
Sign up to save your podcasts
Or


«Hoffnung» ist so ein typisches christliches Wort, das zur Floskel werden kann, wenn man es zu oft hört. Dann wirkt es wie ein billiges kleines Licht, das aus sicherer Distanz in die Dunkelheit geworfen wird, ohne genauer hinzuschauen.
Worauf hoffst du? Schreib mir gerne einen Kommentar an [email protected] oder direkt auf Instagram.
Das Thema kommt in der Bibel ständig vor, sehr, sehr, sehr viel öfter als kontrovers diskutierte Themen wie z. B. Sexualität – und doch habe ich in zwei Jahren RefLab-Videos noch nie darüber gesprochen: Es geht um's Geld. 💰 Geld ist vermeintlich eine total sachliche Angelegenheit, aber es prägt uns ganz stark. Denn Geld ist nie nur Geld. Für mich zum Beispiel bedeutet es Sicherheit. Anderen bedeutet es Status, Anerkennung, Möglichkeiten.
Wie machst du das? Schreib mir gerne einen Kommentar auf reflab.ch, an [email protected] oder direkt auf Instagram.
Nach einer Glaubenskrise können manche Menschen nicht mehr an Gott glauben, andere möchten das gerne wieder, aber nicht so wie vorher.
Es gibt dafür keine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Aber einige Punkte gehören für viele dazu:
🕊 Ehrlichkeit - kein «fake it till you make it».
Wo stehst du in deinem Glaubensweg? Was hiflt dir? Schreib gerne einen Kommentar an [email protected] oder direkt auf Instagram!
Hier gibt's diese Folge auch als Video.
Der Begriff «Safe Spaces» kommt aus der queeren Community 🌈 Er bezeichnet Orte/Menschen, bei denen man sich selber sein kann und bedingungslos angenommen ist.
Dieser Begriff passt auch zu einer Dekonstruktion: Wo gibt es Menschen, die zuhören, einen für Fragen und Zweifel nicht verurteilen, sondern aushalten? Idealerweise sind Kirchen und Gemeinden natürlich Safe Spaces – manchmal fühlt man sich aber auch dort einsam. ⛪️ In manchen Gemeinschaften sind Zweifel und Kritik auch tatsächlich nicht willkommen.
Wie findet man also diese Safe Spaces? Online und auf Social Media gibt es unter dem Hashtag #Dekonstruktion und mit Communities wie «Glaubensweite», «Fundamental frei», «Hossa Talk» oder «Worthaus» viele Menschen, die ähnlich unterwegs sind.
Doch es ist wichtig, auch offline mindestens eine Vertrauensperson zu haben. Jemand, der zuhört und Raum bietet, um laut zu denken oder auch Emotionen zu äussern. Diese Person muss nicht alles gleich sehen – sondern einfach da sein. Und vielleicht sogar eine Zeitlang stellvertretend für einen glauben, wenn man nicht mehr kann. 💔
Wenn du selber nicht in einer Dekonstruktion steckst, kannst du für andere eine solche Person sein. Indem du zuhörst, nicht verurteilst, nicht überreden willst, sondern einfach da bist. Und indem du in deiner Community auch Fragen und Zweifel ansprichst und damit zeigst, dass das ganz OK ist!
Wo stehst du in diesem Prozess? Wo sind deine Safe Spaces? Schreib gerne einen Kommentar an [email protected] oder direkt auf Instagram.
Hier gibts die Folge als Video.
Zugegeben, dieser Titel ist etwas reisserisch. Aber es geht um ein Thema, welches das Christentum grösstenteils ausblendet: Unser Verhältnis zu Tieren. Tiere kommen in unserer Spiritualität nicht vor.
Auch im Alltag begegnen Tiere vielen von uns v. a. noch in lustigen Instagram-Reels von süssen Ziegen, die auf der Weide rumspringen, oder Kakadus, die zu hipper Musik tanzen. Wir treffen Kühe auf dem Sonntagsspaziergang und haben sie später auf dem Teller.
Ich glaube, dass wir damit etwas Wichtiges ausblenden – auch theologisch. Kürzlich in einem Gottesdienst wurde die Bibelstelle Jesaja 11 vorgelesen: Es ist ein Sinnbild für den Himmel, und das wird in dem Text so dargestellt, dass Tiere und Menschen friedlich zusammenleben.
Wer sich als spiritueller Mensch und/oder als Christ:in versteht, kommt m. E. nicht um dieses Thema herum. Als Menschen sind wir Teil der Schöpfung und Tiere gehören zu unseren Gegenübern. Wie wir sind viele von ihnen fähig, Freude und Trauer zu empfinden, Beziehungen zu knüpfen, und wer Haustiere hat, weiss, dass Tiere einen individuellen Charakter haben.
Tiere sind mehr als schützenswerte Ökovielfalt oder Nahrungslieferanten für uns Menschen. Ich sage nicht, dass alle vegan leben müssen. Wer den Tod eines Tieres mit seinem Gewissen vereinbaren kann, kann durchaus hin und wieder ein Stück Fleisch essen, wenn das Tier zuvor ein gutes Leben hatte. Doch von der Viertelmillion Tieren, die täglich in der Schweiz geschlachtet werden, ist das vermutlich bei den wenigsten wirklich der Fall.
Wie wir uns heute ernähren und Tiere «nutzen», ist Welten von dem friedlichen Zusammenleben entfernt, das in der Bibel als «Himmel auf Erden» geschildert wird. Wir haben so viele Probleme auf der Welt. So viel Kriege, so viel Ungerechtigkeit. Und ich fühle mich so oft hilflos dem gegenüber. Doch gerade das Zusammenleben von Menschen und Tieren ist ein Aspekt des «Himmels auf Erden», bei dem man tatsächlich etwas tun kann, um weniger Leid und Elend auf die Welt zu bringen. Und das ist doch etwas Schönes und Hoffnungsvolles.
Wie denkst du darüber? Schreib mir gerne eine E-Mail an [email protected] oder direkt auf Instagram.
Eine der wenigen theologischen Bewegungen dazu: Arbeitskreis Kirche und Tiere
In schwierigen Lebenssituationen können das Gebet und das Vertrauen im Glauben eine Ressource sein. Manchmal passiert aber auch das Gegenteil: Dass der Glaube nicht trägt und dass es sich so anfühlt, als schwebte man völlig im Leeren. Wenn schwierige Fragen einen nicht loslassen oder Gott weit weg scheint. 🖤
Wenn zu diesen Glaubensfragen auch noch zwischenmenschliche Enttäuschungen, Vertrauensbrüche in der Gemeinde kommen oder eine theologische Lehre, die nicht aufzugehen scheint, dann muss der Glaube neu sortiert, neu durchgedacht werden. Das ist etwas ganz normales: Studien von Entwicklungsforschenden zeigen, dass sich der Glaube im Laufe des Lebens immer wieder verändert.
Für die einen kann es eine Befreiung sein, Glaubenssätze loszulassen. Manchmal fühlt es sich aber auch an, als würde einem der Boden unter den Füssen weggerissen. Stück für Stück trägt der Glaube nicht mehr, wird hinterfragt, fällt weg – manchmal, bis nichts mehr davon da ist. Tabula rasa. 🌪
Am Schlimmsten in einer solchen "Dekonstruktion" des Glaubens sind neben den Zweifeln die Angst, ins Leere zu fallen. Doch Gott ist weiter als jedes Glaubenskonstrukt. In dieser Podcastfolge erzähle ich, warum es nicht das Ende ist, wenn man nicht mehr glauben kann. 🌱
Woher der Begriff #Dekonstruktion eigentlich kommt, dazu hat Thorsten Dietz kürzlich einen Artikel fürs RefLab geschrieben.
Wie ist es bei dir mit Glaubensprozessen? Hinterfragst du manchmal auch? Schreib mir eine E-Mail an [email protected] oder einen Kommentar auf Instagram.
Dieser Podcast ist Folge 1 einer dreiteiligen Serie. Als Videos sind auch Teile 2 und 3 bereits verfügbar - du findest sie hier:
«Wenn du echte Sorgen hättest, könntest du dich nicht mehr an kleinen Dingen freuen.» Dieser Gedanke geht mir manchmal durch den Kopf, wenn ich auf dem Nachhauseweg einer Katze begegne, darüber staune, was diese Woche in meiner Gemüsekiste geliefert wird, oder im Secondhand-Buchladen ein spezielles Buch entdecke.
Darf ich mich überhaupt noch freuen, während rundherum die Welt brennt, Menschen in Iran gefoltert werden, in Äthiopien brutal getötet, in der Schweiz wie Ware verkauft und gekauft werden?
Kürzlich las ich das Tagebuch von Etty Hillesum. Sie war eine Jüdin, die zur Zeit des Zweiten Weltkriegs in Amsterdam lebte. 1943 wurde sie in ein Arbeitslager gebracht und schliesslich nach Auschwitz, wo sie getötet wurde. Bis wenige Wochen vor ihrem Tod schrieb sie Tagebuch. Darin dokumentierte sie sowohl die immer stärkere Diskriminierung, die konkreten Probleme und die Gefühle, die dadurch bei Jüdinnen und Juden entstanden, sie schrieb über Not und Verzweiflung. Aber immer wieder schrieb sie auch über das Positive, und darüber, dass sie das Leben nach wie vor als schön und lebenswert empfand. Über Blumen, die sie kaufte, und Freund:innen, die sie traf. In ihrem Herz sei Platz für viele verschiedene Dinge, schrieb sie.
Dass jemand, die ein solch grausames Schicksal erlitt, so lange an den positiven Dingen und an ihrem Glauben festhalten konnte, gibt mir Mut. Und es zeigt mir, dass ich mir sowohl bewusst sein kann, was auf der Welt schreckliches passiert, als auch mich an kleinen Dingen freuen darf.
Wenn man die Bibel liest, könnte man manchmal meinen, es gäbe zwei verschiedene Götter: Einmal hilft Gott den Menschen, rettet sie und liebt sie, ein andermal befiehlt Gott, Völker auszurotten, oder beschliesst sogar, die ganze Menschheit zu vernichten. Wie geht das zusammen? Wie kann ein liebender Gott Leid zulassen?
In dieser Folge stelle ich dir fünf theologische Erklärungsversuche dafür vor. Aus den Bibel kann man alle diese Möglichkeiten (und noch mehr) herleiten:
1️⃣ Die wörtliche: Gott ist wirklich so und will sowohl Leben als auch Zerstörung 🤷♀️ "Die Wege des Herrn sind unergründlich." Das war zum Beispiel Martin Luthers Ansatz: Er sagte, es gäbe einen offenbarten Gott (der sich in Jesus Christus vollständig zeigte) und einen verborgenen Gott (quasi die dunkle Seite des Mondes).
Was hältst du davon? Wie erklärst du dir, dass es in der Bibel sowohl liebevolle als auch brutale Gottesbilder gibt? Schreib mir gerne einen Kommentar auf Instagram oder ein Mail an [email protected]!
"Der Herr ist mein Hirte": Vermutlich einer der bekanntesten Texte aus der Bibel. Es geht um eine Person, die unterwegs ist, auf grünen Wiesen und durch dunkle Täler. Am Ende kommt sie an einen Ort, an dem sie sich sicher und geborgen fühlt, der Psalm endet mit: "Ich werde bleiben im Hause Gottes."
Doch: Genau dieser Satz ist möglicherweise falsch wiedergegeben worden.
Das Verb, das mit "bleiben" übersetzt wird, könnte auch von der Grundform "zurückkehren" stammen. Damit würde sich aber die Bedeutung des Satzes verändern. Anstatt dass damit primär die Hoffnung auf ein Jenseits, einen sicheren Ort am Ende der Strapazen des Lebens geschürt würde, wäre es immer wieder ein Zurückkehren, schon im Diesseits.
Diese Variante deckt sich viel mehr mit dem, wie ich Glauben erlebe. Als Prozess, der das ganze Leben umfasst. Ein ständiges Zurückkehren und wieder Losziehen, ein Ankommen und wieder Rausgehen ins Leben, mit all seinen grünen Wiesen und dunklen Tälern.
Welche Bilder findest du für deinen Glauben?
Schreib mir gerne einen Kommentar in unserem Blog oder eine DM auf Instagram!
Den ganzen Psalm 23 kannst du hier nachlesen.
Viele Menschen sind heute als «Indie-» oder «Nomaden-Christ*innen» unterwegs: Sie besuchen nicht regelmässig eine Kirche, sondern suchen sich das, was sie interessiert individuell zusammen. Diese Art, den christlichen Glauben zu leben, hat aber auch Nachteile:
1️⃣ Man hat nicht automatisch Menschen, um über den Glauben zu reden oder zusammen zu beten.
Bist du auch Nomaden-Christ*in? Wenn ja, kennst du diese Nachteile? Wie geht's dir damit? Schreib uns gerne einen Kommentar an [email protected] oder auf Instagram!
Zum Blogpost "5 Nachteile am 'Indie-Christsein'"
From the publisher's feed