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Wir befinden uns in diesem Jahr in der Schweiz in einem Wahljahr. Politischen Parteien bringen sich derzeit in Position, um im Herbst möglichst erfolgreich zu sein bei den nationalen Wahlen. Meine grobe Einteilung lautet: links steht für Gerechtigkeit, die Mitte für Liberal, rechts für Sicherheit, Grün für Ökologie und Natur. Und in diesem Spannungsfeld entsteht dann ein Parlament mit den entsprechenden Vertretern, die wiederum mit dem Bundesrat unser Land regieren. Kompliziert und sehr breit abgestützt und nicht selten sich selbst blockierend. Bei einer Monarchie ist das einfacher. Der König regiert. Ist er links oder rechts oder grün oder in der Mitte? Was für ein König ist er? Ich war tief beeindruckt, als ich neulich Psalm 72 las, in dem der noch amtierende König David für seinen Sohn und Nachfolger betete. Das Gebet ist gewaltig und umfasst eigentlich all die erwähnten Anliegen. Empfehlenswert zum nachlesen und nachbeten. Auch für unsere Politiker.
Ich wünsche Dir einen aussergewöhnlichen Tag!
Es gibt die Redensart, dass man sich an den letzten Strohhalm klammert. Angeblich kommt die Redensart aus der alten christlichen Seefahrt. Der Strohhalm schwimmt und wenn man am ertrinken ist, ist er quasi die letzte Chance, die letzte kleine Hoffnung, die einem vor dem Ertrinken retten soll. Wenn auch augenscheinlich aussichtslos setzt der Mensch in einer verzweifelten Lage seine Hoffnung dennoch auf alles, was irgendwie Rettung bringen könnte. Vielleicht ist in einer analogen Form die fromme Variante davon „Not lehrt beten.“ Ich glaube fest, dass jeder noch so harte Atheist in einer wirklich dramatischen Situation zu beten beginnt. Ich glaube, das ist ein Reflex, den wir haben, ein gesunder Reflex. Ich denke hier auch an Notsituationen, die nicht zwingend einem selbst aber eine geliebte Person betreffen und wo man selbst nur noch Hilflosigkeit und Ohnmacht wahrnimmt. Klammerst Du Deine Hände an den Strohhalm oder faltest Du sie zum Gebet?
Ich wünsche Dir einen aussergewöhnlichen Tag!
Bei Argumentationen redet man manchmal von relativ und absolut. Zum Beispiel: die Mietzinsen sind relativ hoch. Etwas kann relativ hoch sein in seiner absoluten Zahl aber gering. Ein fiktives Beispiel: Die Reisezeit im öffentlichen Verkehr zur Arbeit ist relativ hoch. Das könnte heissen, in absoluten Zahlen, man ist pro Tag 15min im Tram für einen Weg, die Tramstationen sind aber nur je 1 Gehminute vom Wohn- und Arbeitsort entfernt. Da sind 15 im Vergleich zu 1 zwar viel, aber ein Gesamtarbeitsweg von 17min dennoch absolut wenig. Man muss also jeweils vorsichtig sein und beide Werte betrachten: relative und absolute. Auch bei Emotionen ist das so: eine einzelne Person kann relativ viel Einfluss auf meine emotionale Stabilität haben, aber absolut ist das nicht begründet, weil ich eigentlich mit 50 Personen in Kontakt bin. Wir können hier also auch den Einflussbereich mitsteuern, indem wir regeln, ob etwas überproportional Einfluss bekommt oder nicht.
Ich wünsche Dir einen aussergewöhnlichen Tag!
Gefühle brauchen einen Wirt. Damit meine ich: Freude oder Angst existieren nicht für sich. Sie brauchen eine Person, über die sie sich manifestieren. Das bedeutet aber auch, dass diese Person - damit meine ich den Wirt - mitbestimmen kann, wie sehr sich diese Gefühle ausbreiten können. Im Sprachgebrauch sagen wir, dass wir Gefühle haben und nicht Gefühle sind. Damit ist dies angedeutet. Somit habe ich also auch Einfluss, welchen Gefühlen ich wieviel Raum gebe. Ich bin den Gefühlen also nicht ohnmächtig ausgeliefert. Diese Erkenntnis kann vor allem bei negativen Gefühlen wie Ärger, Angst, Wut oder Ohnmacht hilfreich sein. Ich kann einen Moment mal Abstand nehmen und mich fragen: wieviel Einfluss und Raum dürfen diese Gefühle nun haben und wo sage ich bewusst: Stop! Ich entscheide mich, mich nicht länger von Angst oder anderem dominieren zu lassen. Falls Dich das gerade angeht: Viel Mut und Erfolg beim aktiven Gestalten Deiner Gefühlswelt.
Ich wünsche Dir einen aussergewöhnlichen Tag!
Wenn man ein Hühnerei kocht, dann kann man ja wählen, wie lange man es in der Schale im heissen, kochenden Wasser lassen will. Je nach Dauer ist das geschälte Ei dann härter oder weicher. Also sowohl das flüssige Eiweiss als auch das flüssige Eigelb werden mit genügend Hitze und notwendig langer Zeit hart. Interessant finde ich, dass das Eiweiss und das Eigelb nicht dieselben Rahmenbedingungen haben. Nämlich: das Eiweiss ist begrenzt durch die Form des Eis und die Schale. Das Eigelb hingegen ist zwar rundum umgeben von Eiweiss, dies jedoch bestimmt nicht die Endform des hart gewordenen Eigelbs. Somit kann sich das Eigelb quasi so härten, wie es optimal ist, während das Eiweiss so nur eingeschränkt kann. Vielleicht kannst Du in Deinem Einflussbereich anderen ja auch so eine Umgebung bieten: einen gewissen Schutz rundum mit gleichzeitig vielen Möglichkeiten für die persönliche optimal Entwicklung.
Ich wünsche Dir einen aussergewöhnlichen Tag!
Als ich Kind war, waren Dauerwellen in Mode - so zumindest meine Erinnerung. Frau sprach darüber. Das Thema betraf nämlich eigentlich fast ausschliesslich Frauen - für Männer war das eher ein Tabu. Damals galten noch die Natur gegebenen Geschlechterrollen und Dauerwellen waren nach meiner Wahrnehmung etwas Weibliches. So eine Art Zwischenlösung waren Wickelstäbe, mithilfe derer sich Frauen Wellen in die Haare machen konnten für eine kurze Zeit. Man mag dies heute belächeln und vielleicht als eitel oder was auch immer abtun. Aber Tatsache ist doch, dass man offenbar mit dem eigenen Äusseren nicht ganz zufrieden war oder zumindest es gerne anders gehabt hätte oder gerne so bestückt gewesen wäre wie andere… das elende Vergleichen, Quelle so vieler unnötiger Unzufriedenheit. Wenn Du Dir das nächste Mal die Haare wäschst oder sonst etwas an Dir siehst oder berührst, das Du lieber anders hättest: wie wär’s mit einem „Danke für diese Einmaligkeit an mir!“?
Ich wünsche Dir einen aussergewöhnlichen Tag!
Das Stehen auf einem Eisengitter oder das Platzieren einer Tasse auf dem Gitter der Abtropfschale haben gewisses Praktisches gemeinsam: Zum einen hält das Gitter in der Regel, das was draufsteht und bewahrt es vor dem Fallen oder gefährlichem tiefer Gehen, zum andern lässt es dennoch das durch, was nicht hingehört. Bei der Kaffeemaschine kann man die Tasse platzieren und sie hält und Überflüssiges wie zuviel Wasser oder Milch fliessen dennoch ab. Beim stehen auf dem Gitter kann Dreck von den Schuhen in eine Grube fallen und man selbst steht dennoch. Das sind die Vorteile. Unschön wird es aber, wenn einem dann der Schlüssel oder Kleingeld oder sonst etwas Wichtiges runter- und schliesslich durch die Gittermaschen fällt. Da sieht man es vielleicht noch, kann es aber dennoch nicht ergreifen. Ein vermeintlich sicherer Stand kann also auch Gefahren bergen. Es ist also entscheidend, auf welchem Grund man steht.
Ich wünsche Dir einen aussergewöhnlichen Tag!
Es gibt Dinge, Momente, Umgebungen, Begegnungen, Gerüche, Melodien und vieles mehr, das in uns einen ganz bestimmten Zustand auslöst - wir werden in Momente unserer Vergangenheit versetzt. Im Englischen nennt man das Trigger. Das heisst die erwähnten Dinge stimulieren in uns den Zustand, den wir in jenen Momenten erlebten, an die wir durch diese Trigger erinnert werden. Für mich sind es in diesen Tagen, wo die Natur so prächtig erwacht Erinnerungen an einen längeren Krankenhausaufenthalt. Wenn ich die erwachende Natur sehe, werde ich automatisch an jene Wochen und Monate von vor ein paar Jahren erinnert und ich sehe ich blühenden Felder und rieche die Duft- und Pollenreiche Luft von damals und empfinde die Gefühle, die ich hatte. Heute stehe ich an einem anderen Punkt im Leben und bin dankbar, dass es mir gesundheitlich besser geht. Diese Trigger helfen mir heute, runter zu fahren und mich mit Dankbarkeit füllen zu lassen. Dankbarkeit für das was war und heute ist.
Ich wünsche Dir einen aussergewöhnlichen Tag!
Mir fällt auf, dass wenn es ein Loch in einem Fenster gibt, wenn auch nur ein kleines durch einen Kieselstein oder sonst einen kleinen, spitzen Gegenstand, dann kann man nicht einfach lokal den Schaden beheben, sondern das gesamte Glas muss ausgewechselt werden. Mich erinnert das an einen Vergleich, den Jesus mal seinen Zuhörern erzählte, als er davon sprach, dass man nicht auf ein altes, zerrissenes Kleid einfach einen Flicken neuen Stoff aufnähen kann, sonst würde die Stelle ausreissen und das Kleid als auch der neue Stoff wären verloren. Der Kontext war dort das eigene Gottesbild oder die Vorstellungen, wie die Herrschaft Gottes in der Welt wäre. Manchmal braucht es radikale Lösungen, gerade im Denken oder eigener Vorstellungen von Situationen oder dem Selbstbild oder dem eigenen Lebensentwurf. Da ist radikale Ehrlichkeit angebracht und ein Flickwerk ist keine nachhaltige Lösung. Hast Du ein Lebenskonzept, das resilient ist oder machst Du Dir was vor?
Ich wünsche Dir einen aussergewöhnlichen Tag!
Lebensmittel haben keine unendliche Frischedauer. Mit zunehmender Zeit nimmt die Frische ab und irgendwann sind sie nicht mehr geniessbar, teilweise sogar toxisch. Bei gewissen Lebensmittel geschieht dies schneller oder sogar sehr schnell, bei anderen dauert es länger. Manchmal erkennt man den Zustand bereits am Geruch oder am Geschmack oder man sieht es; im ungünstigen Fall jedoch nicht. Verdorbene Lebensmittel können also sehr gefährlich werden. In einem Gebet spricht König David einmal zu Gott: Du erlöst mein Leben vom Verderben. Gott ist der, der unser Leben davor bewahren kann, dass es verdirbt, analog zu den Lebensmitteln. Manchmal sieht oder riecht oder schmeckt man selbst, ob unser Leben als solches oder in gewissen Bereichen verdorben ist. Manchmal nicht. Aber wenn es so ist, kann es für uns und andere gefährlich werden. Gott sei Dank ist er der, der unser Leben eben gerade vor diesem Verderben bewahren kann, wenn wir das wollen.
Ich wünsche Dir einen aussergewöhnlichen Tag!
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