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Der Begriff des Horizont stammt ursprünglich aus dem Altgriechischen und bedeutet Grenzlinie - was tatsächlich auch Sinn macht. Es ist die Linie, welche unserem Weitblick letztlich seine Grenze gibt. Weiter sehen geht nicht. Bei allem Bemühen nicht. Und selbst wenn wir in einer totalen Ebene wären - wie beispielsweise am Strand eines Ozeans und über diesen blicken - irgendwo befindet sich eine Grenze, weiter sehen können wir einfach nicht. Zum einen wird unsere Sicht physikalisch durch die letzten Endes nicht vollständig transparenten Luftschichten eingeschränkt und zum anderen durch die Wölbung des Erdkörpers. Also selbst wenn kein Hindernis da wäre - die Unendlichkeit ist für uns nicht zugänglich. Es lohnt sich, dies auch im Hinblick auf das eigene Leben, seine eigenen Ressourcen und Beziehungen zu betrachten: es gibt auch hier nicht die unendliche Verfügbarkeit. Wir leben alle mit einem begrenzten Mass, das einmal aufgebraucht ist. Wohl dem, der mit Weitblick mit diesen Ressourcen umgeht.
Ich wünsche Dir einen aussergewöhnlichen Tag!
Wenn Du etwas vor äusseren Einflüssen schützen möchtest, dann umgibst Du es mit einer passenden Hülle oder sonst einem Schutzmechanismus. Also sollte es gegen spitze Gegenstände oder Schläge standhaft sein, muss es eine harte, widerstandsfähige Umhüllung sein. Je härter, desto besser - aber je härter, desto inflexibler in den meisten Fällen. Wenn Du Dich also eine maximale Bewegungsfreiheit gleichzeitig mit maximalem Schutz haben möchtest, dann kommst Du nicht drum herum, gewisse Kompromisse einzugehen. Entweder Du konstruierst den Panzer so, dass er aus vielen kleinen, flexiblen aber in einander verketteten Elementen besteht - das dient der Bewegungsfreiheit, bringt aber auch mehr Gewicht - oder Du optimierst den Materialbedarf auf ein Minimum, büsst dafür aber Bewegungsfreiheit ein. Das Panzern-Nashorn hat beispielsweise grosse Platten, die sich teilweise überlappen, so dass es auch bei Bewegungen noch geschützt ist. Kompromisse sind nicht immer schön und bequem - aber manchmal nötig.
Ich wünsche Dir einen aussergewöhnlichen Tag!
Wenn ich Dir das Stichwort Wildschwein gebe - an was denkst Du? Asterix und Obelix? Oder an einen haariger Schweinekopf mit sichelartigen, spitzigen Eckzähnen, die rechts und links aus dem Mund ragen? Das Meiste - vermute ich - sind Assoziationen von stereotypischer Art. Ganz einfach deswegen, weil die wenigsten von uns die Gelegenheit hatten, Wildschweie über einen längeren Zeitraum ungestört zu beobachten und zu studieren und so aus eigener Erfahrung sich ein Bild vom Wesenszug des Tieres und seinem Charakter zu machen. Es ist wohl unnötig zu sagen, dass genau dies uns im Alltag mit anderen Menschen auch immer und immer wieder geschieht: wir haben unsere klaren Meinungen und Auffassungen von anderen - wie beispielsweise Promis oder Sportlern oder Politikern oder Nachbarn oder Chefs und Mitarbeitenden. Dies obwohl wir kaum mit ihnen zu tun hatten und haben. Daher rate ich zur Zurückhaltung. Vielleicht sind sie - wie die Wildschweine - ja ganz anders als wir meinen.
Ich wünsche Dir einen aussergewöhnlichen Tag!
Ich stand noch nie in echt vor einem Vulkan, der gerade ausbricht oder sonst einer Fontäne aus dem Erdinnern. Das Näheste in diese Richtung waren Springbrunnen, die aus einem Wasserbecken einen dichten Wasserstrahl mit enormer Wucht in die Höhe schleuderten. Was für eine Gewalt, dachte ich, was für ein Druck muss hier nötig sein. Es gilt ja nicht nur, das Wasser, das für sich genommen schon nicht leicht ist, mit einer enormen Geschwindigkeit zu befördern, sondern auch die Gravitation zu überwinden. Aber eben: wenn der dahinter liegende Druck gross genug ist, passiert dies - selbst durch eine geschlossene Kruste oder Oberfläche, wenn es sein muss. Wir kennen es auch alle von uns selbst: wenn wir emotional explodieren, dann kann das Wort- und Lautstärke-mässig sehr wuchtig werden. Und doch ist es besser als eine Implosion - bei der sich die angestaute Energie nach innen richtet. Man niesst ja auch nach aussen und nicht nach innen - also: emotionale Eruption darf sein - aber bitte dennoch mit Rücksicht!
Ich wünsche Dir einen aussergewöhnlichen Tag!
Im Englischen lautet der Begriff für das Zifferblatt einer Uhr „Watchface“. Es ist also wörtlich übersetzt das Gesicht einer Uhr. Mir gefällt diese Bezeichnung. Sie drückt aus: das Gesicht dieser Uhr, also quasi deren Wesen, drückt sich im Zifferblatt, in dem aus, was für den Betrachter sichtbar ist. Dabei ist das Uhrwerk dahinter nicht unbedingt zu erkennen. Aber was die Uhr nach aussen zeigt - das ist eben ihr Gesicht, ihr Zifferblatt. So ist es bei uns Menschen doch auch: an unserem Gesichtsausdruck können die Menschen häufig ablesen, wie es uns geht, wie das Innenleben ist - analog zu einer Uhr mit ihrem verborgenen Uhrwerk. Bewegen sich die Zeiger nicht, erkennt man, dass mit dem Uhrwerk etwas nicht stimmt: sei es dass es defekt sein könnte oder dass es nicht aufgezogen wurde oder die Batterie fehlt. Unser Gesicht verrät also der Umwelt vieles über uns und unseren aktuellen Zustand. Welches Gesicht bekommt Deine Umwelt heute von Dir zu sehen?
Ich wünsche Dir einen aussergewöhnlichen Tag!
Stell Dir vor, du gehst nach einem regenreichen Vortag mit Deinen Schuhen über ein brachliegendes Feld. Als Du Zuhause ankommst und mit den Schuhen in die Wohnung oder das Haus trittst, lösen sich Erdklümpchen vom Feld und Du verdreckst den Eingangsbereich. Ärgerlich. In dem Fall. Du siehst also im Erdboden vor allem Dreck, den Du beseitigen musst. Stehst Du aber vor demselben Feld und planst Deine Samen auszustreuen, siehst Du in diesem Boden den Nährboden, die Grundlage, auf welchem Deine Saat überhaupt erst aufgehen, wachsen, blühen und schliesslich abgeerntet werden kann. Was im einen Fall nur lästiger Dreck ist, ist im anderen Fall lebenspendende Grundlage und Umgebung. So ist es hin und wieder auch in anderen Lebensbereichen: Situationen scheinen den einen mühsam, für andere sind sie entscheidend und essentiell. Denk daran, wenn Dir heute vielleicht etwas lästig erscheint oder Du den Eindruck hast, mit etwas, das Dir sinnlos erscheint, Zeit zu verlieren.
Ich wünsche Dir einen aussergewöhnlichen Tag!
In unseren Tagen ist der Begriff Work-Live-Balance sehr prominent. Es geht darum, ein gutes Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit zu finden: Energie zum Arbeiten gepaart mit genügend Erholungszeit. Das ist verständlich. Wenn ich mir das jedoch überlege und an andere Bereiche denke, wo Balance oder Gleichgewicht eine Rolle spielen - dann kommen mir Artisten in den Sinn, die auf dem Hochseil gehen oder sonst balancieren. An ihrem Beispiel nehme ich wahr, dass sie sich ganz bewusst in eine Situation bringen, in der das übliche Gleichgewicht - man steht oder geht auf zwei Beinen - verlassen wird und das Risiko eines Gleichgewichtsverlusts schon fast gesucht wird. Also eine Grenzerfahrungssuche nach dem „wie weit kann ich gehen?“. Ich stelle fest, dass wir als Menschen sehr oft diese Grenzen ausloten wollen - aber weshalb nur? Wie widersprüchlich: wir ringen um diese Work-Life-Balance und provozieren doch immer wieder bewusst deren Verlust.
Ich wünsche Dir einen aussergewöhnlichen Tag!
Als ich Kind vom Sportverein, wo mein Vater ehrenamtlich tätig war, gefragt wurde, was man ihm zu Weihnachten schenken könnte, gab mir die Mutter den Tipp: Rasierwasser, ein ganz bestimmtes. So wuchs ich auf damit, dass zu einer Rasur ein Rasierwasser gehörte. Als das Rasieren bei mir so weit war und ich zum Testen das Rasierwasser meines Vaters ausprobierte, brannte meine von der Rasur wunde Haut wie Feuer. Aber so musste es wohl sein - Mann tat das so. Ich lebte also damit, dass nach einer ordentlichen Rasur das feurige Brennen des Rasierwassers dazu gehörte. Erst später lernte ich, dass es auch eine beruhigende Crème sein kann, die die Haut pflegt - ohne dass man dabei als Weichei galt, wenn man sie statt des Alkohol haltigen Wassers verwendete. Hast Du vielleicht auch solche Verhaltensmuster, die eine unnötige Peinigung von Dir selbst beinhalten und die längst durch lebensfreundlichere ersetzt werden könnten? Vielleicht wäre es an der Zeit, diese zu ändern.
Ich wünsche Dir einen aussergewöhnlichen Tag!
In diesen Tagen, während ich diese Episode erstelle, machen die Temperaturen draussen riesige Sprünge. Von einer grossen bis extremen Hitze zu einem Temperatursturz mit Starkregen. Und sofort wird das Stichwort Klimakrise und alles, was damit zusammenhängt, medial wirksam und prominent. Ich sehe aber auch noch anderes, das sich auch verändert, wenngleich nicht von einem Tag zum anderen: die Natur, die Getreidesorten, die wachsen und zur Ernte reifen oder Früchte, die sich mehr und mehr entwickeln und in ihrem Zyklus voranschreiten bis zur Ernte und unserem Genuss. So hat alles seine Zeit, wie mir scheint. Vielleicht auch die Wetterextreme, sicher aber unsere Umwelt. Diese Variabilität zeugt für mich von einem Design, das unsere menschlichen Gestaltung- und Beeinflussungsfähigkeiten übersteigt. Gott sei Dank, denke ich. Alles hat seine Zeit, auch wenn wir manches zeitlich gerne anders hätten. Bist Du im Einklang und Frieden mit dem Geschehen in Deinem Leben?
Ich wünsche Dir einen aussergewöhnlichen Tag!
Bei uns im Schweizer Dialekt gibt es den Ausdruck „Raschelsäggli“, zumindest im Baseldeutsch. Damit ist eine kleine Plastiktüte von ganz besonderem Material gemeint. Auf der Verpackung steht meistens „Mehrzweckbeutel“ - was bei uns niemand so nennt oder verwendet. Aber damit ist der Einsatzzweck zumindest gegeben. Solche Ausrücke sind natürlich von Gegend zu Gegend und Dialekt zu Dialekt verschieden und spezifisch. Ich nennen dies Sprachintimität. Es sind Ausdrücke, die man nur kennenlernt, wenn man vor Ort ist oder mit Menschen aus dieser Gegend oder diesem Kulturkreis zu tun hat - wenn also eine gewisse Beziehung, Intimität besteht. Wenn man diese aber kennengelernt und verstanden hat, ist sie so normal wie jeder andere Ausdruck und man weiss genau, um was es geht. Aber eben: es braucht die Beziehung und persönliche Erfahrung für eine solche Offenbarung. Mir scheint, mit gewissen Begriffen aus der Bibel ist es genau gleich: Gnade, Sünde, Erlösung und nicht zuletzt Glaube, Liebe, Hoffnung.
Ich wünsche Dir einen aussergewöhnlichen Tag!
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