SWR Aktuell Im Gespräch

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SWR Aktuell Im Gespräch episodes

  • Gefährdeter Gartenschläfer: Sträucher mit Früchten sichern sein Überleben
    Es gibt immer weniger von ihm. "Bis zu einem Drittel seiner Lebensräume hat der Gartenschläfer in den vergangenen 50 Jahren verloren", sagt Jutta Schreiner vom Bund für Umwelt und Naturschutz Rheinland-Pfalz. Das Tierchen finde in der Natur immer weniger Essbares. - Wie wir den Gartenschläfer im Garten und auf dem Balkon besser schützen können, darüber hat SWR Aktuell-Moderator Florian Zelt mit Jutta Schreiner gesprochen.
    5 min
  • Renten-Reform: Zuwenig Gerechtigkeit für Generationen?
    Jonas Hohenforst ist Botschafter der "Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen". Für ihn ist es wichtig, dass junge Menschen eine Stimme in der Politik haben. Die aktuelle Rentenreform, die das Kabinett beschlossen hat, geht aus seiner Sicht in die falsche Richtung: "Die Regierung macht die Augen davor zu, dass die bisherige Rentenpolitik nicht mehr haltbar ist", sagte er im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Christian Rönspies - mit Blick auf die demoskopische Entwicklung. Damit alle Generationen auch in der Zukunft ein gutes Auskommen haben, ist aus seiner Sicht eine echte politische Wende notwendig: "Beide Seiten, ältere und jüngere, müssen gemeinsam an den Tisch, um Lösungen zu finden". Hören Sie im Audio, welche Zukunftsmodelle Hohenforst für das Rentensystem und den Arbeitsmarkt durchdacht hat.
    9 min
  • Long Covid der Seele? Immer mehr Einsamkeit bei Jüngeren
    Immer mehr jüngere Menschen fühlen sich einsam. Untersuchungen haben ergeben, dass die Zahl im Zehn-Jahres-Vergleich deutlich gestiegen ist: Von gut 14 Prozent auf aktuell mehr als ein Drittel. Die Soziologin Sabine Diabaté vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung sieht das als Folge der Corona-Zeit.
    Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Florian Rudolph sagte sie: "Nach dem damaligen Rückzug haben viele nicht mehr in die vorherigen Kommunikations- und Beziehungsmuster zurückgefunden. Dazu kam durch Lockdowns und Social Distancing ein Push in die digitale Welt". In unserer Kultur des Zusammenlebens habe sich dadurch etwas verschoben, meint Diabaté. Hören Sie im Audio, welche Risiken das Entstehen von Einsamkeitsgefühlen begünstigen - und was man tun kann, wenn man selbst betroffen ist.
    7 min
  • Katholikentag: Was die christlichen Kirchen gegen Antisemitismus tun können
    Der Deutsche Katholikentag in Erfurt (29.05. bis 02.06.) will Zeichen für Vielfalt setzen. Vor dem Hintergrund des Gaza-Kriegs sieht die evangelische Pfarrerin Julia Braband aus Erfurt einen zunehmenden Antisemitismus. Die Anfeindungen hätten zugenommen, sagt die Theologin im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Florian Rudolph.
    Aus der jüdischen Landesgemeinde in Thüringen bekomme sie Berichte über eine wachsende Angst sowie die Verharmlosung von Antisemitismus. Als Konsequenz zögen sich Jüdinnen und Juden zurück - seien in der Gesellschaft nicht mehr sichtbar.
    Ich bin sehr dankbar, dass der erste Stolperstein in Erfurt verlegt wird.

    Quelle: Julia Braband, Pfarrerin in Erfurt

    "Interreligiöse" Gesprächsformate für mehr Dialog
    Für ein Vorgehen gegen Antisemitismus gibt es nach Auffassung der Pfarrerin nicht "die eine Lösung". Doch "wir sind miteinander gut unterwegs", ergänzt sie und verweist auf mehrere "interreligiöse" Gesprächsformate, die in Erfurt angeboten werden. Doch es bleibe schwer alle drei Religionen (Christen, Juden und Muslime, Anm.d.Red.) an einen Tisch zu bekommen.
    Ausgrenzung von Jüdinnen und Juden wegen des Gaza-Kriegs seien menschliche Konstrukte. "Wir müssen uns alle dafür einsetzen, dass jüdisches Leben geschützt wird." Der Kampf gegen Antisemitismus sei von großer Bedeutung, genauso wie die Unterscheidung: "Das eine ist die Politik - das andere sind die Menschen."#
    5 min
  • Mehr Hinrichtungen: "Weltweite Ächtung der Todesstrafe"
    Die Zahl der gerichtlichen Hinrichtungen ist laut Amnesty International (AI) im vergangenen Jahr mit mindestens 1.153 auf den höchsten Wert seit 2015 gestiegen. "Die Todesstrafe muss weltweit geächtet werden", fordert deshalb Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland, im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Pascal Lechler.
    Fast drei Viertel der Hinrichtungen im Iran
    Besorgniserregend sei die Entwicklung im Iran. Es habe massive Übergriffe auf Personen gegeben, die für Meinungsfreiheit und Geschlechtergerechtigkeit protestiert hätten. Auch sexualisierte Gewalt sei auf den Demonstrationen vorgekommen. Die Repressionen gegenüber der Zivilbevölkerung hätten sich massiv erhöht, was sich auch in der Zunahme der verhängten Todesurteile widerspiegele.
    Die Zahl der Hinrichtungen im Iran ist um 48 Prozent gestiegen.

    Quelle: Julia Duchrow, Amnesty International

    Das zeige sich zum einen daran, dass zwanzig Prozent der Hingerichteten der Volksgruppe der Belutschen angehörten, obwohl sie nur fünf Prozent der Bevölkerung im Iran ausmachen. Zum anderen werde die Todesstrafe bei Drogendelikten verhängt. Beides stehe im Widerspruch zum internationalen Recht. Danach dürften Menschen nur hingerichtet werden, wenn sie "absichtlich ein Tötungsdelikt" - also einen Mord - begangen haben.
    6 min
  • Katholische Kirche: Jugend will mehr Demokratie
    Es soll eine feierliche Eröffnung werden, wenn Mittwochabend in Erfurt der 103. Deutsche Katholikentag beginnt. Zum Auftakt kommt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Bis Sonntag werden 20.000 Teilnehmer erwartet.
    BDKJ fordert demokratische Strukturen
    Damit die katholische Kirche auch für junge Menschen wieder attraktiv wird, fordert die Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Daniela Hottenbacher, die Umsetzung demokratischer Strukturen. Die Macht in der katholischen Kirche müsse geteilt werden, sagt sie im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Jonathan Hadem und dürfe nicht länger nur bei einem Pfarrer vor Ort oder bei einem Bischof in der Diözese liegen.
    Laien müssten in die Entscheidungsprozesse miteingebunden werden. Außerdem müssten Frauen und andere Geschlechter mehr Mitspracherecht bekommen. Eine "feministisch-weibliche Perspektive" auf dem Kirchentag erhofft sich die BDKJ-Bundesvorsitzende von Luisa Neubauer von Fridays for Future, die ebenfalls an dem Treffen in Erfurt teilnehmen wird.
    BDKJ als Ort der "gelebten Demokratie"
    Die Zahl der Menschen, die den christlichen Kirchen den Rücken gekehrt haben, bleibt hoch. Daniela Hottenbacher ist dennoch von der Arbeit des BDKJ überzeugt. Die Jugendverbände seien "Werkstätten gelebter Demokratie", weil Jugendliche sich beteiligen und einbringen könnten. "Für mich ist es unfassbar wichtig, das junge Menschen diese Erfahrung weiterhin machen können."
    5 min
  • Euro 2024: Fußball-Training im 5-Sterne-Glück
    Seit Sonntag ist die Fußballnational-Mannschaft im Trainingslager für die EM in Blankenhain in Thüringen - und dort ist es "sehr exklusiv, fünf Sterne plus", sagt der Sportjournalist Jörg Tegelhütter, der vor Ort mit dabei ist. "Der DFB hat gleich ein ganzes Resort gebucht, mit zwei Pools, eigenem Golfplatz und Wembley-Rasen". Nationaltrainer Julian Nagelsmann habe sichtlich ein Wohlfühlklima schaffen wollen. Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Florian Rudolph schildert Tegelhütter außerdem die Stimmung im Trainingslager und die Aktivitäten der Nationalfußballer für die Fans vor Ort. Hören Sie im Interview auch, welche Spieler noch fehlen und wo es bisher nicht ganz rund läuft.
    5 min
  • Internationale Studie: "Soft Skills" schon an der Schule wichtig
    Wie sozial und emotional sind Kinder und Jugendliche? Welche Kompetenzen haben sie auf diesen Gebieten? Das hat die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) in einer internationalen Studie untersucht. Mit erstaunlichen Ergebnissen. Hannah Ulferts, Bildungsexpertin bei der OECD: "Wer schulisch benachteiligt ist, ist es meist auch im sozialen und emotionalen Bereich. Und auch die Geschlechter unterscheiden sich". Hören Sie im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Florian Rudolph, wie stark so genannte Soft Skills das Leben von Kindern und Jugendlichen beeinflussen - und wie man sie nach Ansicht der Expertin ganz einfach vermitteln könnte.
    6 min
  • Krankenzusatzversicherung: Wann sich die Ausgaben dafür rechnen
    Der bundesweite Klinik-Atlas ist am Start. Trotz Kritik wegen fehlender oder falscher Angaben bietet die Online-Übersicht Patienten die Möglichkeit, sich über die Leistungen der Krankenhäuser zu informieren.
    Krankenzusatzversicherung: "Chefarzt-Behandlung" inklusive
    Grundsätzlich könne man in Deutschland die Klinik frei wählen, sagt Saidi Sulilatu, Chefredakteur vom Geldratgeber "Finanztip" im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Jonathan Hadem. Allerdings könnten zusätzliche Kosten für bestimmte Behandlungen auf die Patienten zukommen. Deshalb lohne es sich, über eine Krankenzusatzversicherung nachzudenken.
    Die Krankenzusatzversicherung ist eine Kann-Versicherung.

    Quelle: Saidi Sulilatu, "Finanztip"-Chefredakteur

    Das gelte für alle, die auch als gesetzlich Versicherte gerne den "Status eines Privatpatienten" haben möchten, ergänzt der Experte. Meistens werde die sogenannte "Chefarzt-Behandlung" - also die Behandlung von Spezialisten - von einer solchen Zusatzversicherung übernommen. Vor Abschluss sollte man darauf achten, dass auch Operationen in Privatkliniken bezahlt werden.
    Einzelzimmer im Krankenhaus: Selbst bezahlen ist möglich
    Wer einen Krankenhausaufenthalt lieber in einem Einzelzimmer verbringen möchte, muss nicht zwingend eine Krankenzusatzversicherung abschließen. "Ich kann mich in ein Einzelzimmer einmieten", sagt der "Finanztip"-Chefredakteur. Das koste im Schnitt 124 Euro pro Nacht. Es gelte also abzuwägen, ob sich die Ausgaben lohnen.
    Krankenzusatzversicherung ab 30 Euro im Monat
    Eine Krankenzusatzversicherung koste für unter 40-Jährige um die 30 Euro pro Monat. Ältere müssten bereits mehr als 50 Euro bezahlen. Außerdem "muss man beim Abschluss einer solchen Versicherung Gesundheitsfragen beantworten." Für ältere Menschen werde es schwieriger, sich versichern zu lassen. Möglich seien weitere Preisaufschläge, die die Versicherungsgesellschaften verlangten.
    5 min
  • Palästina: Wie die Anerkennung der Hamas nützt
    Die Anerkennung Palästinas als Staat durch Norwegen ist in Kraft getreten. Seit Mitternacht gilt Palästina von norwegischer Seite aus als eigenständiger Staat. Irland und Spanien wollen ebenfalls noch im Laufe des Tages einen palästinensischen Staat anerkennen.
    Anerkennung Palästinas "extrem problematisch"
    Für den Journalisten und Nahost-Experten Richard C. Schneider ist das das falsche Signal zum falschen Zeitpunkt. "Ich sehe das als extrem problematisch an." Es wirkt so, als ob die islamistische Terrororganisation Hamas, die Israel durch das Massaker vom 7. Oktober 2023 in den Krieg hineingezogen hat, jetzt dafür belohnt werde, weil drei weitere Länder Palästina als Staat anerkennen. "So wird das dann auch von der Hamas verkauft."
    Es ist reine Symbolpolitik. Es gibt nach wie vor keinen palästinensischen Staat.

    Quelle: Richard C. Schneider

    Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Jonathan Hadem ergänzt Schneider, dass viele Palästinenser diese Auffassung teilen würden. Denn die Hamas sei im Gegensatz zur Palästinensischen Autonomiebehörde in der Lage, politische Erfolge für die Menschen zu erzielen. "Dass natürlich gleichzeitig ein großer Teil der Bevölkerung in Gaza weiß, dass die Hamas sie in eine Katastrophe gestürzt hat, ist kein Widerspruch."
    Israel wird zunehmend isoliert
    Auch wenn die Anerkennung Palästinas als Staat durch Norwegen, Irland und Spanien faktisch erst einmal nichts ändere, gelinge es der Hamas, Israel in jeder Hinsicht zu isolieren, erklärt der Journalist. Dazu gehörten mögliche Anklagen wegen Kriegsverbrechen, die Anklage wegen Völkermordes und auch der Abbruch der Wirtschaftsbeziehungen durch die Türkei. "Das ist ein großer diplomatischer Erfolg für die Hamas. Das ist genau das, was sie erreichen will: Israel auf allen Ebenen zu schwächen, um dann Israel zu zerstören."
    Wie geht es nach dem Nahost-Krieg weiter?
    Die USA als stärkster Verbündeter Israels haben bereits Pläne, wie die Zukunft im Nahen Osten aussehen soll. Die Palästinensische Autonomiebehörde solle Ordnungsmacht im Gazastreifen werden. Ob das auch gelingen werde, sei jedoch höchst ungewiss, sagt Schneider.
    Die Verwerfungen innerhalb der palästinensischen Gesellschaft würden nicht mit dem Krieg enden. "Der Machtkampf und die Zerstrittenheit unter den palästinensischen Politikern ist auch unabhängig von der israelischen Besatzung existent." Niemand könne zurzeit beantworten, wie dieser Konflikt gelöst werden solle und wie ein Staat Palästina entstehen könne. Deshalb könne es noch sehr lange dauern, bis ein Staat Palästina Realität werde.
    5 min

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