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Kohleausstieg und Klimaschutz, Welthandel und international agierende Unternehmen – kaum eine wirtschaftspolitische Thematik kann in Deutschland und Europa angegangen werden, ohne China und seinen Markt in die Überlegungen miteinzubeziehen. Chinas Volkswirtschaft zählt zu den wichtigsten Wirtschaftspartnern Europas, gleichzeitig machen chinesische Unternehmen europäischen Firmen Konkurrenz. In der aktuellen Folge des #ZEWPodcast „Wirtschaft • Forschung • Debatten“ widmet sich ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach der Doppelrolle Chinas und erklärt, wie politische Abkommen und enge Zusammenarbeit einen fairen Wettbewerb sicherstellen können.
„Das chinesische Wirtschaftsmodell ist schon besonders“, hält Achim Wambach fest. „Der Staat mischt sich stärker in Unternehmen ein, die Partei ist in Unternehmen präsent.“ Der sogenannte chinesische Staatskapitalismus führe dazu, dass Firmen aus China nicht nur ihre betriebswirtschaftliche Agenda, sondern ebenso staatspolitische Ziele verfolgen. „Dass da ein Staat im Hintergrund ist, darauf müssen sich auch unsere Wirtschaftsform sowie die Instrumente, die wir haben, einstellen“, so der ZEW-Präsident weiter. Alarmismus und Angst davor, dass chinesische Unternehmen europäische Firmen gänzlich vom Markt verdrängen, seien in den meisten Bereichen übertrieben, Wachsamkeit und politische Regulierungen wie Investitions- und Beihilfekontrollen allerdings durchaus nötig.
Auch auf Initiativen Chinas wie die Neue Seidenstraße oder Made in China 2025 geht der ZEW-Präsident ein, der unter anderem zu Wettbewerbspolitik im Allgemeinen und mit Bezug auf China forscht. „Die Neue Seidenstraße ist der Anspruch Chinas, im Welthandel aktiv zu sein und da gibt es auch gute Impulse. Made in China 2025 ist der Anspruch, in bestimmten Industriesektoren autarker zu werden.“ Für einen Widerspruch hält Achim Wambach das nicht, eine Wettbewerbsansage lasse sich aber schon herauslesen. Dies solle dem Austausch mit China jedoch keinen Abbruch tun, solange Rechtssicherheit herrsche: „Je klarer die Regeln, umso besser nicht nur für die Unternehmen, sondern auch für die Investitionen in China, das ist ein Win-Win!“
In einer Studie haben ZEW-Ökonom Jürgen Egeln und seine Co-Autoren/-innen untersucht, wie sich die Corona-Pandemie und der Lockdown im März und April auf junge Unternehmen ausgewirkt hat, die nicht älter als vier Jahre sind. Im Vergleich mit etablierten Unternehmen sind junge Unternehmen zwar anteilig nicht mehr betroffen. Die positiven und negativen Effekte der Krise wirken sich bei ihnen allerdings deutlich intensiver aus. Überraschenderweise hat die Krise nicht nur konsumnahe Dienstleistungsbetriebe wie Friseursalons oder Musikschulen hart getroffen, sondern auch junge Hightech-Unternehmen. In der vierten Folge des #ZEWPodcast „Wirtschaft · Forschung · Debatten“ erklärt ZEW-Ökonom Jürgen Egeln, mit welchen Problemen diese Unternehmen konfrontiert waren und warum die Bundesregierung sie über die Krise retten sollte.
Hightech-Startups hatten gleich mit mehreren Schwierigkeiten zu kämpfen: Innovative Gründungen haben einen hohen Finanzbedarf und gerieten daher in Liquiditätsengpässe. Zugleich waren ihre Lieferketten aus dem Ausland durch Grenzschließungen gefährdet, und infolge des Lockdowns brach die Nachfrage nach ihren Produkten ein. „Innovationen sind mit einer hohen Unsicherheit verbunden. Deshalb sind diese Unternehmen besonders betroffen“, erläutert Egeln. Es wäre jedoch ein großer Verlust, wenn diese Hightech-Gründungen den Markt verlassen müssten: „Da sind oft schon große Summen hineingeflossen in die Entwicklung, und da steckt viel Wissen und Forschungserfahrung dahinter, die die Gründer hinter sich gebracht haben und die in dieses Unternehmenskonzept einfließen.“
Dementsprechend lassen sich innovative Hightech-Unternehmen nach einer Insolvenz nicht ohne weiteres neu gründen. Der stellvertretende Leiter des ZEW-Forschungsbereichs „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“ hält es daher für wichtig, dass die Bundesregierung diese Unternehmen über eine Ko-Finanzierung von Wagniskapital und Darlehen finanziell unterstützt. Er betont jedoch auch: „In Branchen mit hoher Fluktuation ist es gesamtwirtschaftlich nicht unbedingt sinnvoll, die Unternehmen am Leben zu erhalten.“ In Branchen wie der Gastronomie etwa verlässt etwa jedes zweite Unternehmen bereits nach wenigen Jahren wieder den Markt. „Wenn man jetzt versuchen würde, alle Unternehmen am Leben zu erhalten, dann wäre das sicher ein Eingriff, der weit über das hinausgeht, was auch ökonomisch normalerweise passieren würde“, so Egeln.
Die vom Bundeskabinett geplante digitale Rentenübersicht verspricht mehr Transparenz in der Altersvorsorge: Auf einen Blick sollen dort die Rentenansprüche ersichtlich sein, und zwar automatisch und aktuell. Insbesondere soll die Rentenübersicht alle drei Säulen der Rente integrieren, also gesetzliche, betriebliche und private Altersvorsorge. In der dritten Folge des #ZEWPodcast „Wirtschaft · Forschung · Debatten“ erklärt ZEW-Ökonomin Tabea Bucher-Konen, warum die Einführung eines solchen Systems so dringend notwendig ist und worauf es bei der Umsetzung langfristig ankommt.
„Ich glaube, was man braucht, ist die Möglichkeit, damit rumzuspielen. Zu sagen: Was passiert denn, wenn ich jetzt noch einen Sparvertrag abschließe und 50 Euro im Monat zusätzlich zurücklege – was kommt denn dann raus? Oder so etwas wie: Was passiert denn, wenn ich ein Jahr früher oder später in Rente gehe?“, führt Bucher-Koenen aus. Sie betont jedoch auch: „Man kann es im nächsten Schritt immer noch beliebig komplex machen. Aber wir sollten einfach mal anfangen. Dieser Schritt ist aus meiner Sicht jetzt getan, und ich finde es großartig, dass das jetzt passiert.“
Von besonderer Bedeutung ist für die Leiterin des ZEW-Forschungsbereichs „Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement“ auch, dass die Rentenübersicht möglichst allgemein verständlich ist. Das gilt gerade auch für Gruppen, die sich weniger gut mit Finanzen auskennen. „Ich denke, man muss auch darüber nachdenken, dass das eben nicht nur ein Tool wird für Leute, die schon ein Interesse am Thema haben, sondern auch überlegen, wie man diese Tools Leuten zugänglich machen kann, die von sich aus eine weniger starke Affinität zu diesen Finanzthemen haben.“ Denn für Bucher-Koenen gilt: „Die eigentliche Herausforderung ist, das jetzt erst mal einfach zu machen – und nicht komplex.“
Die Arbeitswelt befindet sich im Umbruch. In der zweiten Folge des #ZEWPodcast „Wirtschaft · Forschung · Debatten“ spricht ZEW-Ökonomin Melanie Arntz darüber, was der technologische Wandel für den Arbeitsalltag sowie für Aus- und Weiterbildung bedeutet: Werden Roboter unsere Jobs übernehmen? Auf welche Fähigkeiten und Kenntnisse kommt es jetzt an? Und wie wirkt sich die Corona-Krise auf den aktuellen Strukturwandel aus?
Die stellvertretende Leiterin des ZEW-Forschungsbereichs „Arbeitsmärkte und Personalmanagement“ ist der Ansicht, dass die Digitalisierung insgesamt mehr Jobs schaffen als vernichten wird: „Unterm Strich kommen die Studien zu dem Ergebnis, dass uns die Arbeit nicht ausgehen wird.“ Zum einen dauert es eine Weile, bis technologische Neuerungen in den Betrieben ankommen. Zum anderen können Maschinen die Arbeit von Menschen ergänzen und produktiver machen.
Allerdings ändern sich Anforderungsprofile und Berufsbilder. Deshalb kommt es darauf an, Beschäftigte mithilfe von Weiterbildung, Umorientierung und lebenslangem Lernen fit für die Zukunft zu machen. Da sich die Anpassungsprozesse oftmals graduell vollziehen, bleibe den allermeisten Berufstätigen jedoch genug Zeit, um sich auf die neue Arbeitswelt einzustellen. „Grundsätzlich wird die Geschwindigkeit dieses Strukturwandels als stärker wahrgenommen, als sie tatsächlich ist“, so Arntz.
Im #ZEWPodcast „Wirtschaft · Forschung · Debatten“ spricht ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann über die Herausforderungen, die mit der deutschen Ratspräsidentschaft auf die Bundesregierung zukommen. Er betont, dass ein guter Moderator „nicht zu jeder Idee der Kommission Ja und Amen sagt“. Heinemann spricht über die Fragen, auf die Europa in den kommenden Monaten Antworten finden muss? Wie kann ein europäischer Wiederaufbaufonds gezielt zur Krisenbewältigung beitragen? Wie sieht ein überzeugendes europäisches Konjunkturpaket und ein politisch wie auch ökonomisch passendes EU-Corona-Paket aus? Und welche Rolle kann die deutsche EU-Ratspräsidentschaft dabei spielen?
Der Leiter des ZEW-Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und öffentliche Finanzwirtschaft“ lobt die grundsätzliche Ausrichtung des geplanten Wiederaufbaufonds „Next Generation EU“, sieht aber auch noch erheblichen Korrekturbedarf. So warnt er etwa: „Mehr Geld für Europa, egal wofür, ist keine sinnvolle Antwort auf die Krise.“ Das Reinhören in die erste Folge unseres neuen Podcasts lohnt sich besonders für all diejenigen, die mehr darüber erfahren möchten, wie eine zukunftsgerichtete Wirtschaftspolitik aussieht und wie die deutsche Ratspräsidentschaft Europa voranbringen kann. Denn eines liegt Friedrich Heinemann besonders am Herzen: „Die deutsche Ratspräsidentschaft sollte den echten europäischen Nutzen des EU-Haushalts in den Mittelpunkt stellen – entgegen nationaler und sektoraler Interessen.“
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