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Seit Anfang April ist der Salzburger Hauptbahnhof in den Medien dauerpräsent. Über Drogenhandel, Gewalt, verwahrlosten Zustände bis hin zu sexueller Gewalt prägen wurde berichtet. Während nachhaltig Lösungen viel Zeit und Geld erfordern, wittern einige Politiker die Chance, sich als Hardliner in Szene zu setzen.
Das Sicherheitsempfinden der Anwohner*innen schwindet. Die Spitze des Eisbergs: Die Salzburger Nachrichten recherchierten den fassungslosmachenden Fall eines 14-jährigen Mädchens, das mit dem Versprechen nach Drogen in Wohnungen gelockt worden sei und dort massiven sexuellen Missbrauch erfahren habe.
Nicht ganz zu Unrecht hat sich deswegen in den Medien und der öffentliche Debatte der Begriff “Brennpunkt” etabliert. Auch wenn etwa der Landespolizeidirektor Bernhard Rausch gegenüber dem ORF angibt, dass es in jüngster Zeit keine “Häufungspunkte” gab. Dass das Thema Bahnhof aber nun wieder heiß diskutiert wird, sollte als Chance begriffen werden. Nur: Eine wirkliche Verbesserung der Situation am Bahnhof und zwar für alle Beteiligten: Anwohner*innen, Reisende und all jene Menschen, auf die man gern abfällig schielt, ist ein politischer Kraftakt.
David Mehlhart spricht in dieser Episode mit Sozialgeograf und Armutsforscher Andreas Koch von der Uni-Salzburg, über den Bahnhof und öffentliche Räume in Salzburg.
Mehr dazu könnt ihr im Werkspost-Kommentar „Billige Polit-Punkte auf Gleis 5“ von David Mehlhart lesen.
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Redaktion: David Mehlhart
Produktion/Technik: Christian Veichtlbauer
Es gibt sie noch, die guten Nachrichten. Diesmal kommen solche ausgerechnet aus dem ewigen Jammertal der Salzburger Verkehrspolitik. Das Busnetz hat neue Linien bekommen, die Takte werden spürbar verdichtet. Oder anders gesagt: Bei den Öffis ist in der jüngeren Vergangenheit einiges weitergegangen, auch wenn es noch viel Nachholbedarf gibt, wie die unten im Infoteil angehängten Zahlen deutlich machen. Die Versäumnisse der vergangenen Jahrzehnte lassen sich eben nicht mit einem Fingerschnippen aufholen.
Und gleich noch eine gute Nachricht: Läuft alles nach Plan, dann wird die Stadt Salzburg noch heuer mit dem S-Bike ein Leihradsystem bekommen. In der ersten Phase soll es rund 600 Leihräder mit über 60 Stationen geben. Die Kosten von rund 1,66 Millionen Euro pro Jahr teilen sich Land und Stadt Salzburg, der Verkehrsverbund ist als Partner an Bord. Aus Sicht der Verkehrsplanung kann das S-Bike-System vor allem eines bringen: Die letzte Meile von und zu den Haltstellen wird vereinfacht. Schnelle Wege in der Stadt können ebenfalls mit dem Leihrad absolviert werden. Zielgruppe sind damit in erster Linie die Salzburger und Salzburgerinnen.
Thomas Neuhold spricht in dieser Episode mit Stadträtin Anna Schiester, über das S-Bike und den öffentlichen Verkehr.
Mehr dazu könnt ihr im Werkspost-Kommentar „Das S-Bike ist eine Chance für Salzburg“ von Thomas Neuhold lesen.
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Redaktion: Thomas Neuhold
Produktion/Technik: Christian Veichtlbauer
In Salzburg gibt es Betriebe, die gesellschaftliche Verantwortung nicht nur propagieren, sondern sie auch leben: Das Restaurant Schmankerl in der Stadt Salzburg, die Second-Hand Shops Tao oder Anderskompetent mit ihren vielseitigen Projekten. All diese Initiativen geben Menschen, welche auf dem regulären Arbeitsmarkt kaum Chancen hätten, eine Perspektive und zeigen, dass Inklusion nicht von Mitleid, sondern von Mut und echtem Willen zur integrativen Teilhabe lebt.
Diese Initiativen schaffen Selbstständigkeit, Zugehörigkeit und entlasten gleichzeitig das Sozialsystem. Und trotzdem kämpfen genau diese Projekte jedes Jahr ums Überleben, gefangen zwischen befristeten Fördertöpfen und endlosen Anträgen. Wenn soziale Einrichtungen mehr Zeit mit Bürokratie als mit Menschen verbringen, läuft etwas falsch. Vielleicht wäre es an der Zeit, dass auch die Politik zeigt, was sie kann – mit langfristiger Unterstützung statt kurzfristiger Versprechen.
Lukas Oberauer spricht in dieser Episode mit Christian Moik, Geschäftsführer der Soziale Arbeit GmbH, über die Reintegration in den Arbeitsmarkt.
Mehr dazu könnt ihr im Werkspost-Kommentar „Zwischen Küche, Werkstatt und Secondhand-Läden“ von Lukas Oberauer lesen.
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Redaktion: Lukas Oberauer
Produktion/Technik: Christian Veichtlbauer
Milliardäre fühlen sich in Salzburg wohl. Nicht nur, weil sich die Oberen Zehntausend jeden Sommer bei den Salzburger Festspielen treffen, sondern weil man in dieser Stadt als reicher Mensch das Gefühl hat, sich alles kaufen zu können. Die Welterbe-Stadt verkommt zum Spielplatz für die Fantasien der Superreichen.
Die linke Stadtregierung versucht seit zwei Jahren zumindest in einigen Bereichen die Stadt für alle zu gestalten. Mit dem räumlichen Entwicklungskonzept, neu gestalteten Plätzen und der Reduzierung des motorisierten Individualverkehr im Herzen der Stadt.
Die Auswüchse des Betongolds, die Stadtgespräche über Löcher und die weniger ansehnlichen Seiten der touristischen Märchenstadt beleuchtet Alexandra Karner alias Schiaches Salzburg in ihrem Buch „Wie man Salzburg überlebt“.
Im Podcast der Werkspost verrät sie, dass die grantigen Stadtbeobachtungen eigentlich eine Liebeserklärung an ihre Heimatstadt sind. Stefanie Ruep spricht in dieser Episode mit Alexandra Karner alias @schiachessalzburg über die schönen und nicht so schönen Seiten der Mozartstadt.
Mehr dazu könnt ihr im Werkspost-Kommentar „Salzburg darf nicht zum Spielplatz für die Fantasien von Superreichen verkommen“ von Stefanie Ruep lesen.
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Redaktion: Stefanie Ruep
Produktion/Technik: Christian Veichtlbauer
Das ist schnell gegangen: Im Oktober vergangenen Jahres wurde bekannt, dass der Gründer der SOS-Kinderdörfer, Hermann Gmeiner, wiederholt minderjährige Buben missbraucht haben soll. Die Hermann-Gmeiner-Straße wurde im Eiltempo umbenannt. Bei den Nazi-Straßen lässt sich die Stadt Salzburg Zeit.
Seit Jahrzehnten diskutiert man in Salzburg die Rücknahme dieser Ehrungen. 2021 hat dann endlich eine Historikerkommission 13 besonders schwer belastete Namen für eine Umbenennung gelistet. Einst waren es zwar 66 Straßen und Plätze, aber über alle 66 spricht heute ohnehin niemand mehr.
Thomas Neuhold spricht in dieser Episode mit Historikerin Eva Bammer über Gedenkkultur und dem Umgang mit belasteten Straßennamen.
Mehr dazu könnt ihr im Werkspost-Kommentar „Was, wenn Hermann Gmeiner ein Nazi gewesen wäre? von Thomas Neuhold lesen.
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Redaktion: Thomas Neuhold
Produktion/Technik: Christian Veichtlbauer
Jede Person, die in Österreich wählen darf, kann auch in ein Amt gewählt werden. Das ist ein unabdingbarer Grundpfeiler der Demokratie. Dass viele mit diesem Modus Operandi alles andere als zufrieden sind, konnte man jüngst bei der Bestellung von Maximilian Aigner als Landesrat für Landwirtschaft und Energie in Salzburg im vergangenen Dezember beobachten. Wenn ein 25-jähriger Lehrer, dessen — wenn man’s großzügig auslegt — bisher einschlägigste Tätigkeit der Vorsitz der Salzburger Landjugend war, eine solche zentrale Rolle in der Landesregierung einnimmt, ist Skepsis geboten. Das ist aber gar nicht der Knackpunkt.
Die Kritik am Alter und der vermeintlichen Unreife eines Kandidaten verfehlt dabei den Kern der Sache. Spätestens seit der Ära Kurz wurde klar, dass Politiker*innen medial tauglich performen müssen, wollen sie erfolgreich sein. Inhalte sind in Zeiten der Hyperpolitik sowieso zweitrangig. Wenn also Edtstadler nach dem Antritt im Sommer 2025 verlautbaren ließ, dass die Salzburger Volkspartei jünger und weiblicher werden müsse, ist die Bestellung eines 25-jährigen Landesrats nur der konsequente Schritt einer Politikerin, die den Imagekampf gegen die FPÖ zusehends verliert.
David Mehlhart spricht in dieser Episode mit Maximilian Aigner über seine politischen Ziele und seine Rolle als Landesrat.
Mehr dazu könnt ihr im Werkspost-Kommentar „Wer darf regieren?“ von David Mehlhart lesen.
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Redaktion: David Mehlhart
Produktion/Technik: Christian Veichtlbauer
Wer wachen Auges durch die Stadt Salzburg geht oder radelt sieht es auch ohne Zahlen und Statistiken auf den ersten Blick: Die nördlichen Stadtteile Lehen, Elisabeth-Vorstadt, Itzling, Schallmoos sind tendenziell dicht verbaut, der Süden mit Morzg, Gneis, Hellbrunn, Nonntal, Salzburg-Süd ist tendenziell grüner. Im Norden ist die Verkehrsbelastung deutlich höher – hier führt die B1 mitten durchs Stadtgebiet.
Kongruent zur Bebauungsdichte und Verkehrsbelastung ist die Sozialstruktur in der Stadt. In Itzling und in der E-Vorstadt ist der relative Anteil an Sozialhilfeempfängern und -empfängerinnen (Bedarfsorientierte Mindestsicherung) mehr als drei Mal so hoch wie in Morzg, Gneis, Leopoldskron oder Hellbrunn. Und natürlich ist auch der Anteil an Migranten- und Migrantinnen im Norden entsprechend höher als in den Villenvierteln im Süden.
Vieles an dieser Aufteilung der Stadt ist historisch gewachsen, vieles aber auch den politisch Verantwortlichen der jüngeren Vergangenheit zuzuschreiben. Die neue rot-rot-grüne Stadtregierung hat dieses Ungleichgewicht erkannt und hat unter Federführung von Planungsstadträtin Anna Schiester (Bürgerliste) einen Entwurf für das Räumliche Entwicklungskonzept (REK) vorgelegt, nach welchem auch Wohnbauten in den südlichen Stadtteilen möglich sein sollen.
Thomas Neuhold spricht in dieser Episode mit Stadt- und Raumplaner Bernhard Gugg über die räumliche Entwicklung der Stadt Salzburg.
Mehr dazu könnt ihr im Werkspost-Kommentar „Ein bisserl Klassenkampf in der Stadtplanung“ von Thomas Neuhold lesen.
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Produktion/Technik: Christian Veichtlbauer
In der Debatte um Sonderschulen beharrt die Salzburger Landesregierung darauf, am getrennten Unterricht für Kinder mit Förderbedarf festzuhalten. Dabei ist inklusive Bildung ein Menschenrecht, das in der UN-Behindertenrechtskonvention verankert ist. Mit deren Ratifizierung hat sich die Republik verpflichtet, Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam zu unterrichten.
Bildungslandesrätin Daniela Gutschi (ÖVP) bezeichnet die Kritik des unabhängigen Monitoring-Ausschusses und dessen Forderung nach einer gemeinsamen Schule für alle Kinder als „Sozialromantik“. Tatsächlich handelt es sich dabei nicht um eine idealistische Vision, sondern um ein völkerrechtlich verankertes Recht, das vielen Kindern weiterhin verwehrt bleibt.
Salzburg könnte hier eine Vorreiterrolle einnehmen und inklusive Bildung konsequent umsetzen. Anstatt teure Doppelstrukturen aufrechtzuerhalten, sollte gezielt in die gemeinsame Schule investiert werden – um echte Inklusion endlich Realität werden zu lassen.
Stefanie Ruep spricht in dieser Episode mit Behindertenanwältin Christine Steger über Sonderschulen in Österreich.
Mehr dazu könnt ihr im Werkspost-Kommentar „Salzburg könnte beim inklusiven Unterricht Vorreiter sein“ von Stefanie Ruep lesen.
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Produktion/Technik: Christian Veichtlbauer
Energiearmut? Ja, das gibt es. Ganz besonders in Salzburg rutschen inzwischen auch Menschen aus der sogenannten Mittelschicht schleichend in die Energiearmut. Die ohnehin schon für Kürzungen und soziale Einsparungen bekannte Schwarz-blaue Landesregierung zeigt auch für das neue Jahr 2026 klar den sozialen Mittelfinger. Während man sich Dividenden in Rekordhöhe von der Salzburg AG auszahlen lässt, bleibt der Heizkostenzuschuss ein zweites Jahr in Folge auf weniger als die Hälfte gekürzt, sprich von 600 auf 250 Euro im Jahr.
Lukas Oberauer spricht in dieser Episode mit Marcel Kamlesh Singhal von der Salzburger Armutskonferenz über Energiearmut.
Mehr dazu könnt ihr im Werkspost-Kommentar „Salzburg. Ein Land Reich an Energiearmut“ von Lukas Oberauer lesen.
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Redaktion: Lukas Oberauer
Produktion/Technik: Christian Veichtlbauer
Intransparenz, Politik im Modus des „eh schon wissen“ und Nepotismus gehören zu Österreich wie Kaiserschmarrn und Donauwalzer. Allesamt ein schlechtes Fundament für einen modernen Staat, der in erster Linie den Bürger:innen verpflichtet sein sollte. Dass es auch anders gehen kann, zeigt zum Beispiel der Landesrechnungshofes in Salzburg. Nicht nur sind die Berichte wenig zurückhaltend, wenn es darum geht, das Gebaren der Landesregierung und anderer öffentlicher Stellen zu evaluieren. So manches Prestigeprojekt wurde dort bereits als unwirtschaftlich gescholten. Dass das Land Salzburg beim Ankauf der Antheringer Au ordentlich über den Tisch gezogen wurde, war nicht allzu subtil zwischen den Zeilen zu lesen.
Seit 2014 steht diesem Rechnungshof Ludwig Hillinger vor. Hillinger trat den Posten des Direktors in einer Zeit an, als sich die Wogen nach dem Salzburger Finanzskandal gerade zu glätten begannen. Um sich selbst über jeden Zweifel erhaben zu machen, trat Hillinger aus dem Cartellverband (CV) aus, um nicht den Anschein zu erwecken, seinem Cartellbruder und damlaigem Landeshauptmann Wilfried Haslauer zur Loyalität verpflichtet zu sein – ist mit Sicherheit ein Novum in der Alpenrepublik und könnte Vorbildwirkung haben. Mehr Transparenz sollte das Ziel aller Politikerinnen hierzulande sein.
David Mehlhart spricht in dieser Episode mit Ludwig Hillinger, Direktor des Landesrechnungshofes.
Mehr dazu könnt ihr im Werkspost-Kommentar „Macht braucht Kontrolle“ von David Mehlhart lesen.
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Redaktion: David Mehlhart
Produktion/Technik: Christian Veichtlbauer
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