SWR Aktuell Im Gespräch

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SWR Aktuell Im Gespräch episodes

  • Boris Palmer: "Menschen beim Klimaschutz mitnehmen"
    Dinge so erklären, dass jede und jeder sie versteht und sich auch mitgenommen fühlt - das können nicht alle, die Politik machen. Viele waren beeindruckt von dem Video, in dem Wirtschaftsminister Habeck über die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs gesprochen - und erklärt hat, warum die Bundesregierung wie reagiert.
    Auch die Klimakrise ist so ein Themenkomplex, bei dem man immer noch viel erklären muss - denn wie sich unser Handeln auswirkt, ist nicht sofort sichtbar - und Maßnahmen gegen die Klimakrise bedeuten oft auch Veränderungen, gegen die sich viele sträuben. Auch hier wären doch solchen viralen Erklär-Videos hilfreich- oder?
    Damit hat sich SWR Aktuell eine ganze Woche beschäftigt und darüber hat SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich mit Boris Palmer, Oberbürgermeister von Tübingen, gesprochen. Palmer sagt: Bei umstrittenen Themen wie "Tübingen klimaneutral bis 2030" habe er dafür sorgen wollen, dass Bürgerinnen und Bürger sich gehört und mitgenommen fühlen und daher in vielen Diskussion für Mehrheiten für dieses Vorhaben gesorgt.
    4 min
  • Vergiss das Thermometer: Darum entscheidet die Luftfeuchte, wie heiß uns ist
    Viel Frühlingsregen hatten wir dieses Jahr. Auch der Sommer ist bisher nass und oft auch grau. Das Gute daran: Die gefürchtete große Hitze hat uns bisher verschont und die Dürre der vergangenen Jahre hat sich zumindest noch nicht wiederholt. Laut dem Robert-Koch-Institut hat die Hitzewelle 2022 in Deutschland zu einer Übersterblichkeit von etwa 4.500 Menschen geführt. Im Jahr 2023 gab es in Deutschland rund 3.200 hitzebedingte Sterbefälle.
    Ist also alles eine Frage der Temperatur, gerade wenn es um ältere Menschen über 75 Jahre geht? Nicht wirklich, sagt Professor Andreas Matzerakis. Er ist Professor für Umwelt-Meteorologe an der Uni Freiburg und im Gespräch mit Stefan Eich erklärt er, warum Schwüle so fatal ist und wie die Luftfeuchte dafür sorgen kann, dass die gefühlte Temperatur um rund 10 Grad abweichen kann.
    6 min
  • Frühstücks-Quarch: Die Philosophie des Klimawandels
    Bestseller-Autor und Philosoph Christoph Quarch gibt jeden Freitagmorgen seinen "Frühstücks-Quarch" im Radioprogramm SWR Aktuell ab. Er sucht sich also jede Woche ein Thema aus, über das er nachdenkt und sich manchmal auch aufregt. Diese Woche macht er sich Gedanken zu einem Thema, das in SWR Aktuell die ganze Woche schon eine Rolle gespielt hat: der Klimawandel in seiner ganzen Komplexität.
    Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich wirft er einen philosophischen Blick auf Kälte und Regen diesen Sommer in Deutschland und die Lage am Mittelmeer mit Hitze über 35 Grad, fast nur Sonne, und auch vielen Waldbränden.
    5 min
  • KI in Deutschland: "Wir können konkurrieren"
    In Kaiserslautern ist eine der zentralen Einrichtungen für künstliche Intelligenz in Deutschland beheimatet: Das DFKI, das ist die Abkürzung für Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz. Seit heute ist daran das KI Innovations- und Qualitätszentrum angedockt - kurz IQZ. Wie dort geforscht werden soll, woher das Geld dafür kommt, und warum es wichtig ist, auch in Deutschland entwickelte Antworten auf KI-Fragen zu haben: Das hat SWR Aktuell-Moderator Albrecht Ziegler den Bundesminister für Verkehr und Digitales gefragt, Volker Wissing, FDP. Er sagt: Deutschland kann absolut konkurrieren mit international etablierten Standorten in den USA und China.
    5 min
  • Klimafreundlich reisen: Wie das gelingen kann
    Bei uns in Deutschland und speziell im Südwesten kommt der Sommer in diesem Jahr erst so allmählich in Schwung. Ganz anders sieht es im Süden Europas aus: Hitzewellen und Waldbrände werden von dort gemeldet. Und trotzdem reisen wir als Touristen weiter dorthin - obwohl sogar teilweise wegen Hitze schon ganze Attraktionen geschlossen werden oder das Wasser rationiert wird. Um diesen Gegensatz geht es in dieser Woche in unserer Klima-Hintergrundreihe. Und speziell über das Tourismus-Thema hat SWR Aktuell-Moderatorin Jenny Beyen mit Karen Wittel gesprochen. Sie ist stellvertretende Vorstandsvorsitzende von anders reisen e. V. und führt auch selbst ein Reisebüro. Sie erklärt etwa, wie es zusammenpasst, dass wir auf der einen Seite die Berichterstattung über krisenhafte Zuspitzungen beim Klima haben und Menschen auf der anderen Seite weiter in solche Krisengebiete reisen.
    5 min
  • IT-Crash: "Unternehmen brauchen Notfallpläne"
    Es fing heute Morgen an mit einem Serverausfall am Berliner Flughafen BER - dort musste der Flugbetrieb vorübergehend eingestellt werden. Auch die Flughäfen in Hamburg und Düsseldorf meldeten Störungen. Kliniken bundesweit sagten OPs ab - unter anderem das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein mit Häuserin in Kiel und Lübeck. Immer wieder war die Rede von einem IT-Crash im Zusammenhang mit Microsoft-Programmen - weltweit brachen die Systeme ein: In den Niederlanden, In Japan, in Australien und auch in Großbritannien. Felix Kulenkamp vom IT-Branchenverband Bitkom sagt im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Florian Rudolph, wie ein Schutz gegen solche IT-Probleme aussehen kann: Unternehmen brauchen Notfallpläne, müssen Systeme doppelt aufbauen und Sicherheitskopien von Daten anlegen.
    4 min
  • Olaf Scholz kann gut faul sein
    Ist Olaf Scholz ein Taschenspieler, hat er unseriös getrickst beim Haushalt? Die Antwort des Kanzlers auf diese Kritik aus der Union kommt gelassen: "Nein, weder getrickst noch unseriös getrickst". Die Spitzenpolitiker der Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP hätten 80 Stunden lang miteinander über diesen Haushalt verhandelt, was aber der Größe dieser Aufgabe angemessen sei, sagt er, "das ist ziemlich genau gestrickt".
    Trotzdem gibt es ein Loch im Haushalt, das wesentlich größer ist, als in vorhergehenden Haushalten, nämlich 17 Milliarden Euro. Wie will er das stopfen? Da wird Scholz schon etwas schwammiger, spricht von Vorschlägen, wie man die Finanzierung von Investitionen "moderner" aufstellen könne, um darüber Spielräume für Zukunftsaufgaben zu gewinnen. "Mal gucken" ist sein Fazit.
    Schuldenbremse muss modernisiert werden
    Dass ihm der Haushalt eventuell wieder vor dem Verfassungsgericht zerschossen wird, davon geht Scholz nicht aus - auch wenn die CDU davon spricht, das Ganze sei an der Kante der Verfassungsmäßigkeit.
    Insgesamt bleibt das Credo des Kanzlers hinsichtlich der vielen Investitionswünsche aus Wirtschaft und Politik: "Wir müssen mit den Möglichkeiten klarkommen, die wir haben". Dass die Schuldenbremse modernisiert werden muss, das befürwortet allerdings auch Scholz - für die Zukunft.
    Langfristig auch wieder Abrüstungsvereinbarungen
    Kann der Kanzler nachvollziehen, dass Deutsche wieder Angst vor einem Kalten Krieg haben? In naher Zukunft stehen die Zeichen eher auf Abschreckung, glaubt der Kanzler. Aber langfristig müsse es wieder Abrüstungsvereinbarungen mit Russland geben: "Alles, was wir tun, muss dazu führen, dass wir mal wieder eine Zeit haben werden, in der über Rüstungskontrolle zwischen den großen Mächten der Welt gesprochen wird", sagte Scholz. Auch wenn diese Zeit jetzt weit entfernt zu liegen scheine.
    Russland habe sich schließlich aus allen Abrüstungsvereinbarungen herausbewegt, darauf müsse auch Deutschland reagieren, betont Scholz. "Deshalb müssen wir so stark sein, dass niemand uns angreift."
    Merz‘ Vorschlag zur Bahn: "Wie eine Verhöhnung"
    Seit dieser Woche wird erstmals eine sehr wichtige Bahnstrecke gesperrt und komplett saniert. CDU-Chef Merz hatte im ARD-Sommerinterview gefordert, das Bahnangebot zu reduzieren - also weniger, dafür effektiver.
    Scholz kann das nicht nachvollziehen: "Nachdem CDU und CSU überwiegend die Verantwortung dafür haben, dass in den letzten Jahrzehnten zu wenig in die Infrastruktur der Schiene gesteckt worden ist". Das sei eigentlich wie eine Verhöhnung derjenigen, die sich über die schlechte Qualität des Bahnangebots ärgern, so Scholz.
    Scholz lobt Nagelsmann-Aussage
    Was die aktuelle Stimmung in Deutschland angeht, schließt sich der Kanzler im Interview der Woche der ARD dem Appell von Fußball-Bundestrainer Julian Nagelsmann an. Der hatte nach dem EM-Aus seines Teams festgestellt, dass Deutschland ständig in Tristesse verfalle, und sich dafür ausgesprochen, Dinge wieder öfter gemeinsam zu machen.
    "Fünf Ausrufezeichen, er hat so Recht!", sagt der Kanzler dazu. "Ich habe fast gejubelt, als ich das gehört habe. Es ist richtig, was er sagt."
    "Auch mal in die Sonne gucken"
    Nun freut sich der Bundeskanzler auf seinen Sommerurlaub. "Darauf, dass Ruhe herrscht, dass ich Sport machen kann, die Landschaft genießen und Bücher lesen kann, und ich einfach viel Zeit habe zusammen mit meiner Frau." Dabei kann Scholz auch einfach mal faul sein und Löcher in die Luft starren, das könne er ziemlich gut, erzählt er.
    "Auch wenn ich jogge, zähle ich nicht zu den Leuten, die Musik hören oder sich komplizierte Gedanken machen. Ich will auch mal eine Situation der Entspannung haben." Das gelte auch für den Urlaub, da könne man auch einfach mal "in die Sonne gucken". Und natürlich Bücher lesen - der Kanzler liest noch auf Papier.
    Scholz größter Wunsch für diesen Sommer? "Dass Russland diesen Krieg gegen die Ukraine beendet. Aber ansonsten wünsche ich mir und allen anderen, dass sie sich im Sommer einfach mal erholen."
    Das ARD Interview der Woche hat Hauptstadtkorrespondentin Evi Seibert geführt.
    26 min
  • "Two-Face": Wo Trump geläutert erscheint und wo nicht
    Zum ersten Mal seit dem Attentat auf Donald Trump hat dieser sich in einer Rede geäußert. Auf dem Parteitag der Republikaner, der ihn ganz offiziell zum Präsidentschaftskandidaten der Partei nominiert hat, hat er sich staatsmännisch gegeben. Er wolle Präsident für ganz Amerika werden, hat er gesagt. Er hat ausführlich den Mordanschlag auf ihn Revue passieren lassen und durchaus bewegend und authentisch für seine Rettung gedankt. Brandon Bohrn, Transatlantik-Experte bei der Bertelsmann-Stiftung, weist aber im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich darauf hin, dass dies nur ein Gesicht von Trump ist. Dieses Gesicht bekomme viel Aufmerksamkeit, weil die Öffentlichkeit ihn so kaum kenne, aber die Rede habe auch den altbekannten Spalter und Provokateur gezeigt.
    6 min
  • Grüne bei Wahl von der Leyens: "Wer demokratische Mehrheiten will, muss mit uns reden!"
    Die Abstimmung des EU-Parlaments ist klar: Ursula von der Leyen ist für eine weitere Amtszeit als Chefin der EU-Kommission gewählt. Allerdings war die Unterstützung durch das Parlament diesmal sehr umstritten: Ursula von der Leyen hatte lange nicht ausgeschlossen, sich auch von rechten Parteien unterstützen zu lassen. Eine der Abgeordneten, die heute mit abgestimmt hat, ist Jutta Paulus aus Kaiserslautern. Sie sitzt für die Grünen im Europäischen Parlament. Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Albrecht Ziegler sagt sie: Bei der Probe-Abstimmung in der Fraktion habe es noch knapp ausgesehen, doch die Unterstützung kam dann zustande. Das zeige auch: "Die Grünen sind bei Abstimmungen oft, wenn auch nicht immer, bei der Mehrheit dabei und wer demokratische Mehrheiten will, muss mit uns reden!"
    9 min

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