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Toni Zulauf, Initiator Wort zum Tag, Ranflüh
Draussen im Garten hat ein Baum fast alle Blätter verloren. Nur eines hängt noch ganz oben am Ast. Gelb, etwas zerknittert, aber es hält sich tapfer fest.
Manchmal sind wir Menschen ähnlich. Wir halten an Gewohnheiten, Überzeugungen oder Sorgen fest. Auch dann, wenn wir längst wissen, dass wir nichts mehr ändern können.
Loslassen fällt schwer. Vielleicht, weil wir nicht wissen, was danach kommt.
Jesus sagt: «Wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren. Wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden.»
Ein schwieriger Satz. Vielleicht beginnt Vertrauen gerade dort, wo wir aufhören, alles kontrollieren zu wollen.
Am nächsten Morgen ist das Blatt verschwunden. Der Baum steht noch immer da. Kahl, aber fest verwurzelt.
Vielleicht bedeutet Glauben nicht, sich an allem festzuhalten, sondern darauf zu vertrauen, dass wir selber gehalten werden.
Spendenaufruf:
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Loslassen, Vertrauen, Glaube, Herbst, Veränderung, Hoffnung, Gottvertrauen
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Im Licht sehen wir das Licht
Kathrin Remat meditiert über das Auge als Licht des Leibes und über Gottes Licht als Quelle des Lebens. Die leuchtenden Herbstbäume inspirieren sie dazu, über das innere Leuchten in unseren Herzen und Gedanken nachzudenken. Auch vergangene Empfindungen können in uns weiterwirken und unser Leben erhellen, selbst wenn ihre Quelle längst vergangen scheint. So lädt sie dazu ein, das Helle und Hoffnungsvolle im Augenblick wahrzunehmen und dem Kommenden mit Zuversicht entgegenzusehen.
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Der Spiegel als ehrlicher Gegenüber
Nic Russi denkt über den Spiegel als Sinnbild für Selbstreflexion nach. Während wir morgens lieber Zahnbürste, Dusche oder Kaffeemaschine begegnen als unserem zerzausten Spiegelbild, fordert uns der Spiegel dazu heraus, uns selbst ehrlich anzuschauen. Er zeigt nicht nur unser Äusseres, sondern steht auch für die Auseinandersetzung mit unserem inneren Menschen. Wer trotz verletzender Worte und rücksichtsloser Taten ohne Scham oder Reue in den Spiegel schauen kann, scheint den Zugang zur Selbstkritik verloren zu haben. Mit einem Augenzwinkern träumt Russi von einem Spiegel mit künstlicher Intelligenz, der menschliches Verhalten ehrlich beurteilt. Bis dahin bleibt die Hoffnung, dass wir beim Blick in den Spiegel erkennen: Wer aufrichtig, ehrlich und empathisch handelt, darf mit sich selbst im Reinen sein.
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Dankbarkeit für die Gaben des Lebens
Zum Erntedankfest denkt Didier Meyer über Psalm 145,15 nach: «Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.» Ausgehend von Kindheitserinnerungen an das ungeduldige Warten auf das Essen spricht er über Geduld und darüber, dass Nahrung für viele Menschen keineswegs selbstverständlich ist. Er erinnert an Menschen, die täglich nur eine Mahlzeit zur Verfügung haben, und weitet den Blick auf die vielen, die auf Frieden und Wohlstand hoffen. Heute kommen uns im Supermarkt Lebensmittel aus aller Welt entgegen. Dafür und für die Arbeit all jener, die unsere Versorgung ermöglichen, dürfen wir dankbar sein. Erntedank lädt dazu ein, Gottes Gaben bewusst wahrzunehmen und die Hände zum Dank zu öffnen.
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Tragen wir Sorge zueinander
Bruno Rainer spricht über steigende Krankenkassenprämien und die Belastungen des Alltags. Trotz berechtigter Kritik am Gesundheitswesen möchte er den Blick auch auf das richten, was uns guttut: eine freundliche Begegnung, ein offenes Gespräch und das gegenseitige Teilen von Sorgen. Manchmal tut es einfach gut, einander zuzuhören und gemeinsam zu lachen oder zu klagen. Tragen wir Sorge zueinander – mit dem, was wir haben.
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Ameisen – kleine Tiere mit erstaunlichen Fähigkeiten
Andreas Zeller nimmt die Ameise als faszinierendes Gottesgeschöpf in den Blick. Die Bibel bezeichnet sie als Vorbild für Weisheit und Fleiss. Auch die Forschung entdeckt erstaunliche Fähigkeiten dieser kleinen Tiere: Sie finden mithilfe eines ausgeprägten Orientierungssinns zu ihrem Nest zurück und verständigen sich über Vibrationssignale. Besonders bemerkenswert ist ihr fürsorgliches Verhalten gegenüber verletzten Artgenossinnen und Artgenossen. Sie reinigen Wunden und können schwer verletzte Beine sogar amputieren, wodurch die Überlebenschancen der betroffenen Ameisen steigen. Für Zeller geben diese Beobachtungen Anlass zum Staunen über die Schöpfung und ihre Geheimnisse.
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Einander vertrauen
Bernhard Kaufmann fragt sich, ob wir durch Smartphone, KI und digitale Kontrolle verlernt haben, Ungewissheit auszuhalten und einander zu vertrauen. Eine Wanderung wird zum Beispiel: Eine Gruppe diskutiert lange über den Grimselpass, statt die Antwort sofort zu googeln – und entdeckt dabei, wie wertvoll das gemeinsame Nachdenken und Erzählen ist. Nicht jede Frage muss sofort beantwortet und nicht jeder Fehler vermieden werden. Vertrauen in andere Menschen und Gottvertrauen gehören für Kaufmann zusammen. Gemeinschaft und Freundschaft können nur gelingen, wenn wir bereit sind, Vertrauen zu wagen.
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Toni Zulauf, Initiator Wort zum Tag, Ranflüh
Beim Spaziergang mit meinen Hunden liegt unter einem Apfelbaum ein Apfel. Er hat braune Flecken und ein kleines Wurmloch. Im Laden hätte ich ihn wohl liegen gelassen.
Ich schneide die schlechten Stellen weg und beisse hinein. Wunderbar! Süss, saftig und mit einer angenehmen Säure.
Vielleicht ist das das Schöne am Herbst. Nicht mehr alles ist makellos. Die Blätter bekommen Flecken, die Blumen lassen die Köpfe hängen. Und trotzdem schenkt uns die Natur noch einmal ihre ganze Fülle.
In vielen Kirchen feiern wir jetzt Erntedank. Ein guter Moment, um wieder einmal zu staunen über das, was uns geschenkt wird.
Im Buch Kohelet steht sinngemäss: Es gibt nichts Besseres, als sich zu freuen und das Gute im Leben zu geniessen.
Vielleicht erinnert uns der Herbst auch daran: Nicht alles muss perfekt sein. Nicht die Äpfel, nicht das Wetter – und wir Menschen übrigens auch nicht.
Und der Wurm? Der hatte offenbar denselben ausgezeichneten Geschmack wie ich.
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Herbst, Erntedank, Lebensfreude, Dankbarkeit, Äpfel, Unvollkommenheit, Kohelet
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Wintervorbereitung
Mit den ersten Weihnachtsprogrammen und den Vorbereitungen für den Herbst und Winter wird spürbar, dass sich die Jahreszeit verändert. Kathrin Rehmat verbindet diese äusseren Vorbereitungen mit dem Gedanken an die Ernte und an Dankbarkeit. Die Rosinenmeditation nach Jon Kabat-Zinn lädt dazu ein, eine einzelne Rosine ganz bewusst wahrzunehmen und langsam ihre Süsse zu entdecken. Daraus entsteht ein Bild für Achtsamkeit und Dankbarkeit angesichts dessen, was jedes Jahr anders wachsen und reifen lässt. Wie Frederick und seine Geschwister können auch wir uns auf den Winter vorbereiten – nicht nur, indem wir für Wärme sorgen, sondern indem wir einander Wärme schenken und mit Farben, Licht und guten Gedanken füreinander leuchten.
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Man kann sich nicht selbst entschuldigen
Eine beiläufige Aussage in einer Fernsehsendung bringt den Sprecher ins Nachdenken: Kann man sich eigentlich selbst entschuldigen? Sprachlich bedeutet „Entschuldigung“ ursprünglich, von Schuld befreit zu werden – und darüber kann letztlich nur die betroffene Person entscheiden. Doch wichtiger als die sprachlich korrekte Form ist die Haltung dahinter: Entscheidend ist, dass wir überhaupt um Entschuldigung bitten, wenn wir jemandem etwas zugemutet oder ihn verletzt haben. Mit einem Augenzwinkern führt der Beitrag durch verschiedene kleine Alltagssituationen und endet mit dem Gedanken, dass sich auch Petrus für den angekündigten Regen nicht entschuldigen muss.
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