SWR Aktuell Im Gespräch

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SWR Aktuell Im Gespräch episodes

  • Jahreskongress der Schulpsychologen: "Spüren Conora-Nachwirkungen jeden Tag"
    Schulfrust, Ärger über kaputt gegangene Freundschaften, behandlungsbedürftige Depressionen: Das sind einige der Emotionen, die viele junge Menschen wegen Corona in den letzten Jahren viel durchmachen mussten. Wie können Schulpsychologinnen und Schulpsychologen da helfen? Das ist eines der Themen des Berufsverbandes, der gerade seinen Jahreskongress veranstaltet. "Wir spüren die Nachwirkungen der Pandemie jeden Tag bei den Schülerinnen und Schülern", erklärt Andrea Spies, Vorsitzende der Sektion Schulpsychologie. Auch vor der Pandemie habe es psychische Belastungen gegeben. "Aber durch die Pandemie sind diese noch größer geworden, weil viele soziale Erfahrungen nicht gemacht wurden", sagt Spies. Warum Deutschland im weltweiten Vergleich beim Thema Schulpsychologie noch einiges nachzuholen hat, erklärt Spies im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Simon Dörr.
    6 min
  • "Deutsche Waldtage" starten: Wie geht es den Wäldern gerade?
    Heute beginnen die "Deutschen Waldtage", initiiert vom Bundeslandwirtschaftsministerium. Bundesweit bieten zum Beispiel Forstämter Exkursionen an. Dabei geht es auch um den Zustand des Waldes, der unter dem Klimawandel extrem leidet. Durch den Regen der vergangenen Monate geht es dem Wald zurzeit zwar sehr viel besser, sagt Peter Laufmann, Forstwissenschaftler und Buchautor. "Aber man muss sich immer vor Augen halten: Das ist nur eine Momentaufnahme. Und so heftig, wie die Trockenheit davor war, verschafft der Regen der letzten Monate dem Wald eigentlich nur eine Atempause", so Laufmann im SWR. Das könne auf lange Sicht nicht wettmachen, was an Schäden aufgekommen sei. "Grundsätzlich sind alle Wälder betroffen, egal ob Fichte- und oder Buchenwald", erklärt Laufmann. Welche Strategien die Forstwissenschaft beim Thema Klimawandel für die Zukunft hat, erläutert Laufmann im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Laura Koppenhöfer.
    7 min
  • DIW zu maroden Brücken: Wissings Milliarden reichen nicht aus
    Nach dem Brückeneinsturz in Dresden hat der Deutsche Städte- und Gemeindebund eine "Investitionsoffensive Infrastruktur" gefordert, der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie pocht darauf, der Sanierung von Brücken in Deutschland "oberste Priorität" einzuräumen. Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) hat in der Haushaltsdebatte im Bundestag darauf hingewiesen, dass 2025 mehr als neun Milliarden Euro für Investitionen in Bundesfernstraßen und Brücken bereitstünden. Nach Ansicht von Martin Gornig, Forschungsdirektor für Industriepolitik beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin, reicht das nicht aus.
    In SWR Aktuell sagte Gornig, in den vergangenen Jahren sei wenig in die Infrastruktur investiert worden. Deshalb müsse man jetzt - neben den laufenden Kosten- nachholen, was man in den vergangenen Jahren versäumt habe: "Was wir jetzt brauchen, ist ein Fahrplan - wir müssen uns nicht nur überbieten in den Zahlen von Milliarden, die benötigt werden, sondern Konzepte entwickeln, wie wir die Milliarden auch wirklich verfügbar machen können."
    Welche Möglichkeiten er sieht, Geld für Investitionen in Straßen und Brücken in Zeiten klammer Haushaltskassen freizumachen, darüber hat SWR Aktuell-Moderator Bernhard Seiler mit Gornig gesprochen.
    6 min
  • "Mehr Sensibilität im Umgang mit Terroropfern"
    Pascal Kober wirkt nicht wie ein typischer Politiker – schon gar nicht wie ein typischer Bundestagsabgeordneter im schlagzeilenfreudigen Berlin: Er tritt zurückhaltend auf, spricht leise, bedacht und nimmt sich Zeit. Vielleicht waren genau das die Gründe, warum die Bundesregierung den FDP-Abgeordneten aus Reutlingen 2022 zum Bundesopferbeauftragten ernannte.
    Seither kümmert sich der 53-Jährige um die Betroffenen von Terroranschlägen: unmittelbare Opfer, Tatzeugen, Ersthelfer und Angehörige – auch nach dem Attentat von Solingen Ende August. "Die entscheidende Frage für meine Arbeit ist immer: Hat die Gewalttat ein politisches Motiv?" Diese Annahme habe sich am Tag nach der Tat in Solingen konkretisiert. "Als klar war, der Generalbundesanwalt übernimmt die Ermittlungen, habe ich entschieden, ich fahre sofort hin, ich bin zuständig."
    Viele wissen nicht, welche Hilfe es gibt
    Erste psychologische Hilfe bieten die Notfallseesorge und die Opferbetreuung der Polizei. Kober und sein neunköpfiges Team sind hingegen auch langfristig direkte Ansprechpartner und die Stelle, bei der die Fäden zusammenlaufen: "Wir haben ein psychosoziales Hilfetelefon angeboten. Da können wir vonseiten des Bundes 50 Leitungen, 24/7 für einen unbegrenzten Zeitraum bereitstellen mit professionellen Helfern, die die Nöte und Sorgen der Menschen aufnehmen." Es gehe auch darum, die Betroffenen zu informieren: "Oft wissen die Menschen nicht, welche Möglichkeiten es gibt und häufig wissen auch die Hilfssysteme wie die Unfallkassen nicht, wer betroffen ist."
    Beim Umgang mit den Betroffenen sieht Kober noch Luft nach oben, gerade wenn es um Würde und Empathie geht. „Wir reden hier von Menschen, die vielfach schwer traumatisiert sind." Betroffenen würden gleichzeitig zu Personen der Zeitgeschichte, stünden damit in der Öffentlichkeit und im Interesse der Medien. Kober fordert: "Da muss man besondere Sensibilisierung an den Tag legen, wenn man mit den Betroffenen umgeht. Da ist noch einiges verbesserungswürdig."
    "Nüchternheit des bürokratischen Prozesses führt zur Retraumatisierung"
    Als Beispiel nennt Kober die aufwendigen Begutachtungen, in denen Menschen darlegen müssen, inwiefern sie betroffen sind, um überhaupt Hilfe zu erhalten. "Viele Betroffene empfinden es nicht immer als würdigend und empathisch, wenn sie das Gefühl haben, es wird infragestellt, dass es ihnen schlecht gehen könnte (...). Die Nüchternheit des bürokratischen Prozesses führt dann zu einer Entfremdung, zu einer Retraumatisierung und Entmutigung. Da würde ich mir wünschen, dass es mehr Sensibilität auf allen Seiten gibt."
    Auch die laufende öffentliche Debatte, die seit Woche anhält, ist nicht für alle Betroffenen leicht auszuhalten. Zwar gibt es Menschen, denen die Diskussion über politische Konsequenzen guttut. "Manchen ist es eine Hilfe, dass der Staat jetzt handelt, mit Blick darauf, dass vielleicht so eine Tat möglichst nicht mehr geschieht", so Kober. Andre betrachteten die Diskussion aber sehr kritisch, wollten nicht, dass dadurch Menschen mit Migrationshintergrund unter Verdacht gestellt werden.
    Traumatisierung ist heimtückisch
    Kober selbst bringt für sein Amt Erfahrung mit: Der frühere Pfarrer hat bereits als Militärseelsorger gearbeitet und hat Soldaten bei ihrem Einsatz in Mali begleitet. Dadurch, erzählt er, habe er Erfahrung mit traumatisierten Menschen. "Traumatisierung ist heimtückisch. Symptome können mitunter erst Jahre später auftreten und zerstörerisch wirken."
    Neben seinem Amt als Opferbeauftragter der Bundesregierung sitzt Pascal Kober für die FDP im Bundestag, kümmert sich um sozialpolitische Themen. Dass er als gläubiger Christ ausgerechnet in die FDP eingetreten ist, erklärt er mit seinem Menschenbild. Im evangelischen Christentum gehe es um die Wertschätzung des einzelnen Menschen. Der Einzelne habe einen Wert, nicht nur die Gesellschaft als Ganzes. Da sei auch die Philosophie des Liberalismus.
    Bei konkreten politischen Themen der FDP stößt Kobers Glaube aber an Grenzen: Abtreibung, Eizellenspende oder Adoptionsrecht. "Ich bin in einzelnen Fragen durchaus anderer Meinung als die Mehrheit meiner Partei", erzählt Kober offen. Er hält das aber für kein großes Problem: "Was wir alle mal wieder lernen müssen in unserer Gesellschaft ist, dass es auch andere Meinungen gibt und dass wir den Streit durch Mehrheitsentscheidungen entscheiden und dann auch akzeptieren müssen." Für Kober steht fest: "Ich lebe ganz gut in einer Partei, in der die Mehrheitsmeinung eine andere ist."
    "Es gibt ein Leben nach der Politik"
    Dass seine Partei in Umfragen gerade unter der Fünf-Prozent-Hürde dümpelt, besorgt den Abgeordneten aus Reutlingen nicht. "Eine Eigenschaft unserer Wähler ist, dass sie sich relativ spät zu uns bekennen." Und falls es doch nicht klappt, hat er ein Rückkehrrecht zu seinem alten Arbeitgeber, der evangelischen Kirche. "Es gibt ein Leben nach der Politik und darauf freue ich mich auch. Wobei ich im Moment sehr gerne Politiker bin und als Politiker auch sehr gerne Bundesopferbeauftragter."
    25 min
  • Wetter-Umschwung: Wie wird das Wetter bei uns?
    Es kommt einem vor, als hätte jemand am Wetter-Schalter von Sommer auf Herbst gedreht - und vielleicht sogar etwas zu weit in Richtung Winter: In hohen Lagen gibt es viel Schnee. Außerdem droht im Osten und Süden sehr viel Regen und damit Hochwasser.
    "Dass es Mitte September in den Alpen mal schneit, ist nicht ganz ungewöhnlich, aber das Ausmaß ist schon sehr extrem", sagt Tim Staeger, Meteorologe beim ARD-Wetterkompetenzzentrum: "In den nächsten Tagen kommen in Lagen oberhalb von 2.000 Metern verbreitet ein bis 1,50 Meter Neuschnee zusammen - das ist bemerkenswert."
    Wie sich das auf unser Wetter im Südwesten in den nächsten Tagen auswirkt, darüber hat SWR Aktuell-Moderator Bernhard Seiler mit Tim Staeger gesprochen.
    5 min
  • ADAC-Raststätten-Test: "Mal Schnitzel für 10,99 Euro, mal für 19,99 Euro"
    Wer auf der Fahrt in den Urlaub mal an einer Raststätte gehalten hat, der weiß: da könnte es oft besser aussehen. Der ADAC hat diesen Sommer wieder die Raststätten in Deutschland getestet und zu den besten gehört die Raststätte "Sindelfinger Wald" im Kreis Böblingen. Was machen diese Raststätten besser als andere? "Sie haben gute Sanitäranlagen, ein vielfältiges gastronomisches Angebot und auch Picknickmöglichkeiten und Spielplätze im Außenbereich", sagt Melanie Mikulla, Sprecherin von ADAC Deutschland, im SWR. Für den ersten Platz hat es beim "Sindelfinger Wald" dagegen nicht gereicht, weil es zum Beispiel für E-Autos keine Schnellladesäulen gab. Abzüge gab es bei vielen anderen Raststätten im Test aber für die Preise. "Die Differenz ist sehr groß: man bekommt zum Beispiel in machen Raststätten ein Schnitzel für 10,99 Euro, in anderen für 19,99 Euro - da würden wir uns einfach mehr Einheitlichkeit wünschen", sagt Mikulla. Warum es dagegen für fast alle Sanitäranlagen Lob gibt, erklärt die ADAC-Sprecherin im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Simon Dörr.
    6 min
  • Sicherheitskonferenz in China: Welche Bedeutung hat sie für den Westen?
    In Chinas Hauptstadt Peking läuft gerade das "Xiangshan"-Forum – ein internationaler Sicherheitsdialog mit Militärvertretern, Diplomaten und Experten aus mehr als 100 Ländern. Für Bernhard Bartsch, Bereichsleiter für Außenbeziehungen beim Mercator Institut für China-Studien (MERICS), ist besonders auffällig: "Die Konferenz ist auf chinesischer Seite sehr hochrangig besetzt, der chinesische Verteidigungsminister ist der Gastgeber. Befreundete Nationen Chinas haben ähnlich hochrangige Vertreter geschickt. Das sieht bei den westlichen Staaten, die teilnehmen, ganz anders aus." Das zeige zum einen, dass die Konferenz noch nicht den Rang anderer internationaler Konferenz für den Westen habe. "Zum anderen will man den chinesischen Narrativen auch nicht die Bedeutung geben, die China dafür einfordern will", so Bartsch im SWR. Warum die Konferenz in Peking für den Westen trotzdem wichtig ist, erklärt Bartsch im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Laura Koppenhöfer.
    6 min
  • Taylor-Swift-Forscherin: Kann die Sängerin den US-Wahlkampf beeinflussen?
    Sie gilt als Superstar und eine der weltweit einflussreichsten Frauen: Taylor Swift. Doch wie groß ist ihr Einfluss, wenn es um die Präsidentschaftswahl in den USA geht? Unmittelbar nach dem Ende des TV-Duells zwischen den beiden Kandidaten hat sie sich für die Demokratin Kamala Harris ausgesprochen. Die Musikwissenschaftlerin und Taylor-Swift-Forscherin Svenja Reiner sagte in SWR Aktuell, danach habe es zumindest einen messbaren Effekt bei Google-Suchanfragen gegeben, der mit Taylor Swifts Äußerungen zusammenhängen könnte. Eine Statsitik zeige, dass an zwei Momenten in der Debatte viele Leute bei Google gesucht hätten, wie man sich zur Wahl registriere. Einmal als Trump den Sturm auf das Kapitol in Wahsington am 6. Januar 2021 verharmlost habe. Und zu dem Zeitpunkt, als Taylor Swift dazu aufgerufen habe, sich als Neu-Wähler zu registrieren, so Reiner.
    Dennoch sei es schwierig zu sagen, wie groß der Einfluss von Taylor Swift auf die US-Wahl sei. Warum das so ist und weshalb sich Taylor Swift vermutlich gerade jetzt zu Wort gemeldet hat, darüber hat SWR Moderator Bernhard Seiler mit Musikwissenschaftlerin Svenja Reiner gesprochen.
    4 min
  • Lötzsch (Linke): Bund tut zu wenig für Katastrophenschutz
    Die für den Bevölkerungsschutz zuständigen Bundesländer hatten bereits vor zwei Jahren zehn Milliarden Euro mehr gefordert - fünf große Hilfsorganisationen haben sich anlässlich des bundesweiten Warntages angeschlossen, unter anderem der Arbeiter-Samariter-Bund und das Rote Kreuz.
    "Fürchterlich, dass bei Freiwilligendiensten gekürzt wird"
    Zwar seien die Länder für den Bevölkerungsschutz zuständig, allerdings brauche es eine gemeinsame Koordinierung und eine gemeinsame Anstrengung, forderte Lötzsch. "Die Menschen, die den Bevölkerungsschutz gewährleisten, arbeiten nur zu einem kleinen Teil hauptamtlich. Wir sind auf das Ehrenamt angewiesen. Und da ist es ganz fürchterlich, dass gerade bei den Freiwilligendiensten gekürzt wird und wir dadurch weniger Plätze für engagierte Menschen haben." Zudem müssten Menschen im Ehrenamt so abgesichert sein, "dass es ordentlich mit ihrem Arbeitgeber geregelt ist, was passiert, wenn sie für die Tätigkeit freigestellt werden müssen."
    Angriffe auf Einsatzkräfte nicht hinnehmbar
    Man brauche auch in der Bevölkerung eine Diskussion darüber, wie Helferinnen und Helfer geachtet würden: "Es ist überhaupt nicht hinnehmbar, dass beispielsweise Rettungskräfte und Feuerwehrleute im Einsatz angegriffen werden." Außerdem seien viele Einsatzahrzeuge veraltet oder funktionierten nicht, so die Linken-Politikerin im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Bernhard Seiler.
    6 min
  • Tag der Wohnungslosen: Wie kann man speziell jungen Menschen helfen?
    Bis 2030 soll niemand mehr in Deutschland ohne feste Unterkunft leben müssen - das ist das erklärte Ziel der Bundesregierung. Doch die Bemühungen der Politik stecken noch in den Kinderschuhen, findet Sonja Hagenmayer in SWR Aktuell. Sie ist Bereichsleiterin der "Ambulanten Hilfe für junge Erwachsene" der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart. Gerade auch junge Menschen seien von Wohnungslosigkeit betroffen, Stichwort: bezahlbarer Wohnraum. Das durchschnittliche Auszugsalter für junge Menschen sei etwa 25 Jahre. "Die Entwicklung hat sich schon durchgehend in dieser Altersphase nach hinten gezogen und auch aus finanziellen Gründen verbleiben junge Erwachsene einfach länger im Elternhaus", so Hagenmayer. Für manche junge Erwachsene sei das aber nicht möglich - zum Beispiel wenn sie aus schwierigen familiären Verhältnissen kommen. Wie sich die Betroffenen fühlen und warum es für junge Menschen in dieser Lage schwierig sein kann, einen Job zu finden, darüber hat SWR Aktuell Moderator Gerald Pinkenburg mit Hagenmayer gesprochen.
    5 min

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