Talentschmiede

Talentschmiede

By Carsten Peters, Dr. Kathrina PetersEducation
Download on the App Store

Talentschmiede episodes

  • 011 Vokabeln lernen
    Vokabeln lernen ist für viele noch immer ein Graus. Haben uns doch damals die Lehrer in der Schule damit genervt. Und? Hat es etwas gebracht? Wer lernt eine Sprache schon durch Vokabellernen? Und könnt ihr euch noch an die Vokabellisten erinnern? Sie haben uns damals nur gesagt, dass wir das lernen sollen, und niemand hat uns beigebracht, wie wir das lernen können.
    Macht Vokabeln lernen Sinn? Es gibt doch wirklich viele Wörter in einer Sprache. Die Universität Leipzig errechnet sogar elektronisch die 10.000 häufigsten Wörter der deutschen Sprache.
    http://wortschatz.uni-leipzig.de/Papers/top10000de.txt
    Und viele Sprachlerner machen sich Gedanken darüber, wie sie die vielen Wörter der Fremdsprache lernen können. Unsere These ist ja, dass das Gehirn nur ganze Sätze speichert - abgesehen von einigen Ausnahmen. So brauche ich mir zunächst erst einmal keine Gedanke über die Anzahl an Wörtern zu machen. Sätze enthalten Wörter. Das ist logisch. Und schon wären wir schon wieder bei den Wörtern ... Spaß beiseite. Unser Gehirn bildet ganze Sätze, und auch wenn wir nur ein Wort hören, dann vervollständigt unser Gehirn dieses Wort zu einem ganzen Satz. Auf die Frage, wie geht es dir, könnte zum Beispiel das einzelne Wort "gut" als Antwort folgen. Tatsächlich versteht das Gehirn dann: Es geht mir gut, gut geht es mir, mir geht es gut, und was auch immer in dem entsprechenden Gehirn die am häufigsten gespeicherte Variante des Satzes ist.
    In der Schule haben viele von uns Vokabellisten gemacht, und wir mussten diese lernen. Es hat uns damals niemand gesagt, dass wir ganze Sätze brauchen, wenn wir vernünftig kommunizieren wollen. Vielleicht hätte wir selbst drauf kommen sollen? Na ja, auch hätten die Lehrer uns beibringen können, wie man Vokabeln so lernt, dass man sie nie wieder vergisst. Auch das haben sie nicht getan. Und da steckt natürlich die Vorannahme drin, dass es Sinn macht, Vokabeln zu lernen.
    Darüber hinaus macht es keinen Sinn Vokabeln zu lernen, weil unser Gehirn verschieden Sprachen auch an verschiedenen Orten speichert. Wenn ich mir zum Beispiel etwas bildlich vorstelle oder ich ein Gefühl habe, dass in mir das Bedürfnis erweckt, einen Satz zu sagen, so stellt sich eine Verbindung zwischen Wort und Bild oder Wort und Gefühl her. Allerdings nur in einer Sprache. Es gibt keine direkte Verbindung in unserem Gehirn zwischen zum Beispiel Deutsch und Englisch. Die einzigen Menschen, die sich diese Verbindungen absichtlich aufbauen, sind Übersetzer und Dolmetscher.
    Vokabeln lernen macht also keinen Sinn, es sei denn, man nimmt Sätze statt Wörter. Also auch wenn es sich nur um Wörter handelt, dann kann ich mir als Lerner in meinem Kopf immer Sätze ausdenken, in denen dieses Wort vorkommt. Wenn ich dann noch diese Sätze mit Leben fülle, das heißt möglichst viele Sinne dazu aktiviere, dann bleibt dieser Satz auch "drin".
    So macht das Vokabellernen also doch Sinn. Es ist wie immer im Leben: Es gibt kein Schwarz oder Weiß, sondern es kommt immer darauf an, wie man es macht. Fragt also nie nach dem "Ob", sondern immer nach dem "Wie".
    Und wie sieht es aus, wenn ich gerade mit einer Sprache beginne? Dann habe ich ja noch keine Sätze. Muss ich dann nicht erst einmal Vokabeln lernen? Nein, das heißt ja, also die ersten drei oder vier Wörter vielleicht. Auf Deutsch kann man die meisten Wörter aus einem Vokabeltrainer in den Satz "Das ist ein ..." einfügen. Gleich von Anfang an mit ganzen und vor allem richtigen Sätzen zu arbeiten, macht Sinn.
    Und hier noch der Link zu Büchern von Steven Pinker, ganz besonders empfehle ich "The Language Instinct".
    http://www.amazon.de/s/?_encoding=UTF8&camp=1638&creative=19454&field-keywords=steven%20pinker&linkCode=ur2&site-redirect=de&tag=a02b-21&url=search-alias%3Daps
    -
    Kathrina Peters und Carsten Peters
    http://languageminingcompany.com/language-mining-podcast/
    https://plus.google.com/+LanguageminingcompanyPodcast
    14 min
  • 010 Interview mit Polyglott Stephen Blach
    Heute hatten wir einen Gast im Language Mining Podcast: Stephen Blach, Gründer von Strokes International, Autor der Inhalte der Sprachlernsoftware Easy Learning und aktuell als mehrsprachiger Berater für internationale Firmen tätig. Wer mehr über Stephan Blach und Language and Representation wissen will, kann sich auf seiner Website langrep.com informieren.
    Stephan oder Stephen - denn er ist eigentlich Kanadier - spricht zurzeit Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch "so richtig perfekt", wie er sagt. Auch auf Spanisch kann er sich fließend unterhalten und die kompliziertesten Texte verstehen. Also sagen wir 5 Sprachen fließend. Sobald wieder Zeit zum Lernen da ist, kann er sich auch bald auf Griechisch, Russisch, Polnisch, Tschechisch und Japanisch behaupten. Und daran arbeitet Stephen gerade.
    Auch wenn seine "Full-Immersion"-Zeit in zum Beispiel in Japan und Griechenland schon etwas zurückliegt, ist Stephen davon überzeugt, dass man Sprachkenntnisse mit der Zeit vielleicht wieder etwas vergisst, da man Sprachen pflegen darf, jedoch ist die Information immer noch im Kopf vorhanden. Das heißt, man braucht nicht von null anzufangen.
    Stephen und ich haben uns noch etwas über den Europäischen Referenzrahmen für Sprachen, über die Mehrsprachigkeit von Kindern und Klassenzimmerunterricht versus Sprachlernsoftware unterhalten.
    Stephen hat wirklich ein sehr tiefgehendes Wissen über Fremdsprachern und vor allem über das Erlernen von Fremdsprachen. Wir von der Language Mining Company setzen seine Sprachlernsoftware schon seit Jahren ein und haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht - nicht nur als Sprachlerner, sondern vor allem unsere Teilnehmer sind von der Software und den Inhalten begeistert.
    Was mich am meisten an Stephen fasziniert, ist die Tatsache, dass er nicht nur den Traum vom Sprachenlernen lebt, sondern dass auch immer wieder neue Wege findet, seine Sprachkenntnisse beruflich einzusetzen. So ist er zum Beispiel tätig als Vertreter bei Messen, für Promotionen, für Kundendienst, aber auch um Mitarbeiter des Unternehmens bei wichtigen Präsentationen auf Englisch zu helfen, Konversation im Fachbereich auf Niveau C1 und C2 zu üben oder Firmenbesichtigungen vorzubereiten. Nicht jedes Unternehmen hat einen Nativespeaker als Mitarbeiter, der technisch/wissenschaftlich ausgebildet ist und sich gut präsentieren kann.
    Vielen Dank noch einmal für das tolle Gespräch und die vielen Infos, Stephen.
    Und hier noch einige wichtige Links:
    Kontaktdaten Stephen Blach
    Telefon: +43 664 280 8459
    Web: www.langrep.com
    Download Sprachlernsoftware (3 Lektionen kostenlos)
    http://languageminingcompany.com/download/
    Europäischer Referenzrahmen für Sprachen
    http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinsamer_Europäischer_Referenzrahmen
    ----------------------
    Feedback und Kontakt: Kathrina Peters und Carsten Peters
    http://languageminingcompany.com/language-mining-podcast/
    https://plus.google.com/+LanguageminingcompanyPodcast
    Telefon Deutschland 0800 900 3909
    Telefon Schweiz 0800 900 3909
    Telefon International +43 664 514 6803
    17 min
  • 009 Müssen Ausländer die Landessprache lernen?
    Das ist nun schon fast ein politisches Thema. Immer wieder die Ausländer. Und dabei denken wir selten darüber nach, dass jeder von uns hin und wieder mal Ausländer im Ausland ist. Und wir ziehen uns gern in unsere Komfortzone zurück. Müssen wir denn wirklich die Landessprache lernen, wenn wir uns einfach nur wohlfühlen wollen?
    Ich habe bereits in einigen Ländern gewohnt und immer wieder traf ich Menschen, die entweder nur für kurze Zeit - meist beruflich - im Ausland waren, oder die dort einfach ihren Lebensabend zusammen mit gleichgesinnten verbringen wollten. Ganz spontan denke ich da an Deutsche und Engländer, die an den spanischen Küsten oder auf den spanischen Inseln leben.
    Und dann gibt es natürlich auf viele Menschen, die so viele ihrer Landsleute im Ausland antreffen, dass es fast keinen Sinn macht, die Landessprache zu erlernen. Ich denke da an Türken in Berlin-Kreuzberg, Chinesen in der weltweit größten Chinatown in Vancouver, Kanada, und es gibt noch viele weitere Beispiele.
    Wir sehen das ganze Thema eher pragmatisch. Es darf jeder selbst entscheiden, ob und welche Sprache er lernen möchte. Als begeisterte Sprachlerner favorisieren wir natürlich die Einstellung, dass es Sinn macht, die Landessprache zu lernen. Es bietet einfach sehr viele Vorteile und bereichert vor allem auch durch den Zugang zur Kultur, der über die Sprache ermöglicht wird, und vermutlich anders gar nicht wirklich erreicht werden kann.
    Natürlich freuen wir uns auf Menschen, die eine Fremdsprache in kurzer Zeit fließend sprechen möchten und dafür die besten Strategien, Methoden, Tools usw. suchen. Und wir verstehen auch jeden, der für sich selbst entscheidet, dass das Erlernen der Landessprache einfach zu viel ist oder es sich die Investition nicht lohnt.
    Ich kenne einige sogenannte Expats - und das ist auch nur ein modernes Wort für Ausländer - die einer völlig englischsprachigen Umgebung lebten: Englisch in der Firma, Englisch unter den Freunden, die auch alle aus den verschiedensten Ländern kamen, Englisch sogar in der Schule, da sie ihre Kinder auf internationale Schulen schicken usw. Nach einigen Jahren wurden diese Expats dann in ein anderes Land versetzt oder suchen sich selbst einen neuen Job, der meist wieder in einem anderen Land war.
    Ich persönlich hätte die Gelegenheit wahrgenommen und jede mögliche Sprache gelernt. Nur bin das nur ich, und das Sprachenlernen ist und war schon immer mein Hobby.
    Ja, unsere Regierungen dürfen sich Mühe geben und es den Ausländern erleichtern eine Sprache zu erlernen. Und sofern es die Gesetze erlauben und jemand sich auch ohne Landessprache wohlfühlt, so darf er sich dafür oder dagegen entscheiden. Jedem das Seine, sozusagen. Jeder ist seines Glückes Schmied.
    ----------------------
    Feedback und Kontakt: Kathrina Peters und Carsten Peters
    http://languageminingcompany.com/language-mining-podcast/
    https://plus.google.com/+LanguageminingcompanyPodcast
    Telefon Deutschland 0800 900 3909
    Telefon Schweiz 0800 900 3909
    Telefon International +43 664 514 6803
    12 min
  • 008 Schnell mal auffrischen
    Schnell mal auffrischen ist wie gut gemeint und nicht gekonnt. Manche Menschen streichen ihre Fassade, obwohl sie ganz genau wissen, dass das Mauerwerk darunter nicht mehr lang hält. Fast immer raten wir Sprachlernern dazu, an einem soliden Fundament zu arbeiten, auf das dann die Sprache aufsetzt. Nur so bleiben die Sprachkenntnissen lang erhalten.
    Es gibt allerdings auch Fälle, da macht eine "Quick-n-dirty"-Lösung Sinn.
    Wir hatten eine Anfrage von einem Lerner, der nur mal schnell sein Englisch auffrischen wollte, weil er es für sein Studium brauchte. Und danach nicht wieder, also nie wieder. Das glaubte er zumindest. Natürlich frage ich diese Dinge immer vorher ab. Zielsetzung ist sehr wichtig, und darüber hatten wir ja bereits in der Episode 005 des Language Mining Podcast berichtet.
    In diesem Fall wollte der Lerner wirklich nur eine Prüfung bestehen, die Teil seines Studiums war. Und das gesamte Fach wurde auf Englisch unterrichtet und geprüft. Schnell mal auffrischen, Feuer löschen und wie auch immer man das bezeichnen könnte. Das hat nichts mit strategischem und nachhaltigen Sprachenlernen zu tun. Und doch hat es sehr viel mit effizientem, zielgerichteten Lernen zu tun.
    Auch wenn jemand vor einem ähnlichen Problem steht, so glaube ich doch, dass es in der Zukunft immer mal wieder vorkommen wird, dass die Sprache - und es ist meistens Englisch - eine wichtige Rolle einnimmt. So mag es doch vielleicht sinnvoll sein, das Lernen auf solidere Beine zu stellen.
    Nun ja, in diesem Fall geht es also darum, schnelle Erfolge zu erzielen. Die Sprache ist nur Mittel zum Zweck, und das Ziel ist, die Prüfung zu bestehen.
    Es gilt den geringsten Aufwand an Mitteln mit dem höchstmöglichen Gewinn zu verknüpfen. Um die Investitionen an Zeit und Geld gering zu halten, darf ich mir erst einmal Gedanken darüber machen, was ich alles nicht brauche:
    Aussprache: Der Sprachlerner schätzt seine Aussprache so gut ein, dass er grundsätzlich verstanden werden würde, auch wenn sein Akzent womöglich alles andere als schön ist. Das reicht. Wie gesagt, das Ziel ist die bestandene Prüfung und nicht die Sprache, denn für Sprachkenntnisse gibt es keine Punkte.
    Umgangssprache: Auch das können wir weglassen. Der Sprachlerner braucht nicht in der Lage zu sein, von seinem letzten Urlaub zu berichten oder sich sein Essen im Restaurant zu bestellen. Es geht hier um Fachsprache, und zwar um genau die Fachsprache, in der die zu lernenden Inhalte beschrieben sind.
    Damit können wir uns auch schon gleich zu dem wenden, was wirklich wichtig ist, nämlich die Fachsprache, und zwar die geschriebene Fachsprache.
    Es gilt also in kurzer Zeit schwierige Texte zu verstehen. Fachvokabeln pauken macht Sinn. Dafür gibt es natürlich super Tools. Ankisrs.net oder Mnemosyne-proj.org sind beide Open Source-Projekte und damit kostenfrei. Dazu gehört natürlich noch eine zum Lerner passende Lernmethode, damit die Vokabeln schnell ins Hirn gehen und dort auch möglichst lange - mindestens bis zum Ende der Prüfung - bleiben.
    Zu den Tools machen wir später noch die eine oder andere Podcast-Episode.
    Weiterlesen auf http://languageminingcompany.com/podcast-008/
    ----------------------
    Feedback und Kontakt: Kathrina Peters und Carsten Peters
    http://languageminingcompany.com/language-mining-podcast/
    https://plus.google.com/+LanguageminingcompanyPodcast
    Telefon Deutschland 0800 900 3909
    Telefon Schweiz 0800 900 3909
    Telefon International +43 664 514 6803
    18 min
  • 007 Sprache verankern
    Alles, was wir sagen, ist mit Sätzen und Satzfragmenten verankert, die unser Gehirn für uns gespeichert hat. Wie ein Anker, der ein Schiff hält, so gibt es auch Anker, die Sätze halten. Wenn ich am Anker eines Schiffes ziehe, dann bewege ich auch das Schiff und umgekehrt. Genauso verhält sich das auch mit im Gehirn gespeicherten Sätzen. Die Anker des Gehirns sind unsere Sinne. Im Gegensatz zum Schiff, haben wir also mehrere Anker.
    Solange ich die Sprache noch nicht kann, oder solange ich einen bestimmten Satz noch nicht gelernt habe, ist weder ein Anker noch ein Satz vorhanden. Nehmen wir einmal an, jemand kennt bereits einen Satz, so wird dieser durch "Abfeuern" eines Ankers aus dem Speicher - also aus dem Gehirn - geholt. Wenn ich zum Beispiel ein Auto sehe, genauer gesagt, ich sehe mein Auto, dann ist dieses Bild, also der visuelle Eindruck, den meine Augen an mein Gehirn weiterleiten, ein Anker.
    Das Bild von meinem Auto ist bereits in meinem Gehirn gespeichert - mit anderen Worten: Ich erkenne mein Auto wieder. Dieses Bild löst jetzt den Satz aus, der mit dem Bild verankert ist. Das könnte beispielsweise ein Satz wie "Das ist mein Auto." sein. Es besteht also eine direkte Verbindung zwischen dem visuellen Eindruck und dem Satz. Das funktioniert natürlich nur, wenn ich die Sprache bereits spreche.
    Wenn ich eine Fremdsprache lerne, dann lese ich zum Beispiel neue Sätze. Der neue Satz hat keinen Anker, da er komplett neu ist. Es macht auch wenig Sinn, den neuen Satz mit einem vorhandenen Anker zu verbinden. Wie bei einem Schiff, würde ich nie einen einzigen Anker für zwei Schiffe verwenden. Woher soll denn mein Gehirn später wissen, welche Sprache in einem bestimmten Moment dran ist?
    Idealerweise mache ich mir zu einem neuen fremdsprachlichen Satz also neue Bilder. Bei einem englischen Satz wie "This is my car." würde ich mir also besser ein Bild machen, das zur englischen Sprache passt. So könnte ich mir zum Beispiel vorstellen, dass ich einen Bentley oder einen Austin Mini besitze, oder ich stelle mir vor, dass mein Auto ein englisches Nummernschild hat.
    Der Hörsinn, also der auditive Sinn, gehört auch zu unseren Sinnen. Bei einem neuen Satz brauche ich mir einfach nur vorzustellen, dass jemand diesen Satz ausspricht. Denken ist übrigens auditiv, also wenn wir denken, hören wir eine Art innere Stimme. Ich denke also daran, dass jemand (oder ich selbst) spricht. Damit habe ich den neuen Satz bereits mit zwei Ankern belegt. Das würde auch bei einem Schiff Sinn machen. Größere Schiffe haben tatsächlich zwei oder mehr Anker, damit sie sich im Wasser nicht um sich selbst drehen. Das Schiff liegt also stabiler. Und so verankert sich der Satz auch tiefer im Gehirn und somit kann ich ihn mir länger merken.
    Idealerweise verankere ich diesen neuen Satz jetzt auch noch mit einem Gefühl. Am besten nehme ich dazu ein positives Gefühl. Je positiver desto besser. Damit dieses Gefühl auch zum Satz passt, brauche ich einfach nur das Bild und die Stimme so zu verändern, dass ich darüber lachen kann.
    ----------------------
    Feedback und Kontakt: Kathrina Peters und Carsten Peters
    http://languageminingcompany.com/language-mining-podcast/
    https://plus.google.com/+LanguageminingcompanyPodcast
    Telefon Deutschland 0800 900 3909
    Telefon Schweiz 0800 900 3909
    Telefon International +43 664 514 6803
    13 min
  • 006 Ohne Vorkenntnisse Sprachen verstehen
    Ich war schon lange nicht mehr in Dänemark. Auch wenn ich gar nicht so weit von der Grenze aufgewachsen bin, so war ich doch meist nur auf Rockkonzerten und wegen der tollen Ferienhäuser im Nachbarland im Norden. Und von der Sprache habe ich so gut wie gar nichts mitbekommen.
    Und nun hatten wir drei Tage zum Arbeiten, Ausruhen und auf Sprache achten. Oft wenn wir uns auf dem Erkundungspfad von dänischen Texten begaben - sei es nun die Speisekarte, die Straßenschilder oder das Navigationssystem, dass ich bereits beim Überschreiten der Grenze auf die Landessprache umgestellt hatte - sagte ich Sätze wie "Dort steht, dass ..." oder "Das bedeutet ..." oder "Wir müssen links ab. Das hat doch das Navi gerade gesagt."
    Kathrina fragte mich dann, woher ich Dänisch könnte. Und ich sagte nur, dass ich kein Dänisch könnte - außer Øl, Pølser und sonst noch das eine oder andere Wort, dass ich auf Rockkonzerten vor gut 25 Jahren zwangsläufig hatte lernen müssen, weil ich Hunger und Durst hatte.
    Wie konnte ich nun also doch Dänisch lesen, ohne Kenntnisse der dänischen Sprache zu haben? Ganz einfach: locker bleiben. Zunächst haben ich nach Wörtern gesucht, die visuell dem deutschen ähnlich sind. Das ist nichts weiter als ein visueller Abgleich von Wörtern. Natürlich sieht Telefonbog aus wie Telefonbog, und wenn dann auch noch der Kontext passt, scheint es auch zu stimmen. Und damit ich es nicht wieder vergesse, mache ich mir gleich eine Eselsbrücke: Ich stelle mir ein dänisches Telefonbuch vor, das gebogen, also zu einem Bögen geformt ist. Telefonbog - so einfach ist das.
    Weiter geht es mit Mustern. Pladser sind Plätze. Das ist visuell vielleicht nicht gleich ersichtlich, doch tauchte dieses Wort doch in verschiedenen Kontexten auf. Hier fällt sofort ein vermeintliche Logik von ds = tz auf. Vermeintlich, denn es könnte ja nur zufällig so sein. Ich begebe mich also auf die Suche nach weiteren Ähnlichkeiten bei anderen Wörtern. Ebenso fällt mir Endung -erer auf. Vielleicht ist es auch nur -rer. Und ich scanne weitere Wörter: projekterer, koordinerer, fungerer usw. Ich mache mir dabei keinen Stress. In der Schule wäre jetzt die Aufgabe gewesen, zu einem Ergebnis zu kommen. Ich hingegen lasse mein Unterbewusstsein arbeiten. Ich nehme diese Gemeinsamkeiten bewusst wahr und lasse dann die Information ungefiltert in mein Gehirn. Es wird sich schon "einen Reim draus machen".
    Natürlich darf der auditive Kanal nicht zu kurz kommen. "Snakker du dansk", fragt mich die Kellnerin, als ihr ein Wort auf Englisch nicht einfiel. Wahrscheinlich dachte sie, dass ich aufgrund meines nordischen Aussehens doch wohl mindesten etwas Dänisch können müsste. "Snackn" ist Niederdeutsch, also Plattdeutsch, und mit der Sprache bin ich aufgewachsen. Allerdings gibt es Plattdeutsch fast nur mündlich und kaum schriftlich. Ich spreche fließend Plattdeutsch, kann es jedoch weder lesen noch schreiben. Dass ich diese Frage verstanden hatte, war also nur logisch.
    Es geht aber auch anders herum. Ich musste also nicht darauf warten, dass jemand etwas sagt, sondern ich kann es mir einfach selbst sagen. Die Wörter, die ich lese, lese ich laut, und zwar mit meiner inneren Stimme. Und ich spreche sie so aus, als ob es niederdeutsche Wörter wären. So kann ich den niederdeutschen auditiven Informationsspeicher meines Gehirns aktivieren. Und siehe da, mehr und mehr Bedeutungen von Wörtern tauchen auf.
    Ich spiele das Spiel weiter mit Wörtern, Mustern, Vorsilben, Nachsilben usw., die ich in den verschiedensten Sprachen bereits kennengelernt habe.
    Das war ein guter Start in eine neue Sprache, und heute Nachmittag geht serbischen wieder nach Hause.
    Farvel Danmark!
    12 min
  • 005 Sprachlernziele richtig setzen
    Jeder von uns has das schon einmal erlebt: ohne lange nachzudenken einfach mal anfangen - und dann verlieren wir plötzlich auf halber Strecke die Lust. Wäre das Ziel von Anfang an klar gewesen, dann wäre sicher auch die Motivation erhalten geblieben. Mit wäre, hätte, könnte usw. kommen wir natürlich nicht weiter. Vielleicht gibt es einige kleine Dinge, auf die jeder Sprachlerner achten darf, bevor sie oder er mit der Fremdsprache beginnt.
    Zunächst einmal vielen Dank für den Input. Denn es hatte uns eine Hörerin kontaktiert, und sie wollte wissen, was sie falsch gemacht hatte. Alles schien super zu laufen: Sie lernte Spanisch (sie sagte, vielleicht nicht mit den besten Methoden und doch hätte sie relativ viel gelernt) und hatte eine Reise nach Peru geplant. Und tatsächlich konnte sie sich in Peru ganz gut verständigen. So hat sie sicher eine ganze Menge richtig gemacht.
    Die Perureise liegt jetzt allerdings schon einige Wochen zurück und die Motivation, weiter Spanisch zu lernen, scheint sie in Peru gelassen zu haben. Sie schafft es einfach nicht, ihre anfänglich Motivation wiederzuerlangen. Was ist passiert?
    In dem Wort Motivation stecken meiner Meinung nach zwei Wörter: MOTIV und AkTION. Ein Motiv ist ein Ziel und wenn ich ein klares Ziel habe, dann finde ich schnell den richtigen Weg, dieses Ziel auch zu erreichen. So sind also der erste und alle weiteren Schritte die AkTION. Mit anderen Worten: Wenn ein klares Ziel habe, ist die Motivation automatisch vorhanden.
    Was ist denn jetzt an diesem Ziel falsch gewesen? Die Lernerin hatte doch "eigentlich" ein tolles Ziel, nämlich das, nach Peru zu fahren? Was hätte sie anders machen können?
    Das Problem war nicht das Ziel, sondern die Tatsache, dass sie das Ziel zu schnell erreicht hat. Auch wenn sie noch ein weiteres oder viele weitere Male nach Peru oder in andere spanischsprachige Länder fährt, so ist doch diese eine Reise nach Peru zunächst beendet und somit das Ziel erreicht.
    Ein Ziel darf gern groß sein, und auch sehr konkret. Wie wäre es denn, wenn die Sprachlernerin sich vorstellt, wie sie fließend Spanisch spricht? Mit Menschen in Peru und anderen Ländern, und auch in ihrer Heimatstadt, in der sicher auch viele spanische Muttersprachler leben. Und sie sieht sich dabei, wie sie Filme auf Spanisch schaut, spanische Bücher liest usw.
    Das große Ziel darf gern ein Traum sein, und dann sollte jeder Sprachlerner rückwärts planen, um das große Ziel in kleine Teilziele zu unterteilen.
    ----------------------
    Feedback und Kontakt: Kathrina Peters und Carsten Peters
    Telefon Deutschland 0800 900 3909
    Telefon Schweiz 0800 900 3909
    Telefon International +43 664 514 6803
    20 min
  • 004 Glaubenssätze
    Das ist der psychologische Aspekt beim Sprachenlernen. Und wer will das wissen? Genau, fast niemand. Kaum jemand macht sich Gedanken zu diesem Thema. Und es ist doch so unendlich wichtig. Wir haben uns in Podcast 004 Gedanken zum Thema Glaubenssätze gemacht. Oft liegen diese tief in der Psyche versteckt und bewusst sind wir uns dieser Glaubenssätze überhaupt nicht. Wir neigen sogar dazu zu behaupten, dass wir derartige Glaubenssätze gar nicht hätten.
    13 min
  • 003 Voraussetzungen zum Sprachen lernen
    Ich würde mal behaupten, dass niemand darüber nachdenkt, welche Voraussetzungen man braucht, um eine Sprache zu lernen (oder lernen zu können?). Einige Dinge sind vielleicht offensichtlich, wie zum Beispiel, dass ich Zeit zum Lernen benötige, und dass ich vielleicht sogar etwas Geld investieren muss. Und andere Dinge lassen die meisten Menschen völlig außer Acht.
    13 min
  • 002 Bin ich zu alt, um eine Sprache zu lernen?
    Vielen Menschen glauben, dass sie zu alt für das eine oder das andere sind. Sind wir mit 20 zu alt für Kinderspiele? Sind 50 Jahre zu alt, um noch einen Führerschein zu machen? Und wie alt darf ich sein, wenn ich noch eine Fremdsprache lernen möchte?
    12 min

About Talentschmiede

From the publisher's feed

Im Talentschmied Podcast spreche ich über verschiedenste Fußball Mannschaften . Mal alleine mal mit Gästen. Viel Spaß wünscht euch Lukas .