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In dieser Folge von "Wiarda wundert sich" ist die Bildungsforscherin und IGLU-Projektleiterin Nele McElvany zu Gast. Bildung sei für sie seit Jugendtagen "mein Lebens- und Berufsthema", sagt sie, und man merkt im Gespräch schnell, dass hier wissenschaftliche Neugier mit dem Willen zusammenkommt, Schule konkret besser zu machen. "Beide Herzen schlagen in meiner Brust."
Im Mittelpunkt des Gesprächs steht die "Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung", kurz IGLU, international bekannt unter der Abkürzung PIRLS. Sie überprüft alle fünf Jahre die Lesekompetenzen von Viertklässlern im internationalen Vergleich. In der Analyse zeigen sich irritierende Befunde: Schulleitungen und Lehrkräfte schätzen die Qualität der eigenen Schule überwiegend hoch ein, doch steht ihre Einschätzung in keinem statistisch signifikanten Zusammenhang mit den Leseleistungen ihrer Schüler. Wie kann das sein? Und was muss passieren, damit die Schulen die Daten und Erkenntnisse dieser und weiterer Studien effektiver nutzen können? Zwar gebe es "ganz viele, sehr, sehr engagierte Kolleginnen und Kollegen", sagt McElvany, Leiterin des Instituts für Schulentwicklungsforschung an der TU Dortmund, zugleich würden Evaluationen bislang "wenig genutzt zur systematischen Weiterentwicklung." Und: Veränderungen dauerten.
Genauer wissen will Jan-Martin Wiarda es auch bei der Sprachförderung. Dort, wo der Anteil von Kindern ohne Deutsch als Familiensprache besonders hoch ist, wird nicht häufiger, sondern teils sogar seltener gezielt gefördert. McElvany erklärt die Hintergründe und sagt: "Das würde man sich anders vorstellen."
Und schließlich das Thema Demokratiebildung. Hier zeigt die Forschung, dass zwischen Klasse 7 und 10 das politische Wissen der Jugendlichen steigt – aber ihre Motivation, sich politisch zu engagieren, niedrig bleibt. Weil sie sich nicht ernst genommen fühlen? McElvany sagt, die Schulen seien erfreulich gut darin, Fakten und Hintergründe zu vermitteln. Doch das Wissen sei das Eine, sagt McElvany. Das Andere sei: Haben die Lehrkräfte die Methoden an die Hand bekommen, mit der großen Diversität im Klassenzimmer umzugehen, den Austausch von Meinungen und Perspektiven zu fördern? Dies sei in der heutigen pluralistischen Gesellschaft "eine nicht zu unterschätzende Aufgabe der Schulen".
Ein Podcast über Geduld, Verantwortung – und die große Frage, wie aus Erkenntnissen wirksame Schulentwicklung wird.
By Jan-Martin WiardaIn dieser Folge von "Wiarda wundert sich" ist die Bildungsforscherin und IGLU-Projektleiterin Nele McElvany zu Gast. Bildung sei für sie seit Jugendtagen "mein Lebens- und Berufsthema", sagt sie, und man merkt im Gespräch schnell, dass hier wissenschaftliche Neugier mit dem Willen zusammenkommt, Schule konkret besser zu machen. "Beide Herzen schlagen in meiner Brust."
Im Mittelpunkt des Gesprächs steht die "Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung", kurz IGLU, international bekannt unter der Abkürzung PIRLS. Sie überprüft alle fünf Jahre die Lesekompetenzen von Viertklässlern im internationalen Vergleich. In der Analyse zeigen sich irritierende Befunde: Schulleitungen und Lehrkräfte schätzen die Qualität der eigenen Schule überwiegend hoch ein, doch steht ihre Einschätzung in keinem statistisch signifikanten Zusammenhang mit den Leseleistungen ihrer Schüler. Wie kann das sein? Und was muss passieren, damit die Schulen die Daten und Erkenntnisse dieser und weiterer Studien effektiver nutzen können? Zwar gebe es "ganz viele, sehr, sehr engagierte Kolleginnen und Kollegen", sagt McElvany, Leiterin des Instituts für Schulentwicklungsforschung an der TU Dortmund, zugleich würden Evaluationen bislang "wenig genutzt zur systematischen Weiterentwicklung." Und: Veränderungen dauerten.
Genauer wissen will Jan-Martin Wiarda es auch bei der Sprachförderung. Dort, wo der Anteil von Kindern ohne Deutsch als Familiensprache besonders hoch ist, wird nicht häufiger, sondern teils sogar seltener gezielt gefördert. McElvany erklärt die Hintergründe und sagt: "Das würde man sich anders vorstellen."
Und schließlich das Thema Demokratiebildung. Hier zeigt die Forschung, dass zwischen Klasse 7 und 10 das politische Wissen der Jugendlichen steigt – aber ihre Motivation, sich politisch zu engagieren, niedrig bleibt. Weil sie sich nicht ernst genommen fühlen? McElvany sagt, die Schulen seien erfreulich gut darin, Fakten und Hintergründe zu vermitteln. Doch das Wissen sei das Eine, sagt McElvany. Das Andere sei: Haben die Lehrkräfte die Methoden an die Hand bekommen, mit der großen Diversität im Klassenzimmer umzugehen, den Austausch von Meinungen und Perspektiven zu fördern? Dies sei in der heutigen pluralistischen Gesellschaft "eine nicht zu unterschätzende Aufgabe der Schulen".
Ein Podcast über Geduld, Verantwortung – und die große Frage, wie aus Erkenntnissen wirksame Schulentwicklung wird.

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