Stuttgart, 18. Juli 2017. Wer in diesen Tagen das Handelsblatt aufschlägt, der hat gute Chancen, auf großflächige Werbung der Metro AG zu stoßen. Das Düsseldorfer Handelsunternehmen gehört zu den größten deutschen Handelshäusern und hat in der vergangenen Woche seine Aufspaltung in "Metro" und "Ceconomy" vollzogen. Im Handelsblatt stellt Metro die Frage, was ein großes Unternehmen aus einer kleinen Idee machen kann und wirbt dafür, "bereit für die Börse" zu sein. Ein wenig mutet das an, als ob 1860 München im "Kicker" Werbung dafür machen würde, "bereit für die Bundesliga" zu sein.
In meiner Zeit in der MRO-, Industrie- und Werkzeugbranche bei Würth hatte ich gerade zum Ende hin das Gefühl, diese Branchen seinen digital noch weit hinten dran. Schaut man auf die digitalen Aktivitäten der etablierten Player in der Food Service Branche, also Unternehmen, die Hotels, Restaurants, Systemgastronomen und Imbisse mit "Zutaten" versorgen, tun sich neue Abgründe auf. Es ist, von außen betrachtet, ein schaurig-schönes Beispiel, was in tradierten, stationär geprägten Groß- und Fachhandelsunternehmen alles schief laufen kann. Während der Gastronomieumsatz von 45 Milliarden Euro in 2012 auf gut 59 Milliarden Euro in 2020 steigen wird, sinkt die Anzahl und der Umsatz im Cash & Carry seit 10 Jahren kontinuierlich.