SWR Aktuell Im Gespräch

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SWR Aktuell Im Gespräch episodes

  • Welthungerhilfe: Hilfsprojekte in Gefahr mangels Geldern
    Mehr Klimawandel, mehr Hunger, mehr Konflikte. Davor warnen Welthungerhilfe und Terre des homes - und fordern von der Bundesregierung jetzt auf Kürzungen bei der Entwicklungshilfe zu verzichten.
    Heute haben die Organisationen ihren entsprechenden Lagebericht, den "Kompass 2024 - zur Wirklichkeit der deutschen Entwicklungspolitik", vorgestellt. Wie diese Wirklichkeit nach Ansicht der beiden NGOs aussieht, darüber hat SWR Aktuell-Moderator Florian Zelt mit dem Vorstandsvorsitzenden der Welthungerhilfe Deutschland, Mathias Mogge, gesprochen.
    6 min
  • Suchtexperte zu Fußball-Wetten: Spielsüchtige durch EM-Werbung getriggert

    Wer in den Strudel der Spiel- und Wettsucht gerate, kämpfe gleich mit mehreren Problemen, sagt Suchttherapeut Martin Epperlein in SWR Aktuell: "Die Betroffenen verlieren Geld und nehmen Kredite auf, um erneut spielen zu können oder um Schulden zu begleichen. Beziehungen gehen in die Brüche. Häufig erleben wir in der Beratung, dass der Arbeitsplatz gefährdet oder verloren gegangen ist. Es gibt psychische Belastungen und psychosomatischen Beschwerden - also eine ganze Reihe von Belastungen", so Epperlein. Mit dem Therapeuten vom Beratungs- und Behandlungszentrum für Suchterkrankungen bei der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart e.v. hat SWR Aktuell-Moderator Arne Wiechern gesprochen.
    SWR: Machen Sie denn die Erfahrung, dass diese intensive Werbung, die wir gerade rund um die Fußball-Europameisterschaft erleben, das Problem noch einmal verschärft?
    Martin Epperlein: Ja, gestern, in der Spieler-Therapiegruppe habe ich erlebt, dass die bereits abhängigen Spieler dadurch sehr getriggert werden. Einerseits auch empört sind über das Ausmaß der Werbung, andererseits auch erinnert werden an das, was sie nicht hingekriegt haben, nämlich davon wegzukommen. Einige haben bereits Gedanken entwickelt, wie "…vielleicht kann ich doch mal wieder einen Zehner setzen". Also das halte ich für hochbrisant.
    SWR: Ab und zu mal eine Wette abzuschließen, ist sicherlich nicht das ganz große Problem. Ab wann sollte ich denn selbst hellhörig werden?
    Epperlein: Wenn ich, das Geld, das ich verloren habe, wieder zurückgewinnen will. Wenn ich erneut spiele, obwohl ich verloren habe - oder, wenn ich etwas wie eine Geheimhaltung entwickle, dass niemand wissen darf, dass ich spielen gehe oder an mein Handy gehe.
    SWR: Ist es in Zeiten des Internets und des Smartphones auch viel einfacher oder viel leichter geworden, in so eine Spiel- oder Wettsucht hineinzugeraten?
    Epperlein: Ja, das ist richtig. Die Grenzen sind fast verloren gegangen. Ich kann ununterbrochen - sozusagen 24/7 - Wetten platzieren. Ich brauche nur ausreichend Geld. Ich kann die Anonymität verstärken. Es kriegt niemand mit - eine soziale Kontrolle findet faktisch gar nicht mehr statt.
    SWR: Wenn ich mir eingestanden habe, dass ich eine Abhängigkeit entwickelt habe. Welche Methoden gibt es, um dagegen vorzugehen?
    Epperlein: Ich würde als Betroffener das Gespräch mit einer vertrauten Person suchen, bei der ich weiß, dass sie es für sich behält - mit jemandem reden, dem gegenüber ich kein schlechtes Gewissen haben muss. Vielleicht mit einem Freund reden - und nicht gerade mit der Partnerin.
    5 min
  • Biowein: Schon lange deutlich besser als sein Ruf
    Für Ulrich Fischer, den Institutsleiter Weinbau und Oenologie am Weincampus Neustadt, ist das "ein verstaubter, alter Hut. Da hat sich sehr viel getan."
    "Die Biowinzer haben enorm viel gelernt in den letzten 20 Jahren, wie sie mit dem beschränkten Portfolio im Pflanzenschutz (…) ganz hervorragende Weine hervorbringen können."

    Quelle: Ulrich Fischer, Institutsleiter Weinbau und Oenologie am Weincampus Neustadt

    Aktuell schätzt Fischer den Anteil an Bioweinen in den Regalen auf etwa 30 Prozent. Es hänge auch von der Nachfrage ab, wie sich dieser Anteil in Zukunft entwickelt, inwieweit Kundinnen und Kunden "auch andere Aspekte als den Preis allein berücksichtigen".
    Fischer sieht die Biowinzer inzwischen zum Teil weiter als konventionelle Weinbauern, weil sie "das System Weinberg, die Rebe, die Interaktion mit der Witterung und dem Boden besser verstehen" müssten.
    Welche Rolle Bioweine inzwischen im internationalen Geschäft der Winzer spielen, erklärt Fischer im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Sebastian Felser.
    7 min
  • Reporter ohne Grenzen: Assange-Freilassung war längst überfällig
    Anja Osterhaus, die Geschäftsführerin von Reporter ohne Grenzen Deutschland war "überrascht, aber auch nicht so sehr überrascht" von der Nachricht, dass Wikileaks-Gründer Julian Assange unter Bedingungen freikommt und nach Australien ausreisen darf. Es habe bereits in der vergangenen Woche Andeutungen gegeben, die Zeitperspektive sei aber unklar gewesen. Assange habe viel zu lange ohne Verurteilung im Gefängnis gesessen, deshalb sei seine Entlassung "längst überfällig" gewesen.
    Osterhaus spricht in diesem Zusammenhang von einem wichtigen Schritt nach vorne. Erwartungsgemäß sieht sie die Bedingung, dass sich Assange in einem Anklagepunkt schuldig bekennt, kritisch. Dennoch sei die Freilassung ein Erfolg für die Pressefreiheit.
    "Es ist auch ein Sieg für die Pressefreiheit, denn bis heute war auch in einem Land wie den USA jeder, der Geheimmaterialien zu Kriegsverbrechen zugänglich gemacht hat, bedroht davon, ins Gefängnis zu kommen und ausgeliefert zu werden."

    Quelle: Anja Osterhaus, Geschäftsführerin von Reporter ohne Grenzen in Deutschland

    Wie sie den Fall Assange mit Blick auf den zukünftigen Umgang mit Whistleblowern beurteilt, erklärt Osterhaus im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Florian Zelt.
    5 min
  • "Le Pen würde alle Industrieprojekte mit Deutschland stoppen"
    Nach dem schlechten Abschneiden seiner Partei bei der Europawahl hat Präsident Emmanuel Macron noch am Wahlabend die Nationalversammlung aufgelöst und Neuwahlen verkündet. Nun liegt aber der rechtsnationalistische Rassemblement National von Marine Le Pen in Umfragen deutlich vorn. Welche Folgen es hätte, wenn die Rechten die nötige Mehrheit bei den Wahlen bekommen würden, darüber hat SWR Aktuell-Moderator Arne Wiechern mit Christophe Arend gesprochen. Der Deutsch-Franzose ist ehemaliger Abgeordneter der französischen Nationalversammlung für "Renaissance", die Partei von Macron.
    5 min
  • Diskriminierung im Job - besonders Ältere und Frauen betroffen
    Ob jemand diskriminiert werde, hänge viel von der jeweiligen Firmenkultur ab, sagt Bewerbungscoach Volker Klärchen in SWR Aktuell. "Vor allem ältere Arbeitnehmer, junge Berufseinsteiger oder Frauen, die Kinder bekommen könnten, sind betroffen." Welche Möglichkeiten Betroffene haben, um sich zu wehren und was er von der Forderung nach anonymen Bewerbungen hält, darüber hat SWR Aktuell-Moderator Arne Wiechern mit Volker Klärchen gesprochen.
    5 min
  • Woche der Medienkompetenz in RLP: Was kann man lernen?
    Unter dem Motto "Medienkompetenz vor Ort – Teilhabe für alle" findet vom 24. bis zum 30. Juni in Rheinland-Pfalz zum fünften Mal die Woche der Medienkompetenz statt. Dabei geht es unter anderem um praktische Dinge wie 'Wie stelle ich mein Smartphone richtig ein?' oder 'Woran erkenne ich Fake News?', aber nicht nur. Die Woche der Medienkompetenz richtet sich an alle, die zum Umgang mit digitalen Medien Fragen haben oder Hilfe brauchen, erklärt Marc Jan Eumann, der Direktor der Medienanstalt Rheinland-Pfalz: "Wir wollen zeigen, wie vielfältig Medienkompetenzprojekte in Rheinland-Pfalz vor Ort sind."
    Insgesamt gibt es im ganzen Land 195 Aktionen, Aktivitäten und Projekte. Die richten sich nicht nur an junge Menschen, die mit den digitalen Medien aufwachsen und den Umgang damit lernen sollen, sondern an alle Generationen.
    "Ich war heute bei einem Projekt, da geht es um eine Altenpflegeeinrichtung der Diakonie, und die haben ein Café eingerichtet. In diesem Café kann man nicht nur Kaffee trinken, sondern sich vor allem informieren, wie das ist mit Tablets und Co."

    Quelle: Marc Jan Eumann, Direktor der Medienanstalt Rheinland-Pfalz

    Warum der richtige, kompetente Umgang mit digitalen Medien eine wichtige Fähigkeit ist und welche Rolle das für eine funktionierende Demokratie spielt, erläutert Marc Jan Eumann im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Petra Waldvogel.
    6 min
  • Ifo-Präsident Fuest: "Wir brauchen ein Konzept gegen die Wachstumsschwäche"
    Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist schlecht und hat sich im Juni weiter verschlechtert. Zu diesem Ergebnis kommt das ifo-Institut in seinem Geschäftsklima-Index. Die Gründe sind für ifo-Präsident Clemens Fuest vielfältig:
    "Die Unternehmen berichten, dass ihnen einfach die Aufträge fehlen. Das ist neben anderen Schwierigkeiten, die schon länger da sind, wie Fachkräftemangel, Unsicherheit über die politische Entwicklung, Energiepreise, jetzt noch ein dominierendes Thema."

    Quelle: ifo-Präsident Clemens Fuest zur schwachen Wirtschaft in Deutschland

    Dazu kommt aus Fuests Sicht, dass "insbesondere die Investoren insbesondere wenig Vertrauen haben". Aber auch die Konsumenten halten sich zurück. Dass die steigenden Einkommen, die stärker wachsen als die Inflation, nicht zu mehr Konsum führen, ist für Fuest "überraschend".
    Es braucht mehr als nur Milliarden
    Es gibt immer wieder Forderungen, dass auch der Staat mehr investieren und zum Beispiel die Schuldenbremse aussetzen sollte. Für Fuest sind mehr Investitionen aber nur ein Teil der Lösung: "Es geht meines Erachtens nicht nur um Milliarden, sondern es geht zunächst mal um die Frage, haben wir eigentlich ein Konzept, um diese Wachstumsschwäche, die wir haben, zu überwinden?" Das sieht er bisher nicht. Die Bundesregierung versuche zwar, die Wirtschaft zu unterstützen, den Wirkungsgrad sieht Fuest aber eher kritisch. Als Beispiel nennt er das so genannte Wachstums-Chancen-Gesetz:
    "Es das war eben dann vom Volumen so gering, auch weil die Bundesländer nicht mitmachen wollten, dass das Ganze nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist."
    Wo die größten Hemmnisse für einen wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland liegen, erklärt der ifo-Präsident im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Florian Zelt.
    7 min
  • Ukrainer ohne Arbeit abschieben? Grünen-Politikerin ist fassungslos
    Wenn man sich überlege, Frauen mit ihren Kindern zurückzuschicken, müsse man auch überlegen, "was mit Kindern passiert, wenn sie tagtäglich unter Luftalarm leben und Angst haben müssen. Aus meiner Sicht gibt es dort keine sicheren Gegenden, wo man Menschen hinschicken kann."
    "Forderung macht mich fassungslos"
    Diese Forderung mache sie "schlichtweg fassungslos", so die grüne Bundestagsabgeordnete. "Die CDU/CSU wird mittlerweile von einer menschenunwürdigen Debatte über Asyl und Flucht getrieben. Fakten spielen da längst keine Rolle mehr." Was ihrer Ansicht nach für Geflüchtete aus der Ukraine getan werden müsste, um sie in Arbeit zu bringen und warum die Arbeitsvermittlung in anderen Ländern offensichtlich besser funktioniert, darüber hat SWR Aktuell-Moderator Florian Zelt mit Beate Müller-Gemmeke gesprochen.
    7 min
  • Politikwissenschaftlerin zu Scholz im Sommerinterview: "Knapp in den Aussagen, leicht genervte Attitüde"
    Ihre Einschätzung: "Die Zuschauer hätten sich gewünscht, zu sehen, dass er (beim Thema Haushalt) eine Richtlinienkompetenz ausübt, dass er etwas zu sagen hat, dass er Klarheit schafft in dem Gespräch".
    "Aussage '...da ist was los' eine der schwächsten im Interview"
    Scholz Aussage zum Stimmungshoch der AfD in den ostdeutschen Bundesländern - "im Osten ist was los" bezeichnete Ritzi als "eine der schwächsten Aussagen in diesem Interview. Damit fängt man gar nichts an. Inzwischen liegen einige Studien vor, was denn eigentlich los ist in Ostdeutschland - und das geht auch weit über das Thema Ukraine und Waffenlieferungen hinaus. Hier fand ich, war der Unwillen des Kanzlers spürbar, die Position der eigenen Partei zu verändern."
    " ...lässt einen ein bisschen schulterzuckend zurück"
    Insgesamt sei Scholz sehr gut informiert und sehr selbstbewusst aufgetreten, so das Fazit der die Politikwissenschaftlerin - "und er hat gesagt, das, was wir machen, ist richtig. Das sagte er mit Blick auf die Ukraine-Politik, das sagte er mit Blick auf die Unzufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger im Osten, das sagte er auch mit Blick auf die Wohnungsbaupolitik. Das lässt einen ein bisschen schulterzuckend zurück", so Claudia Ritzi im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Arne Wiechern.
    9 min

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