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Zusammenstehen und füreinander beten
Andreas Nufer erzählt von einem lebendigen Tag im Kloster Kappel: Menschen kommen zusammen, um sich auszutauschen, sich neu auszurichten und gemeinsame Projekte vorzubereiten. Besonders berühren ihn die kunstvollen Stickereien aus Palästina, die mitten aus einem Kriegsgebiet entstanden sind. Im Mittelpunkt steht anschliessend der bevorstehende Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag. Für Nufer ist die ursprüngliche Idee dieses Tages weiterhin aktuell: Über konfessionelle, religiöse und politische Grenzen hinweg gemeinsam für das Land und sein Zusammenleben zu beten. Im Kloster Kappel werden Menschen verschiedener Religionen und Traditionen zusammenkommen. Ein Tag, an dem Dankbarkeit, Bitte, Vergebung und die Hoffnung auf ein gutes Miteinander Raum bekommen.
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Letzte Hilfe – füreinander da sein, wenn das Leben zu Ende geht
Was Erste Hilfe für Menschen in akuten Notlagen bedeutet, kann die «Letzte Hilfe» für Menschen am Lebensende sein. Susanna Meyer-Kunz erzählt von einem Letzte-Hilfe-Kurs in Arosa und davon, was dort über Sterben, Vorsorge, Leidenslinderung und Abschiednehmen vermittelt wird. Sterben wird dabei als Teil des Lebens verstanden – und als etwas, auf das wir uns vorbereiten und worüber wir sprechen können. Neben medizinischem Wissen spielen auch Gebet, Musik, Berührung, Düfte und andere Formen der Zuwendung eine wichtige Rolle. Der Beitrag ermutigt dazu, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen und Menschen am Lebensende nicht allein zu lassen.
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Letzte Hilfe, Erste Hilfe, Sterben, Tod, Lebensende, Palliative Care, Sterbeprozess, Vorsorgeauftrag, Patientenverfügung, Leidenslinderung, Gebet, Musik, Mundpflege, Abschied, Rituale, Trauer, Begleitung, Kirchgemeinde, Susanna Meyer-Kunz
Unser Name bleibt
Stephan Bieri erzählt von einer Frau, die sich nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes vergessen und namenlos fühlt. Sie hat den Eindruck, als sei sie aus Gottes Inventarliste gestrichen worden. Dem stellt Bieri ein Jesuswort aus dem Lukasevangelium gegenüber: «Freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.» Unser Wert und unsere Zugehörigkeit hängen nicht davon ab, ob andere Menschen uns sehen, schätzen oder sogar schlecht über uns reden. Bei Gott bleibt unser Name bewahrt und kann nicht einfach ausgelöscht werden. Darin liegt ein hoffnungsvoller Gedanke – gerade für Menschen, die sich vergessen oder übersehen fühlen.
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Das Netz, das trägt
Auf ihrem Pilgerweg nach Rom entdeckt Barbara Steiner in den Kirchen entlang des Weges einen Ort, der überall da ist und immer offensteht: einen geschützten Raum, in dem sie willkommen ist, zur Ruhe kommen, beten und neue Kraft schöpfen kann. Für sie wird die Kirche damit zum Zeichen der weltweiten Gemeinschaft, die wie ein Netz trägt und auffängt. Sie wünscht den Hörenden, dass sie dieses Netz auch dann spüren können, wenn sie es gerade nicht brauchen – und besonders in den Momenten, in denen sie darauf angewiesen sind.
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Striche spazieren führen
Bernard Kaufmann erzählt von seiner eigenen Erfahrung mit dem Zeichnen: Als Kind glaubte er, nicht zeichnen zu können. Erst ein Lehrer, der ihm beim Gestalten freie Hand liess, weckte seine Freude und Fantasie. Zeichnen versteht Kaufmann als «Striche spazieren führen» – als Möglichkeit, etwas aus dem Inneren sichtbar werden zu lassen, das über das unmittelbar Sichtbare hinausweist. Eine ähnliche Funktion haben für ihn die Gleichnisse Jesu: Sie machen etwas sichtbar und verständlich, das nicht einfach auf der Hand liegt. Als Beispiel erzählt er die Geschichte der Frau, die beim Ehebruch ertappt und zu Jesus gebracht wird. Statt die geforderte Verurteilung auszusprechen, schreibt Jesus auf den Boden und gibt den Schriftgelehrten damit Raum, über ihr eigenes Leben nachzudenken. Mit den Worten, dass derjenige den ersten Stein werfen solle, der ohne Fehler sei, bringt er sie dazu, ihre Haltung zu überdenken. Am Ende bleibt die Vergebung. So wird Zeichnen zu einem Bild für einen anderen Blick auf das Leben: nicht nur abbilden, was vor Augen ist, sondern tiefer schauen.
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Toni Zulauf, Initiator Wort zum Tag, Ranflüh
Manchmal braucht es nicht viel.
An einer Tür sehe ich eine Frau, die noch ein paar Schritte entfernt ist. Gehe ich weiter – oder halte ich ihr die Tür auf? Ich warte. Vielleicht zehn Sekunden.
Sie lächelt und sagt: «Danke, Sie hätten nicht extra auf mich warten müssen.»
Dieser Satz bleibt mir.
Wir sind gewohnt, dass alles schnell geht. Das Handy soll sofort reagieren, an der Kasse suchen wir die kürzeste Schlange. Und manchmal erwarten wir auch von Menschen, dass sie schnell verstehen, antworten und entscheiden.
Dabei brauchen Menschen manchmal einfach Zeit.
Im ersten Korintherbrief steht: «Die Liebe ist geduldig.»
Vielleicht zeigt sich Liebe tatsächlich in solchen kleinen Momenten: warten, jemanden ausreden lassen, nicht drängen, Zeit schenken.
Die zehn Sekunden haben mir nicht gefehlt. Das Lächeln der Frau aber ist mir geblieben.
Vielleicht braucht heute jemand zehn Sekunden mehr von dir.
Spendenaufruf:
„Wort zum Tag“ lebt von Menschen, die zuhören und mittragen. Unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende:
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Geduld, Zeit schenken, Liebe, Warten, Begegnung, Alltag
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El Roi – ein Gott, der mich sieht
Ruth Heller erzählt die Geschichte von Hagar aus dem 1. Buch Mose. Hagar, eine ägyptische Sklavin, wird von ihrer Familie verkauft und später von Abraham als Leihmutter eingesetzt. Nach Konflikten mit Sara flieht sie schwanger in die Wüste – ohne Perspektive und mit einer ungewissen Zukunft. Dort begegnet ihr Gott. Der Engel spricht sie mit ihrem Namen an und fragt: «Hagar, Magd Sarais, woher kommst du, wohin gehst du?» Für Heller liegt darin eine zentrale Botschaft: Gott kennt Hagar, sieht ihre Not und wendet sich trotz ihrer Verletzungen und ihres eigenen Versagens nicht von ihr ab. Der Name El Roi bedeutet «Du bist ein Gott, der mich sieht» oder «ein Gott, der zu mir schaut». Die Geschichte macht Mut, darauf zu vertrauen, dass Gott auch in schwierigen und verstörenden Lebenssituationen gegenwärtig bleibt und neue Hoffnung und Perspektiven schenken kann.
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El Roi, Hagar, Sara, Abraham, Erstes Testament, Sklaverei, Flucht, Wüste, Leid, Schuld, Versagen, Gottesbegegnung, Gott sieht mich, Hoffnung, Perspektive, Verheissung, 1. Mose 16, Glaube, Gottes Nähe, Ruth Heller
Die Sprache der Blumen
Andreas Nufer steht im Klostergarten und fragt, was wir von Blumen lernen können. Sie wachsen dem Licht entgegen, blühen, verwelken und erwachen immer wieder neu. Sie sind widerstandsfähig und bringen Menschen zum Lächeln. Blumen haben ihre eigene Sprache: Sie schenken Freude, drücken Dankbarkeit und Wertschätzung aus und machen Schönheit sichtbar.
Im Kloster Kappel lädt ab dem 25. September die Blumenkirche dazu ein, den Kirchenraum durch eine grosse Blumeninstallation neu zu erleben. Verschiedene Angebote wie Ausstellungen, Podcasts, Vorträge, Konzerte und Begegnungsmöglichkeiten laden zum Verweilen, Staunen und Nachdenken ein. Die Blumen werden dabei zum Hinweis auf die Schönheit Gottes und der Schöpfung.
Zum Schluss steht eine einfache Einladung: Vielleicht heute jemandem eine Blume schenken – oder selbst für einen Moment wie eine Blume dem Licht entgegenwachsen.
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Susanna Meyer-Kunz erzählt vom Herzensgebet, einer alten christlichen Meditationsform, bei der ein kurzer, persönlicher Satz im Rhythmus des Atems wiederholt wird. Für sie ist es der Psalmvers «Dein Wort ist meines Fusses Leuchte und ein Licht auf meinem Weg», den sie seit ihrer Konfirmation begleitet. Das Herzensgebet hilft ihr, im Alltag zur Ruhe zu kommen, Sorgen und Anspannungen loszulassen und sich Gottes Gegenwart bewusst zu werden. Dabei auftauchende Gedanken müssen nicht bekämpft werden – sie dürfen wie Wolken am Himmel vorbeiziehen. Susanna Meyer Kunz lädt dazu ein, das Herzensgebet selbst beim stillen Sitzen oder beim Spazieren auszuprobieren.
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Herzensgebet · Meditation · Atem · Psalm · Gottes Gegenwart · Ruhe · Gedanken loslassen · Sorgen · Achtsamkeit · Vertrauen · Spaziergang · christliche Spiritualität
Stephan Bieri spricht über die Bilder von Krieg und Gewalt, die uns täglich erreichen. Wir können uns daran gewöhnen, wegzuschauen – aus Hilflosigkeit oder weil das Schreckliche zu viel wird. Anhand einer Szene aus dem Schulalltag erzählt er von Markus, dessen Znüni von einem Mitschüler zerquetscht wird, während die anderen Kinder zuschauen oder wegschauen. Die Geschichte macht deutlich: Gewalt geschieht nicht nur irgendwo weit entfernt, sondern kann auch ganz nah sein. Entscheidend ist, dass wir hinschauen und nicht einfach wegsehen.
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