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Manchmal zieh ich mir morgens einen Schutzpanzer an: Kleidung, die mich stärker macht, eine aufrechtere Haltung, Musik, die mir Drive gibt. Damit ich weniger verletzlich bin. Doch manchmal wird dieser Schutzpanzer zu schwer.
Wie geht es dir damit? Schreib mir gerne einen Kommentar an [email protected] oder direkt auf Instagram.
Fällt es dir manchmal auch schwer, Pausen einzulegen und bewusst Nichts zu tun? Manchmal ist dies purer Luxus.
In manchen Übersetzungen von Psalm 65,2 steht: «Bei dir zur Ruhe kommen, damit ehrt man dich, Gott». Ausruhen als Lobpreis und als etwas, woran Gott sich freut? Eine schöne Perspektive.
Wie ruht man sich bei Gott aus? Das ist individuell. Manche schütten Gott im Gebet ihr Herz aus. Andere machen Musik oder schreiben Tagebuch. Manche tanken Kraft in der Natur, andere im gemütlichen Zuhause.
Ruhe hat auch eine politische Dimension – dazu arbeitet die Theologin Tricia Hersey, ich habe sie in dieser Podcastfolge von «We Can Do Hard Things» entdeckt.
Und zur gesellschaftlichen und politischen Dimension von Zeit ganz generell, wie es eine Frage der Gerechtigkeit ist, wer sich Zeit nehmen kann und wer nicht, wessen Zeit honoriert wird und wessen als gegeben angeschaut wird, empfehle ich das Buch «Alle Zeit» von Teresa Bücker.
Was ist deine Art, zur Ruhe zu kommen? Schreib mir gerne an [email protected].
Danke an Samuel Arnet für den bibelwissenschaftlichen Background zu dieser Folge!
In meiner «Hiking Church» haben wir kürzlich einen Zugang zur Natur namens «Terra divina» oder «Schwellengang» ausprobiert.
Man geht in die Natur, hört auf den inneren Kompass, und sobald einem eine «Schwelle» auffällt wie etwa ein Zweig oder ein umgekippter Baumstamm, tritt man darüber. Mit Respekt und Offenheit gegen innen und aussen öffnet man alle Sinne, spürt, was passiert und schaut hin, was einem auffällt. Man versucht, Gottes Stimme in der Natur zu hören und sich mit ihr zu verbinden.
Du kannst die Übung alleine machen, oder in einer Gruppe, wo ihr euch eine Weilte trennt und danach Erfahrungen austauscht. Probiers gerne aus und schreib einen Kommentar, was du erlebt hast!
Anleitung für «Terra Divina» von «Unforced Rhythms»
Vlog von Evelyne: «Gott in der Natur begegnen?»
Jesus sprach viel über das «Himmelreich Gottes» auf Erden: Eine Realität, in der andere Werte gelten und Dinge und Menschen aus einer anderen Perspektive betrachtet werden.
Was dieses «Himmelreich» oder «Reich Gottes» ist, ist aber schwierig, präzise zu definieren. Es liegt zwischen den Zeilen, ist nicht greifbar.
Deswegen erzählte Jesus vor allem Geschichten darüber. Diese Geschichten funktionieren ein Muster oder ein «Blueprint» für diese Verschmelzung von Erde und Himmel. Das Gute daran: Wenn man es einmal erkannt hat, sieht man es im Alltag immer wieder.
Welche sind deine Himmels-Geschichten? Schreib mir gerne einen Kommentar an [email protected] oder direkt auf Instagram!
«Himmelreich»-Geschichten in der Bibel
Ist Gott allmächtig? 🤔 Vor allem, wenn man schlimme Ereignisse auf der Welt sieht, fällt das schwer zu glauben. Warum kann oder will Gott das nicht verhindern?
In diesem Video beleuchte ich das Konzept der Allmacht von verschiedenen Seiten. In der Bibel kommt der Begriff «allmächtig» ursprünglich nicht vor. Zudem gibt es verschiedene Möglichkeiten, ihn zu verstehen.
Es gibt auch theologische Positionen, die sagen, dass Gott nicht in jeder Situation eingreifen kann. Etwa die Prozesstheologie, welche der Freiheit des Menschen viel Raum einlässt. Oder der «Offene Theismus», in der Gott seine Macht dadurch zeigt, dass er in Jesus Christus am Kreuz völlig machtlos wird – und dafür vollkommene Liebe zeigt.
Letztendlich ist es eine Frage des Vertrauens: Kann man einem Gott vertrauen, der nicht allmächtig ist? Wie siehst du das? Schreib gerne einen Kommentar!
Spezieller Dank an Andreas Loos von Fokus Theologie für die theologischen Impulse bei der Arbeit an diesem Video/dieser Podcastfolge.
Erwähnte Bücher und Personen:
Ich habe das höchste Gebot des Podcastens nicht befolgt: «Du sollst vorproduzieren!» Nun überrollt mich die Welle von unbearbeiteten Themen-Ideen. Und obwohl weder Sommerferien noch Fastenzeit ist, lege ich eine Atempause ein.
In etwa einem Monat bin ich wieder da – mit neuen Podcastfolgen und Videos für RefLab. Ich freue mich, wenn ihr da bleibt. In der Zwischenzeit könnt ihr mir gerne Themenideen und Feedback für den Podcast «Unter freiem Himmel» schicken! Das geht entweder per Instagram-Nachricht oder per Mail an [email protected]. Und hier verlinke ich euch noch die YouTube-Playlist mit allen 80 Videos, die ich bisher beim RefLab gemacht habe.
Und wichtig: Jason Liesendahl vom Podcast «Schöner glauben» führt aktuell eine Studie über Glaubensdekonstruktion durch. Falls du also evangelikal/freikirchlich aufgewachsen bist, aber mittlerweile nicht mehr oder nicht mehr in dieser Kultur glaubst, dann mach gerne bei der Online-Umfrage mit. (Dauert 10 Minuten und geht gut auf dem Handy.) Hier der Link dazu.
Bis bald und passt auf euch auf!
Es mag veraltet klingen – aber mich fragt immer wieder mal wer, ob er/sie/they Angst vor der Hölle haben sollen. Diese Angst prägt bei manchen Menschen ihren Glaubensweg, bei anderen auch grosse Lebensentscheidungen. Und zwar meistens nicht positiv. Es ist also Zeit, dazu eine Podcastfolge zu machen.
🔥 Teil 1: Was zur Hölle steht überhaupt in der Bibel? (Spoiler: herzlich wenig)
Die Kurzversion dieser Podcastfolge gibt's als Video hier (2.5 min).
Und hier ein Artikel, den ich dazu mal bei RefLab geschrieben habe.
Eintrag "Hölle" im wissenschaftlichen Bibellexion Wibilex
Blogger Karsten Risseeuw von kernbeisser.ch beleuchtet immer wieder die theologischen Zusammenhänge der Frage nach der Hölle, z. B. zum Begriff "Gehenna".
Sag mir, wer du bist, und ich sag dir, was deine Theologie ist. Gut, so einfach ist es nicht. Aber: Wer du bist, deine Erfahrungen, dein Hintergrund, deine gesellschaftliche Stellung, prägt, welchen Blick du auf Gott, die Bibel, andere Menschen hast.
Ich als mitteleuropäische, schlanke, weisse Frau mit guter Bildung sehe die Welt anders als ein 2 Meter grosser Mann mit Tattoos im Gesicht. Und umgekehrt: Menschen reagieren auch anders auf mich. Unsere Erfahrungen sind unterschiedlich, und diese Erfahrungen prägen wiederum, wie und was wir glauben.
Deswegen ist Selbstreflexion wichtig:
Hier geht's zum Video zu dieser Folge
«Mystik» klingt geheimnisvoll, undogmatisch, spirituell. Eine mystische Spiritualität passt zu Meditation und Achtsamkeit und ist zudem auch interreligiös kompatibel.
Aber was ist Mystik eigentlich? 🤔 Im Kern von mystischer Spiritualität steht die Erfahrung unmittelbarer Nähe zu Gott, oder sogar Einheit mit Gott. Diese Erfahrung nimmt für einen Moment vorweg, was im Jenseits, im Himmel sein wird. Es ist eine innerliche, geistige Begegnung. 😇
Die meisten Mystiker:innen pflegten und pflegen eine bestimmte spirituelle Praxis, um sie zu ermöglichen. Manche gingen dafür bis ins Extreme.
Der Wüstenvater Antonius, Hildegard von Bingen, Meister Eckhart oder die Philosophin Edith Stein: Mystiker:innen des Christentums haben immer wieder versucht zu beschreiben, was sie erlebt haben. Geborgenheit, Ruhen in Gott. Manchmal wurden sie auf dem Weg dorthin aber auch von Dämonen geplagt. Andere haben ihre Erfahrung sehr körperlich, intensiv, ja erotisch erlebt.
Mystik hat Sprengkraft: Das Christentum hat durch sie immer wieder neue Impulse erhalten. Die Möglichkeit einer persönlichen Gotteserfahrung, ohne die Vermittlung durch Priester oder andere geweihte Personen, hat aber auch Machtstrukturen bedroht. Einige Mystiker:innen bezahlten dafür sogar mit dem Leben. 💀
Wegen ihrer Vieldeutigkeit hat sich diese Art von Spiritualität bis heute gehalten. Noch drei andere Faktoren scheinen die Mystik für die heutige Zeit besonders anschlussfähig zu machen:
⚡️ Mystik fokussiert auf individuelle Spiritualität
Es geht in einer mystischen Glaubenspraxis also nicht um eine Kraftquelle zur Bewältigung für den Alltagsstress, sondern um die Hinwendung zu dem, was wirklich zählt. Aus der Mystik kam immer auch Aktivität, Dienst am/an der Nächsten. Dennoch haben viele Menschen gerade während der Pandemie in dieser Art der Spiritualität Halt gefunden.
Buch «Ruhen in Gott. Geschichte der christlichen Mystik» von Volker Leppin, 2021.
Ein Text über Nomadenchrist:innen, den ich vor einiger Zeit geschrieben habe. Plus ein paar Gedanken darüber, wann man wirklich angekommen ist, und ob diese Wüstenzeiten ein Dauerzustand werden sollten.
Manchmal wird Christ:innen wie mir vorgeworfen, dass wir die sogenannte «Dekonstruktion» zum neuen Glaubensideal erheben. Dabei sind damit Phasen gemeint, die vermutlich die meisten in ihrem Glaubensleben ein- oder mehrmals erleben. Prozesse des Hinterfragens und Suchens, die zu einem reiferen Glauben und mehr Vertrauen in Gott führen.
Den Text findest du bei mir auf Instagram zum Teilen oder auf reflab.ch.
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