Für Widmaier ist die Entfernung von Symbolen eine Variante, die nicht unbedingt dazu führe, "dass wir mehr über die Geschichte erfahren oder anhand der Geschichte und ihrer Zeugnisse lernen können." Er könne zwar verstehen, dass manche Leute den Reichsadler am Finanzamt in Ulm mit Farbbeuteln bewerfen. Die Zeit des Nationalsozialismus werde zurecht in einer bestimmten Weise betrachtet. "Gleichzeitig ist es aber so, dass wir diese Ereignisse nicht wieder gut machen, wenn wir die Zeichen entfernen," so Widmaier.
Kulturdenkmale sind da, um sich auch daran zu stoßen
Kulturdenkmale seien nicht immer nur schön. "Es können auch Objekte sein, die uns an unschöne Ereignisse erinnern - und uns auffordern, dass wir uns daran stoßen und historischen Ereignissen bewusst werden und reflektieren." Wie er einen Wettbewerb für künstlerische Umgestaltung der Nazisymbole sieht, sagte Jörg Widmaier im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Florian Zelt.