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Das Wort „Klima“ fällt im Koalitionsvertrag der Ampel 198-mal, einen Klimacheck soll es geben und was gestern noch Wirtschaftsministerium war, wird nun Wirtschafts- und Klimaministerium. „Das ist ein Klima-Koalitionsvertrag“, ist sich ZEW-Präsident Achim Wambach in der 16. Folge des ZEW-Podcasts sicher. Doch aller Ambition zum Trotz: Der Widerstand wird sich erst bei der Umsetzung des Papiers zeigen. So etwa beim Windkraftausbau: „Viele Gemeinden sind ja nicht nur gegen Windkraft, weil sie für Vögel eine ernstzunehmende Gefahr sind, sondern auch, weil die Anlagen sie stören, weil so ein Stromnetz den Hauswert verringert“, sagt Wambach. Der ZEW-Präsident erklärt außerdem, wie die Ampel die Energieversorgung sichern möchte und was die Koalition eigentlich mit der Deutschen Bahn vorhat und: Ob am Ende die deutschen Klimaschutzziele nicht doch eher im europäischen Kontext gedacht werden müssen.
Chinas Weg zur globalen Wirtschaftsmacht wird mit massiven staatlichen Subventionen vorangetrieben. Die Staats- und Parteiführung legt dabei einen starken Fokus auf Wachstum durch Innovationen in Unternehmen. „Für die Jahre 2021-2025 liegt ein sehr großes Augenmerk darauf, Produktivitätswachstum über Innovationen zu stimulieren“, sagt Phillip Böing in der aktuellen Folge des #ZEW-Podcast „Wirtschaft • Forschung • Debatten“. Stand heute gebe es dort nämlich noch „deutlich Luft nach oben“ – das chinesische Produktivitätsniveau liege aktuell bei ungefähr einem Drittel des US-Niveaus. Diese Lücke wolle die Volksrepublik durch F&E-Subventionen schließen, auch um dadurch unabhängiger von ausländischer Technologie-Zulieferung zu werden.
„Seit der Einführung des chinesischen Wissenschafts- und Technologieplans 2006 gibt es einen deutlichen Rückgang der Zweckentfremdung. Nichtsdestotrotz ist es etwa eins von fünf Unternehmen, welches Subventionen missbraucht“, erklärt Peters die Ergebnisse ihrer Studie. Die Wissenschaftler/innen stellen außerdem fest, dass die chinesischen Unternehmen ungefähr 53 Prozent des Geldes, das sie für F&E erhalten haben, für andere Zwecke ausgeben. Etwa, um in physisches Kapital in Form von Maschinen und Anlagen zu investieren. Der Staat versuche indes solche Zweckentfremdungen durch härtere Sanktionen und Echtzeit-Überwachung von Unternehmensverhalten zu verhindern Doch trotz systematischer Kontrolle bleibt Subventionsmissbrauch in China ein großes Thema: Erst kürzlich wurde laut den ZEW-Ökonomen ein Fall bekannt, wo ein bekannter Halbleiterproduzent in Wuhan zwei Milliarden Euro Fördergeld veruntreute.
Auch auf dem europäischen Binnenmarkt hinterlassen die chinesischen Subventionen ihre Spuren. Prinzipiell seien staatliche Begünstigungen ¬ gerade im Bereich F&E¬ eine „legitime Unterstützung“, sagt Böing. Auch Europäische Mitgliedsländer hätten ein Interesse daran, Innovationen zu fördern. Die ZEW-Ökonomen unterstreichen allerdings, dass im Falle einer Zweckentfremdung eine Wettbewerbsverzerrung vorläge, sodass europäische Unternehmen nur schwer mit der chinesischen Konkurrenz schritthalten könnten. Die Europäischen Wettbewerbshüter seien deshalb dazu aufgerufen, zwischen legitimer Unterstützung und Subventionsmissbrauch zu differenzieren, auch wenn die Komplexität der Nachverfolgung von staatlicher Begünstigung stark zugenommen habe.
Wie entwickelt sich die Wirtschaft in den nächsten sechs Monaten? Diese Frage versuchen die ZEW-Konjunkturerwartungen seit mittlerweile 30 Jahren zu beantworten, indem sie monatlich die Stimmung und Prognosen unter deutschen Finanzmarktexpertinnen und -experten abbilden. Die ZEW-Ökonomen Dr. Michael Schröder und Frank Brückbauer sprechen in der aktuellen Folge des #ZEWPodcasts „Wirtschaft • Forschung • Debatten“ über die Konjunkturerwartungen der vergangenen 30 Jahre und geben Einblicke in die Entstehung und Wirkung des Index.
„Wir fragen Leute, die in ihrem beruflichen Alltag eine Einschätzung makroökonomischer Entwicklungen und der Entwicklung von Finanzmärkten benötigen. Sie haben sich damit inhaltlich auseinandergesetzt und können uns ihre Erwartungen, die sie für den Finanzmarkt haben, unmittelbar mitteilen“, erklärt Schröder. Zu den Umfrageteilnehmende für den ZEW-Index zählen unter anderem Mitarbeitende von Banken, Fonds- und Investmentgesellschaften. Je nachdem, ob die Befragten eine Verbesserung oder Verschlechterung erwarten, summiert sich der Index auf einen Wert von minus 100 bis plus 100. Außerdem gibt es einen ganz praktischen Vorteil der Erhebung: Für eine repräsentative Konjunkturerwartungsumfrage unter Finanzmarktexpertinnen und -experten bedarf es wesentlich weniger Teilnehmende als für Umfragen unter Unternehmen.
Was bleibt Netto vom Brutto? Diese Frage betrifft die gesamte Bevölkerung und ist deshalb wichtig für die kommende Bundestagswahl. Die konkreten Auswirkungen der Wahlprogramme sind für Wähler/innen allerdings nur schwer zu durchschauen. Für die Süddeutsche Zeitung haben Sebastian Siegloch, Leiter des Forschungsbereichs „Soziale Sicherung und Verteilung“ am ZEW Mannheim, und sein Team die Reformvorschläge der Parteien zu Steuer-, Familien- und Arbeitsmarktpolitik in den Wahlprogrammen unter die Lupe genommen. Mithilfe eines Simulationsmodells errechneten die Wissenschaftler, wie dadurch private Haushalte be- und entlastet werden.
Dabei steht laut Siegloch eines fest: Von Eintönigkeit oder politischem „Einheitsbrei“ könne nicht die Rede sein. Im Gegenteil: Die Parteien würden zu ihrem Markenkern zurückkehren. In der aktuellen Folge des #ZEW-Podcasts „Wirtschaft • Forschung • Debatten“ zeigt Siegloch auch auf, warum der Unterschied zwischen rechts und links nach wie vor von Bedeutung ist, welche Positionen die Parteien bei Mindestlohn, Vermögensteuer und Solidaritätszuschlag haben oder was die jeweilige Politik für Portemonnaie und Staatskasse bedeutet. Im Gespräch mit Podcast-Host Carola Hesch erklärt der ZEW-Ökonom außerdem, wie die viel diskutierten Berechnungen zustande kamen und warum die Studie eine Entscheidungshilfe für Wähler/innen sein kann.
Familienbedingte Auszeiten, Teilzeitarbeit, schlechter bezahlte Berufe – die Ursachen für das unterschiedliche Einkommensniveau zwischen Frauen und Männern sind vielfältig. In der aktuellen Folge des #ZEWPodcasts „Wirtschaft • Forschung • Debatten“ beschreibt Jun.-Prof. Dr. Susanne Steffes, stellvertretende Leiterin der Projektgruppe „Marktdesign“, verschiedene Möglichkeiten, wie sich Chancengleichheit am Arbeitsplatz herstellen lässt. Sie spricht unter anderem über den Effekt von Geschlechterquoten, das Elterngeld und das Entgelttransparenzgesetz.
Die Lohnlücke lässt sich laut Steffes nicht nur durch die geringere Arbeitsmarktpartizipation von Frauen erklären. So gebe es im Vergleich zwischen Frauen und Männern in ähnlichen Positionen immer noch eine Lohnlücke von sechs Prozent, die sich wissenschaftlich noch nicht abschließend erklären lässt. „Das kann zum Beispiel daran liegen, dass Frauen ihr Gehalt schlechter verhandeln und nicht einfordern, was sie aus ihrer Sicht verdienen sollten“, sagt Steffes. Auch Diskriminierung von Seiten der Arbeitgeber könnte eine Erklärung für die Lohndifferenzen sein. Zudem sei notwendig, zwischen verschiedenen Qualifizierungsniveaus zu unterscheiden: „Wir sehen weltweit in vielen industrialisierten Ländern, dass die Lücke zwischen den Frauengruppen – den niedrigqualifizierteren und hochqualifizierten Frauen – steigt, wogegen sie im Durchschnitt zwischen Frauen und Männern sinkt“, so die Ökonomin. Außerdem zeigt Steffes im Podcast auf, wie Beschäftigte eine Geschlechterquote bewerten: „Vor allem dort, wo Männer potentiell durch eine Geschlechterquote bedroht sind, sehen wir, dass die negative Einschätzung einer Geschlechterquote stärker ausgeprägt ist.“
Der Klimawandel stellt eine zentrale Herausforderung für unsere Gesellschaft dar. Für die Umsetzung des EU-Ziels, bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu werden, ist die Bepreisung von CO2 ein wichtiges Instrument. In der aktuellen Folge des #ZEWPodcasts „Wirtschaft • Forschung • Debatten“ spricht Prof. Dr. Sebastian Rausch, Leiter des Forschungsbereichs „Umwelt- und Ressourcenökonomik, Umweltmanagement“ am ZEW, über die Rolle eines CO2-Preises und stellt verschiedene Möglichkeiten, wie das europäische Emissionshandelssystem künftig ausgestaltet werden kann, vor.
Wie jeder andere Preis habe ein CO2-Preis das Potential, ökonomisches Verhalten zu lenken und Entscheidungen zu beeinflussen, erklärt Rausch. „Sie helfen den Firmen und Konsumenten zu verstehen, dass die Atmosphäre ein knappes Gut ist“. Das 2004 eingeführte europäische Emissionshandelssystem (EU ETS) betrachtet der Ökonom in Bezug auf die Emissionsminderung als eine Erfolgsgeschichte. Die Reduktionsziele konnten mit diesem Instrument erfüllt werden und zugleich bliebe die Belastung für die Unternehmen relativ gering. Es gebe aber auch Schwierigkeiten: „Eine wesentliche Lektion die wir gelernt haben ist, dass ein inflexibles Handelssystem mit einem fixen Angebot an Emissionszertifikaten ungeeignet sein kann, um diese langfristigen Anreize zur CO2-Vermeidung zu entfalten“, so der ZEW-Ökonom. Es müsse in jeder Phase darauf geachtet werden, dass das Preisniveau hoch genug bleibe, um auch auf lange Sicht Innovationen und Investitionen anzustoßen. Außerdem zeigt Rausch im Podcast auf, wie das europäische Emissionshandelssystem auf zusätzliche Sektoren erweitert werden könnte und diskutiert die Chancen und Probleme eines europäischen CO2-Grenzausgleichs.
Seit letztem Jahr werden auch Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGa) von Ärztinnen und Ärzten verordnet. Die Krankenkassen beteiligen sich dabei an den finanziellen Kosten. DiGas sind also Apps, mit denen Erkrankungen unterstützend behandelt werden können. In der aktuellen Folge des #ZEWPodcasts „Wirtschaft • Forschung • Debatten“ erläutert Dr. Simon Reif, Leiter der Projektgruppe „Gesundheitsmärkte und Gesundheitspolitik“ am ZEW, welche Vorteile DiGas haben, wie ihr Zulassungsprozess abläuft und wie sie vergütet werden.
Die innovative Idee hinter den Digitalen Gesundheitsanwendungen sei, dass sie die Behandlung von Krankheiten erleichtern. „Es geht nicht nur darum, einfach den Gesundheitszustand zu verbessern“, hebt Reif hervor. DiGas könnten auch den Aufwand einer Behandlung reduzieren oder die Adhärenz zu Medikamenten steigern. Mit Hilfe dieser Apps können zum Beispiel Gesundheitsdaten bei chronischen Krankheiten regelmäßig von zuhause aus erfasst, und direkt an den Arzt oder die Ärztin weitergeleitet werden. Vor allem während der Corona-Pandemie trügen DiGas erheblich zur Kontaktreduzierung bei.
Wie Digitale Gesundheitsanwendungen jedoch vergütet werden sollen, sei nach Reif noch unklar. Wenn DiGas durch Updates neben dem medizinischen Nutzen auch Strukturverbesserungen böten, müsste auch der Preis neu verhandelt werden. „Dann ist die spannende Frage: Was wird höher vergütet? Wenn ich den Gesundheitszustand ändere oder wenn ich etwas ändere, was potentiell langfristig den Gesundheitszustand verbessern kann?“, fasst der ZEW-Ökonom zusammen. Die im Januar 2021 ins Leben gerufene ZEW-Projektgruppe „Gesundheitsmärkte und Gesundheitspolitik“ versucht Antworten auf diese Fragen zu finden. Reif sieht großes Forschungspotenzial im Bereich Telemedizin sowie in der Gesundheitsökonomie – nicht nur in Zeiten von Corona. „Ich freue mich vor allem einfach auf die Tatsache, dass es am ZEW die Möglichkeit gibt, so eine Gruppe aufzubauen“, sagt der Wirtschaftswissenschaftler.
Von den etwa eine Million Geflüchteten, die in den Jahren 2015 und 2016 Asylanträge in Deutschland stellten, konnten bereits 42 Prozent erfolgreich in den deutschen Arbeitsmarkt integriert werden, viele andere durchlaufen derzeit Bildungsmaßnahmen. Nichtsdestotrotz gibt es nach wie vor zahlreiche Hürden, die Geflüchtete für eine Anstellung überwinden müssen, die Corona-Pandemie stellt hier seit nun einem Jahr eine besondere Herausforderung dar. In der aktuellen Folge des #ZEWPodcasts „Wirtschaft • Forschung • Debatten“ legt ZEW-Ökonomin Dr. Katrin Sommerfeld die Erkenntnisse der ZEW-Nachwuchsforschungsgruppe „Integration von Migranten und Einstellungen zum Sozialstaat“ (IMES) dar und erläutert, wie sich der deutsche Arbeitsmarkt seit Ankunft der Geflüchteten für diese entwickelt hat.
Grundsätzlich seien Deutschkenntnisse, Bildung und eine Bleibeperspektive die wichtigsten Voraussetzungen für die erfolgreiche Integration der Geflüchteten auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Zahlreiche Integrationsmaßnahmen mussten jedoch wegen der Corona-Pandemie zurückgefahren werden: „Sprach- und Integrationskurse, Unterstützungsmaßnahmen von der Bundesagentur für Arbeit oder von Ehrenamtlichen lassen sich nur sehr schlecht in den virtuellen Raum verlegen“, erklärt Sommerfeld. „Die verpassten Chancen darauf, zum Beispiel Sprachkenntnisse zu erwerben und weiter zu entwickeln, werden sicherlich einen herben Rückschlag bedeuten.“ Hinzu komme, dass bereits angestellte Geflüchtete aufgrund der Art ihrer Beschäftigung nur selten von Kurzarbeit oder anderen Unterstützungsmaßnahmen profitieren.
Über die Arbeitsmarktintegration der Geflüchteten selbst, lassen sich Effekte ihrer Ankunft auf die gesamte Beschäftigungslage beobachten. Um die Ankunft und Integration der Geflüchteten zu begleiten, kommen zum Beispiel Dolmetschende, Sozialarbeitende und Lehrkräfte zum Einsatz. „Tatsächlich gibt es zum Beispiel im Bereich der Versorgungstätigkeiten kurzfristig positive Beschäftigungseffekte“, hält Dr. Katrin Sommerfeld fest. „Der Effekt ist so groß, dass für gut zweieinhalb neu angekommene Asylsuchende ein neuer Job vor Ort generiert wird.“ Diese Beschäftigungsgewinne seien zwar langfristig bisher nicht einschlägig. Evidenz aus anderen Ländern besage jedoch, dass sich die Migration auch auf lange Sicht positiv auf die Beschäftigung der Einheimischen auswirken kann. Die Nachwuchsforschungsgruppe IMES will auf dieser Grundlage weitere Erkenntnisse für Deutschland erarbeiten. „Ich bin mir sicher, dass uns die Forschungsfragen nicht ausgehen werden!“
Die Corona-Warn-App gilt als eines der wichtigsten Instrumente zur Bekämpfung der Pandemie. Doch nicht genug Menschen nutzen die App, wodurch die Wirkungskraft dieser digitalen Plattform nicht groß genug ist, um das Virus effektiv einzudämmen. Viele Menschen haben Bedenken wegen des Datenschutzes. Außerdem ist die Nutzerführung nicht optimiert und der Erfolg der App lässt sich bisher schwer messen. Die Corona-Warn-App bedarf noch einiger Weiterentwicklungen und Verbesserungen, um ihr volles Potential auszuschöpfen. Zu diesem Schluss kommt ZEW-Ökonom Dr. Dominik Rehse in seiner wissenschaftlichen Bewertung. In der aktuellen Folge des #ZEWPodcasts „Wirtschaft • Forschung • Debatten“ analysiert er Stärken und Schwächen der Corona-Warn-App und erklärt, warum die App trotzdem eine gute Idee ist und wie man sie verbessern könnte.
Mit der Corona-Warn-App können Infizierte andere Menschen über ihre Infektion informieren, sodass diese sich dann isolieren können und mögliche Infektionsketten kurz bleiben. „Die App nimmt eine Risikoeinschätzung vor, abhängig davon, wie nah ich dem Mensch war und wie lange“, erläutert Dominik Rehse. Bei einer Corona-Infektion müssten die Kontakte des Infizierten nachverfolgt werden. Die App helfe durch eine automatische und anonyme Nachverfolgung dieser Begegnungen.
Bevor die Corona-App in Deutschland angeboten wurde, dominierten Fragen zum Datenschutz die öffentliche Debatte. Einige Bürger zweifelten daran, dass die App alle Sicherheitskriterien erfüllen würde. Diese Bedenken räumt Dominik Rehse aus. „Ich glaube man kann mit Fug und Recht behaupten, dass die aktuelle Lösung einer App zur digitalen Kontaktnachverfolgung, die Datenschutzbedenken bestmöglich adressieren kann. Dazu zählt, dass in der App niemals mein Name erfasst wird, dass es keine Informationen darüber gibt, wo oder wann ein Risikokontakt stattgefunden hat, sondern alles wird anonymisiert. Das ist im Prinzip vermutlich das bestmögliche, was man an Datenschutzkonzept haben kann.“ Damit die Corona-Warn-App ihr Potential voll ausschöpfen kann, sei jedoch eine höhere Nutzerzahl notwendig. Wenn Schätzungen zufolge rund 60 oder 70 Prozent der Bevölkerung eine digitale Kontaktnachverfolgung nutzten und diese sehr gut ausgestaltet sei, könnten andere Maßnahmen obsolet werden.
Marktdesign befasst sich mit der Gestaltung und Optimierung von Märkten. Bei dieser Disziplin handelt es sich um ein etwas anderes Mindset als in der klassischen VWL. Prof. Dr. Vitali Gretschko spricht in der aktuellen Folge des #ZEWPodcasts über die Besonderheiten des Forschungsbereichs „Marktdesign“ und seine verschiedenen Anwendungsgebiete. Er erklärt, was Märkte eigentlich sind, welche Ziele ein Marktdesigner verfolgt und welchen Beitrag Marktdesign beispielsweise bei Frequenzauktionen leistet.
Wo liegen die Unterschiede zwischen Marktdesign und der klassischen VWL? „Der Marktdesigner beweist keine allgemeinen Theoreme, die auf allen Märkten gelten, sondern er schaut sich einen spezifischen Markt an. Für diesen Markt beschreibt der Marktdesigner die optimalen Regeln, testet sie und hilft eventuell bei der Implementierung der Regeln“, erklärt Vitali Gretschko im #ZEW Podcast „Wirtschaft • Forschung • Debatten“. Bei der Gestaltung dieser Regeln solle sichergestellt werden, „dass das knappe Gut in die Hände kommt, die dieses Gut auch am meisten wertschätzen.“
Marktdesign als Forschungsdisziplin erhielt zuletzt durch die diesjährigen Nobelpreisträger Robert Wilson und Paul Milgrom große mediale Aufmerksamkeit. Sie seien die ersten, die große, komplexe Auktionen für die Vergabe von Mobilfunkfrequenzen gestaltet haben, macht der Leiter des ZEW Forschungsbereichs „Marktdesign“ deutlich. Die Komplexität bei der Auktion von Mobilfunkfrequenzen liege darin, die Regeln so gestalten, „dass am Ende tatsächlich ein funktionierender Telekommunikationsmarkt herauskommt. Sprich, dass die Unternehmen, die am besten was mit den Frequenzen anfangen können, die Frequenzen bekommen, dass genug Wettbewerb auf dem Markt stattfindet und dass die Auktionseinnahmen am Ende in die richtige Stelle fließen.“
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