Talentschmiede

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By Carsten Peters, Dr. Kathrina PetersEducation
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Talentschmiede episodes

  • 041 Redewendungen in der Fremdsprache
    Immer, wenn ich eine Redewendung in einer Fremdsprache im richtigen Moment bringe, dann bekomme ich sehr viel Anerkennung von meinen Gesprächspartnern. Das heißt in deren Augen dann so viel wie, dass ich die Sprache wirklich gut spreche. Könnte ich jetzt im Umkehrschluss sagen, dass ich einfach nur Redewendungen zu lernen brauche, und dann spreche ich die Sprache sehr gut?
    So einfach ist es sicher nicht. Redewendungen werden in den meisten Ländern und den meisten Sprachen als sogenanntes Kulturgut betrachtet. Und Kultur ist etwas, das zu den Menschen gehört, die in dem Land leben und die die Sprache sprechen. Und so ist es nicht verwunderlich, wenn Muttersprachler sich darüber wundern, dass ein Ausländer Redewendungen und somit vermeintlich auch die Kultur bereits sehr gut kennt.
    Eine Sprache darf nicht nur gesprochen, sondern sie darf auch verstanden werden. Daher macht es Sinn, dass ein Lerner sich zunächst einmal mit all den Dingen beschäftigt, die am häufigsten verwendet werden. Lehrbücher, Sprachkurse und Sprachlernsoftware ist oft so aufgebaut, dass es die wichtigsten Vokabeln und Sätze enthält, die im täglichen Umgang am häufigsten eingesetzt werden. Und dazu gehört auch die eine oder andere Redewendung.
    Wer nun also anfängt und alle Redewendungen einer Sprache lernt, der lernt dann viele Dinge, die im täglichen Leben nicht allzu oft benutzt werden. Man könnte also sagen, wer beeindrucken will, der darf gerne viele Redewendungen lernen. Und wer die Sprache lernen will, der darf sich gerne an die Dinge halten, die erfahrene Lerner und Lehrer in den Büchern, den Kursen und der Sprachlernsoftware zusammengestellt haben.
    Auf der anderen Seite sind Redewendungen sehr leicht zu lernen. Das liegt vor allem daran, dass Redewendungen meist bereits Bilder enthalten. So zum Beispiel die englische Redewendung "it is raining cats and dogs". Auf Deutsch soviel wie: "es regnet in Strömen" oder "es gießt wie aus Kübeln". Um sich Redewendungen zu merken, braucht man also einfach nur noch die Bilder mit dem zu verbinden, was diese Redewendung ausdrücken möchte. Im Fall dieser englischen Redewendung ist es der Regen, die Katzen und die Hunde.
    Katzen und Hunde also, die wie Regentropfen vom Himmel fallen. Es wäre schön, wenn jede Redewendung so einfach zu lernen wäre.
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    17 min
  • 040 Haushaltsfremdsprache
    Früher habe ich alle Wörter, die ich nicht kannte, auf Post-it Zettel geschrieben. Und dann habe ich alle Post-it Zettel irgendwo hingeklebt. Ich dachte, dass ich die Wörter dann leichter lernen könnte. Das scheint eine sehr gute Idee zu sein, tatsächlich funktioniert es aber nicht. Das ist schade, denn die Idee ist wirklich gut.
    Warum funktioniert es eigentlich nicht? Dafür gibt es grundsätzlich zwei Gründe: der eine ist, dass ich nicht in meinem Sprachlernmodus bin. Das ist ähnlich wie beim Sport, denn ich habe keine Lust Sport zu machen, wenn ich nicht meine Sportklamotten trage. Ähnlich ist es mit dem Lernen. Wenn ich lernen möchte, dann habe ich mich vorher darauf eingestellt. Und wenn zum Beispiel am Fenster ein Zettel hängt, habe ich keine Lust darauf zu schauen.
    Der zweite Grund ist, dass sich unser Gehirn an alles gewöhnt, das es öfter sieht. Und so ist der Zettel am Fenster, auf dem zum Beispiel das russische Wort für Fenster steht, irgendwann irrelevant. Also ist genauso wie mit den Dingen, die wir nicht mehr wahrnehmen, weil wir sie so oft sehen. Manchmal fahren wir eine Strecke mit dem Auto, die wir ganz oft fahren, und dann sehen wir oder merken wir gar nicht mehr, dass wir zum Beispiel an einem Dorf vorbeigefahren sind.
    Unser Gehirn macht sich einen riesigen Spaß daraus.
    Ganz anders verhält es sich, wenn ich statt der Wörter wirklich ganze Sätze auf diesen Zettel schreibe. Und dann füge ich noch eine Aktion hinzu. Zum Beispiel schreibe ich auf den Zettel am Fenster: Ich öffne das Fenster. Und das ist dann auch genau das, was ich tue, während ich den Satz ausspreche.
    Richtig Spaß macht es erst, wenn ich mehrere Sätze habe, und mehrere Sachen nacheinander mache. So könnte ich zum Beispiel zuerst das Fenster auf- oder zumachen, dann die Heizung an oder aus, und dann setze ich mich noch auf den Stuhl oder ich lege mich aufs Bett. Damit kann ich diese drei Sätze jeweils mit einer Handlung verbinden, und so lernt mein Gehirn viel schneller.
    Außerdem definiere ich dieses kleine Theaterstück als Lernmodus. Ich weiß also vorher schon, dass ich jetzt Sprache lernen werden. Das ist genauso wie in anderen Situationen im Leben: Ich wüsste auch gerne vorher, ob ich jetzt Sport mache oder nicht. Und entsprechend zieh ich mir Sportsachen an oder ich behalte eben die Klamotten an, die ich gerade trage.
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    13 min
  • 039 Eine Sprache mit Musik lernen
    Das wäre schön: einfach nur die Musik einlegen und schon lerne ich die Sprache.
    Und tatsächlich geht es wirklich so einfach. Ich habe früher als Jugendlicher sehr viel Musik gehört und immer habe ich mir die Liedtexte auf der Schallplatte durchgelesen. Natürlich habe ich versucht jeden einzelnen Satz zu verstehen und dafür habe ich jedes Wort, das ich nicht kannte, im Wörterbuch nachgeschlagen.
    Ich hatte damals nur wenige Schallplatten und so musste ich die Lieder immer wieder hören.
    Viele Jahre später, als ich in England war, habe ich mit Menschen gesprochen, die in etwa im selben Alter waren. Nicht selten ist es vorgekommen, dass ich einen Satz sagte und mein Gesprächspartner diesen Satz dann aus einem Lied wiedererkannte.
    Mir war dann klar, dass ich diese Sätze so oft aufgenommen hatte, dass sie sozusagen "in Fleisch und Blut übergegangen" waren.
    Heute nutze ich diese Technik ganz gezielt zum Sprachenlernen. Die Musik bewirkt darüber hinaus auch noch, dass weitere Kanäle im Gehirn geöffnet werden, und somit geht die Sprache noch tiefer ins Gehirn.
    In dieser Podcast-Episode zeigen wir die einzelnen Schritte auf, die notwendig sind, um das Erlernen einer Fremdsprache über Musik zu einem Erfolgserlebnis zu machen.
    Zunächst suche ich mir das richtige Lied aus. Möglichst positiv sollte es sein, und die Sprache sollte zu dem passen, was ich später auch benutzen möchte. So macht es nicht viel Sinn zum Beispiel Rap-Musik mit negativen Texten zum Lernen zu nutzen, wenn ich Englisch im Business-Kontext anwenden darf.
    Die Songtexte findet man schnell im Internet. Dazu gibt man einfach nur den Titel und das Keyword songtext oder lyrics ein. Es gibt auch Smartphone-Apps, die Songtexte suchen. Metrolyrics ist eine solche App, die ich gern nutze.
    Dann lerne ich die Wörter, die ich noch nicht kenne. Wenn mein Sprachniveau in der jeweiligen Sprache noch nicht so hoch ist, dass kontzentriere ich mich zunächst einmal auf den Refrain. Durch die vielen Wiederholungen geht der am schnellsten ins Unterbewusstsein.
    Den Text lerne ich von hinten nach vorn. Durch den Richtungswechsel macht der Inhalt keinen Sinn mehr und mein Gehirn kann sich auf das Auswendiglernen konzentrieren.
    Zu guter Letzt treffe ich alle Voraussetzungen, sodass ich das Lied immer und überall hören kann. Idealerweise habe ich eine Playlist mit Liedern, von denen ich die Texte kenne. So kann ich die ganze Zeit beim Autofahren die Sprache lernen. Und nicht wenige von uns verbringen täglich sehr viele Stunden im Auto.
    Viel Spaß beim Hören
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    21 min
  • 038 Sprachen können und übersetzen
    Kannste nicht mal schnell übersetzen? Wie heißt so und so auf Englisch? Mach doch mal, du kannst doch Englisch.
    Ja, manchmal kann es schon nerven, eine Sprache richtig gut zu können. Freunde und Arbeitskollegen nutzen es gern aus und haben meist keine Ahnung, was dahinter steckt. Und das gerade wenn es um das Thema Übersetzen geht.
    Wir bringen in dieser Podcast-Episode etwas Licht in das Dunkel. Eine Sprache zu können ist so etwas wie die Grundvoraussetzung für Disziplinen wie das Übersetzen und das Dolmetschen. Das Dolmetschen teilt sich dann noch in die Unterkategorien Simultan- und Konsekutivdolmetschen auf.
    Viele Menschen werfen alle drei oder vier Dinge in einen Topf. Nicht ohne Grund gibt es Studiengänge, die mehrere Jahre dauern, in denen man das Übersetzen oder das Dolmetschen erlernen kann. Also, wenn jemand, der zum Beispiel zweisprachig aufgewachsen ist, einfach so aus dem Stegreif übersetzen oder dolmetschen könnte, dann bräuchte es diese Studiengänge ja nicht, oder?
    Fangen wir einmal im Gehirn an. Jeder, der eine Sprache spricht, macht sich zunächst erst einmal Bilder im Kopf. Und wenn diese Bilder dann im Kopf sind, greift das Gehirn auf die Sprache zu, die zu diesen Bildern passt. Jede Sprache ist im Gehirn für sich gespeichert. Das bedeutet, wenn da zunächst erst einmal ein Bild ist, dann darf sich das Gehirn entscheiden, in welchen Bereich des Gehirns es vordringen will, zum Beispiel in den deutschen oder in den englischen Bereich.
    Es gibt also immer eine direkte Verbindung zwischen dem Bild und dem Wort beziehungsweise dem Satz. Und es gibt keine Verbindung zwischen dem deutschen Satz und dem englischen Satz. Und das ist genau das, was in Übersetzerstudiengängen gelernt wird: die Verbindung zwischen diesen beiden Arealen herzustellen.
    Wenn also jemand fragt, wie heißt denn so und so auf Englisch, dann muss derjenige von diesem deutschen Wort auf ein Bild im Kopf zurückgreifen oder dieses Bild erzeugen, um von diesem Bild aus dann das fremdsprachliche Wort zu holen. Leider ist die Verbindung zwischen dem Bild und dem deutschen Wort so stark, dass es schwer ist, von diesem Bild einfach so aus dem Stegreif auf die andere Sprache zu zugreifen.
    Jeder kann das einmal ausprobieren: sprechen Sie einfach mal mit einem guten Freund auf Deutsch, und dann wechseln Sie die Sprache auf Englisch. Was glauben Sie, wie lange Sie diese Unterhaltung aufrecht erhalten können? Achten Sie auch genau darauf, was in dem Moment passiert, in dem Sie wieder zurück ins Deutsche wechseln. Was passiert in genau in dem Moment, in dem Sie sich nicht mehr so konzentrieren können, um weiter Englisch zu sprechen. Warum wechseln Sie dann auf Deutsch zurück?
    Wenn Sie also das nächste mal jemanden fragen, kannst du das mal kurz übersetzen, dann denken Sie bitte noch einmal darüber nach, welche mentale Leistung dieser Jemand zu erbringen hat.
    Viel Spaß beim Hören
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    18 min
  • 037 Frauen können besser Fremdsprachen
    Wenn Männer etwas über Frauen sagen ... Hmm, ob das gut geht? Zum Glück habe ich ja Kathrina im Studio. Und Kathrina ist eine Frau. Und sie findet das Thema auch spannend. Na, dann kann ja nichts schief gehen.
    Frauen lernen leichter Fremdsprachen, sie können es einfach besser oder sie haben weniger Probleme und so weiter. Glaubenssätze gibt es viele. Die Männer verstecken sich gern dahinter und für die Frauen sind diese Glaubenssätze ein Grund, sich in puncto Fremdsprachen noch sicherer zu fühlen.
    Was steckt genau hinter diesem Thema. Ist das etwas Wahres dran? Wir gehen dieser These in dieser Episode des Language Mining Podcasts auf den Grund und reden darüber, wie weit es wichtig ist, dem Thema Bedeutung zu schenken und ob wirklich etwas dran ist.
    Kurz und knapp für alle diejenigen, die nicht auf die Antwort warten wollen: Ja, es ist etwas dran und es lässt sich zwar nicht beweisen, jedoch erklären. Und, es ist so irrelevant, dass wir das Thema komplett vergessen können. Frauen dürfen sich natürlich weiterhin sicher fühlen. Vielleicht hilft der Glaubenssatz den Frauen noch bessere Ergebnisse zu erzielen. Männer dürfen weiterhin einfach daran glauben, dass jeder Mensch — ob Mann ob Frau — eine Fremdsprache erlernen und fließend sprechen kann.
    Unsere Begründungen oder unsere These führt uns weit in die Steinzeit zurück, in der die Menschen noch in Höhlen lebten und sich Männer um die Jagd und Frauen um den Nachwuchs und das Kochen kümmerten.
    Tja, da war die Welt noch in Ordnung, wird der eine oder andere Mann jetzt vielleicht schmunzeln. Tatsächlich hat diese "Ordnung" die Entwicklung von Mann und Frau sehr geprägt. Das hat sicher seine Spuren in den Genen und vor allem auch in der Art und Weise, in der wir immer noch unsere Kinder erziehen, hinterlassen.
    Viel Spaß beim Hören
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    15 min
  • 036 Regelmäßigkeit ist die beste Medizin
    Kürzlich bin ich von Kudo Learning gefragt worden, ob ich nicht einen kurzen Gastartikel für ihren Blog schreiben könne, in dem es um "den wichtigsten Tipp" zum Sprachenlernen geht.
    Gesagt getan. Hier ist der wichtigste Tipp: Regelmäßigkeit.
    Nehmen wir einmal an, jemand hätte den schlimmsten Sprachtrainer, oder eine echt miese Sprachschule, vielleicht auch eine richtig schlechte Sprachlernsoftware, ein Sprachlernbuch mit vielen Fehlern und so weiter. Das wären wirklich schlechte Bedingungen. Und nehmen wir weiter an, dieser jemand würde regelmäßig lernen. Es einfach tun. Jeden Tag ein bisschen. Dranbleiben. Nicht locker lassen.
    Würde dieser jemand dann nicht irgendwann die Sprache sprechen?
    In einem anderen Scenario hat jemand die besten Voraussetzungen: die Sprachschule vor der Haustür, ein Muttersprachler in derselben Wohnung, ein endlos großes Budget für alle tollen Bücher, Apps, Software-Produkte, Sprachtrainer und so weiter. Und nehmen wir weiter an, dieser Jemand würde sich nicht aufraffen. Immer gäbe es etwas, das wichtiger wäre: ein Bier mit dem Freund, ein Abend mit der Freundin, ein Ausflug zum See, Musikhören, Fernschauen und so weiter.
    Dieser Jemand wird ganz sicher nie die Sprache sprechen, oder?
    Regelmäßigkeit ist also das Wichtigste. Die Basis. Oder sie wird es nichts mit dem Sprachenlernen.
    Und jetzt braucht der Sprachlerner nur noch die richtigen Tools aussuchen, die zu ihm passen. Es muss nicht das teuerste Tool sein. Die richtige Methode auswählen, das Lernen lernen und es einfach tun — das ist alles.
    Viel Spaß beim Hören
    Der Blogartikel zur Episode
    http://podcast.languageminingcompany.com/36
    KudoLearning Blog (in der Episode erwähnt)
    http://www.kudolearning.com/blog/
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    16 min
  • 035 Sprachenschule oder Selbstlerner?
    Vielleicht hat der eine oder andere schon einmal eine Sprachschule besucht. Ja, sicher hat das jeder schon einmal gemacht. Was war der Unterschied zum Schulunterricht? Richtig, kein großer. Die haben sich Mühe gegeben und die Methoden weiterentwickelt und so weiter. Es bleibt allerdings weiter Unterricht.
    Ein Selbstlerner ist derjenige, dem die Schule egal ist und sich in der Regel seine Inhalte, also die Sprache selbst, auf eine andere Art und Weise holt. Manche Menschen gehen einfach ins Ausland, andere kaufen sich ein Lehrbuch und wiederum andere lernen mit Sprachlernsoftware.
    Was ist besser? Sprachenschule oder Selbstlerner? Darauf gibt es keine Antwort. Es hängt stark davon ab, wie jemand lernen möchte. Die Sprachenschule hat ihre Vorteile, dass ich direkten Kontakt zum Trainer habe. Außerdem treffe ich Gleichgesinnte. Hmm, vielleicht nicht unbedingt ein Vorteil, doch viele Lerner legen auf den sozialen Aspekt einen sehr hohen Wert.
    Ganz egal für welche Variante sich jemand entscheidet - und es lassen sich auch beide Varianten kombinieren - das Ziel sollte immer sein, ein sehr hohes Niveau zu erreichen. Nichts ist schlimmer als viel Zeit in Kurse oder in Lernzeit zu investieren, um danach dann das Projekt abzubrechen.
    Sowohl Sprachenschule und auch zum Beispiel Sprachlernsoftware liefern Inhalte. Daher sollte ein Lerner zunächst einmal das Lernen lernen. Wer verstanden hat, wie Sprache in seinem Gehirn verarbeitet wird, der wird aus beiden Modellen das meiste herausholen können.
    Nicht selten entscheiden die Faktoren Preis, Anfahrtweg, Zeitaufwand und das Angebot der jeweiligen Sprachschulen darüber, ob jemand einen Sprachkurs besucht oder nicht. Da viele Menschen glauben, Sie müssten ins Ausland reisen, um eine Sprache "richtig" zu erlernen, kommen dann häufig auch noch horrende Preise für die Reise und Übernachtungen hinzu.
    Für diejenigen, für die das Budget kein Thema ist: bitte, immer los. Nur auch hier gilt, dass es immer darum geht, ans Ziel zu kommen, das heißt die Sprache fließend zu sprechen. Wer dieses Ziel nicht erreicht, wird über kurz oder lang die Lust verlieren.
    Viel Spaß beim Hören
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    13 min
  • 034 Der, die und das Artikel lernen
    Männlich, weiblich und sächlich - wer hat sich das bloß ausgedacht?
    Sicher hat das Ganze eine Begründung und diese liegt vermutlich in irgendeiner fernen Vergangenheit. Der Unterschied zwischen Mann und Frau war schon immer wichtig und allgegenwärtig. Warum allerdings ein Tisch männlich ist, auf Spanisch und Französisch dann wieder weiblich, und in irgendeine anderen Sprache vermutlich sächlich, das ist heute nicht mehr relevant.
    Im Englischen gibt es gar keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern - also im grammatikalischen Sinne. Es gibt aber noch einige Überbleibsel aus alten Zeiten wie his und her, oder der Mond, der in der Poesie das Pronomen she erhält, wobei sich die Sonne die männliche Form he zu eigen macht.
    Für das Sprachenlernen ist es völlig irrelevant, ob man den sogenannten Generus als männlich, weiblich, sächlich bezeichnet oder ob man es einfach in Kategorie A, B und C einteilt. Auch Farben funktionieren bei vielen Menschen gut, damit der richtige Artikel zum richtigen Wort passt.
    Auf jeden Fall sollte jeder darauf achten, dass der Artikel immer gleich mitgelernt wird. Der Artikel ist die Basis für jedes weitere Deklinieren.
    Woher weiß ein Muttersprachler, ob ein Wort männlich, weiblich oder sächlich ist? Das hat der doch als Kind gelernt, werden Sie jetzt vermutlich sagen. Schon richtig. Das beantwortet allerdings nicht die Frage, warum er es immer noch weiß. Woher nimmt er diese Information?
    Meine These ist: Die Information, ob ein Wort männlich, weiblich oder sächlich ist, ist ein Gefühl.
    Muttersprachler haben dieses Gefühl über Jahre aufgebaut. Wir fühlen sozusagen, dass ein Stuhl männlich und eine Hand weiblich ist. Und für den Sprachlerner gilt es dieses Gefühl aufzubauen. Je schneller ein Sprachlerner dieses Gefühl bei sich entdeckt und definieren kann, desto mehr und desto früher kann er sich darauf konzentrieren und es aufbauen.
    Und warum ist das so wichtig? Stellen Sie sich vor, Sie würden Deutsch lernen. Und jetzt möchten Sie sagen: Der Stuhl steht im Zimmer. Woher wissen Sie, dass es "im", also "in dem" heißen muss? Ganz einfach. Zunächst haben Sie ein Gefühl dafür entwickelt, dass Zimmer sächlich ist. Andernfalls können Sie den Dativ gar nicht anwenden bzw. Sie würden ihn falsch also für einen anderen Artikel anwenden.
    Das erste also immer zuerst: Lernen Sie den Artikel IMMER mit jedem neuen Wort.
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  • 033 Einsprachige Eltern - zweisprachige Kinder
    Und es geht weiter mit dem Wunsch nach Zweisprachigkeit. Einfach eine Ausländer(in) heiraten und fertig. Und was, wenn der Partner dieselbe Sprache spricht. Ist das mit der Zweisprachigkeit dann durch und die Eltern müssen schon jetzt für teure Auslandsaufenthalte sparen?
    Nein, es geht anders. Eltern können sehr viel tun und es muss auch kein Geld kosten. In dieser Episode zeigen wir, wie es funktionieren kann, auch wenn beide Eltern zum Beispiel Deutsch sprechen.
    Auf jeden Fall macht es Sinn, sich die Episode von letzter Woche 032 Kinder zweisprachig erziehen http://podcast.languageminingcompany.com/32 anzuhören. In dieser Episode geht es um das zweite Scenario, das bestimmt sehr viel häufiger vorkommt: Wir hätten gern ein zweisprachiges Kind und sprechen beide "nur" Deutsch.
    Viele Tipps und Tricks gibt es wieder von uns und wir freuen uns natürlich auf eure Fragen zum Thema, die wir wie immer gern beantworten.
    Viel Spaß beim Hören
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  • 032 Kinder zweisprachig erziehen
    Und immer wieder gibt es diese Eltern, die mit zwei Sprachen gesegnet sind. Also, jeder eine Muttersprache. Und die Kinder sprechen dann nur eine Sprache, weil die Sprache des ausländischen Elternteils verkümmert.
    Und dann gibt es auch Lehrer, die es sogar befürworten, dass die Kinder mit zwei Sprachen nicht "überfordert" werden sollten. Ist es in der Regel nicht so, dass wir Eltern überfordert sind, weil wir keinen Plan haben, wie wir mit Zweisprachigkeit umgehen sollen.
    Ich habe viele Beispiele gesehen, die ich mir gern zum Beispiel gemacht habe. Und ich habe auch viele Beispiele gesehen, an denen ich gelernt habe, wie man es nicht machen sollte.
    So habe ich einmal jemanden getroffen, der in Frankreich aufgewachsen war. Sein Name war Sten Karlsson. Sein Vater war Schwede und er hatte sich gegenüber der Mutter nicht nur mit seinem Nachnahmen durchgesetzt, sondern der Junge trug auch einen schwedischen Vornamen. Einmal im Jahr fuhren sie nach Schweden, um die Verwandten zu besuchen. Sten musste mit seinen Verwandten Englisch reden. Schwedisch hatte er von seinem Vater nicht gelernt, da dieser immer Französisch mit ihm gesprochen hatte.
    Kinder können sehr viele Sprachen lernen und wenn die Eltern ihnen diese sogar noch schenken können, dann sollten sie das auch tun.
    In dieser Podcast-Episode geht es eben um genau dieses Thema. Die Eltern dürfen sich vorher schon einige Gedanken machen, wie sie am besten mit der Zweisprachigkeit umgehen wollen. Es ist alles sehr, sehr einfach. Und gute Beispiele gibt es genug in der Welt, die immer internationaler wird und damit auch immer mehr Eltern hervorbringt, die verschiedene Muttersprachen haben.
    Viel Spaß bei den Tipps von dieser Woche.
    Der Blogartikel zur Episode
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