SWR Aktuell Im Gespräch

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SWR Aktuell Im Gespräch episodes

  • Was der Dauerregen mit dem Klimawandel zu tun hat
    Der Dauerregen wird am Freitag weitergehen. Grund dafür ist feuchtwarme Luft aus Südwest-Europa, die sich aber nicht gegen das Hoch über Nord-Europa habe durchsetzen können, erklärt Wetterexperte Andreas Machalica im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Florian Zelt.
    Intensives Regentief über Teilen von BW und RLP
    "An der Grenze ist dieses kleine intensive Regentief entstanden." Am heftigsten betroffen seien "ein Streifen vom nördlichen Schwarzwald über die südliche und westliche Pfalz, das Saarland - dann weiter in den westlichen Hunsrück und in die westliche Eifel". In diesen Regionen bestehe erhebliche Überflutungs- und Aquaplaning-Gefahr.
    Klimawandel mit verantwortlich für Dauerregen
    Es handele sich um eine relativ spezielle Wetterlage, ergänzt der Meteorologe. Die höheren Temperaturen durch den Klimawandel würden dazu führen, "dass wir mehr Energie in der Atmosphäre haben und in dieser wärmeren Atmosphäre größer Mengen Regen herunterkommen können." Außerdem bewege sich das Tief "Katinka" nur sehr langsam vorwärts. "Dementsprechend haben wir an viele Orten für längere Zeit diesen kräftigen, intensiven Dauerregen."
    5 min
  • Cannabis am Steuer: Warum Kiffen und Autofahren problematisch ist
    Der Bundestag hat über den Cannabis-Konsum beim Autofahren debattiert. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung sieht einen Grenzwert von 3,5 Nanogramm THC pro Milliliter Blut vor.
    "Das ist in der Fachwelt unbestritten ein sehr niedriger Wert, wo man eigentlich nicht erwarten darf, dass das die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt", sagt Siegfried Brockmann, verantwortlich bei der Björn Steiger Stiftung für den Bereich Verkehrssicherheit und Vizepräsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates, im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich.
    THC-Wert im Blut abhängig von vielen Faktoren
    Problematisch bei der Festlegung eines Grenzwertes sei allerdings, dass Cannabis und Alkohol nicht miteinander verglichen werden könnten. Die Hanfpflanzen hätten unterschiedlich hohe Gehalte von THC, erklärt der Verkehrssicherheitsexperte. Außerdem könne man in einen Joint unterschiedlich viel Cannabis hineinbröseln. Dadurch seien Faustregeln wie beim Alkoholkonsum fürs Kiffen fast unmöglich.
    Es komme hinzu, dass die Abbauprozesse anders sind. Beim THC sei der "Peak" schnell erreicht, der Abbauprozess dauere jedoch - anders als beim Alkohol - sehr lange. "Ob das jetzt zwei, sechs, acht oder zehn Nanogramm am nächsten Morgen sind, wenn ich abends ein oder zwei Joints geraucht habe, kann niemand wissen."
    Wirkung von Cannabis auch psychisch bedingt
    Cannabis-Konsum könne außerdem die Psyche beeinflussen, ergänzt der Vizepräsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates. "Beim THC ist es so, dass die Wirkungsweise extrem abhängig von der Stimmung ist." Euphorie oder depressive Stimmungen seien gleichermaßen möglich. Das seien allerdings subjektive Faktoren. Rein objektiv betrachtet, sollte es so sein, dass bei einem Wert von weniger als 3,5 THC pro Milliliter Blut die Fahrtüchtigkeit nicht beeinträchtigt ist, sagt Brockmann.
    6 min
  • Warum sollten Katholiken nicht die AfD wählen, Bischof Bätzing?
    Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Georg Bätzing, sieht die katholische Kirche nach wie vor in der Krise. Hierfür nennt er mehrere Gründe: Zum einen das Ende der sogenannten Volkskirche. Denn anders als in den vergangenen Generationen seien Christen nicht mehr automatisch durch ihre soziale Herkunft Kirchenmitglieder. "Diese Zeiten sind vorbei!"
    Zum anderen die hohen Austrittszahlen: "Das Entscheidende ist natürlich die Reaktion auf den (sexuellen) Missbrauch durch Priester und Kleriker." Diese Verbrechen hätten, so Bätzing, viele engagierte Mitglieder erschüttert und dazu gebracht aus der Kirche auszutreten, obgleich sie sich nach wie vor als gläubige Christen verstünden.
    Reformen und Kommunikation mit Rom sind wichtig
    Der Reformkurs "Synodaler Weg", den katholische Bischöfe und Laien als Antwort auf den Missbrauchsskandal eingeschlagen haben, bezeichnet Bätzing als sehr wertvoll. Reformen in der Kirche seien wichtig, um ihre Glaubwürdigkeit wieder herzustellen. Er betont zudem, dass sie beispielsweise in seinem eigenen Bistum Limburg bereits umgesetzt worden seien, indem dort an zahlreichen Stellen Verantwortung geschlechtergerecht geteilt würde.
    Die bisherige Kommunikation mit der Leitung der Weltkirche in Rom über den "Synodalen Weg" bewertet Bätzing als nicht gut gelungen und ergänzt: "Ich klopfe mir da selber an Brust". Gleichwohl bedauert er, dass die Vertreter der katholischen Laien aus Deutschland als gleichberechtigte Vertreter des "Synodalen Weges" nie vom Vatikan eingeladen wurden.
    "Klare Kante" gegen Rechtsextremismus und völkischen Nationalismus
    Mit großer Deutlichkeit verteidigt er den Beschluss der Deutschen Bischofskonferenz, die AfD als "unwählbar" für Katholiken zu erklären. Normalerweise, so Bätzing, mischten sich die deutschen Oberhirten nicht in die Parteipolitik ein. Der wachsende Rechtsextremismus sowie der völkische Nationalismus, die beide von der Partei vertreten würden, stellten eine große Gefahr für unsere Gesellschaft dar. Deshalb – und in Anbetracht der bevorstehenden Wahlen – habe man "klare Kante" gezeigt: "Bestimmte Ausrichtungen … sind mit dem katholischen Menschen- und Weltbild nicht vereinbar."
    Als Herausforderung und Chance zugleich sieht Georg Bätzing den Katholikentag Ende Mai in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt. Falls es dort wegen des Beschlusses zum völkischen Nationalismus Ärger geben sollte, werde man sich diesem unmissverständlich stellen.
    25 min
  • Bundesweiter Klinik-Atlas: Was der Qualitäts-Check bringt
    Bürgerinnen und Bürger können sich ab sofort online über die Stärken und Schwächen der Krankenhäuser in Deutschland informieren. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) stellt den sogenannten Bundes-Klinik-Atlas am Freitagmittag vor.
    VdK: Angaben im Bundes-Klinik-Atlas oft unklar
    Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) sagt, das Vergleichsportal sei überflüssig - Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK hält das Tool dagegen für sinnvoll. Sie kritisiert im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich allerdings, dass die Angaben oft zu unklar seien. So müsse die "Fallzahl der Operationen" genauer dargestellt werden. Nur so könnten Patienten erkennen, wie hoch der Grad der Spezialisierung in einem Krankenhaus sei.
    Das Gesundheitswesen ist ein Teil der Daseinsvorsorge.

    Quelle: Verena Bentele, VdK-Präsidentin

    Die VdK-Präsidentin bemängelt, dass der Wille zur Transparenz in den Krankenhäusern nicht so richtig hoch sei. Eigentlich müsse es selbstverständlich sein, dass Kliniken freiwillig über ihre Stärken und Schwächen informieren würden. Doch viele Krankenhäuser hätten geklagt, sie würden mit dem Bundes-Klinik-Atlas zusätzlich beobachtet und unter Druck gesetzt.
    Bundes-Klinik-Atlas als Druckmittel für mehr Geld?
    Die von Gesundheitsminister Lauterbach auf den Weg gebrachte Krankenhausreform soll das Gesundheitswesen fit für die Zukunft machen. Der Bundes-Klinik-Atlas ist ein Teil davon. Eine Konsequenz könnte sein, dass Krankenhäuser mehr Geld fordern, weil der Atlas online über die Leistungen informiert.
    Doch eine bessere finanzielle Ausstattung könne nicht alle Probleme lösen, ergänzt Verena Bentele. Gerade wegen des Fachkräftemangels sei es unrealistisch, dass jeder Klinik-Standort jede Behandlung anbieten könne. Es gehe um Spezialisierungen und hohe Qualitätsstandards. "Eine flächendeckende Notfallversorgung und Möglichkeiten für Geburten", müssten allerdings überall verfügbar sein, so die VdK-Präsidentin.
    7 min
  • Gel gegen Alkohol-Rausch: Ist es dann noch ein Genuss?
    Ein langer Abend in einer Bar oder auf einer Feier, da hat man schnell einen ordentlichen Rausch. Wer das vermeiden will, könnte sich vielleicht demnächst ein neuartiges Produkt einverleiben: Forscher aus der Schweiz haben ein Gel entwickelt, mit dem der Alkohol im Magen unschädlich gemacht wird, bevor wir ihn tatsächlich aufnehmen können. Wie das funktioniert, erklärt Lennart Söhngen aus der SWR-Wissenschaftsredaktion im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Jonathan Hadem. Beide suchen auch Antworten auf die Frage: Welchen Sinn hat es dann noch, Alkohol zu trinken?
    4 min
  • Desinformation: "Misstrauisch sein bei Sofort-Aufregern"
    In unserer Serie über Desinformation geht es diesmal um Künstliche Intelligenz und wie damit Fake News und andere Arten von Manipulation und Desinformation erzeugt werden können. Seit einigen Monaten und Jahren genießen wir alle die Vorzüge von KI. Wir wissen aber auch, dass mit KI viel - auch gefährlicher - Blödsinn getrieben wird: Gefälschte Videos, Audios, Deep Fakes und auch Falschmeldungen.
    KI kann Fakes erzeugen - aber auch entdecken helfen
    Vor allem im Netz kann man solche Fakes sehr einfach und schnell in Umlauf bringen. Gleichzeitig kann KI aber auch dazu genutzt werden, um solche Fakes zu entdecken. Das wohlbekannte Katz-und-Maus-Spiel. Wie kann ich mich informieren über Fake News während es immer schwerer wird, sie zu durchschauen? Fritz Espenlaub vom Bayerischen Rundfunk ist Host des ARD-KI-Podcasts. Er erklärt im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Jonathan Hadem, wie weit die KI-Technik mittlerweile ist und wohin sie sich entwickelt.
    7 min
  • Künstliche Intelligenz soll Google verbessern
    Welche Suchmaschine auch immer versucht hat, gegen den Branchen-Titanen Google aufzubegehren, ist weitgehend gescheitert. Bing von Microsoft versucht es tapfer weiter und auch Open AI könnte sein ChatGPT zu einer Art Suchmaschine aufbohren. Jetzt hat Google etwas Neues angekündigt, nämlich eine KI-gestützte Suche. Darüber hat SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich mit Jo Bager gesprochen, dem KI-Experten des Computer-Magazins c´t.
    4 min
  • Perfekt für Schlafmützen: Gleitzeit im Gymnasium
    Das Gymnasium Plochingen im Kreis Esslingen hat ein Gleitzeit-Modell getestet. Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse durften an zwei Tagen in der Woche selbst entscheiden, ob sie schon um 7:50 Uhr in den Unterricht kommen oder erst um 9:40 Uhr. Wie der sechswöchige Modellversuch funktioniert hat, darüber hat SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich mit dem Projektleiter Till Richter gesprochen, er ist Deutschlehrer an der Schule.
    5 min
  • Schadet die Krankhausreform Menschen auf dem Land?
    Die Krankenhaus-Reform von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ist vom Bundeskabinett auf den Weg gebracht worden und wird als nächstes im Bundestag beraten. Lauterbach sagte heute, ihm gehe es darum, den wirtschaftlichen Druck von den Kliniken zu nehmen. Die sogenannten Fallpauschalen sollen ersetzt werden durch ein System, in dem Kliniken Geld bekommen, damit sie ausreichend Personal oder bestimmte medizinische Geräte bereithalten. Außerdem sollen nicht mehr alle Kliniken alles anbieten, sondern es sollen mehr Spezialisierungen her. Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, übt im Gespräch mit SWR Aktuell Kritik an Lauterbachs Plänen: Die Reform könnte Menschen auf dem Land benachteiligen und diese könnten unter schlechterer medizinischer Versorgung leiden, auch Arbeitsabläufe und die Qualität der Medizin in den Kliniken würden durch die Reform nicht verbessert, so Brysch.
    8 min
  • Gewalt gegen Politiker: Bürgermeister nennt die Gründe
    In Berlin beginnt heute ein zweitägiges Treffen des Netzwerks junger Bürgermeisterinnen und Bürgermeister. Ein Thema werden die tätlichen Angriffe auf Politikerinnen und Politiker in jüngster Zeit sein. Der Oberbürgermeister von Heidenheim an der Brenz, Michael Salomo, SPD, hat im Interview mit SWR Aktuell gesagt, Kommunalpolitiker seien schon seit langer Zeit Anfeindungen und Angriffen ausgesetzt.
    Jeder weiß, wo sie anzutreffen sind und sie bekommen auch ganz oft Themen zurückgespielt, für die sie gar nicht zuständig sind.

    Quelle: Michael Salomo, SPD, Oberbürgermeister von Heidenheim an der Brenz

    Die Bedrohungen gingen laut Salomo vom zerkratzten Auto über Ketchup an der Hauswand bis zum Drohbrief.
    Kommunen fehlen die Mittel
    Der SPD-Politiker kritisiert, dass vielen Kommunen die finanziellen Mittel fehlten, um das Tagesgeschäft zu bewältigen. Das sorge für Ärger bei den Bürgerinnen und Bürgern, weil diese sich nicht mehr abgeholt fühlten.
    Welche Möglichkeiten Michael Salomo sieht, die Kommunen zu stärken und das Verhältnis zur Bevölkerung zu verbessern, erklärt er im Interview mit SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich.
    6 min

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