Warnhinweise gab es schon lange ganz klein, später etwas größer auf Zigarettenpackungen. Vor zehn Jahren aber hat der Bundestag beschlossen, die Schock-Bilder auf Zigarettenpackungen zur Pflicht zu machen. Ute Mons hat diesen Prozess begleitet. Sie leitete mehrere Jahre lang die Stabsstelle Krebsprävention am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Ulrike Alex betont sie, dass die Schock-Bilder vor allem junge Leute vom Rauchen abgehalten haben: "Die Packung ist im Prinzip so eine Art Werbefläche und wenn die weniger attraktiv ist, dann ist es auch weniger schön, beispielsweise die Packung auf dem Tisch liegen zu haben oder auch herauszuziehen."
Raucherberatung und vor allem der Preis sind effektiv
Was auch auf die Packungen kam: die Telefonnummer einer Raucherberatung - und das hat Wirkung gezeigt. "Die Zahlen der Anrufe bei dieser Raucherberatung haben sich massiv erhöht von vorher circa 10.000 im Jahr auf 50.000 - also wir sehen, dass Warnhinweise wahrgenommen wurden und was bewirkt haben", sagt Mons. Sie sagt aber auch: "Tatsächlich hat der Preis den deutlichsten Effekt, weil er einfach unmittelbar wirkt." Das habe die Raucher-Statistik über die verschiedenen Preiserhöhungen der letzten Jahre immer wieder gezeigt.
Es gibt immer mal wieder so magische Grenzen.
Quelle: Ute Mons, langjährige Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention am Deutschen Krebsforschungszentrum
Eine "magische Grenze" sei die von fünf Euro gewesen, aber auch sieben Euro hätten ihre Wirkung gehabt. Trotzdem sagt sie auch: "Im europäischen Vergleich sind Zigaretten noch relativ erschwinglich."
EU will "tabakfreie Generation" und Kassenärztliche Vereinigung mehr Steuern
Auch auf europäischer Ebene hat die Politik dem Rauchen den Kampf angesagt. Die EU strebt bis 2040 eine "tabakfreie Generation" an. Steuererhöhungen sind geplant, was der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung, Andreas Gassen, begrüßt. Er hatte bereits im Dezember höhere Steuern auf Tabak und Alkohol gefordert. Zwei Euro Steuern mehr pro Zigarettenpackung wären ein guter Anfang, so Gassen. Er verspreche sich davon Mehreinnahmen von rund sieben Milliarden Euro im Jahr. Dieses Geld müsse zweckgebunden in das Gesundheitswesen gehen und dürfe nicht "im Bundeshaushalt versickern". Es sei umso besser, wenn Jugendliche damit vom Rauchen abgehalten würden - schließlich sei Rauchen die Hauptursache für Lungenkrebs, Herzinfarkte und Schlaganfälle.
EU fordert effektivere Krebsprävention
Steuererhöhungen auf Tabakwaren wären eine kostengünstige Form der Krebsprävention. Genau das fordert auch der Europäische Rechnungshof. Dieser hat die EU-Kommission aufgefordert, effizientere Programme zur Krebsbekämpfung aufzusetzen. Die Rechnungsprüfer kritisieren, dass die EU zwar viel Geld in die Aufklärung stecke, damit aber zu wenig erreiche. So würden zum Beispiel in den meisten Mitgliedstaaten immer weniger Frauen zur Brustkrebsvorsorge gehen. Vor allem in Ländern mit bereits unterdurchschnittlichen Zahlen sei diese negative Entwicklung zu beobachten - dazu gehöre auch Deutschland.