SWR Aktuell Im Gespräch

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SWR Aktuell Im Gespräch episodes

  • Bergung des Bodensee-Dampfschiffs "Säntis" gescheitert
    "Das heißt, wir konnten die Plattform nicht mehr halten und sie ist neben- und auf das Wrack gekracht." - Welcher Aufwand hinter dem Bergungsversuch steckte, in welchen Zustand die "Säntis" in 200 Metern Tiefe ist und ob es irgendwann noch einen weiteren Versuch geben könnte, das schildert Silvan Paganini im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Florian Rudolph.
    6 min
  • Gemeinsame Ziele - unterschiedliche Wege: Warum die deutsch-französische Freundschaft trotzdem funktioniert
    Mit Emmanuel Macron ist zum ersten Mal seit dem Jahr 2000 wieder ein französischer Präsident auf Staatsbesuch in Deutschland. Bei den politischen Zielen seien sich beide Länder weitgehend einig, sagt Marc Ringel, Direktor des Deutsch-Französischen Instituts in Ludwigsburg, im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Pascal Lechler.
    Frankreich und Deutschland für ein "starkes Europa"
    Es gehe Frankreich und Deutschland um "ein starkes Europa, das in Freiheit lebt - das in Demokratie lebt und letztlich, wirtschaftspolitisch gesehen, sich in dieser global schwierigen Welt behaupten kann, um den Ländern Wohlstand und Wachstum zu ermöglichen".
    Kompromissfähigkeit zeichnet deutsch-französische Beziehungen aus
    Meinungsverschiedenheiten gebe es zwischen den beiden Ländern über die Wege, die zu diesen Zielen führten, ergänzt der Frankreich-Experte. Das sei jedoch nichts neues. Das besondere an den deutsch-französischen Beziehungen sei jedoch, dass man trotzdem immer Kompromisse gefunden habe. Diese Übereinkünfte seien so tragfähig gewesen, dass andere europäische Länder sich hinter Frankreich und Deutschland versammelt und die Kompromisse oft übernommen hätten. "Das ist der Kern- und Knackpunkt dieser deutsch-französischen Beziehungen."
    7 min
  • Künstliche Intelligenz: Wenn Oma und Opa als Avatare weiterleben
    In Berlin startet die re:publica. Die Digitalmesse beschäftigt sich mit Künstlicher Intelligenz (KI). Eine Diskussionsveranstaltung will Antworten auf die Frage geben, ob KI Trauer heilen kann. Mit dabei ist der Soziologe Matthias Meitzler von der Uni Tübingen. SWR Aktuell-Moderator Jonathan Hadem hat mit ihm gesprochen.
    SWR Aktuell: Wie muss ich mir das vorstellen, wenn der verstorbene Opa als Avatar weiterlebt? Wie sieht so etwas aus?
    Matthias Meitzler: Da gibt es aktuell mehrere Möglichkeiten - zum Beispiel weniger komplexe Formen, wo eine verstorbene Person zu Lebzeiten Audios oder Videos aufnimmt. Diese Aufnahmen werden den Hinterbliebenen nach dem Tod der Personen bei besonderen Anlässen zugespielt. Es gibt aber auch komplexere Varianten. KI-Systeme imitieren den Sprachstil der verstorbenen Person und zum Teil auch ihr Aussehen. Man hat es mit textbasierten Chatbots oder Avataren zu tun. Es ist also eine Art künstliche Person, die im Stil des Verstorbenen kommuniziert.
    SWR Aktuell: Die müssen sich zu Lebzeiten abfilmen lassen. Oder wie funktioniert das?
    Meitzler: Genau. Es wird auf eine große Menge an visuellen Daten zurückgegriffen – also auf Fotos und Videos. Anhand dieser Daten wird dann ein digitales Abbild erzeugt - also eine Art gegenüber, das auf dem Bildschirm zu sehen ist. Irgendwann wird man es vielleicht auch als Hologramm vor sich haben. An diese digitale, virtuelle Person können sie sich wenden, und die antwortet ihnen auch - und zwar im Stil der verstorbenen Person.
    SWR Aktuell: Man spricht mit einer KI und die kann Fehler machen. Verfälscht das nicht auch unsere Erinnerung an geliebte Menschen, wenn die plötzlich andere Dinge sagen als wir es früher gewohnt waren?
    Meitzler: Ja, das ist eine große Sorge, die immer wieder geäußert wird. Viele Menschen haben Angst, dass die KI oder der Avatar die eigenen Erinnerungen an den Verstorbenen überschreibt. Und man darf nicht vergessen: Es gibt auch Möglichkeiten der Manipulation. Diese Avatare werden von jemandem gebaut. Jemand entscheidet also, wie die kommunizieren sollen. Theoretisch ist es möglich, dass der verstorbene Großvater etwas sagt, was er so nie geäußert hat. Der Avatar könnte auch Lügen über die verstorbene Person verbreiten oder die Angehörigen beleidigen. Es gibt Risiken, die man immer mitberücksichtigen muss.
    SWR Aktuell: Schauen wir auf die Trauerbewältigung. Ist es aus Sicht der Angehörigen hinderlich, wenn man eine verstorbene Person mit Hilfe von KI wie eine lebendige behandelt?
    Meitzler: Ich denke, man muss unterscheiden, ob es primär um Trauerverarbeitung geht. Die Frage ist, wann eine solche Anwendung benutzt wird - unmittelbar nach dem Tod, wo man vielleicht noch unter Schock steht und diesen Verlust noch gar nicht richtig realisiert hat. Ist es dann sinnvoll, wenn man dann so tut, als wäre die Person noch lebendig? Oder wird diese Anwendung erst später genutzt, wo man gar nicht mehr so richtig von Trauer sprechen kann.

    Aber die Sorge, die Sie andeuten, ist auf jeden Fall vorhanden und muss berücksichtigt werden. Es kann durchaus sein, dass diese Anwendung jemanden daran hindert, den Verlust zu akzeptieren. Deswegen ist das ein besonders sensibles Thema, wo eben auch noch viel Reflexion notwendig ist.
    5 min
  • Rechtes Gegröle: Was das über die Gesellschaft sagt
    Im Sylter Nobellokal "Pony", auf einem Schützenfest in Niedersachsen und der Bergkirchweih in Erlangen werden ausländerfeindliche Parolen gegrölt. Den Journalisten und Rechtsextremismus-Experten Andreas Speit überraschen die Vorfälle nicht. Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Jonathan Hadem sagt er, rassistische Ressentiments seien tief in der Mitte der Gesellschaft verinnerlicht. Das zeige sich auf Sylt daran, dass niemand protestiert habe und gesagt habe: "Lasst das bitte mal. Das ist völlig unangebracht."
    Rechtsextremes Gegröle - ohne nachzudenken
    Die Verwendung von Popmusik und Schlagern zur Verbreitung rechtsextremen Gedankenguts sei nicht neu, erklärt der Journalist. Als Beispiel nennt er die Band "Gigi und die Braunen Stadtmusikanten". Die hätten Schlager oder Songs der Neuen Deutschen Welle genommen und die Texte verändert - "ein wenig gegen die Polizei, ein wenig gegen jüdische Menschen, gegen Ausländer und Migranten". Das habe gut funktioniert. "So kann man schön mitgrölen und Party feiern, ohne dass viel nachgedacht wird."
    Sorgen bereitet dem Rechtsextremismus-Experten, dass durch das Abändern der Songtexte, ausländerfeindliches Gedankengut in die Schulen getragen werde. "Ich kann mich an Beispiele erinnern, wo wir bei Projekten erlebt haben, dass normale Schülerinnen und Schüler, die Lieder auch kannten, weil die auf ihren Partys gespielt wurden."
    AfD mitverantwortlich für rechtsextremes Gegröle
    Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat im SWR Interview der Woche die AfD mitverantwortlich für die ausländerfeindlichen Parolen gemacht. Andreas Speit sieht das genauso: "Zehn Jahre AfD hat zur Folge, dass sich das Sag- und Wählbare weit nach rechts verschoben hat." Studien hätten gezeigt, dass es "nach dem Wort auch zur Tat kommen kann". Im schlimmsten Fall würden nicht nur rechtextreme Parolen gegrölt, sondern Straftaten verübt.
    6 min
  • Lazy gardening: Bequem zu einem bunten Garten und Balkon
    Wer in diesen Tagen in Gartencentern unterwegs ist, der findet da ein riesiges und fast schon unüberschaubares Angebot: Vom mediterranen Langzeit-Dünger bis zur Hortensienerde, vom Fiberglas-Balkonkasten bis zum Moos-Vernichter. Wenn man nicht der absolute Garten-Profi ist und eher auf "lazy gardening", wie es auf neudeutsch heißt, steht, dann fragt man sich schon: Was davon brauche ich eigentlich wirklich?
    Wie kann ich im Garten und auf dem Balkon ohne großen Energieaufwand einen maximalen Effekt erzielen? Für einen schön bunten Garten rät Anne Rostek von der Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin in Sulzburg im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald zu "Dauerblühern, wie den Prachtkerzen oder der Katzenminze: Die blühen wirklich von Juni bis zum Frost", sagt die Gartenexpertin. Auf was es beim düngen ankommt, welche Erde die beste ist und was sie von Hightech-Pflanzkästen hält, das sagt die Gartenexpertin im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Arne Wiechern.
    6 min
  • Eine Frau, ein Wort: Grundgesetz
    Unser Grundgesetz hat diese Woche seinen 75. Geburtstag gefeiert. Zum Jubiläum gab es einen Staatsakt in Berlin. Am Wochenende geht die Party weiter. Im Berliner Regierungsviertel steigt drei Tage lang ein Bürgerfest - und auch im ehemaligen Regierungsviertel in Bonn wurde das Grundgesetz gefeiert. Unsere Kolumnistin Katharina Krüger hat nachgespürt, wie wir der alten Dame am besten gratulieren können: nur nicht sitzen bleiben!
    2 min
  • Kolumne: Oh du schöne Corona-Zeit
    Die Pandemie-Jahre waren einfach nur schrecklich. Obwohl… waren da nicht auch zwei, drei Dinge, die wir eigentlich beibehalten wollten, fragt sich Constance Schirra in ihrer Wochenende-Kolumne "Zwei Minuten".
    3 min
  • Malu Dreyer: "Nazi-Parolen auf Sylt sind total entsetzlich"
    Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, lobt das Grundgesetz als Leitlinie der Politik. Wie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seiner Festrede zu 75 Jahren Grundgesetz, sieht die SPD-Politikerin die Demokratie gerade massiv unter Druck. "Ich glaube, dass wir wirklich durch Demokratiefeinde im Moment eine ziemlich herausfordernde Situation für die Demokratie haben. Und sie sollte uns wachrütteln, alle miteinander", sagt Dreyer im Interview der Woche. Jeder und jede könne schon bei kleinen Dingen etwas tun: nicht mitlachen, wenn Witze gemacht werden über Menschen mit Behinderung oder mit Migrationsgeschichte – "bis dahin, dass man tatsächlich auch im Verein, im Sport, im Betrieb tatsächlich widerspricht, wenn Menschen demokratiefeindliche, spaltende Dinge sagen."
    Sylt-Video ist "einfach total entsetzlich und erschreckend"
    Ausgerechnet in den Tagen, in denen Deutschland sein Grundgesetz feiert, sorgt ein Video für Empörung, das gutgekleidete junge Leute beim Feiern auf Sylt zeigt. Sie tanzen und singen rechte Parolen als sei es ein Party-Hit. Malu Dreyer sagt: "Es sind Menschen mitten in der Gesellschaft, die inzwischen Nazi-Parolen von sich lassen, die rechtsextremistisch unterwegs sind. Es sollte uns alle wirklich einfach nur erschüttern." Die Ministerpräsidentin erwartet, dass die Feiernden angezeigt und bestraft werden. Sie macht die AfD dafür verantwortlich, dass rechtes Gedankengut so verbreitet ist. "Es gibt viele Falschnachrichten, falsche Behauptungen, und ich kann nur empfehlen und auch darum bitten, dass jeder Mensch, auch wenn Frust besteht oder die Herausforderung gerade sehr groß ist in der Gesellschaft, wirklich sich darüber vergewissert: Wofür steht die AfD und wo sind Teile der AfD eben im Moment auch unterwegs.", mahnt Dreyer.
    Rechtsruck bei der Europawahl?
    Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz hält die Gefahr eines Rechtsrucks in vielen EU-Staaten für real. Sie hofft auf die jungen Wählerinnen und Wähler und die Frauen – und darauf, dass Europa auch für Überraschungen gut sei. "Ich glaube, ein Beispiel, was uns auch positiv und optimistisch stimmen sollte, ist immer wieder Polen. Wo die Bevölkerung dann doch entschieden hat, die Partei, die sie eine Zeitlang geführt hat und die einfach eben nicht für dieses liberale, offene Europa stand, dass man die nicht mehr möchte und sie abgewählt hat. Das war ein starkes Statement, auch aus demokratischer Sicht."
    Elementarschaden-Pflichtversicherung muss kommen
    Am Pfingstwochenende gab es auch in Rheinland-Pfalz wieder Starkregen und Überflutungen. Nach Ansicht von Malu Dreyer war der Katastrophenschutz gut aufgestellt und auch die Kommunikation habe gut geklappt. Sie lobt außerdem den Zusammenhalt von Nachbarn und Bürgerinnen und Bürgern. Diese Unwetter hätten aber erneut gezeigt, wie notwendig die Einführung einer Elementarschaden-Pflichtversicherung sei. Bei der Bund-Länder-Konferenz am 20. Juni will Dreyer beim Kanzler dafür werben. Allerdings sind ihre Erwartungen verhalten. "Ich glaube, dass es nicht ganz chancenlos ist. Ob es am Ende dann die Elementar-Pflichtversicherung ist, die ich mir vorstelle, da muss man, glaube ich, noch viel miteinander sprechen. Für mich ist im Moment des Allerwichtigste, dass die Menschen eine Chance haben, eine Versicherung abzuschließen, die sie sich auch einigermaßen leisten können. Also dass die Prämien am Ende nicht so sind, dass sie einen erschlagen und dass sie auch tatsächlich Angebote von Versicherungen bekommen."
    25 min
  • Können Museen uns politisch beeinflussen?
    Wie politisch sind eigentlich Museen? Und wie politisch sollten sie sein? Das wird derzeit auf dem 18. Internationalen Bodensee-Symposium diskutiert. "Museen sind immer politisch", sagt die Kunsthistorikerin Felicia Sternfeld in SWR Aktuell. Die Präsidentin des deutschen Nationalkomitees des Internationalen Museumsrats meint, "dass Museen im engeren Sinn zwar keine Parteipolitik machen, aber sie ergreifen Partei und positionieren sich politisch." Welche Möglichkeiten der Einflussnahme Museen genau haben, erklärt Sternfeld im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Moritz Braun.
    6 min

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