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«Ihr Gott ist aber lange in den Ferien.» Diese Aussage einer leidenden Frau bringt Bernd Siemes zu einer schwierigen Frage: Wo ist Gott, wenn Gebete scheinbar nicht erhört werden und Menschen trotz ihres Glaubens leiden? Auch Petrus ringt mit dem Willen Gottes, als Jesus sein Leiden und Sterben ankündigt. Siemes macht deutlich, dass Zweifel und Klage zum Glauben gehören dürfen. Wir müssen Gott nicht rechtfertigen können, sondern dürfen mit unseren Fragen und unserem Schmerz in Beziehung zu ihm bleiben. Jesus zeigt einen Weg, der das ganze Leben mit Freude, Leid und Tod annimmt. Sein Leben und seine Auferstehung geben die Hoffnung, dass die Liebe stärker ist als Schmerz und Tod. Und so steht am Ende die tröstliche Gewissheit: Gott geht nicht in Ferien.
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Gott · Glaube · Zweifel · Leid · Gebet · Petrus · Jesus · Gottes Wille · Vertrauen · Klage · Kreuz · Auferstehung · Liebe · Hoffnung · Seelsorge
Ein Gott, der auch zornig sein darf
Die Geschichte von den Giftschlangen in der Wüste wirft eine schwierige Frage auf: Was ist das für ein Gott, der Menschen bestraft? Gerade diese Geschichte zeigt, dass Gott nicht nur als immer lieber und sanfter Gott verstanden werden kann. Die Bibel erzählt von einem mächtigen und heiligen Gott, der zugleich unendlich geduldig, gnädig und treu ist.
Ein Blick auf die Geschichte des Volkes Israel macht deutlich, wie oft Gott seinem Volk beisteht: Er befreit es aus der Sklaverei in Ägypten, teilt das Rote Meer, schenkt die Zehn Gebote, versorgt die Menschen mit Manna und Wachteln, führt sie durch die Wüste und gibt ihnen Wasser. Und das alles, obwohl die Israeliten immer wieder zweifeln, murren und sich gegen Gott auflehnen.
Auch bei den Giftschlangen folgt auf das Gericht unmittelbar Gottes Rettungsangebot. Wer auf die erhöhte Schlange schaut, bleibt am Leben. Diese Geschichte wird im Johannesevangelium zum Bild für Jesus: Wer vertrauensvoll auf ihn schaut, wird gerettet.
Der Beitrag lädt dazu ein, Gott auch in schwierigen Zeiten zu vertrauen. Wir dürfen hadern, klagen und Fragen stellen. Entscheidend ist die Gewissheit: Gott bleibt da, vergibt, trägt und hält fest – unabhängig von unseren aktuellen Lebensumständen. Die Freude an Gott wird so zu einer geistlichen Kraftquelle.
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Giftschlangen · Wüste · Israeliten · Exodus · Gottesbild · Zorn Gottes · Gottes Gnade · Gottes Treue · Geduld · Vertrauen · Murren · Vergebung · Rettung · Jesus · Kreuz · Hoffnung · geistliche Kraft · Freude an Gott
Durch die Nacht – Tras la notg
Rund 30 Konfirmandinnen und Konfirmanden wandern gemeinsam durch die Nacht im Engadin – von Sils Baselgia bis Samedan. Unterwegs bieten Kirchen Räume zum Innehalten, Beten, Singen und Ausruhen. Besonders berührt Kaspar Kunz die gemeinsame Feier des Abendmahls mitten in der Nacht. Die Wanderung wird für ihn zu einem Bild für den eigenen Lebensweg: Auch wenn es dunkel wird und wir durch ein finsteres Tal gehen, sind wir nicht allein. Gott geht mit – durch die Nacht hindurch.
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Tras la notg | durch die Nacht | Nachtwanderung | Konfirmandinnen und Konfirmanden | Engadin | Sils Baselgia | Samedan | Kirchen als Raststätten | Gebet | Gemeinschaft | Abendmahl | Psalm 23 | Vertrauen | Licht und Dunkelheit | Gott begleitet uns
Alter, Endlichkeit und die Schönheit des Lebens
Luzius Rohr spricht über den Umgang mit Alter, Krankheit und Sterben. Während die moderne Medizin Krankheiten präzise diagnostizieren und behandeln kann, fehlen uns oft die Worte, wenn Therapien nicht mehr helfen und wir mit der eigenen Endlichkeit konfrontiert sind. Im 12. Kapitel des Kohelet findet Rohr eine Sprache, die das Alter ungeschönt, aber zugleich mit Humor und Würde beschreibt. Körperliche Einschränkungen werden in poetischen Bildern dargestellt: zitternde Arme, schwächer werdende Beine, nachlassende Zähne sowie Augen und Ohren, die ihre Funktionen verlieren. Doch der Rückgang körperlicher Kräfte muss nicht nur Verlust bedeuten. In der Reduktion können Konzentration, Klarheit und eine neue Wertschätzung für Erfahrungen und Begegnungen entstehen. Am Ende steht das poetische Bild vom Staub, der zur Erde zurückkehrt, und vom Lebensatem, der zu Gott zurückkehrt – ein tröstlicher Blick auf Sterben und Endlichkeit.
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Gott mit allen Sinnen erfahren
Bernhard Kaufmann erzählt von einem Besuch bei einer blinden Freundin, die ihn bereits an seinem Schritt und an seinem Geruch erkannte. Diese Erfahrung führt ihn zu der Frage, wie vielfältig unsere Wahrnehmung ist und wie sehr Gerüche, Geräusche und Berührungen mit persönlichen Erinnerungen verbunden sind. Psalm 34 lädt dazu ein, zu „schmecken, wie gut der Herr ist“. Glaube lässt sich nicht allein mit Gedanken und Worten erfassen, sondern vor allem durch eigene Erfahrungen im Alltag – mit allen Sinnen.
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Lachen gegen den Wahnsinn
Wie gehen wir mit all dem um, was in der Welt geschieht? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Aktion des Vereins «Zusammenleben» in Weggis. Die vielen Rückmeldungen zeigen: Menschen suchen Halt im Glauben, in Gottes Gegenwart und in der Beziehung zu anderen. Doch Michelle Müller fragt sich, ob wir damit manchmal nicht auch unsere schwierigen Gefühle überdecken, statt sie wirklich herauszulassen.
Neben Gebet, Weinen und dem bewussten Wahrnehmen der eigenen Gefühle nennt sie eine weitere Möglichkeit: lachen, blödeln und gemeinsam Freude haben. Gerade angesichts des «Wahnsinns» in der Welt kann Humor eine befreiende Kraft sein. Gemeinsames Lachen schafft Abstand, verbindet und hilft, sich von dem, was belastet, nicht vollständig vereinnahmen zu lassen. Vielleicht braucht es gegen den Wahnsinn manchmal selbst ein bisschen Wahnsinn – oder wenigstens wahnsinnig viel Humor.
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Ich habe dich bei deinem Namen gerufen
Bernd Siemes nimmt seinen Namenstag, den Gedenktag des heiligen Bernhard, zum Anlass, über die Bedeutung unseres Namens nachzudenken. Ein Name ist Teil unserer Geschichte und Identität und kann mit Familientraditionen, persönlichen Erfahrungen und der eigenen Taufe verbunden sein. Gerade im Krankenhaus erlebt Siemes, wie bedeutsam es sein kann, mit dem eigenen Namen angesprochen zu werden, statt nur über Nachnamen oder Geburtsdatum identifiziert zu werden. Der Name erinnert daran: Wir sind keine Nummer und nicht irgendwer. Im Glauben bekommt diese persönliche Würde eine besondere Tiefe: „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du gehörst zu mir.“ Gott kennt jeden Menschen persönlich. Ein Name schafft Identität, Würde und Beziehung.
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Das Schlangensymbol – Heilung und Rettung
Zum 50. Beitrag erklärt Ruth Heller die Bedeutung der Schlange im Apotheken- und Rettungszeichen. Ausgangspunkt ist die eherne Schlange aus dem 4. Buch Mose: Nachdem die Israeliten in der Wüste gegen Gott gemurrt hatten und von Schlangen gebissen wurden, errichtete Mose auf Gottes Anweisung eine bronzene Schlange. Wer sie ansah, blieb am Leben. Dieses Motiv wurde später mit der Kreuzigung Jesu verbunden: Wie die Menschen damals auf die erhöhte Schlange schauen und gerettet werden konnten, so finden Christen in Jesus Heil und Rettung.
Ruth Heller erzählt auch von sogenannten Pesttalern aus dem 16. Jahrhundert, die auf der einen Seite die eherne Schlange und auf der anderen die Kreuzigung zeigten. Für sie ist das Schlangensymbol deshalb weit mehr als ein neutrales medizinisches Zeichen: Es verweist auf Heilung, Rettung und Gottes Gnade. Sie bedauert, dass dieses Symbol an immer mehr Apotheken durch ein neutrales grünes Kreuz ersetzt wird, und lädt dazu ein, die biblische Bedeutung hinter dem vertrauten Zeichen wiederzuentdecken.
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Künstliche Kreativität – was macht uns zum Menschen?
Künstliche Intelligenz kann inzwischen Gedichte, Texte und Bilder erschaffen – und stellt damit eine Frage, die tief an unser Selbstverständnis rührt: Was macht den Menschen eigentlich einzigartig? Während wir unsere Würde oft mit Fähigkeiten wie Vernunft und Kreativität verbinden, erinnert die christliche Theologie daran, dass unser Wert nicht von unseren Leistungen abhängt. Als Menschen sind wir «imago Dei», als Ebenbild Gottes geschaffen. Unsere Würde bleibt deshalb bestehen – unabhängig davon, was wir können oder nicht können. Eine befreiende Perspektive angesichts der rasanten Entwicklung künstlicher Intelligenz.
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Aufgeweckt und ganz Ohr
Im Jesajabuch wird der Gottesknecht als jemand beschrieben, dessen Ohr jeden Morgen neu geöffnet wird, damit er hört wie ein Schüler. Kaspar Kunz nimmt dieses Bild als Leitbild für seelsorgliche Gespräche: Menschen, die müde, belastet oder ratlos sind, brauchen kein Standardrezept, sondern jemanden, der wirklich zuhört und ihnen mit einem passenden Wort weiterhilft. Ein offenes Ohr bedeutet dabei auch, bereit zu sein, andere Sichtweisen auszuhalten und nicht nur das zu hören, was der eigenen Meinung entspricht. Echtes Zuhören schafft Vertrauen, Sicherheit und tragfähige Beziehungen.
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