Gruppierungen nicht zeigt. Aber die Gespräche sind abzuwarten."
    Appell an Wahlkämpfer und an Wählerinnen und Wähler
    Klare Positionen in der Sache und Fairness im Umgang, das wünscht sich der Bundespräsident für den Wahlkampf, der ja bereits begonnen hat: "Von den Wahlkämpfern wünsche ich mir, dass sie die Positionen, die Parteien vertreten, zu den unterschiedlichen Fragen, sei es das Thema Infrastruktur, sei es das Thema Steuern, sei es das Thema Gesellschaftspolitik, sei es die Zukunft, der Arbeitsmarkt und Rentenpolitik, dass sie ihre Unterschiede deutlich machen. Dass sie aber einen Stil pflegen, bei dem sie berücksichtigen, dass man möglicherweise mit dem politischen Gegner, der im Wahlkampf bekämpft wird, nach einer Neuwahl und nach einer Regierungsbildung wieder zusammenarbeiten muss. Das verlangt, dass man den Ton mindestens kontrolliert und einen politischen Stil pflegt, der dieser Republik und ihrer Demokratie angemessen ist, nämlich Kooperationsbereitschaft und Fähigkeit zur Zusammenarbeit aufrecht zu erhalten."
    Die Wählerinnen und Wähler bittet er, die Weihnachtstage auch zum Nachdenken über ihre Stimme zu nutzen: "Wir sind in einem besonderen Jahr: 35 Jahre friedliche Revolution und Mauerfall. Wir erinnern uns, dass Tausende auf die Straßen gegangen sind, um für freie Wahlen zu kämpfen, die wir in ganz Deutschland haben. Und das sollten wir nicht ohne weiteres wegwerfen oder für gering achten. Und jeder sollte seine Stimme so abgeben, als sei seine Stimme die Entscheidende, die für die Zusammensetzung einer nächsten Bundesregierung relevant ist."
    Regierungsbildung in "vertretbaren Zeiträumen"
    Wenn dann tatsächlich Neuwahlen stattgefunden haben, rechnet Steinmeier damit, dass es nicht einfach werden könnte, eine Koalition zu bilden. Schon einmal, 2017, musste er einschreiten, als die Verhandlungen zur Jamaika Koalition geplatzt waren, und sich so recht keine Regierungspartner finden wollten, weil die SPD keine Lust auf eine weitere große Koalition hatte. Steinmeier: "Ich kann nicht ausschließen, dass wir in ähnlich schwierige Entscheidungen auch wieder kommen". Eine zeitliche Befristung für Koalitionsverhandlungen schließt er im ARD Interview der Woche jedoch aus: "Ich hoffe, dass wir der Tradition früherer Wahlen und Regierungsbildungen folgen und in vertretbaren Zeiträumen eine stabile Regierung zustande bekommen."
    25 min
  • Gesündere Weihnachtsplätzchen: So geht´s!
    Zimtsterne mit einer ordentlichen Zucker-Glasur, Vanillekipferl mit schön viel Butter - lecker und von vielen heiß geliebt! Aber Weihnachtsplätzchen können auch echte Kalorienbomben sein. Wie geht es gesünder und mit weniger Zucker? Das hat SWR Aktuell-Moderatorin Julia Kretschmer mit der Ernährungs-Expertin Anna Dandekar besprochen. Wie wäre es zum Beispiel, Zucker durch Kokosblütenzucker, Honig oder Ahornsirup zu ersetzen? "Das ist nur zu einem kleinen Teil gesünder - und kaum kalorienärmer", sagt Dandekar. "Ich würde empfehlen, Rohrohrzucker zu nehmen, da sind immerhin ein paar Mineralien drin. Und dann die im Rezept empfohlene Zuckermenge halbieren - das schmeckt dann trotzdem noch süß".
    Hören Sie im Gespräch außerdem, welche besseren Alternativen es zu Mehl und Butter gibt. Und: Die Ernährungsexpertin hat der Moderatorin ein gesundes Plätzchenrezept mitgebracht...
    4 min
  • Pro Bahn: Spürbare Verbesserungen bei Pünktlichkeit im Fernverkehr ab 2030
    Die Freigabe der sanierten Riedbahn-Strecke zwischen Frankfurt und Mannheim wird nach Ansicht des Fahrgastverbands Pro Bahn erste positive Auswirkungen auf die Pünktlichkeit des bundesweiten Fernverkehrs haben: "Verspätungen entstehen jetzt auf der Riedbahn nicht mehr. Allerdings - ein Zug, der schon verspätet auf der Riedbahn ankommt, bleibt verspätet", so der Pro Bahn-Bundesvorsitzende, Detlef Neuß, in SWR Aktuell. Mit wirklich spürbaren Verbesserungen rechnet der Fahrgastverband erst ab dem Jahr 2030.
    Man muss erstmal das ganze Netz auf Vordermann bringen. Die Riedbahn war die erste Korridorsanierung – es folgen noch einige andere und dann bleiben immer noch genug Streckenabschnitte übrig, auf denen es durch die marode Infrastruktur zu Verspätungen kommen kann. Insgesamt wird sich das sicherlich noch nicht gravierend ändern", so Neuß.

    Quelle: Detlef Neuß, Bundesvorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn

    Der rund 70 Kilometer lange Abschnitt der Riedbahn-Strecke wird in der Nacht von Samstag auf Sonntag wieder in Betrieb genommen. Die Streckensanierung galt als das größte Projekt der Deutschen Bahn seit Jahrzehnten. Weil Gleise, Weichen und Stellwerkstechnik marode waren, kam es fast täglich zu Verspätungen und Ausfällen.
    "Das hat mal funktioniert"
    Die Generalsanierung bewertet der Pro Bahn-Bundesvorsitzende insgesamt als Erfolg. Dass zwei S-Bahnlinien und zwei Regionalbahnen noch nicht fahren können, sei bedauerlich. Das werde bis Mitte Januar auch behoben sein. "Man ist punktgenau mit den Bauarbeiten fertig geworden. Man muss wirklich sagen: Das hat mal funktioniert", sagte Neuß im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Herrler.
    7 min
  • Umsturz in Syrien: "Ich war sprachlos und meine Tränen begannen zu fließen"
    Am vergangenen Wochenende wurde der Diktator Baschar al-Assad in Syrien gestürzt. Wie haben Syrer in Deutschland das erlebt? Amir ist seit neun Jahren hier, er hat sich mit seiner Familie ein neues Leben in Stuttgart aufgebaut. Amir ist Sozialarbeiter bei der Arbeiterwohlfahrt und betreut syrische Jugendliche.
    Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Moritz Braun schildert er den Moment, als er vom Sturz des Assad-Regimes erfuhr: "Ich war sprachlos und meine Tränen begannen unbewusst zu fließen - es waren Freudentränen. Jeder Tag zählte, an dem wir auf Frieden gewartet haben". Im Gespräch geht es auch um die Frage, ob Amir mit seiner Familie nach Syrien zurückkehren wird oder nicht - und wie schwer diese Entscheidung ist.
    11 min
  • Überteuerte Lebensmittel: Was Verbraucherschützer fordern
    Die immer weiter steigenden Lebensmittelpreise können so manchem die Lust an einem üppigen Weihnachtsessen vermiesen. Der Klassiker Gans ist spürbar teurer als früher - 16 bis 19 Euro das Kilo, vor drei Jahren waren das noch gut 14 Euro. Butter ist fast 40 Prozent teurer als noch im letzten Jahr. Das macht sich natürlich beim Plätzchenbacken bemerkbar.
    Heike Silber von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg schildert im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Herrler einige Gründe: "Die Milchviehhaltung ist zurückgegangen, die Ansprüche an die Tierhaltung sind gestiegen, die Energiepreise ebenfalls. Bei anderen Produkten gibt es saisonale Ernteausfälle, zum Beispiel bei den Zuckerrüben. Das hat natürlich Folgen für den Zuckerpreis". Da helfe beim Einkaufen nur eines: Preise vergleichen. Denn diese seien nicht unbedingt transparent. Es stelle sich schon die Frage: "Sind Lebensmittelpreise teilweise Mondpreise?"
    Hören Sie im Audio außerdem, worauf Sie beim Kauf einer Gans in diesem Jahr besonders achten sollten. Und was die Verbraucherzentrale fordert, um mehr Transparenz bei den Lebensmittelpreisen zu erreichen.
    5 min
  • Spenden-Galas: Warum es für Politiker da nichts zu gewinnen gibt
    Damit Parteien einen Wahlkampf finanzieren können, sind sie auf Spenden angewiesen - ob kleine Einzelspenden von Privatleuten oder hunderttausende Euro von großen Unternehmen. Am vergangenen Wochenende wurden einige deutsche Politiker aber selbst zu Spendern. Bei einer Gala im ZDF, der Hilfsaktion "Ein Herz für Kinder" der Bild-Zeitung, haben unter anderem Friedrich Merz (CDU) und Lars Klingbeil (SPD) vor laufender Kamera Geld für einen guten Zweck zugesagt. Offenbar etwas wenig - denn seitdem wird vor allem auf Social Media heftig diskutiert, ob die beiden zu knausrig waren.
    Wie sinnvoll ist es, wenn Politiker im Wahlkampf als Spender auftreten? Der Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider würde Politikern eher abraten, sich überhaupt in eine Spenden-Gala zu setzen: In SWR Aktuell sagte er:
    Die Landschaft ist ganz schön vermint. Man kann sich da mehr Schwierigkeiten einhandeln als Pluspunkte sammeln, weil dann natürlich gefragt wird: Ist das angemessen, was jemand gespendet hat oder hätte es auch ein bisschen mehr sein dürfen? Egal, wie sich Politiker verhalten, sie können es eigentlich nur falsch machen. Wenn sie nicht hingehen, wird das wahrscheinlich auch kritisiert. Gewinnen können Politikerinnen und Politiker da nicht viel.

    Quelle: Frank Brettschneider, Professor für Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim

    Weshalb Politiker dennoch bei Spenden-Galas mitmachen, darüber hat SWR Aktuell-Moderator Andreas Herrler mit Frank Brettschneider gesprochen.
    7 min
  • "Rückführungs-Diskussion über syrische Flüchtlinge hilft nicht weiter"
    Der Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises, in dem sich eine Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Rheinland-Pfalz befindet, Volker Boch, teilt die Forderung, nicht vorschnell über die Zukunft syrischer Geflüchteter in Deutschland zu entscheiden: "Im Moment wissen wir überhaupt nicht, was in Syrien konkret passiert. Viele Menschen, die bei uns im Kreis leben, sind vor allen Dingen damit befasst, zu klären, wie es zu Hause aussieht", sagte Boch in SWR Aktuell.
    Geflüchtete sind wertvolle Fachkräfte
    Viele seien "angekommen und haben in unserer Region eine neue Heimat gefunden" - einige seien auch eingebürgert worden und seien wertvolle Fachkräfte. Die Schwierigkeit sei: Einerseits fühlten sich Städte und Landkreise überlastet durch die Zuwanderung von Geflüchteten - auf der anderen Seite habe man einen riesigen Fachkräftemangel. "Wir werden eine Balance finden müssen, wie wir es hinbekommen können, Menschen sprachlich und fachlich so zu qualifizieren, dass ihre Berufsanerkennung erfolgen kann und dass wir sie in den Arbeitsmarkt integrieren können. Das ist unsere große Aufgabe in den kommenden Jahren, unabhängig von der Diskussion, wen wir aufnehmen, und ob wir aufnehmen können." Wenn Integration gelinge, sei das eine gute Entwicklung.
    Diskussion sehr stark von Stimmung geprägt
    Ob die Rückkehr einer größeren Zahl von Menschen nach Syrien daher tatsächlich eine Entlastung für Kommunen vor Ort bringen könne, sei derzeit vollkommen unklar, sagt der Landrat. "Ich glaube, die Diskussion, die wir gerade führen, ist sehr stark von Stimmung geprägt und das hilft uns im Moment nicht so sehr weiter", so Volker Boch im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Herrler.
    6 min

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