SWR Aktuell Im Gespräch

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SWR Aktuell Im Gespräch episodes

  • Brückenforscher: Wie einsturzgefährdet sind die Brücken in Deutschland?
    Nachdem in Dresden die Carolabrücke teilweise eingestürzt ist, stellt sich die Frage: Wie ist es um die Brücken im Land bestellt? Viele wurden nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaut und sind möglicherweise für den heutigen Verkehr nicht ausgelegt. In diese Richtung gehen auch die Vermutungen von Brückenforscher Torsten Leutbecher. Der Professor für Massivbau an der Universität Siegen gibt im Gespräch mit SWR Aktuell aber Entwarnung: "Man kann daraus nicht ableiten, dass regelmäßig Einstürze damit verbunden sind. Denn wir haben parallel ja auch ein System der Bauwerksüberwachung". Veränderungen wie Risse würden bei regelmäßigen Checks frühzeitig entdeckt, sodass ein Einsturz wie in Dresden vermieden werden könne. Wie solche Prüfungen aussehen und wie sicher sie sind – auch im Hinblick auf Sparmaßnahmen aus der Politik – darüber hat SWR Aktuell Moderator Gerald Pinkenburg mit dem Brückenforscher Leutbecher gesprochen.
    7 min
  • Nach erstem TV-Duell Harris-Trump: "Auswirkungen auf Wahl eher gering"
    In der vergangenen Nacht war es so weit: Das erste TV-Duell der US-Präsidentschaftskandidaten Kamala Harris und Donald Trump. Laut Umfragen waren über 60 Prozent der Zuschauerinnen und Zuschauer mehr von der demokratischen Kandidatin Harris überzeugt. Aber: Welchen Einfluss haben solche Fernseh-Duelle tatsächlich auf die Wahl? Rachel Tausendfreund, USA-Expertin bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, meint, die Auswirkungen sind normalerweise eher gering. Aber: "Wir haben bei Joe Biden Anfang des Sommers gesehen, wenn etwas total schief läuft, dann kann es schon eine große Auswirkung haben", so Tausendfreund im SWR. Gestern hätten dagegen beide Kandidaten geliefert, was erwartet wurde. "Hier werden die Auswirkungen deshalb wirklich begrenzt sein", erklärt Tausendfreund. Was Trump und Harris aus dem Duell für den weiteren Wahlkampf lernen können, bespricht die USA-Expertin Tausendfreund mit SWR Aktuell-Moderatorin Laura Koppenhöfer.
    6 min
  • US-TV-Duell: Kommunikationsberater sieht Punktsieg für Harris
    In SWR Aktuell sagte er: "Trump ist Harris an zwei Stellen etwas in die Falle gegangen: Einmal, als Harris aufgerufen hatte, die Wahlkampfveranstaltungen von Trump zu besuchen, da man dort sehen könnte, dass Trump nur über sich selber reden würde und deshalb viele Besucher früher wieder Heim gehen würden. Das hat Trump sichtbar geärgert."
    Ein anderes Mal, als Trump sein Gerücht wiederholt hatte, dass Migranten Haustiere von der Straße fangen und essen würden. "An dieser Stelle lachte Harris laut - und nahm dies als Vorlage, um über Trumps Unfähigkeit zu reden, dieses Amt überhaupt auszuführen. Das waren richtig empfindliche Treffer. Man hat gemerkt, Trump ist jetzt sauer", so der Kommunikationsberater.
    Harris handwerklich auch ihren Vorgängern überlegen
    Harris sei handwerklich ihren Vorgängern Clinton und Biden weit überlegen gewesen: "Man konnte es auch daran sehen, dass sie genau wusste, wann sie Pausen setzt, wann sie langsamer redet und wann sie einfache Aussagen wiederholt", so Modler. - Auch über die Körpersprache der beiden Kandidaten beim TV-Duell, hat SWR Aktuell-Moderator Bernhard Seiler mit dem Kommunikationsberater gesprochen.
    7 min
  • Tag der Suizidprävention: Wie kann man gefährdete Menschen schützen?
    Jedes Jahr nehmen sich in Deutschland etwa rund 10.000 Menschen das Leben - diese Zahl hat das Statistische Bundesamt zum heutigen Welttag der Suizidprävention veröffentlicht. Das sind mehr Todesfälle als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten und illegale Drogen. "Die Zahlen sind viel zu hoch", sagt Karin Gollan, Leiterin der Malteser Fachstelle Ethik, im SWR. Besonders gefährdet seien Menschen über 65 Jahren. Außerdem sei das Suizidrisiko von Männern im Vergleich zu Frauen deutlich höher. "Gründe dafür sind, dass Männer zum Beispiel unter einem stärkeren gesellschaftlichen Erwartungsdruck stehen, weniger bereit sind, Hilfe zu suchen, auch seltener sich Hilfe suchen, wenn sie psychische Erkrankungen haben", so Gollan. Aber auch junge Menschen sind betroffen, zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamts. Was die Gründe hierfür sind und welche Alarmzeichen es für das Umfeld von Suizidgefährdeten gibt, darüber hat SWR Aktuell Moderator Gerald Pinkenburg mit Karin Gollan gesprochen.
    6 min
  • Verkehrssicherheitstage: Sollten Senioren ihre Fahrtauglichkeit testen lassen müssen?
    Immer wieder passiert es: Gas und Bremse verwechselt oder die Geschwindigkeit falsch eingeschätzt. Senioren verursachen aus solchen Gründen teils schwere Unfälle. Im Zollernalbkreis gab es im vergangenen Jahr 20 Prozent mehr solcher Unfälle verglichen mit dem Vorjahr. Deshalb bietet der Landkreis regelmäßig "Verkehrssicherheitstage für ältere Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer" an, auch diese Woche finden sie wieder statt. Darüber hat SWR Aktuell Moderator Gerald Pinkenburg mit Sophie Schweizer vom Arbeitskreis "Gib Acht im Verkehr" gesprochen.
    SWR Aktuell: Wie viele Seniorinnen und Senioren haben sich denn bei Ihnen angemeldet? 
    Sophie Schweizer: In den drei Tagen, die wir anbieten, haben sich insgesamt ca. 50 Seniorinnen und Senioren angemeldet. Wir haben immer einen Teilnehmerkreis zwischen 15 bis 18. Mehr geht von der Menge her nicht, aber dann bieten wir zusätzliche Tage an. Je höher die Anfrage, umso mehr Tage bieten wir an.
    SWR Aktuell: Und welche Tests werden dort mit den Seniorinnen und Senioren gemacht?
    Schweizer: Es gibt die Möglichkeit, einen Sehtest oder einen Hörtest zu machen. Dann gibt es die Möglichkeit, Geschwindigkeitstests zu machen, eine Vollbremsung zu machen, rückwärts zu fahren. Und morgens bieten wir an, dass wir über die Neuerungen im Straßenverkehr aufklären. Ein Anwalt und ein Arzt sind da, die medizinische und juristische Fachinformationen geben. Und am Nachmittag kommt auch das Rote Kreuz und macht einen kleinen Erste-Hilfe-Kurs zur Auffrischung. Denn bei den meisten ist der Erste-Hilfe-Kurs Jahre oder Jahrzehnte her. Den hat man einmal gemacht zum Führerschein und dann ist so eine Auffrischung immer ganz gut.
    SWR Aktuell: Jetzt kommen möglicherweise aber nur Menschen zu Ihnen, die sowieso von sich behaupten: "Ich fahre gut." Und diejenigen, die sagen: "Es könnte schon sein, dass es ein bisschen unsicher bei mir ist" - kommen die überhaupt zu Ihnen? Oder sind beide Gruppen vertreten?
    Schweizer: Bei uns sind beide Gruppen vertreten. Es sind sowohl Gruppen da, die sagen: "Ich kann das eigentlich noch recht gut." Das bestätigt sich dann manchmal auch. Aber es kommen auch welche und sagen: "Beim Einparken habe ich Probleme". Oder auch: "Es wäre doch gut, wenn ich mal wieder die Neuerungen im Straßenverkehr mitbekomme." Wir haben da ein ganz gemischtes Publikum.
    SWR Aktuell: Und was machen Sie, wenn tatsächlich bei diesen ganzen Tests herauskommt, der- oder diejenige sollte eigentlich nicht mehr fahren und den Führerschein lieber abgeben?
    Schweizer: Bei den Veranstaltungen geht es darum, dass wir die Fahrer und Fahrerinnen sensibilisieren, aber dann auf die Eigenverantwortung setzen. Zum einen haben wir keine rechtliche Handhabe und zum anderen muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er noch Autofahren kann oder nicht.
    SWR Aktuell: Das EU-Parlament hat Anfang März Vorschläge der EU-Kommission abgelehnt, dass ältere Menschen ihren Führerschein öfter als jüngere Menschen erneuern lassen und dafür medizinische Tests vorlegen müssen. Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hat das begrüßt. Automobilclubs wie zum Beispiel der ACE sehen das anders und sind dafür, dass es solche Tests geben soll. Was halten Sie denn davon?
    Schweizer: Meine persönliche Meinung ist die unseres Verkehrsministers. Denn es ist nicht jeder, der ein bestimmtes Alter hat, von der körperliche Konstitution gleich fit oder gleich unfit. Und da sollte schon auf die Eigenverantwortung der Menschen Wert gelegt werden.
    5 min
  • Autoindustrie in BW in der Krise? Hoffmeister-Kraut sieht Bund in der Pflicht
    Bundesweit protestieren heute Beschäftigte des Autozulieferers ZF Friedrichshafen gegen den geplanten Stellenabbau. Bis zu 14.000 Jobs sollen dort gestrichen. Erst vor wenigen Tagen hatte auch Volkswagen Werksschließungen und Entlassungen angekündigt. Wie steht es um die deutsche Autoindustrie, besonders im Südwesten? Die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) bezeichnet die aktuelle Situation im SWR als "herausfordernd". Der Strukturwandel in der Automobilbranche hin zu klimaneutralen Antrieben fordere Baden-Württemberg in besonderer Weise: "Umso wichtiger ist, dass der Bund jetzt die Weichen in die richtige Richtung stellt, dass er für diesen Transformationsprozess, den die Unternehmen derzeit durchlaufen, den Unternehmen mehr Spielräume, mehr Beinfreiheit gibt." Hoffmeister-Kraut forderte zum einen mehr Geld - man brauche eine Wachstumsagenda, damit wieder investiert werde. Zum anderen plädierte sie für Technologieoffenheit. Das Verbrenner-Aus sei ein Fehler gewesen. Inwiefern sie Fehler in der Vergangenheit auch bei den deutschen Automobilbauern sieht, bespricht sie mit SWR Aktuell-Moderatorin Laura Koppenhörer.
    5 min
  • Migrationsexperte: Zurückweisungen an Grenzen teils äußerst kompliziert
    Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat vorübergehende Kontrollen an allen deutschen Landgrenzen angeordnet, um die Zahl unerlaubter Einreisen stärker einzudämmen.
    Kompliziert werde es, wenn Menschen an der Grenze auf ihr Asylrecht verweisen würden - dann sei eine Zurückweisung nur mit einem aufwendigen, wochenlangen Verfahren möglich, sagt Jochen Oltmer, Professor für Neueste Geschichte und Migrationsgeschichte an der Uni Osnabrück, in SWR Aktuell.
    Unmittelbar an der Grenze kann eine solche Zurückweisung nicht erledigt werden, sondern erst später ist ein Zurückschicken gewissermaßen in die jeweiligen Nachbarstaaten möglich.

    Quelle: Jochen Oltmer, Professor für Neueste Geschichte und Migrationsgeschichte an der Uni Osnabrück

    Eine andere Möglichkeit sehe er nicht, wenn er Europarecht und Migrationsrecht der Bundesrepublik in den Blick nehme. Welche Folgen die Zurückweisungen noch haben könnten und warum Grenzkontrollen seiner Ansicht nach keine dauerhafte Lösung sein können, darüber hat Jochen Oltmer mit SWR Aktuell-Moderator Bernhard Seiler gesprochen.
    4 min
  • Bundesweite Proteste gegen Stellenabbau bei ZF: Werden Druck machen
    Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen will bis zu 14.000 Stellen streichen. Dagegen wollen heute bundesweit tausende Beschäftigte auf die Straßen gehen. Das Unternehmen begründete den Stellenabbau unter anderem mit der rückläufigen PKW-Produktion und dem Wandel zur E-Mobilität, wofür man weniger Personal benötige. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende bei ZF, Achim Dietrich, hält dies für vorgeschobene Argumente.
    In SWR Aktuell sagte Dietrich: "Die E-Mobilität hat sich verschoben, deshalb ist es dummes Zeug, sich jetzt hinter Argumenten zu verstecken, die E-Mobilität würde zu dem Arbeitsplatzabbau führen. Wir sind mittendrin, noch Getriebe für BMW, VW und andere Hersteller zu produzieren - und hier, in Friedrichshafen - für LKW-Hersteller, wie MAN und DAF. Das bedeutet, der jetzige Stellenabbau in den nächsten ein oder zwei Jahren hat mit der Elektromobilität nichts zu tun."
    Seiner Ansicht nach liegt der Grund in der Strategie des Managements:

    Es ist das alte Rezept, das wir aus Amerika kennen. Die Manager glauben, dass sie mit weniger Personalkosten die Gewinne steigern können. Das ist das Ziel - und das wird von McKinsey auch so beraten. Dort wird erklärt, dass andere Firmen mit weniger Personal gleich viel Leistung bringen. Das wird aber so nicht funktionieren. Der Stellenabbau wird nur funktionieren, wenn man auf die Leistungen des Beschäftigens auch verzichten kann – und das können wir im Moment nicht.

    Quelle: Achim Dietrich, Gesamtbetriebsratsvorsitzender ZF

    Letztes Mittel: Aufruf zum Streik
    Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende geht nicht davon aus, dass es Gespräche geben wird: "Wir werden aber den kompletten Werkzeugkasten des Betriebsrats ausnutzen, um Druck aufzubauen. Das letzte Mittel der IG Metall wäre der Aufruf zu einem Streik, zum Beispiel für einen Zukunfts- und Sozialtarifvertrag", so Dietrich. Welche Auswirkungen der Jobabbau für die ZF-Standorte und die Städte haben könnte, darüber hat SWR Aktuell-Moderator Bernhard Seiler mit Dietrich gesprochen.
    9 min
  • Paralympics: Wie schafft es der Para-Sport nicht erst wieder 2028 in L.A. sichtbar zu sein?
    Ein großer Sportsommer ist zuende gegangen: Gestern war die Abschlussfeier der Paralympischen Spiele. Nach Olympia und der Fußball-EM haben sich die Sportlerinnen und Sportler mal eine Pause verdient und sie dürften mit sehr unterschiedlichen Gefühlswelten aus diesem Sommer kommen - manche haben sich Träume erfüllt und gejubelt, andere kehren tief enttäuscht nach Hause zurück, ohne Medaille, vielleicht mit einem bitteren vierten Platz. So ging es Para-Ruderin Susanne Lackner, berichtet sie im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Simon Dörr.
    Trotzdem war sie beeindruckt von der medialen Aufmerksamkeit in Paris - nur stellt sich dann die Frage: Wie kann es in den vier Jahren bis zu den Paralympics 2028 in Los Angeles gelingen, Menschen mit ganz unterschiedlichen Formen von Behinderung auch in der Zwischenzeit zu stärken und sie als die Leistungsträger zeigen, die sie sind?
    8 min
  • Smartphone-Verbot an Schulen: Was wollen Schülerinnen und Schüler?
    Smartphones in der Schule führen immer wieder zu Diskussionen. Zum einen wird befürchtet, dass Smartphones das Lernumfeld stören und die Konzentration bei Kindern verringern, während auf der anderen Seite auf die Notwendigkeit hingewiesen wird, digitale Kompetenzen im Schulalltag zu fördern. Jetzt ist eine Übersichtsstudie im Fachjournal "Education Sciences" erschienen.
    Entstanden ist sie am Lehrstuhl für Schulpädagogik der Universität Augsburg. Sie zeigt, dass Smartphone-Verbote in Schulen einen messbaren Effekt auf das soziale Wohlbefinden und die Lernleistungen von Schülerinnen und Schülern haben. Was das konkret bedeutet, wo die Grenzen der Nützlichkeit eines solchen Verbots sind und was eigentlich Schülerinnen und Schüler wollen, das klärt SWR Aktuell-Moderator Simon Dörr im Gespräch mit Joshua Meisel vom Landesschülerbeirat Baden-Württemberg.
    4 min

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