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Ich bin in einem Alter angekommen, in dem ich mich nicht mehr an alles erinnern kann und manchmal nach bestimmten Begriffen suche, die mir einfach nicht mehr einfallen. Beispielsweise fiel mir der Begriff für die Schnurrhaare von Katzen einfach nicht mehr ein. Das kann frustrierend sein, wenngleich es mich nicht stört, sondern mir zeigt: meine Ressourcen sind beschränkt. Ich kann nicht täglich neue Informationen zu den bestehenden aufnehmen und alles behalten. Ich muss offenbar Prioritäten setzen auch in der Informationsverarbeitung. Wir leben im Westen ja häufig in einem Umfeld, in dem Ressourcen einfach da sind: fliessendes Wasser, Strom aus der Steckdose, volle Regale beim Einkaufen. Aber normal ist das für viele auf der Welt nicht. Vielleicht ein Tag heute, sich mal der verfügbaren, aber auch endlichen eigenen Ressourcen bewusst zu werden und sie sinnvoll einzusetzen oder -planen. Übrigens: die erwähnten Katzenhaare heissen Vibrissen.
Ich wünsche Dir einen aussergewöhnlichen Tag!
Eine Stadt ist nach meinem Verständnis ein Ort der Niederlassung, also ein Ort, wo man zu bleiben beabsichtigt. Dies gegenüber einem Zelt oder einer Zeltsiedlung. Ein Zelt erlaubt die pragmatische Unterbringung an wechselnden Orten. Das Haus in der Stadt hingegen hat einen permanenten Fokus mit Infrastruktur wie Strom, fliessendem Wasser etc. Wer sich in der Stadt in einem Haus niederlässt, auch als Mieter, hat Absichten, länger zu bleiben als an einem temporären Ort im Zelt. Das heisst auch, dass Nachbarschaften sich anders gestalten und dass man in der Stadt eine feste Adresse hat. Bei aller Flexibilität ist es anstrengender, nur im Zelt zu leben. Das Unverbindliche oder Flexible hat nicht nur Vorteile. Vielleicht ist es an der Zeit bei Dir, in einem Lebensbereich sesshafter, verbindlicher zu werden und dies auch nach aussen zu signalisieren. Damit meine ich: zu signalisieren, wo Du stehst, wo andere dich - analog einer festen Adresse - erreichen können.
Ich wünsche Dir einen aussergewöhnlichen Tag!
Wenn ich etwas konsumiere, dann bleibt nicht selten der Geschmack der zuletzt konsumierten Ware in meinem Mund zurück. Selbst wenn es schon einige Zeit her ist und ich das Gegessene oder Getrunkene längst heruntergeschluckt habe, bleibt dieser Geschmack zurück. In Fällen, in denen es um etwas geht, das ich mag, ist das angenehm, in anderen - zum Beispiel Medikamente mit üblem Geschmack - weniger. Richtige Abhilfe schafft da in den meisten Fällen lediglich Zähneputzen. Nicht einmal etwas andere zu konsumieren kann manchmal helfen. So ist es auch mit anderem, das wir konsumieren, beispielsweise mit Gedanken oder unserem Geist. Somit bestimmen wir eigentlich selber, mit was wir uns prägen lassen. Oft ist uns das nicht bewusst. Ein brutaler Krimi vor dem Einschlafen kann also die Nachtruhe negativ beeinflussen oder negatives Reden über andere prägt uns genauso und wie wir andere sehen etc. Wie hältst Du deine Geist- und Psychohygiene? Mir hilft das Gebet und das Abladen all des Negativen dort und das bewusste Ausrichten auf Gottes Güte.
Ich wünsche Dir einen aussergewöhnlichen Tag!
Wie kommt es, dass wir Menschen global betrachtet so anders aussehen. Weshalb haben wir in Mitteleuropa helle Hautfarbe, die Menschen in Afrika jedoch teilweise sehr dunkle? Bestimmt gibt es Gründe dafür. Mit der Hautfarbe ist es oft auch die gesamte Postur oder Körperform, die sich unterscheiden. Oder im asiatischen Raum sind die Gesichtsformen so anders etc. Auch die Kulturen der unterschiedlichen Menschentypen variieren. Wir sind also alle quasi vom selben Stamm, haben aber dennoch so unterschiedliche Ausprägung. Und diese Unterschiedlichkeit wird doch in aller Regel - vor allem wegen der Kulturunterschiede - als fremd wahrgenommen. Und fremd leitet uns häufig zu Skepsis und Misstrauen. Dabei sind wir alles Menschen, Geschöpfe, kommen auf dieselbe Art zur Welt und haben ein Ablaufdatum. Das uns Fremde ist also in der Essenz dennoch das uns wesensmässig Gleiche. Eher Grund zur Freude und Offenheit statt Skepsis. Spricht das gerade zu Dir?
Ich wünsche Dir einen aussergewöhnlichen Tag!
Ich sprach bereits einmal über das vierblättrige Kleeblatt und meine Kindheitserinnerungen dazu. Angeblich brachte so eines Glück. Unsere Kinderaugen durchforschten damals mit angestrengtem Blick die Wiesen und unsere kleinen Hände fasste mögliche Kleeblatt-Kandidaten an, weil sie vielleicht so aussahen, als hätten sie tatsächlich vier statt nur drei Blätter. Was rückblickend eine Erkenntnis ist: das Erwünschte kam nicht durch Zufall, sondern durch bewusstes Suchen, durch Fokussierung, Ausdauer und Hartnäckigkeit. Eigentlich müsste man sagen: Das vierblättrige Kleeblatt brachte nicht Glück, sondern es war ein Glück eines zu finden. Mit anderen Worten: nur wer suchte, fand. Oder: erst wer anklopft, dem öffnet sich eine Tür und wer zu bitten wagt, wird empfangen. Ob man Glück erzwingen kann, weiss ich nicht. Aber ich glaube, dass man dem Segen nachjagen, ihn suchen, sich auf den Weg nach ihm machen kann - bis er eintritt.
Ich wünsche Dir einen aussergewöhnlichen Tag!
Ein Sonnenaufgang ist etwas wunderschönes anzusehen. Man sieht, wie ein roter Feuerball sich langsam über dem Horizont zu erhöhen anfängt und dann immer heller wird. Aber es ist und bleibt ein Ball und viel kleiner als der Horizont in seiner Breite. Als ich mal während eines Überseeflugs in den Morgen geflogen bin, war die Ansicht so anders - gerade umgekehrt: da war ein heller Lichtschein rund um die Erdkugel, die wir aus grosser Distanz dank der Flughöhe gesehen haben. Der Horizont war also viel kleiner und runder und umgeben von dem hellen Licht der quasi aufgehenden Sonne. Beide Male ein Sonnenaufgang und dennoch so ganz andere Ansichten. Je nach Flughöhe, je nach Distanz zu einem Objekt oder je nach Gesichtspunkt wirken Fakten in ihrer Relation zu einander ganz anders, fast schon invers. Vielleicht kommst Du heute in eine Situation, in der es sich lohnt, die gewohnte Betrachtungsweise bzw die Flughöhe der Ansicht mal zu ändern.
Ich wünsche Dir einen aussergewöhnlichen Tag!
Was knapp ist, hat oft mehr Wert und bekommt deswegen oft mehr Aufmerksamkeit. So erlebte ich es, dass am Ende der Ferien das Brot knapp war für das Frühstück am Abreisetag. Interessant, wie plötzlich der Appetit auf Brot stieg und parallel dazu das Gefühl, man würde nicht satt. So gibt es im Bereich des Materiellen Dinge, die aufgrund ihrer Rarität besonders begehrt und dadurch wertvoll sind oder werden. Gold gehört dazu oder Perlen und anderes mehr. Im Materiellen ist es irgendwie offensichtlich beziehungsweise prominent und präsent. Hingegen in Beziehungen - so stelle ich fest - weniger: ein vertrauter Moment, ein ungeplanter persönlicher Austausch, ein vertrautes and verbindender Moment des Schweigens, der ein starkes Gefühl des verstanden Seins auslöst, eine echt gemeinte Umarmung. Achte doch mal auf solche Kostbarkeiten in Deinem Alltag. Und vielleicht kannst Du sie vom Stadium der Raritäten in den Bereich von Gewohnheiten bringen.
Ich wünsche Dir einen aussergewöhnlichen Tag!
Die Natur ist gemäss Wissenschaft in Fraktale aufgebaut. Das bedeutet so viel wie: im Grossen ist das Kleine abgebildet oder umgekehrt. Ein einfaches Beispiel ist ein Baum oder ein Farn. Man kann erkennen, dass die Äste eines Baumes wie kleine Minibäume aussehen. Sie haben unten ebenfalls eine Art Stamm, von dem sich weitere Äste als selbstähnliche Strukturen abzweigen. Dasselbe gilt für einen Farn, dessen Blätter wie kleine Farne aussehen. Weitere Beispiele sind der Romanesco beziehungsweise Broccoli, der aus lauter verkleinerten Kopien von sich selbst besteht. Ist das nicht zum Staunen? So gibt es noch vieles mehr, das bei genauerem Hinsehen für ich zu einer Überwältigung führt. Und gleichzeitig auch zu einer Relativierung meiner selbst und der Menschheit und ihren Errungenschaften. Nimm Dir doch heute mal Zeit zum Staunen und zum bewusst Werden, wie so vieles in sich selbst funktioniert uns Menschen zum Guten - und zur Dankbarkeit.
Ich wünsche Dir einen aussergewöhnlichen Tag!
Vielleicht gehörst Du zu denjenigen, die gerne Computerspiele spielen. Als Teenager kamen zu meiner Zeit die handlichen Spielkonsolen auf. Es waren die Vorläufer von Gameboys. Ich habe mir auch eines gekauft, second hand und liebte es zu spielen. In diesen Spielen versucht man immer wieder eine neue Ebene zu erreichen. Das ist die Belohnung. Aber wenn man alle geschafft hat - was dann? Dann geht die Begeisterung verloren. Nicht so bei einem Gesellschaftsspiel wie Eile mit Weile oder einem Kartenspiel. Da spielt man nicht alleine, sondern zusammen oder gegeneinander. Die Ebenen sind nicht programmiert, sondern der Ausgang ist häufig zufällig und offen. Das ist generell das Risiko in Beziehungen. Vertrauen aufbauen macht auch verletzlich. Aber ich glaube es ist immer noch besser als Isolation, wo man zwar nicht verletzt wird, aber einsam. Falls Du gerade unter Verletzungen aus Beziehungen leidest: sei getröstet und wage neues Vertrauen. Trotz allem.
Ich wünsche Dir einen aussergewöhnlichen Tag!
Es heisst, dass Feuer reinigt. Und damit ist gemeint, dass alles, was nicht gut ist, weggebrannt, verbrannt wird und nur das, was Bestand hat, übrig bleibt. Und das Verbrannte? Das Verbrannte ist dann Asche. Und was macht man mit der Asche? Man kann sie wegwerfen oder zerstreuen - oder: man kann sie zusammen mit Fett zu Seife weiterverarbeiten. Und wozu dient Seife? Zur Reinigung. Das Feuer scheint also in sich die doppelte Wirkung von Reinigung zu haben: erstens das Reinigen dessen, was das Feuer verzehrt und zweitens potenziell Reinigungssubstanz für Weiteres. Und weil es uns in heissen Momenten des Lebens, in solchen, in denen uns Dinge durchs Feuer genommen zu werden scheinen, nicht leicht fällt, diese Momente auszuhalten. Deshalb sei an dieser Stelle auf das Positive, das Reinigende hingewiesen. Denn Unreines hat das Potenzial Kontamination zu erzeugen. Und das könnte viel gefährlicher sein.
Ich wünsche Dir einen aussergewöhnlichen Tag!
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