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Langsam ist manchmal schneller
Barbara Steiner berichtet von ihrer Pilgerreise auf der Via Francigena von Besançon nach Rom. Die ersten Tage sind anstrengend, besonders ihre schmerzenden Füsse bringen sie dazu, ihr Tempo zu überdenken. Dabei wird ihr ein Gedanke wichtig: Vielleicht kommt man langsam schneller ans Ziel.
Wenn ein Weg weit ist, bringt es wenig, möglichst viel auf einmal zu schaffen und dabei die eigenen Kräfte zu überfordern. Entscheidend ist, auf sich selbst zu achten, Pausen zu machen und Schritt für Schritt weiterzugehen. Als Bild dafür erinnert Barbara Steiner an Bepо, den Strassenkehrer aus Michael Endes Momo: Er bewältigt eine scheinbar endlose Strasse, indem er immer nur einen Schritt, einen Strich und einen Atemzug macht.
Auch für unseren Alltag kann das ein guter Gedanke sein: Wir müssen nicht alles auf einmal schaffen. Wer sein eigenes Tempo findet und dem, was wirklich wichtig ist, die nötige Zeit gibt, kommt vielleicht gerade dadurch ans Ziel. Mit dem Wunsch nach einem wunderbar langsamen Tag endet der Beitrag.
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Es kommt darauf an, von wo man schaut
Viele Streitigkeiten beginnen damit, dass zwei Menschen überzeugt sind, recht zu haben. Was als unterschiedliche Meinung beginnt, kann schnell zu einem heftigen Streit werden – und manchmal sogar dazu führen, dass Beziehungen abbrechen.
Bernhard Kaufmann erzählt dazu die Geschichte von Röseli und Liseli, die sich darüber streiten, wo das Abwaschmittel steht. Beide sind überzeugt, es richtig gesehen zu haben – bis sie feststellen: Das Abwaschmittel steht tatsächlich für die eine Person im hinteren, für die andere im vorderen Gestell. Beide haben recht, weil sie aus unterschiedlichen Perspektiven schauen.
Auch Mani Matter beschreibt in seinem Lied über die Riesenbahn Menschen, die dasselbe Geschehen aus verschiedenen Richtungen wahrnehmen und deshalb überzeugt sind, ihre Sicht sei die einzig richtige. Der Beitrag erinnert daran, dass unterschiedliche Wahrnehmungen nicht automatisch bedeuten, dass eine Person recht und die andere unrecht hat. Manchmal lohnt es sich, die eigene Perspektive zu verlassen und die Welt mit den Augen des anderen zu betrachten.
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Perspektiven · unterschiedliche Wahrnehmung · Streit · Recht haben · Beziehungen · Verständnis · Toleranz · Mani Matter · Riesenbahn · Sprichwörter · Lebensweisheit · miteinander reden · andere Sichtweisen
Toni Zulauf, Initiator Wort zum Tag, Ranflüh
Krieg, politische Spannungen, Klimaveränderungen, wirtschaftliche Sorgen und eine Technik, die sich immer schneller entwickelt: Viele Menschen erleben unsere Zeit als unsicher.
War früher alles sicherer?
Wahrscheinlich nicht. Unsere Eltern und Grosseltern kannten Krieg, Krankheit, Armut und wirtschaftliche Krisen. Aber manche Sicherheiten waren andere: Familie, Nachbarschaft, das Dorf, die Kirche, ein Beruf fürs Leben und vertraute Gewohnheiten gaben Halt und Struktur.
Heute haben wir viel mehr Möglichkeiten. Wir können wählen, vergleichen und verändern. Doch vielleicht macht gerade diese Freiheit manchmal auch unsicher.
Was trägt, wenn Sicherheiten ins Wanken geraten?
Im Psalm 23 steht: «Und ob ich wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir.»
Das finstere Tal verschwindet nicht. Und der Glaube verspricht uns kein Leben, in dem nichts Schlimmes geschieht.
Die Zusage ist eine andere: Du bist nicht allein.
Vielleicht liegt darin eine Form von Sicherheit, die wir heute besonders brauchen. Menschen, die zuhören. Beziehungen, auf die Verlass ist. Gemeinschaft. Ein vertrauter Tagesrhythmus. Ein Spaziergang, wenn die Nachrichten zu viel werden. Ein Anruf bei einem Menschen, dem wir vertrauen.
Und manchmal ein ganz einfaches Gebet: «Gott, sei bei mir.»
Wir können die Welt nicht vollkommen sicher machen. Aber wir können einander Sicherheit schenken – indem wir da sind, zuhören und jemanden nicht allein lassen.
Vielleicht braucht gerade heute jemand genau das von dir.
Und vielleicht brauchst du es selber.
Spendenaufruf:
„Wort zum Tag“ lebt von Menschen, die zuhören und mittragen. Unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende:
https://wortzumtag.ch/unterstuetzen
Keywords: Sicherheit, Unsicherheit, Psalm 23, Vertrauen, Gemeinschaft, Beziehungen, Zuversicht
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Darf ich Gott rechtfertigen?
Ruth Heller ringt mit der Frage, ob und wie wir schwierige und verstörende Bibeltexte auslegen dürfen. Darf der Mensch versuchen, Gott zu rechtfertigen? Und wie viel persönliche Interpretation verträgt die Bibel, wenn doch jeder getaufte Mensch einen eigenen Zugang zu Gott hat?
Zwei Bibelstellen geben ihr Orientierung: Psalm 84,11 erinnert an die kostbare Nähe zu Gott, und 1. Korinther 1,27 daran, dass Gott gerade durch die Schwachen wirkt.
Anschliessend überträgt Ruth Heller den Abschnitt aus 1. Korinther 1,18–31 in eine humorvolle Szene: Drei Pfarrpersonen sitzen zusammen und werden Zeugen eines Gesprächs über Religion und den Glauben als eine Art „Selbstbedienungsbuffet“. Ihre Antwort darauf ist Paulus' Botschaft vom Kreuz: Was für Menschen töricht oder schwach erscheint, kann bei Gott Weisheit und Kraft sein. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Nicht menschliche Klugheit oder Stärke zählt vor Gott, sondern das, was Gott selbst wirkt.
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Bibelinterpretation · schwierige Bibeltexte · Gottesbild · Priestertum aller Gläubigen · persönlicher Glaube · Psalm 84 · 1. Korinther 1 · Kreuz · menschliche Weisheit · Schwäche und Stärke · Religion · Selbstbedienungsbuffet · Vertrauen · Gottes Kraft
Was braucht es für den Frieden?
Angesichts der zahlreichen bewaffneten Konflikte weltweit stellt Andreas Nufer die Frage, wie wir heute über Frieden und Gewalt denken. Während Aufrüstung und militärische Verteidigung in Europa zunehmend als notwendig gelten, haben pazifistische Stimmen einen schweren Stand. Im Kloster Kappel wird deshalb am Bettagswochenende an der «Schule des Friedens» gemeinsam darüber nachgedacht, was Frieden braucht – für die Welt, für die Schweiz und für jeden Menschen persönlich. Der Beitrag lädt dazu ein, die eigene Haltung zu Gewalt, Frieden und Verantwortung zu hinterfragen.
#WortZumTag #Frieden #Friedensarbeit #Pazifismus #Gewalt #Aufrüstung #Verantwortung #Kirche #SchuleDesFriedens #KlosterKappel
Frieden | Krieg | bewaffnete Konflikte | Aufrüstung | Waffen | Gewalt | Pazifismus | Friedensarbeit | Kirche | Verantwortung | Schule des Friedens | Kloster Kappel | persönlicher Frieden
Susanna Meyer Kunz erzählt von einer besonderen Schale, die Vertiefungen auffängt und mit Gold ausgekleidet wird – eine „Schale für Wertvolles“. Im Spital begleitet sie diese Schale zu Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Gemeinsam sammeln sie darin symbolisch kostbare Erinnerungen, Erfahrungen und Dinge, für die sie trotz allem dankbar sind. Die Schale wird so zu einem Gegengewicht zu Schmerz und Verlust. Der Gedanke aus dem 2. Korintherbrief erinnert daran, dass wir einen Schatz in zerbrechlichen Gefässen tragen und Gottes Kraft uns auch in bedrängenden Zeiten hält. Die Schale für Wertvolles kann dabei helfen, das Gute und Kostbare bewusst wahrzunehmen und zu bewahren.
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Schale für Wertvolles · Kostbares bewahren · Dankbarkeit · schwere Lebenssituationen · Verlust · Erinnerungen · Hoffnung · Gottes Kraft · 2. Korintherbrief · Zuversicht · Spitalseelsorge
Das Ende der Geschichte?
Francis Fukuyamas These vom «Ende der Geschichte» und dem endgültigen Siegeszug der liberalen westlichen Demokratie wirkt heute überholt. Krisen der Marktwirtschaft, Nationalismus, Krieg und gesellschaftliche Unsicherheit zeigen die Grenzen dieses Modells. Christine Schliesser beschreibt drei Krisen der Gegenwart: eine Krise des Vertrauens, der Sicherheit und der Vision. Dahinter erkennt sie eine noch tiefere Krise von Liebe, Hoffnung und Glauben. Diese drei christlichen Tugenden könnten auch heute Orientierung und Weisheit für die Zukunft geben.
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Francis Fukuyama · Ende der Geschichte · liberale Demokratie · freie Marktwirtschaft · Globalisierung · Nationalismus · Krise des Vertrauens · Krise der Sicherheit · Krise der Vision · Liebe · Hoffnung · Glaube · christliche Tugenden · Orientierung · Zukunft
Wie oft fragen wir einander «Wie geht’s?», ohne wirklich zu erwarten, dass unser Gegenüber ehrlich erzählt, wie es ihm geht. Lucius Rohr entdeckt in einer schwedischen Begrüssungsformel eine schöne Alternative: «Tack för sist» – «Danke für das letzte Mal». Damit richtet sich der Blick auf eine gemeinsame Begegnung und das, was Menschen miteinander verbindet. Diesen Gedanken nimmt er mit ins Gebet: Auch Gott können wir zunächst «Danke für das letzte Mal» sagen – für einen besonderen Moment, für ein Staunen, einen Genuss oder eine Situation, in der wir uns bewahrt gefühlt haben. Ein einfacher Satz, der den Blick auf das Gute und auf vergangene Begegnungen lenkt.
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Danke · Dankbarkeit · Begegnung · «Wie geht’s?» · «Danke für das letzte Mal» · Schweden · Gebet · Gott · Achtsamkeit · Staunen · Bewahrung
Bernhard Kaufmann nimmt das Gedicht «Es ist, was es ist» von Erich Fried zum Ausgangspunkt für eine nachdenkliche Betrachtung über unsere Gewohnheit, schwierige Situationen zu verharmlosen oder uns mit ihrer scheinbaren Unveränderbarkeit abzufinden. Das Gedicht fordert dazu auf, Unglück, Schmerz und Angst nicht einfach hinzunehmen, sondern die Welt mit den Augen der Liebe zu betrachten und Stellung zu beziehen. Am Beispiel des Krieges in der Ukraine und des Klimawandels wird deutlich: Liebe bedeutet nicht Gleichgültigkeit, sondern Verantwortung, Versöhnung und Friedensbereitschaft. Auch die Aussage «Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein» bringt diese Haltung auf den Punkt.
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Erich Fried · Es ist, was es ist · Liebe · Frieden · Versöhnung · Krieg · Ukraine · Klimawandel · Verantwortung · Gleichgültigkeit · Glaube · Jesus Christus
Michel Müller erzählt von einer bevorstehenden Taufe und dem beliebten Taufspruch: «Gott wird dir seine Engel schicken, um dich zu beschützen, wohin du auch gehst.» Doch was bedeutet dieser Schutz, wenn trotzdem Unfälle geschehen oder Menschen leiden? Engel sind keine Garantie dafür, dass uns niemals etwas passiert. Vielleicht begegnen sie uns vielmehr in den vielen Momenten, in denen etwas gut ausgeht: wenn wir Glück haben, bewahrt werden oder jemand für uns da ist. Der Gedanke an die Engel kann deshalb zu Dankbarkeit führen – für das Leben, für das Bewahrtsein und für all jene Momente, in denen wir uns getragen fühlen.
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Taufe · Engel · Schutz · Vertrauen · Dankbarkeit · Bewahrung · Glück · Glaube · Alltag · Hoffnung · Getragen sein
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