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Über die Grenzen hinaus
Didier Meyer erzählt von der Begegnung Jesu mit einer kanaanäischen Frau, deren Tochter krank ist. Zunächst reagiert Jesus abweisend und macht deutlich, dass sein Auftrag zunächst den Menschen Israels gilt. Doch die Frau lässt nicht locker. Ihre Beharrlichkeit und ihr Glaube führen schliesslich zu Jesu Anerkennung: «Dein Glaube ist gross.» Die Geschichte zeigt, dass Gottes Botschaft Grenzen überschreitet und Menschen erreicht, mit denen man vielleicht gar nicht gerechnet hat – auch heute, etwa durch Gottesdienste, Religionsunterricht oder Erwachsene, die neu nach dem Glauben fragen.
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Das Heu ist im Schober
Bruno Rainer blickt auf den heissen und trockenen Sommer zurück und fragt sich, ob sich die Natur eigentlich mit uns versöhnen müsse. Die Corona-Zeit hat bei ihm die Hoffnung geweckt, dass wir unser Verhältnis zur Natur und Umwelt überdenken. Stattdessen schien vieles möglichst schnell wieder so weiterzugehen wie vorher. Er plädiert dafür, auch im Kleinen etwas zu verändern und die Entwicklung nicht einfach als unvermeidbar hinzunehmen. Gleichzeitig lädt er zu den vielfältigen Angeboten der reformierten Kirchgemeinde Worb ein – zum Austausch, gemeinsamen Feiern und Zusammensein. Zum Schluss verbindet er den Blick auf die kostbare Zeit mit der Bauernregel: Das Heu ist zum Glück schon im Schober.
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Dankbarkeit als tägliche Haltung
Andreas Zeller erzählt von der reformierten Freiheit, über die Bibeltexte selbst zu entscheiden, und führt diese auf Huldrych Zwingli zurück. Ausgehend von einer Erntedankpredigt denkt er über den Unterschied zwischen Dankarbeit und Dankbarkeit nach: Danken verändert den Blick, hilft auch in schwierigen Zeiten das Gute wahrzunehmen und Hoffnung zu bewahren. Der heisse und trockene Sommer mit seinen Folgen macht für ihn die Dankbarkeit für den Regen besonders spürbar. So wird das Öffnen des Wasserhahns zu einer täglichen Erinnerung an das Gute und an Gottes Güte.
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Spielen verbindet
Bernard Kaufmann erzählt von der Vielfalt des Spielens – vom Jassen und Schach über Sport bis zum Spielen mit Kindern. Spielen macht Freude, regt die Fantasie an, hält beweglich, hilft beim Stressabbau und vor allem: Es verbindet Menschen. Das zeigt sich besonders eindrücklich bei Kindern, die auch ohne gemeinsame Sprache miteinander spielen können. Der Prophet Sacharja beschreibt spielende Kinder auf den Plätzen Jerusalems als Bild für eine friedliche und sichere Zukunft. Kaufmann schliesst mit dem augenzwinkernden Gedanken, ob nicht auch Politiker wie Trump, Putin und Xi Jinping beim gemeinsamen Spiel einander näherkommen könnten.
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Toni Zulauf, Initiator Wort zum Tag, Ranflüh
Drei Kassen sind offen. Natürlich stelle ich mich dort an, wo die Schlange am kürzesten ist.
Und prompt geht nichts mehr. Ein Preis stimmt nicht, die Kassiererin muss jemanden rufen. Nebenan läuft es wunderbar. Soll ich die Schlange wechseln?
Eigentlich geht es nur um zwei oder drei Minuten. Trotzdem tun wir manchmal, als hätten wir wertvolle Lebenszeit verloren.
Wir versuchen ständig, Zeit zu sparen: schneller fahren, eine Abkürzung nehmen, Nachrichten nebenbei beantworten, das Kurzprogramm wählen.
Aber was machen wir eigentlich mit all der gesparten Zeit?
In der Bibel steht: «Alles hat seine Zeit.» Vielleicht gehört auch das Warten dazu.
Darum bleibe ich inzwischen einfach in meiner Schlange.
Und wenn es länger dauert?
Dann habe ich nicht drei Minuten verloren. Ich habe drei Minuten länger gelebt.
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Zeit, Warten, Geduld, Alltag, Kohelet, Lebenszeit
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Frederick – Vorräte für den Winter
Die Feldmäuse sammeln fleissig Vorräte für den Winter. Nur Frederick scheint untätig zu sein: Er sammelt Sonnenstrahlen, Farben und Wörter. Als im Winter die Nahrung knapp und es den Mäusen kalt und still wird, schenkt Frederick ihnen mit seinen Geschichten, Bildern und Gedichten Wärme, Farben und Freude. So wird deutlich: Nicht nur das, was wir zum Überleben brauchen, ist wichtig – auch Worte, Bilder und Geschichten können uns durch schwierige Zeiten tragen.
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Die Sprache der Blumen
Andreas Nufer geht der Frage nach, wie Menschen vom Göttlichen sprechen können. Neben Worten gibt es dafür auch die Sprachen der Kunst – Musik, Bilder, Skulpturen und sogar Blumen. In der Tradition der Blumensprache können Blumen ganz unterschiedliche Botschaften übermitteln: von Liebe und Hoffnung bis zu Misstrauen oder Ablehnung. So wird ein Blumenstrauss zu einer Sprache, die ohne Worte auskommt und direkt ins Herz spricht.
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Nicht vom Brot allein
Susanna Meyer-Kunz erzählt von einer Wanderung zu einem Bergsee, die ihr nach einem intensiven Spitalalltag hilft, Abstand zu gewinnen, durchzuatmen und einfach da zu sein. Ausgehend vom biblischen Satz «Der Mensch lebt nicht vom Brot allein» erinnert sie daran, dass zum Leben auch Sinn, Beziehungen, Hoffnung und geistliche Nahrung gehören. Gerade wer gewohnt ist zu leisten und produktiv zu sein, braucht Zeiten ohne Agenda und Zeitdruck: zum Staunen, Geniessen, Zusammensein und sogar zum «Verblödeln». Solche Unterbrechungen können zu kostbaren Oasen im Alltag werden.
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Getragen und frei
Ein Drachen im Herbstwind wird zum Bild für unser Leben: Wir sehnen uns nach Freiheit und möchten uns nicht eingeengt fühlen. Gleichzeitig brauchen wir Halt – einen Faden der Liebe und ein Netz der Mitmenschlichkeit. Wie die Schnur den Drachen trägt und seine Kräfte ins Gleichgewicht bringt, sind auch wir auf Menschen angewiesen, die uns halten und unterstützen. Der Blick auf Gottes schützende Hand führt zu der Frage, wie wir selbst für andere zu einem solchen Halt werden können – besonders für Menschen, die übersehen, abgeschrieben oder ausgeschlossen werden.
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Freiheit, Getragensein, Drachen, Herbstwind, Schnur, Halt, Liebe, Mitmenschlichkeit, Vertrauen, Geborgenheit, Psalm, Gottes Hand, füreinander da sein, Ausgeschlossene, Hoffnung
Gemeinsam unterwegs – und doch wieder getrennt
Barbara Steiner erzählt von ihren Erfahrungen auf der Via Francigena. Obwohl sie alleine aufgebrochen ist, begegnen ihr immer wieder Menschen, mit denen sie ein Stück des Weges teilt. Manche begleiten sie nur wenige Minuten, andere mehrere Tage. Unterschiedliche Tempi, Pausen und Lebensweisen führen dazu, dass sich die Wege immer wieder trennen – und doch hinterlässt jede Begegnung etwas: ein Lachen, einen Satz, eine Frage oder eine besondere Erinnerung.
Für Barbara Steiner wird der Pilgerweg zu einem Bild für das Leben. Menschen kommen unverhofft in unser Leben, begleiten uns ein Stück und gehen irgendwann wieder eigene Wege. Abschiede können schmerzen, manchmal aber auch befreiend sein. Was bleibt, ist der gemeinsam gegangene Wegabschnitt. In den Menschen, die uns begegnen, kann spürbar werden, dass Gott uns begleitet. Sie wünscht den Hörerinnen und Hörern, dass sie auf ihrem Lebensweg immer wieder die richtigen Menschen zur richtigen Zeit finden und erfahren, dass sie nicht alleine unterwegs sind.
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