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NEIN, sagt Zarah Bruhn, in die Politik habe sie nie gewollt. Dann kam der Anruf aus dem Forschungsministerium: Ob sie nicht die Rahmenbedingungen für soziale Innovationen verbessern wolle? Bruhn, Mit-Gründerin des Sozialunternehmens "SocialBee", hatte jahrelang aus erster Hand erlebt, wie schwer es Geflüchteten und Migranten gemacht wird, in Deutschland Arbeit zu finden – und wie groß zugleich die Hürden für Unternehmen sind, sie einzustellen. Also sagte sie zu.
Wenig später saß Bruhn als Beauftragte für soziale Innovationen im damaligen BMBF. "Ich kam da an, hatte zwei Schnurtelefone und auf meinem Tisch ganz viele Aktenordner und Umlaufordner", erzählt sie in einer neuen Folge von "Wiarda wundert sich". Sie habe eine "neue Dimension von Bürokratie" erlebt. Mehr Verständnis dafür habe sie nicht entwickelt. Wohl aber eine noch größere Sensibilität dafür, wie sehr Bürokratie "den Alltag von Deutschland aufhält".
Heute ist Bruhn Innovationsmanagerin bei SPRIND.Society, dem neuen Bereich der Bundesagentur für Sprunginnovationen für gesellschaftliche Durchbrüche. Es geht um Sozialstaat, Bildung, Demokratie, Staatsmodernisierung und um Start-ups, die nicht nur nette Projekte machen, sondern laut Bruhn das Leben von "Millionen Menschen" verbessern und dem Staat "Milliarden" sparen sollen.
Reichlich hochgesteckte Ziele. Zu hoch? "Wir müssen groß denken, auch in gesellschaftlichen Fragen", sagt Bruhn und spricht von "gesellschaftlichen Moonshots". Was das konkret heißt? Bruhn erzählt von Bürgerfrust, der nicht einfach nur gesammelt, sondern bearbeitet werden soll. Von KI-gestütztem Mathematikunterricht, der Lehrkräften zeigt, wo einzelne Kinder beim Rechnen hängenbleiben. Und von Plattformen, die den Sozialstaat aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger neu denken: einfacher, verständlicher, weniger einschüchternd.
Eines der ersten großen Projekte von SPRIND.Society geht an diesem Montag in die nächste Phase: der von SPRIND.Society und Bundesdigitalministerium gestartete Bürger-Hackathon "Deutschland, was geht?". Auf der gleichnamigen Website können Bürgerinnen und Bürger ab heute den "Deutschland-Report" einsehen. Aus 28.000 Einreichungen zu Bürokratiefrust hat SPRIND zentrale Thesen extrahiert, die jetzt zur Abstimmung stehen. Im Anschluss gibt es einen Wettbewerb: Tech-Teams reichen zu den meistgewählten Bürgerproblemen ihre Lösungsideen ein.
In drei Jahren, sagt Zarah Bruhn, hätte sie gern die ersten drei "Impact-Unicorns" für Deutschland: Sozialunternehmen, die nicht nur einzelne Lebensgeschichten verändern, sondern ganze Systeme. Ist das der Optimismus, den das Land braucht – oder schon zu viel des Guten?
In jedem Fall ist Bruhn sehr konsequent, was die Dimensionen ihrer Pläne und Wünsche angeht. Und wenn sie nur einen Wunsch hätte? Dann würde sie beim Bildungsföderalismus und dessen Reform ansetzen. Bildung sei für sie "die wichtigste und die größte Sprunginnovation in die Zukunft".
By Jan-Martin WiardaNEIN, sagt Zarah Bruhn, in die Politik habe sie nie gewollt. Dann kam der Anruf aus dem Forschungsministerium: Ob sie nicht die Rahmenbedingungen für soziale Innovationen verbessern wolle? Bruhn, Mit-Gründerin des Sozialunternehmens "SocialBee", hatte jahrelang aus erster Hand erlebt, wie schwer es Geflüchteten und Migranten gemacht wird, in Deutschland Arbeit zu finden – und wie groß zugleich die Hürden für Unternehmen sind, sie einzustellen. Also sagte sie zu.
Wenig später saß Bruhn als Beauftragte für soziale Innovationen im damaligen BMBF. "Ich kam da an, hatte zwei Schnurtelefone und auf meinem Tisch ganz viele Aktenordner und Umlaufordner", erzählt sie in einer neuen Folge von "Wiarda wundert sich". Sie habe eine "neue Dimension von Bürokratie" erlebt. Mehr Verständnis dafür habe sie nicht entwickelt. Wohl aber eine noch größere Sensibilität dafür, wie sehr Bürokratie "den Alltag von Deutschland aufhält".
Heute ist Bruhn Innovationsmanagerin bei SPRIND.Society, dem neuen Bereich der Bundesagentur für Sprunginnovationen für gesellschaftliche Durchbrüche. Es geht um Sozialstaat, Bildung, Demokratie, Staatsmodernisierung und um Start-ups, die nicht nur nette Projekte machen, sondern laut Bruhn das Leben von "Millionen Menschen" verbessern und dem Staat "Milliarden" sparen sollen.
Reichlich hochgesteckte Ziele. Zu hoch? "Wir müssen groß denken, auch in gesellschaftlichen Fragen", sagt Bruhn und spricht von "gesellschaftlichen Moonshots". Was das konkret heißt? Bruhn erzählt von Bürgerfrust, der nicht einfach nur gesammelt, sondern bearbeitet werden soll. Von KI-gestütztem Mathematikunterricht, der Lehrkräften zeigt, wo einzelne Kinder beim Rechnen hängenbleiben. Und von Plattformen, die den Sozialstaat aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger neu denken: einfacher, verständlicher, weniger einschüchternd.
Eines der ersten großen Projekte von SPRIND.Society geht an diesem Montag in die nächste Phase: der von SPRIND.Society und Bundesdigitalministerium gestartete Bürger-Hackathon "Deutschland, was geht?". Auf der gleichnamigen Website können Bürgerinnen und Bürger ab heute den "Deutschland-Report" einsehen. Aus 28.000 Einreichungen zu Bürokratiefrust hat SPRIND zentrale Thesen extrahiert, die jetzt zur Abstimmung stehen. Im Anschluss gibt es einen Wettbewerb: Tech-Teams reichen zu den meistgewählten Bürgerproblemen ihre Lösungsideen ein.
In drei Jahren, sagt Zarah Bruhn, hätte sie gern die ersten drei "Impact-Unicorns" für Deutschland: Sozialunternehmen, die nicht nur einzelne Lebensgeschichten verändern, sondern ganze Systeme. Ist das der Optimismus, den das Land braucht – oder schon zu viel des Guten?
In jedem Fall ist Bruhn sehr konsequent, was die Dimensionen ihrer Pläne und Wünsche angeht. Und wenn sie nur einen Wunsch hätte? Dann würde sie beim Bildungsföderalismus und dessen Reform ansetzen. Bildung sei für sie "die wichtigste und die größte Sprunginnovation in die Zukunft".

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