SWR Aktuell Im Gespräch

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SWR Aktuell Im Gespräch episodes

  • Reizthema statt Smalltalk: Das Wetter ist politisch geworden
    Dauerregen und Hochwasser zum meteorologischen Sommeranfang (1. Juni) in Süddeutschland haben gezeigt: Wir sind mittendrin im Klimawandel. Deshalb hätten sich auch die Gespräche über das Wetter verändert, sagt Nadja Hirsch, Geschäftsführerin des Instituts für Klimapsychologie in München, im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Herrler. Das Thema Wetter habe sich immer gut geeignet, um Kontakt aufzunehmen: "Das war komplett unverfänglich." Inzwischen habe Wetter aber eine politische Dimension bekommen.
    Wie Extremwetter Stress auslöst
    Hinzu komme, dass extreme Wetterereignisse, wie das jüngste Hochwasser in Süddeutschland, bei vielen Menschen Stress auslöse. Zur Begründung nennt die Diplompsychologin, dass man den ganzen Tag oft unbemerkt Bilder und Berichte darüber wahrnehme oder Gespräche führe. Deshalb steige der Stresslevel kontinuierlich an. "Das merkt man oft daran, dass man am Abend sehr erschöpft, einfach schlecht gelaunt oder gereizt ist." Als Gegenmaßnahme empfiehlt sie aufmerksam zu sein. Es helfe sich bewusst zu machen, wann wir mit zum Teil angsteinflößenden Informationen über Extremwetter konfrontiert würden.
    Was Arbeitgeber tun können
    Aus psychologischer Sicht sind nach Ansicht der Expertin auch die Arbeitgeber gefordert, um ihre Beschäftigten bei der mentalen Bewältigung des Klimawandels zu unterstützen. Es sei bekannt, dass gerade junge Menschen zum Teil sehr emotional auf die "Klimakrise" reagieren würden. Oft herrsche in dieser Altersgruppe sogar eine Form der "Klimaangst", was nachvollziehbar ist, da junge Menschen im Gegensatz zur älteren Generation mit allen Konsequenzen leben müssten.
    Die Diplompsychologin empfiehlt deshalb: "Wenn ich Auszubildende in meinem Betrieb habe, wäre das ein Thema, das ich aufgreifen kann." Zusätzlich könnten Unternehmen auch nachhaltige Mobilität vorantreiben und alle möglichen Maßnahmen zum Klimaschutz ergreifen. Ziel müsse es sein, "klimafreundlicher zu leben und zu arbeiten".
    6 min
  • "Rock am Ring": Kann man als Fan nachhaltig Spaß haben?
    Die Open Air-Saison ist jedes Jahr der Höhepunkt für viele Musikfans. Zehntausende besuchen die Konzerte - auch "Rock am Ring" am Nürburgring in der Eifel. In den Zeiten des Klimawandels steht die Nachhaltigkeit solcher Veranstaltungen verstärkt im Fokus. Den größten Handlungsbedarf sieht Katrin Wipper von der Changency- Agentur in Berlin bei An- und Abreise.
    Festivals müssen gut mit ÖPNV erreichbar sein
    Bis zu 90 Prozent der CO2-Emissionen würden die Besucher bei Hin- und Rückfahrt verursachen, erläutert sie im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Herrler. Deshalb müsse die Infrastruktur vorhanden sein, damit An- und Abreise mit Bussen und Bahnen möglich sei. "Das ist auch ein politisches Thema", ergänzt die Veranstaltungsexpertin. Nötig sei eine Verkehrspolitik, die nachhaltige Mobilität vorantreibe.
    Veranstalter sollen Shuttlebus-Service anbieten
    Festivalgelände, wie auch der Nürburgring in der Eifel, liegen oft in ländlichen Regionen. Ein Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs rechnet sich dort nicht. Ein Shuttle-Bus-Angebot für die Besucher sei eine gute Alternative, schlägt Katrin Wipper vor. "Das gibt es auch schon. Das Shambala Festival in England macht das. Massive Attack haben das bei ihrer Show in Bristol organisiert." Außerdem empfiehlt die Mitarbeiterin der Changency- Agentur, Fahrgemeinschaften zu organisieren. "Das ist für Fans eine schöne Gelegenheit, sich zusammenzuschließen und neue Freundschaften zu schließen."
    5 min
  • Warum kaum noch Schulen in Baden-Württemberg Schwimmunterricht anbieten
    An vielen Schulen in Baden-Württemberg kann kein Schwimmunterricht angeboten werden, weil die Lehrerinnen und Lehrer dafür fehlen. Und Besserung ist nicht in Sicht, sagt die Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Monika Stein in SWR Aktuell: "Weil wir immer noch einen großen Mangel an Lehrkräften für die Grundschulen haben. Und klar ist, dass jemand, der Schwimmunterricht erteilt, auch eine Rettungsschwimmerausbildung haben muss." Daher käme nicht "irgendeine Person aus dem Kollegium" in Frage. Weitere Probleme: Der Weg zum und vom Schwimmbad müssen wegen der Aufsichtspflicht geregelt werden und viele Kommunen haben aus Kostengründen ihre Bäder geschlossen. "Wir haben flächendeckend gar nicht genügend Schwimmbäder", sagte Monika Stein im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Fischer.
    5 min
  • Alexander Throm (CDU): Kontakt zu Taliban auch zum Abschieben nutzen
    Alexander Throm, der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, hat es im SWR als "überfällig" bezeichnet, dass die deutschen Behörden ausländische Straftäter auch nach Syrien und Afghanistan abschieben. CDU und CSU forderten das seit langer Zeit, Innenministerin Nancy Faeser von der SPD habe bislang nichts getan. Throm warf in diesem Zusammenhang Außenministerin Annalena Baerbock von den Grünen vor, fälschlicherweise zu behaupten, dass es keine Kontakte zum Taliban-Regime in Kabul gebe: "Auf eine Frage von mir hat das Außenministerium geantwortet, dass es seit zwei Jahren sogenannte technische Kontakte auf Diplomatenebene gibt - um etwa Entwicklungshilfe aber auch das Aufnahmeprogramm, das Frau Baerbock so wichtig ist, umzusetzen." Wenn es darum gehe, Menschen aus Afghanistan herauszuholen, sollte die Bundesregierung diese Kontakte auch nutzen, um nach Afghanistan abzuschieben, sagte Alexander Throm im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Laura Koppenhöfer.
    8 min
  • Bedrohte Gletscher in den Alpen: Sind neue Skipisten okay?
    Das österreichische Kaunertal in Tirol wirbt mit seiner Schneesicherheit und ist deshalb bei Skifahrern beliebt. Dort sollen neue Pisten und Liftanlagen auf zwei Gletschern unterhalb der Weißseespitze entstehen. Das gehe in eine "ganz klar falsche Richtung", kritisiert Tobias Hipp, Klima- und Naturschutzexperte beim Deutschen Alpenverein (DAV), im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Herrler.
    Wir sind nicht gegen Skitourismus. Aber der Ausbau von Skigebieten liegt uns im Magen.

    Quelle: Tobias Hipp, Deutscher Alpenverein

    Liftbetreiber und Politik würden im Kaunertal ökonomische vor ökologische Interessen stellen. In Zeiten von Klimawandel und Biodiversitätskrise sei es nicht nachvollziehbar, neue Lifte zu bauen und neue Skigebiete zu erschließen. Dadurch gingen "extrem wichtige Lebensräume für zum Teil vom Aussterben bedrohte Tierarten" verloren.
    Liftbetreiber in Tirol nutzen Schlupflöcher in der Gesetzgebung
    Die Erweiterung des bestehenden Skigebiets im Kaunertal auf den Gletscher unterhalb der Weißseespitze ist nach Aussage des DAV-Umweltexperten möglich, weil die Tiroler Gesetzgebung Schlupflöcher biete. Formal handele es sich nicht um eine Neuerschließung. Eine Genehmigung sei deshalb rechtlich möglich. "Außerdem wurden diese Flächen in einem anderen Raumplanungsprogramm von dem allgemeinen Gletscherschutz freigegeben."
    Skifahrer bei Umweltschutz in den Alpen gefordert
    Der Deutsche Alpenverein appelliert an die Touristen, bei der Auswahl von Wintersportorten auch den Umwelt- und Klimaschutz mit zu berücksichtigen. Besucher sollten deutlich machen, "dass sie gerne Skifahren, aber mit diesen Entwicklungen nicht einverstanden sind." Ziel müsse es sein, ergänzt Tobias Hipp, einen naturverträglicheren Weg im Wintersport einzuschlagen.
    6 min
  • Europawahl: Warum die Niederländer nicht am Sonntag wählen
    Etwa 13,5 Millionen Männer und Frauen in den Niederlanden machen den Auftakt zur Europawahl. Insgesamt sind 360 Millionen EU-Bürger wahlberechtigt.
    Wahlen in den Niederlanden nie am Sonntag
    In den Niederlanden wird nicht am Sonntag gewählt wie beispielsweise in Deutschland. Die Niederländer sind immer unter der Woche aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Das habe religiöse Gründe, erklärt ARD-Korrespondent Ludger Kazmierczak in Den Haag im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Herrler. "Christen, Juden und andere Gläubige wollten früher am Wochenende weder arbeiten noch wählen. Da blieb also nur ein Wochentag."
    Wahlen in den Niederlanden traditionell am Mittwoch
    Normalerweise wird in den Niederlanden am Mittwoch gewählt. Dann seien die Grundschulen, die gerne als Wahllokale genutzt werden, schon ab dem frühen Mittag geschlossen, sagt der ARD-Korrespondent. Mittwoch sei der kürzeste Schultag der Woche. Für die Kinder falle also am wenigsten Unterricht aus, wenn die Schulgebäude als Wahllokale genutzt werden. Dass die Europawahl in den Niederlanden dieses Mal an einem Donnerstag stattfinde, habe die EU allerdings so vorgegeben.
    Kaum Wahlkampf in den Niederlanden für die Europawahl
    Die Niederländer haben nach Einschätzung von Ludger Kazmierczak in Den Haag ein nur geringes Interesse an der Europawahl. "Die Wahlbeteiligung lag 2019 bei etwa 40 Prozent. Das wird wahrscheinlich auch dieses Mal nicht viel mehr sein." Das habe mit den Themen und vor allem mit den Kandidaten zu tun, die kaum einer kenne.
    Als Beispiel nennt der ARD-Korrespondent den Spitzenkandidaten der Grünen, der bereits seit 15 Jahren im EU-Parlament sitze. "Laut Umfragen kennen den elf Prozent der Niederländer. Vor fünf Jahren waren es sieben Prozent. Der hat also in den vergangenen Jahren nicht sehr auf sich aufmerksam machen können." Europa und EU-Politik seien zu weit weg und nicht so greifbar wie die nationale Politik in den Niederlanden.
    5 min
  • Hitzeaktionstag: "Schon jetzt tausende Hitzetote jedes Jahr in Deutschland"
    SWR Aktuell: Noch hat uns der kalendarisch gerade begonnene Sommer keine Hitzewelle gebracht - aber womit rechnet die Bundesregierung denn mit Blick auf die kommenden Jahre?
    Birthe Sönnichsen: Dass es natürlich weitere Hitzewellen geben wird und dass sie zunehmen werden, gerade mit Blick auf den Klimawandel. Nicht nur die Bundesregierung rechnet damit, auch Länder und Kommunen natürlich, weil Fachleute sich da einig sind. Es gibt internationale Studien, die zeigen: es gibt schon jetzt durch den Klimawandel mehr Hitzetote. Und Fachleute sind sich sicher, dass die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit in Zukunft deutlich spürbarer werden.
    SWR Aktuell: Wie sind die Zahlen von Hitzetoten in Deutschland in den letzten Jahren?
    Sönnichsen: Es ist so, dass jetzt schon Tausende Menschen jedes Jahr in Deutschland an den Folgen der Hitze sterben. Wenn wir auf die letzten beiden Jahre gucken, da schätzt das Robert Koch-Institut, dass es im vorletzten Jahr 4.500 waren und im letzten Jahr mehr als 3,000 Hitzetote.
    SWR Aktuell: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat ja schon vergangenen Juli einen ersten konkreten Hitzeschutzplan der Bundesregierung vorgelegt, was sind da nochmal die wichtigsten Punkte?
    Sönnichsen: Er will verschiedene Player im Gesundheitswesen, in den Ländern, in den Kommunen miteinander vernetzen und auch in die Pflicht nehmen. Es geht unter anderem darum, die besonders gefährdeten Menschen besser zu warnen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kranke und Kinder, weil sie ihre Körpertemperatur nicht mehr, beziehungsweise noch nicht, so gut regulieren können. Deswegen sollen diese Menschen besonders gewarnt werden. Der Deutsche Wetterdienst soll dabei helfen, aber auch die Hausärzte. Die Hausärzte sollen zum Beispiel noch einmal gesondert mit diesen Gefährdeten über das Thema Hitze sprechen. Da kann es auch darum gehen, Medikamente anzupassen, je nach Temperatur - eben mit dem Ziel, dass es in Zukunft weniger Hitzetote in Deutschland geben wird.
    SWR Aktuell: Viele dieser Player, die Sie angesprochen haben, sind heute beim Hitzeaktionstag mit dabei. Wer ist das denn? Und was machen die so alles?
    Sönnichsen: Es sind mehr als 50 Organisationen. Da sind Krankenkassen zum Beispiel dabei, Ärzteverbände, aber auch der Deutsche Olympische Sportbund und der Deutsche Pflegerat. Die haben sich zusammengetan, um auf das Thema aufmerksam zu machen und darauf, welche Gefahren entstehen können durch das Thema Hitze. Sie sagen: mehr Aufmerksamkeit für das Thema, das ist das eine. Die Organisationen fordern aber auch klarere Gesetze, um die Menschen in Zukunft besser vor Hitze zu schützen. Es wird Veranstaltungen geben an ganz vielen Orten in Deutschland. Und dabei sollen auch positive Beispiele im Mittelpunkt stehen. Denn einige Einrichtungen, einige Kommunen haben sich ja schon längst auf den Weg gemacht und machen das zum Teil auch gut. Deswegen sollen da Kitas oder Pflegeeinrichtungen oder auch Sportvereine, die jetzt schon gute Hitzeschutzkonzepte haben, zum Vorbild für andere werden.
    4 min
  • "Meet a Jew": Kennenlernen gegen Vorurteile
    "Meet a Jew", "triff eine Jüdin/einen Juden" – diese Initiative gibt es inzwischen seit vier Jahren. Dabei suchen Menschen jüdischen Glaubens das Gespräch, zum Beispiel in Schulen, in Sportvereinen oder in Kirchen und beantworten Fragen zum jüdischen Leben. Bei einer Fachtagung in Frankfurt wird heute und morgen Bilanz des Projekts gezogen. Der Mannheimer Gregor Peskin engagiert sich ehrenamtlich in dem Projekt und zieht für sich persönlich eine positive Bilanz. "Wir kommen überall erstmal rein, sind ein offenes Buch und lassen uns einfach überraschen", so Peskin im SWR. Vorurteile gegen Juden habe er bisher nicht erfahren. "Die Gesprächspartner waren immer sehr angenehm, sehr reflektiert, von daher musste ich da bis jetzt keine negativen Erfahrungen machen", erklärt Peskin. Was die Menschen von ihm wissen wollen und warum manche Fragen auch sehr intim sind, erzählt Peskin im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Florian Rudolph.
    7 min
  • Hochwasserschutz in BW: Gemeindetag sieht Privateigentümer in der Pflicht
    Das Hochwasser in Baden-Württemberg geht langsam zurück. Die Pegelstände sinken fast überall. Wie hoch der Schaden durch die Überflutung ist, lässt sich noch nicht abschätzen. Landesumweltministerin Thekla Walker (Grüne) betont, es habe sich ausgezahlt, dass die grün-schwarze Landesregierung in den vergangenen Jahren viel Geld für Dämme, Regenrückhaltebecken und kommunale Starkregenkonzepte mobilisiert und dauerhaft gesichert habe.
    Darüber hat SWR Aktuell-Moderator Andreas Herrler mit Steffen Jäger (CDU) gesprochen. Er ist Präsident vom Gemeindetag Baden-Württemberg.
    SWR Aktuell: Wie sehen Sie die Aussage von Thekla Walker? Ist das eine realistische Bilanz oder doch eher Eigenmarketing der Landesregierung?
    Steffen Jäger: Ich glaube, dass tatsächlich ein gutes Stück Wahrheit in dieser Aussage steckt. Die baden-württembergischen Kommunen haben in den zurückliegenden Jahren und Jahrzehnten sehr viel in den Schutz vor Hochwasser und Starkregen investiert. Das ist Tatsache. Das lässt sich anhand der Zahlen auch belegen.
    SWR Aktuell: Da Starkregen und Hochwasser zunehmen: Muss man die Maßnahmen weiter verstärken?
    Jäger: Ohne jeden Zweifel wird man sich das genau anschauen müssen. Das passiert auch. Das passierte auch schon in der Vergangenheit. Wir haben nicht erst vor wenigen Jahren damit begonnen, uns mit dem Thema Hochwasserschutz und Starkregen zu beschäftigen. Viele der ergriffenen Maßnahmen sind tatsächlich Reaktionen auf eine veränderte klimatische Lage.
    Aber es ist ganz wichtig, und das müssen wir uns auch als Gesellschaft bewusst machen: Es wird von der öffentlichen Hand keinen hundertprozentigen Hochwasserschutz geben. Wir brauchen eine kluge Verteilung - auch was Schadensprävention anbelangt - zwischen dem Privatbürger, dem Eigentümer der Immobilie und dem, was die öffentliche Hand tatsächlich an Schutzmaßnahmen gewährleisten kann.
    Nochmals: da ist sehr viel passiert. Da wird auch weiterhin viel passieren. Aber es ist auch geboten und wahrscheinlich erforderlicher denn je, dass sich auch die Privateigentümer um richtige und zielgerichtete Präventionsmaßnahmen kümmern.
    SWR Aktuell: Ist der Hochwasserschutz von vorherigen Landesregierungen rechtzeitig und intensiv genug angepackt worden?
    Jäger: Er ist angepackt worden. Er ist intensiv angepackt worden. Aber es ist auch Teil der Realität, dass man nie einen Zustand erreichen wird, um beim Hochwasserschutz für jedes Ereignis gewappnet zu sein. Und natürlich ist es auch Teil der Wahrheit, dass sich Schadensereignisse verändern. Sie treten intensiver bezogen auf einzelne Örtlichkeiten auf, in dem mehr Regen auf einer Stelle herunterkommt. Dadurch steigen die Pegelstände an einzelnen Flüssen kurzfristig in einem Maße an, wie man es mancherorts noch nie gemessen hat.
    Bei einem solche Fall wird man es nie gewährleisten können, sich für jegliches Schadensereignis zu wappnen. Und es wird auch nie gelingen können, dass der Schutz gewährleistet ist, den es in einer idealtypischen Welt bräuchte. Denn wir haben die Begrenztheit der öffentlichen Haushalte und wir haben auch Interessenskonflikte. Wir haben eine Aufgabenvielfalt auf der kommunalen Ebene, die es leider nicht möglich macht, dass wir uns ausschließlich mit diesem Thema beschäftigen.
    6 min
  • Wählen mit 16: "Es ist ein sehr tolles Gefühl"
    Junge Menschen ab 16 dürfen bei der Wahl zum Europäischen Parlament am Sonntag, den 9. Juni, erstmals ihre Stimme abgeben. Der Deutsche Lehrerverband sieht das skeptisch. Verbandspräsident Stefan Düll begründet seine ablehnende Haltung in den Zeitungen der Funke Mediengruppe damit, dass man mit 16 noch nicht reif genug sei.
    Wahlrecht mit 16: Es geht um die Zukunft der Jugendlichen
    Esmeralda Temizyüz, Pressesprecherin des Landesschülerbeirats Baden-Württemberg, reagiert im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Herrler empört auf diese Äußerung. Es gebe auch über 30- oder über 40-Jährige, "die nicht die Kompetenz haben, wählen zu gehen, und sich gar nicht informieren." Im Gegenzug würden sich viele 16-Jährige aktiv für Politik interessieren und wollten ihr Wahlrecht nutzen, "weil es um ihre Zukunft geht". Es sei ein "sehr tolles Gefühl" und werde von den meisten sehr geschätzt.
    Knapp anderthalb Millionen 16- und 17-Jährige dürfen erstmals wählen
    Bei der Europawahl am Sonntag dürfen etwa 1,4 Millionen junge Menschen in Deutschland erstmals abstimmen. Für Esmeralda Temizyüz handelt es sich dabei um ein wichtiges Signal, "das Bewusstsein zu stärken, dass man was machen darf". Deshalb wollten auch die meisten in ihrem Umfeld das Wahlrecht nutzen.
    Keine weitere Absenkung des Wahlalters
    Eine weitere Absenkung des Wahlalters hält die Schülervertreterin allerdings nicht für sinnvoll. Der Einfluss beispielsweise der Eltern auf die Entscheidung sei in jüngeren Jahren noch zu groß. "Ich denke schon, dass 16 eine gute Zahl ist." Und dieses Alter sollte auch für die Wahl zum Bundestag gelten, wünscht sich Esmeralda Temizyüz.
    4 min

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