Talentschmiede

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By Carsten Peters, Dr. Kathrina PetersEducation
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Talentschmiede episodes

  • 021 Die Methode von Professor Pimsleur
    Ein gewisser Professor Pimsleur hat bereits vor vielen vielen Jahren eine Methode entwickelt, mit der er seinen Schülern eine Sprache durch fortwährendes Wiederholen der Inhalte beibrachte.
    Der Verlag Simon & Schuster vertreibt Pimsleur Sprachkurse, die vor allem in den USA sehr bekannt und beliebt sind. Wir haben Pimsleur für euch an mehreren Sprachen getestet und haben 4 Vorteile und 4 Nachteile herausgearbeitet:
    Vorteile
    - Sehr gutes Aussprache-Training
    - Schnell zum Small-Talk
    - Kein Zeitaufwand
    - Sehr gut strukturiert
    Nachteile
    - Sehr wenig Vokabular
    - Keine Schriftsprache
    - Nicht erweiterbar
    - Relativ teuer
    http://de.wikipedia.org/wiki/Pimsleur-Methode
    http://www.pimsleur.com/
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    15 min
  • 020 Englisch ist leichter als Spanisch
    Ist eine Sprache wirklich leichter als eine andere? Gibt es so etwas wie schwere und leichte Sprachen? Und wenn ja, was bedeutet das für mich als Sprachlerner? Diese und andere Fragen beantworten wir in dieser Episode.
    Es gibt tatsächlich viele Punkte, an denen man festmachen könnte, ob eine Sprache schwerer als eine andere ist. Die Frage, die sich mir immer ganz am Anfang stellt, ist, ob es überhaupt Sinn macht, sich die Frage überhaupt zu stellen. Ich denke, dass sich kaum jemand eine Sprache zum Lernen unter einer Vielzahl von Sprachen aussucht, sondern dass der Entschluss diese Sprache zu lernen, bereits gefasst ist. Vor diesem Hintergrund ist "ein Aussuchen einer Sprache" nicht notwendig, und somit macht es auch keinen Sinn, die Sprachen zu vergleichen.
    Und dennoch ist es ein interessantes Thema. Vor allem ist es spannend und auch das Erlernen der Sprache sehr hilfreich, wenn ich mir über die Eigenschaften einer Sprache im Klaren bin, denn dadurch kann ich leichter bestimmen, welchen Bereichen ich mehr Beachtung schenken darf.
    Hier nun also die Punkte, die eine Sprache schwerer oder leichter machen. Als wir den Podcast aufgezeichnet haben, sind wir von 5 Punkten ausgegangen und haben noch einige, weniger relevante Zusatzpunkte hinzugefügt. Der Vollständigkeit halber möchte ich hier in den Shownotes 10 Punkte aufführen.
    1. Muttersprache
    Je ähnlicher die Muttersprache der Fremdsprache ist, desto leichter fällt es mir diese Sprache zu lernen.
    2. Fremdsprachenkenntnisse
    Je mehr Fremdsprachenkenntnisse ich bereits in anderen Sprachen habe, desto mehr Erfahrung habe ich im Sprachenlernen und desto wahrscheinlicher ist es, dass mir diese Kenntnisse in der neue Sprache helfen, sofern es dort ähnliche Wörter und Strukturen gibt.
    3. Unregelmäßigkeiten
    Auch wenn Grammatik beim Lernen keine Rolle spielt (es sei denn der Lerner legt sehr viel Wert auf Grammatik), so darf sich mein Unterbewusstsein doch damit beschäftigen, wie es die eine oder andere intuitiv gelernte Regel verinnerlicht und anwendet. Je weniger Regeln es gibt, desto leichter. Und das gilt unabhängig davon, ob mit oder ohne Grammatik gelernt wird.
    4. Komplexität
    Auch wenn alles sehr regelmäßig ist, so kann die Sprache durchaus sehr komplex aufgebaut sein. Und diese Komplexität darf der Lernen aufnehmen.
    5. Anzahl der Wörter / Zeichen
    In manchen Sprachen wird ein höheres Sprachniveau durch steigern der Komplexität erreicht, in anderen Sprachen ist es die Wortwahl. Je mehr Wörter vorhanden sind, desto mehr darf ich davon lernen.
    6. Aussprache
    Aussprache ist Muskeltraining und so manche Muskelübung ist für Erwachsene eine kleine bis mittlere Herausforderung. Und grundsätzlich ist alles lernbar.
    7. Alfabet
    Wird die Zielsprache in einem anderen Alfabet geschrieben, so darf der Lerner nicht nur die Sprache, sondern auch noch das Alfabet lernen.
    8. Geschwindigkeit
    Einige Sprachen werden durchschnittlich schneller gesprochen als andere. Das liegt daran, dass die Informationsdichte mehr oder weniger hoch ist. Die Menge an Information pro Minute ist also bei allen Sprachen mehr oder weniger gleich. Eine schneller gesprochene Sprache stellt also höhere Anforderungen an die Aussprache.
    9. Toleranz der Verständlichkeit
    Manch eine Sprache muss wirklich sehr deutlich gesprochen werden, damit ein Muttersprachler sie versteht. Die Toleranz dieser Menschen ist sehr gering. Das kann unter anderem daran liegen, dass es wenige Ausländer und Muttersprachler aus anderen Regionen gibt, die diese Sprache mit Akzent sprechen. Daher sind die Menschen nicht daran gewöhnt, verschiedene Varianten ihrer Sprache zu hören.
    10. Innere Einstellung
    Je mehr ich ein Land, seine Menschen und seine Kultur mag, desto leichter fällt es mir, die Sprache zu lernen.
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    16 min
  • 019 Libby - Eine Engländerin in Hamburg
    Libby Lehnich ist gebürtige Engländerin und hat Französisch und Japanisch in Deutschland studiert. Mit dem Sprachenlernen hatte sie bereits in frühen Jahren in England gestartet und ihre Sprachkenntnisse dann jeden Sommer in Deutschland und Frankreich angewendet. Heute ist Libby eine erfolgreiche Unternehmerin - und ihr geschäftlicher Erfolg hat natürlich auch etwas mit ihren Sprachkenntnisse zu tun.
    Es freut mich ganz besonders, dass ich Libby Lehnich, die Geschäftsführerin sowohl von Discover Translation und als auch von Discover Legal, im Studio begrüßen durfte. Libby hat schon früh gezeigt, dass Sprachenlernen etwas mit Regelmäßigkeit (manche nennen es auch Disziplin) zu tun hat. Und das gibt sie jetzt auch an ihre Kinder weiter.
    Ich bewundere Menschen, die in der Internationalität eine Chance sehen und diese auch wahrnehmen. Es gibt viele junge Schüler, die am Ende ihrer Schulzeit erkennen, dass sie gern eine Fremdsprache lernen möchte. Einige tun es dann auch und haben Erfolg dabei. Und manch einer geht sogar ins Ausland, um seine Sprachkenntnisse anzuwenden. Sehr viel kleiner ist die Anzahl derjenigen, die gleich direkt ins Ausland gehen, um dort dann die Sprache vor Ort zu lernen. Und noch viel weniger Menschen setzen sich zum Ziel gleich zwei Sprachen zu lernen.
    Bei Libby war das anders. Sie hat sich nicht nur zum Ziel gesetzt zwei Sprachen zu studieren, sondern sie begab sich dazu auch noch in ein Land, in dem keine dieser beiden Sprachen gesprochen wurde. So hatte Sie die Gelegenheit gleich drei Sprachen auf einmal zu lernen und zu perfektionieren.
    Natürlich folgten nach Deutschland noch weitere Aufenthalte im Ausland. Und heute nutzt Libby sowohl ihre Sprachkenntnisse als auch ihre interkulturelle Erfahrung, um für ihre Kunden, für die sie sowohl allgemeinsprachliche als auch juristische Texte übersetzt, höchste Qualität zu liefern.
    Wer mehr über Libby und ihre Sprachdienstleistungen erfahren möchte, der darf sich gern direkt an Sie unter www.DiscoverTranslation.com oder www.DiscoverLegal.de wenden, oder wir von der Language Mining Company leiten auch gern Ihre Anfrage weiter.
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    15 min
  • 018 Der Bäcker lernt Artikel
    Für viele Sprachlerner ist das Lernen der Artikel ein der größten Herausforderungen. Und dabei ist es so einfach. Der Artikel gehört zum Wort und darf daher auch gleich mitgelernt werden. Sie kaufen einen Kochtopf ja auch gleich mit dem Deckel. Warum sollten Sie ihn auch später kaufen. Mit anderen Worten: Machen Sie es gleich richtig. Es lohnt sich.
    Artikel kategorisieren wir gern in männlich, weiblich und sächlich. Und das macht überhaupt keinen Sinn. Manche Dinge, die bei uns, also in der deutschen Sprache, männlich sind (wie zum Beispiel der Tisch) sind in einer anderen Sprache weiblich (wie zum Beispiel auf Spanisch "la mesa").
    Okay, schön und gut, ändern kann ich das nicht, also darf ich es einfach akzeptieren. Wie bereits erwähnt ist es sehr sinnvoll, den jeweiligen Artikel eines Wortes gleich am Anfang mitzulernen. Das gilt ebenso für etwaige Unregelmäßigkeiten oder Pluralendungen. Im Englischen wäre hier das Beispiel mouse und mice zu nennen. Im Deutschen gibt es so einige Pluralendungen, die sehr sehr selten regelmäßig sind.
    Außerdem gibt es dann noch Deklinationen, und auch die kann ich gleich mitlernen. Natürlich wiederholen sich diese, das heißt, wenn ich einmal gelernt habe, dass die Frau zu der Frau werden kann, wenn ich das Wort "Frau" an einer bestimmten Stelle im Satz verwende, so habe ich bereits die Beziehung zwischen die und der gelernt und kann diese (unbewusst oder bewusst) auf andere weibliche Wörter übertragen.
    Wichtig ist, dass ich ein Gefühl dafür bekomme, was genau weiblich ist. Wie oben bereits erwähnt, hat weiblich nicht viel mit weiblich im Sinne von wie ein Weib (oder Frau) zu tun, denn in anderen Sprachen, die auch zwischen männlich, weiblich und vielleicht sogar sächlich unterscheiden, muss das nicht übereinstimmen. Daher ist es durchaus legitim und wahrscheinlich auch beim Lernen hilfreich in Kategorien zu denken. "Ein Gefühl dafür bekommen" ist natürlich im übertragenden Sinn gemeint. Das Gefühl ist das stärkste Instrument oder der stärkste Sinn, der uns zum Sprachenlernen zur Verfügung steht. Allerdings brauchen Gefühle etwas mehr Zeit als Bilder, Töne, Gerüche und Geschmäcker.
    Damit sich das Gefühl für etwas aufbauen kann, kann ich die anderen Sinne zuhilfe nehmen. Das Gefühl, von dem ich hier spreche, ist genau das, das wir deutschen Muttersprachler haben, wenn wir instinktiv wissen, dass zum Beispiel Schublade oder Nuss weiblich sind.
    Damit sich dieses Gefühl aufbauen und dann langfristig in meinem Gehirn gespeichert werden kann, lege ich für jede Kategorie, also für jeweils männlich, weiblich und sächlich, verschiedene Dinge fest. So könnte zum Beispiel männlich die Farbe rot haben, ich kann es mit einer tiefen Stimme oder tiefen Tönen assoziieren, und es kann auch herb riechen und deftig schmecken. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.
    Je öfter Sie diese Kategorien zum Sprachenlernen verwenden, desto leichter merken Sie sich die Artikel.
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    15 min
  • 017 Mit Video und Filmen lernen
    Wie schön wäre es, einfach einen Film in der Originalversion zu schauen und alles zu verstehen. Oder währenddessen einfach nebenher die Sprache zu lernen. Kann man mit Videos und Filmen wirklich eine Fremdsprache lernen? Bringt es etwas oder ist das eher eine Zeitverschwendung?
    Filme und Video sind nicht unbedingt das beste Medium, um eine Fremdsprache zu erlernen. Und es gibt Ausnahmen.
    Eine Ausnahme in diesem Sinne haben wir bereits in der letzten Episode dieses Podcasts mit dem Titel http://languageminingcompany.com/016-star-trek-english/ besprochen. Thomas Ilg von http://www.hd-videofilm.com/ hatte früher mit Star Trek Englisch gelernt. Die hierarchischen Strukturen der Serie haben sicher auch zu vielen Wiederholungen und klaren Anweisung geführt, sodass viele Texte ständig wiederholt wurden. Und, was sehr wichtig ist, das, was im Film geschieht, passt zu dem, was im Film gesagt wird.
    Ähnlich ist das bei Actionenfilmen, in denen immer genau das getan wird, was auch gesagt wurde. Ein Satz wie "Ich bring' dich um." führt meist dazu, dass auch tatsächlich jemand umgebracht wird, oder zumindest ist aus der Szene heraus klar, dass es sich um eine ernste Drohnung handelt.
    Mir ist das mit Fernsehwerbung in Spanien so ergangen. Damals habe ich viel ferngeschaut, weil meine damaligen Mitbewohner viel ferngeschaut haben. Ich schaue nicht gern fern und habe auch damals nicht wirklich fernschauen wollen. Jedoch habe ich die Situation zum Lernen genutzt. Ich habe vieles mitgeschrieben und meine Mitbewohner später gefragt, was dies oder jenes bedeutete. Am effizientesten habe ich jedoch mit Werbung gelernt. Da die Fernsehwerbung ständig wiederholt wurde, hatte ich genug Gelegenheit, um mir jedes einzelne Wort mehrmals anzuhören. Und natürlich passt der Text zu den Bildern, denn die Idee bei Werbung ist ja, dass der Zuhörer genau versteht, warum das Produkt gut ist.
    Ganz anders sieht es bei Filmen aus, die sehr auf Dialogen basieren. In diesen Filmen passiert nicht wirklich viel, also wenn wir den Film ohne Ton anschauen würden, hätten wir große Schwierigkeiten zu verstehen, worum es in dem Film überhaupt geht. In diesem Fall ist die Verbindung zwischen Audio und Video sehr schwach und damit lerntechnisch nicht sehr effizient.
    Videos und Filme sollte man immer, wenn möglich, mit Untertiteln anschauen. Und die Untertitel natürlich in der Sprache einstellen, die man lernen will. Bei Zuschauen kann ich dann einen direkten Zusammenhang zwischen dem gesprochenen Wort und dem geschriebenen herstellen. Nicht immer sind die Texte identisch, und immer kann man das eine oder andere Worte lernen. Durch die Kombination aus Video, Audio und Text wird die Lerneffizienz gesteigert.
    Das mag am Anfang vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig sein, jedoch gewöhnt man sich schnell dran, und es ist stark motivierend, wenn immer wieder Sätze versteht und Wörter wiedererkennt und so weiter.
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    15 min
  • 016 Star Trek English
    Filmproduzent Thomas Ilg hatte schon immer eine Begeisterung für Star Trek. Und wenn sich jemand wirklich für etwas begeistern kann, dann fehlt es oft an Geduld, um auf neue Folgen der Serie zu warten. Thomas hatte damals schnell gelernt, dass die englischen Originalfolgen bereits ein Jahr früher veröffentlicht wurden. Nur dazu musste er Englisch verstehen.
    Thomas hatte - wie viele von uns - nicht sonderlich viel Erfolg im Englischunterricht. Schlechte Noten suggerieren den Schülern, dass sie keine guten Sprachlerner sind, dabei ist es oft die Sympathie für den Lehrer, also die Chemie, die nicht stimmt, oder es sind die Lernmethoden, die meist nicht viel mit dem richtigen Leben zu tun haben. Englisch kann man überall lernen außer in der Schule. Und so ging es Thomas auch.
    Thomas sagt, dass er es gar nicht verhindern konnte, die englische Sprache zu lernen, während er sich immer wieder die Star Trek Folgen anschaute. Vor allem die militärischen Befehle und die Ausdrucksweise halfen ihm, die Sprache zu lernen.
    Das Schriftenglisch hat dadurch natürlich nicht lernen können. Da Thomas jedoch sehr visuell denkt, konnte er sich die Wörter bildlich vorstellen. Und somit hat er vielleicht nicht immer alles richtig geschrieben, doch seine visuelle Präferenz hat ihm geholfen, auch das Schreiben zu lernen.
    Spannend ist vor allem, dass für Thomas inzwischen das Deutsche und das Englische keinen Unterschied mehr darstellt. Er kann sich oft nicht mehr daran erinnern, in welcher Sprache er sich mit wem unterhalten hat.
    Auch das Anpassen an neue Akzente - wie zum Beispiel britisches Englisch im Gegensatz zu amerikanischem Englisch - macht ihm wenig aus. Wahrscheinlich liegt das daran, dass er es gelernt hat, sich "ins Englische hineinzuhören".
    Seine Methode die englische Sprache zu erlernen würde er sogar weiterempfehlen, vorausgesetzt jemand kann sich wirklich für eine Fernsehserie begeistern.
    Begeisterung ist also der Schlüssel zum Erfolg. Und alles andere ergibt sich von allein.
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    Thomas Ilg Filmproduktion http://www.hd-videofilm.com/
    http://www.youtube.com/watch?v=PVfAup8ycw4 (Musikvideo: Regie und Schnitt)
    http://www.youtube.com/watch?v=fK9tS_jprHg (Kinospielfilm „Der Atem des Himmels“: Filmschnitt)
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    12 min
  • 015 Kinder lernen Grammatik intuitiv
    Wenn Kinder intuitiv Grammatik lernen können, dann müssten wir Erwachsenen es doch auch können, oder? Und wenn das Lernen intuitiv funktioniert, dann brauchen wir uns auch keine Gedanken darüber zu machen, eben weil es intuitiv funktioniert. Wenn wir intuitiv wissen, was richtig und was falsch ist, dann lernt unser Unterbewusstsein für uns.
    Wie immer basieren die Erkenntnisse aus Beobachtung und dabei vor allem Selbstbeobachtung, der Gehirnforschung, und natürlich aus gesundem Menschenverstand.
    Mein Sohn kam nach Hause und sagte: "Papa, ich bin heute geschwimmt." Kinder machen sollte Fehler, werden Sie jetzt sagen. Wobei ich dazu tendiere, dass Kinder keine Fehler machen, sondern wir sollten ihnen die Chance geben, Sprache neu zu definieren. Leider korrigieren wir unsere Kinder und bringen ihnen sogenannte Ausnahmen bei. Das sind also Dinge, die keinen Sinn machen, weil sie keiner Regel folgen. Und so lassen wir unsere Kinder also unsinnige Dinge lernen, weil wir wissen, dass alle anderen Eltern das auch tun.
    Warum hat der kleine 5-jährige damals "geschwimmt" gesagt? Er kannte das Wort nicht und er kannte auch die vermeintlich richtige Variante des Wortes, nämlich "geschwommen", nicht. Er hatte bis dato das Verb schwimmen nur in der Gegenwartsform verwendet, da wir lange über den Schwimmkurs geredet hatten und er bis dato noch nie selbst geschwommen war.
    Die Wortart, die er verwendet hat, ist ein Partizip. Um in der deutschen Sprache die Vergangenheitsform zu bilden, nehmen wir ein Hilfsverb, also haben oder sein, und nehmen den Verbstamm der Hauptverbs - das ist in diesem Fall schwimmen. Dazu müssen wir die Endung -en einfach abschneiden. Aus "schwimmen" wird also "schwimm". Und dann füge ich vorn "ge" und hinten ein "t" hinzu. Und fertig ist "geschwimmt".
    Es ist eine Art Rezept, das ich zu befolgen habe. Das Rezept nennt sich auch Grammatikregel. Bei Verben wie machen, putzen, spielen usw. funktioniert das wunderbar. Darüber freut sich (nur) der Grammatiklehrer. Es gibt aber auch noch weitere Regeln. Wenn zum Beispiel das Verb mit ent-, ver-, be- und noch einigen anderen Vorsilben beginnt, dann fügen wir vorn kein "ge" hinzu, hinten jedoch oft ein "t". Oder ein "en", auch das gibt es.
    Woher weiß mein Gehirn, wann welche Regel anzuwenden ist. Grammatik hatte ich bis zur Grundschule nicht gelernt und meinem Sohn habe ich auch keine Grammatikregeln beigebracht.
    Ganz einfach: Das Gehirn kategorisiert alles, was es an Informationen aufnehmen kann. Das geht sogar soweit, dass es Informationen gar nicht aufnehmen kann, sofern es diese nicht kategorisieren kann. Die Kategorie ge+Verbstamm+t ist die Kategorie, die am häufigsten auftaucht, also stellt diese den Default-Wert oder die Voreinstellung dar.
    Mein Sohn kannte das Partizip von schwimmen nicht und sein Gehirn hat ihm die Variante geliefert, die am wahrscheinlichsten richtig ist.
    Und wer dieses Prinzip verstanden hat, braucht jetzt nur noch sein Gehirn systematisch zu füttern und schon lernt das Gehirn Grammatik automatisch. Ich habe es ausprobiert. Es funktioniert tatsächlich. Und je regelmäßiger die Sprache, desto besser geht es.
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    17 min
  • 014 Was kostet eine Fremdsprache fließend?
    Zeit ist Geld und eine Fremdsprache zu erlernen kostet Zeit, und Geld ... Mit Geld kann ich mir Bequemlichkeit kaufen. Und lernen darf ich immer noch selbst. Hier sind also die Möglichkeiten unbegrenzt. Sprachenlernen geht von absolut kostenlos bis hin zu richtig teuer. Wer die Weichen richtig stellt, kann entweder Geld sparen oder richtig investieren, damit das Sprachenlernen auf keinen Fall umsonst ist.
    Ohne Planung geht es gar nicht. Das ist zumindest unsere Erfahrung. Wer einfach in den Tag hinein lernt, lernt etwas, nur ist die Frage, ob er jemals das Ziel erreicht, nämlich die Sprache fließend zu sprechen.
    Wie beim Sport oder beim Studium dürfen wir uns darüber Gedanken machen, wie viel Zeit wir investieren wollen, und natürlich auch wie viel Geld wir investieren wollen.
    Wenn Sie keine Ahnung haben, wo Sie anfangen sollen, dann lassen Sie sich bitte beraten. Und das möglichst bei vielen verschiedenen Anbietern. Das machen Sie doch im richtigen Leben genauso: Beim Autokauf machen Sie Probefahrten, beim Hauskauf schauen Sie sich Musterhäuser an, und selbst beim Käse probieren Sie vorher ein Stück, bevor Sie den Käse kaufen. Und die besten Tipps haben Menschen, die bereits erfolgreich die Fremdsprache sprechen.
    So, und was kostet es denn jetzt? Und die Antwort ist wie immer gleich: Es kommt darauf an. Okay, worauf kommt es an?
    Zunächst einmal kommt es auf die richtige Planung an: Erstellen Sie sich eine Exceltabelle oder nehmen Sie einfach nur ein Blatt Papier und schreiben Sie alles auf, was Sie glauben, dass Sie zum Sprachenlernen benötigen. Das sind so Dinge wie Wörterbücher, Sprachkurse, Sprachlernsoftware, Sprachlernapps, privater Unterricht, Reisen (sowohl Sprachreisen als auch die Anfahrtskosten zu lokalen Sprachkursen o. ä.).
    Je besser Sie sich beraten lassen, desto schneller kommen Sie vermutlich ans Ziel. Durch gutes Projektmanagement wird einfach alles effizienter. Und günstig oder umsonst ist nicht unbedingt immer besser.
    Und hier noch ein wichtiger Tipp von uns. Probieren Sie gern einige Sachen aus, und treffen Sie dann schnell eine Entscheidung und bleiben Sie dann dabei. Wer zu oft die Tools wechselt, braucht meist länger und bremst sich selbst aus. Für jedes neue oder weitere Tool brauchen Sie Energie, und je mehr Sie davon verbrauchen, desto schwerer fällt es Ihnen, eine Sprachlerngewohnheit aufzubauen.
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  • 013 Ein Opernsänger lernt Spanisch
    Harald Häusle ist Opernsänger, hat ein gut trainiertes Gehör, und es fällt ihm schwer, gesprochenes Spanisch zu verstehen. Wenn er die spanischen Texte geschrieben sieht, also wenn er sie liest, dann versteht er alles. Woran liegt das? In diesem Podcast gehen wir der Sache auf den Grund.
    Harald erzählt uns in dieser Episode von seinem Beruf und seinem Wunsch, die spanische Sprache so gut zu können wie seine Frau, die gebürtige Spanierin ist. Harald und seine Frau leben zeitweise in Spanien und zeitweise in Deutschland. Da macht es natürlich Sinn, dass Harald Spanisch lernt.
    Beruflich hat Harald viel mit fremdsprachlichen Liedern zu tun. Er darf Liedtexte lernen, die meist in einer Sprache verfasst sind, die er selbst nicht versteht. Natürlich gehört es bei einem Opernsänger dazu, diese Musikstücke dann auch akzentfrei vorzutragen. Komischerweise klappt es bei der Umkehrung nicht, also wenn es nicht ums Sprechen, sondern ums Verstehen geht.
    Wer eine Fremdsprache lernt, darf darauf achten, mit welchem Wahrnehmenskanal er lernt. Die meisten Menschen lesen auditiv. Das hat man uns leider in der Schule beigebracht. Wer visuell liest, liest sehr viel schneller.
    Das Gefühl ist der langsamste Wahrnehmungskanal, den wir haben. Allerdings ist es so, dass wenn wir etwas mit einem (hoffentlich guten) Gefühl verbunden haben, dann können wir uns daran ein Leben lang erinnern. Denken Sie nur einmal an den ersten Kuss, das erste Kind usw.
    Wenn Sie also Schwierigkeiten feststellen, wie es Harald sehr schön berichtet hat, dann achten Sie auf den Wahrnehmungskanal, und wie Sie ihn benutzen.
    Harald ist sehr auditiv geprägt. Selbst auf Deutsch konsumiert er lieber ein Hörbuch als ein gedrucktes. Englisch hat er allerdings eher schriftlich gelernt. Deutsch ist die Muttersprache, daher gibt es keine Verknüpfung zwischen Sprache lernen und Deutsch. Jedoch gibt es eine Verknüpfung zwischen Sprache lernen und Englisch. Diese Verknüpfungen übernehmen wir in den meisten Fällen 1:1 beim Erlernen einer zweiten Fremdsprache. Das heißt also, auch wenn Harald ein sehr auditiv geprägter Mensch ist, ist es wahrscheinlich, dass er das Erlernen einer Fremdsprache mit dem visuellen (das Sehen oder Wahrnehmen von Wörtern) und dem kinäthetischen Sinn (=Gefühl/Bewegung, also das Schreiben) verbindet.
    Darüber hinaus hat Harald beim Erlernen der fremdsprachlichen Lieder, die er von berufswegen her lernen darf, die Bedeutung und die Aussprache der Wörter voneinander getrennt. Der Klang eines Wortes hat also keinen Bezug zur Bedeutung desselben.
    Auch wenn das Ganze sehr plausibel scheint, darf sich jeder beim Lernen selbst beobachten. Die obige Erklärung ist sehr wahrscheinlich, allerdings kann der "Knoten" auch ganz woanders liegen.
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    16 min
  • 012 Vokabeltrainer
    Früher in der Schule haben wir mit Vokabellisten gearbeitet, und dafür hatten wir ein Vokabelheft. Diejenigen, die damals schlau waren, haben bereits mit Lernkarten gearbeitet. Heute gibt es Vokabeltrainer in allen Variationen und alle elektronischen Geräte. Wie funktioniert ein Vokabeltrainer und was bringt es?
    Ein Vokabeltrainer sind wie Vokabellernkarten in elektronischer Form: auf der einen Seite der Lernkarte steht die deutsche Vokabel und auf der anderen Seite steht die englische Vokabel (oder welche Sprache auch immer). Bei Lernkarten legt der Lerner die Karten beiseite, die er bereits gelernt hat. Und er darf sich die Lernkarten wieder zurückholen, sobald er die Vokabeln wieder vergessen hat.
    Das ist wenig praktikabel, also übernimmt der Vokabeltrainer diese Funktion. Die meisten Vokabeltrainer arbeiten mit einem Algorythmus, also mit einer Art mathematischen Formel, die bestimmt, wann eine Vokabel erneut wiederholt werden sollte. Lernt ein Lerner also ein neues Wort, dann vergisst er es nach einer gewissen Zeit wieder. Nach zum Beispiel einem Tag erscheint das Wort erneut und der Lerner hat die Möglichkeit, es erneut zu lernen.
    Dadurch prägt sich das Wort mehr ein. Das ist wie bei einem Meißel und einem Stein: je öfter ich in dieselbe Kerbe schlage, desto tiefer wird diese. Das häufige Wiederholen eines Wortes führt also dazu, dass der Lerner es sich länger merkt.
    Darüber hinaus wird die Zeitspanne bei jedem Mal verlängert, sodass der Lerner seinem Gehirn Zeit zum Vergessen gibt. Irgendwann ist die Zeitspanne so lang, dass das Wort vermutlich in einem anderen Kontext sowieso erscheint. Das könnte zum Beispiel eine Zeitung, ein Buch, ein Film oder eine Unterhaltung sein.
    Wie bereits in der vorigen Folge erwähnt (siehe Link unten), macht es Sinn, dass Sie immer ganze Sätze in Verbindung mit den Vokabeln lernen.
    Offene Vokabeltrainer bieten die Möglichkeit, dass Sie selbst Vokabeln eingeben können. Und das lässt sich nicht nur zum Vokabellernen einsetzen. Auch für Schüler, die Stoff lernen müssen, der sie überhaupt nicht interessiert, ist ein Vokabeltrainer eine sehr große Hilfe und bringen auf jeden Fall bessere Noten.
    Hören Sie sich zu diesem Thema auch bitte die vorige Episode an:
    011 Vokabeln lernen www.languageminingcompany.com/podcast-011/
    Die kompletten Shownotes inkl. Links zu Anki unter http://podcast.languageminingcompany.com/012-vokabeltrainer/ ‎
    13 min

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