Two Women One Table
Die Folge, in der Natalie unmotiviert ist und dann ganz viel zu erzählen hat.
Silke will ihren Haushalt reduzieren. Dabei ist ihr aufgefallen, dass sie in jedem Raum eine „Kram-Schublade“ hat. Hast du auch so eine Schublade? Ohne Konzept, ohne System. Was ist bei dir in dieser Schublade. Natalie hat auch so eine Schublade, aber gut organisiert. Sie hat zu wenig Platz und braucht Ordnung. Sagt die „Kram-Schublade“ und deren Sortierung etwas darüber aus, was für ein Typ Mensch wir sind?
Dann kommen sie zum Thema Schubladendenken. Also Vorurteile. Steckst du Menschen relativ schnell in eine Schublade? Silke erzählt, wie sehr es sie stört, dass junge Frauen sich selbst in Ästhetik-Kategorien einteilen. Silke wollte nie festgelegt sein, sondern frei. Natalie sagt: Man kann sich nicht selbst in eine Schublade stecken.
Natalie erzählt, wie sie selbst schon völlig falsch (emotionslos) eingestuft wurde, obwohl die Person sie gar nicht kannte. Silke erzählt, dass man ihr früher gesagt hat, sie guckt immer zu böse und hat sich gefragt, was Leute für eine Erwartungshaltung an ihr Gesicht haben.
Natalie hat ihre Kamera aufgeräumt und festgestellt, wie schwer es ihr fällt, Bilder zu löschen, weil überall Erinnerungen dranhängen. Sie zieht die Verbindung zum Ausmisten. Warum fällt es uns so schwer, uns von Dingen zu trennen? Silke erzählt, dass sie eine Obsession mit Screenshots hat, weil sie es gut findet, ganze Mindsets von Leuten (Schubladen) via Screenshots herleiten zu können.
Sind Fotos heute unsere Art von Tagebuch? Früher waren Fotos aufwendig und teuer. Heute kannst du im Minutentakt dokumentieren. Fotos sind Erinnerungen. Silke meint, sie muss sich inzwischen dazu zwingen, Momente zu genießen, ohne ein Foto zu machen.
Thema Gewalt an Frauen: Natalie sagt, es geht immer um die Opfer, aber wir sollten mehr auf die Täter schauen. Täter argumentieren mit „sich nicht unter Kontrolle haben“ und dass am Ende doch der Frau die Schuld gegeben wird. Silke nennt als Beispiel den typischen Spruch: Warum sucht sie sich auch so einen Mann aus? Oder: Warum bleibt man denn bei so einem Mann? Es hat alles mit Kontrolle zu tun.
Silke verweist darauf, dass wir eine Art Täterkult haben und erklärt das. Sie zählt auf, was Opfer hätten tun sollen, damit ihnen nichts passiert, statt die Schuld beim Täter zu belassen (hochgeschlossen anziehen, kein Alkohol trinken, nicht allein im Dunkeln). Silke ist sich sicher, keine noch so zugeknöpfte Kleidung hat einen Mann, der vergewaltigen will, jemals von der Tat abgehalten.
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