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Eine Überraschung zum Finale der dritten Staffel!
Wir möchten uns von Herzen bei allen Gesprächspartnern bedanken und wünschen ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in das neue Jahr.
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Für die Bereitstellung der Räumlichkeiten danken wir herzlich der AOK Sachsen-Anhalt in Magdeburg.
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ausgesprochen menschlich – Selbsthilfe auf Sendung ist ein Podcast der AOK Sachsen-Anhalt. Mehr Informationen zum Angebot der AOK und viele Tipps und Hinweis rund um Deine Gesundheit findest Du unter www.deine-Gesundheitswelt.de/Selbsthilfe
„Es gibt kein barrierefreies Objekt in Sachsen-Anhalt, das kann ich mit Fug und Recht behaupten.“ Mit Diplom-Ingenieur Thomas Schüler sprechen wir heute über die Wohnkonzepte der Zukunft, das Stadtbild der Gegenwart und Projekte von gestern.
Zu Gast
Dipl. Ing. Thomas Schüler
(Stand Juni 2024)
5 Fakten zum Thema „Barrierefreiheit“
• Definition laut Behindertengleichstellungsgesetz (BGG), Paragraph 4: „Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind. Hierbei ist die Nutzung behinderungsbedingt notwendiger Hilfsmittel zulässig.“
• In Sachsen-Anhalt bietet unter anderem die „Landesfachstelle für Barrierefreiheit“ einen ersten Anlaufpunkt für das Thema. Schwerpunkte sind rechtliche Fragen, sowie Digitale und Bauliche Barrierefreiheit.
• Mit der „Bundesinitiative Barrierefreiheit“ möchte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales Deutschland gesamtheitlich barrierefrei gestalten. Schwerpunkte dabei sind, Zitat, „barrierefreie Mobilität, ein barrierefreies Gesundheitswesen, barrierefreies Wohnen und Bauen sowie barrierefreie Digitalisierung. Zudem soll das Thema Barrierefreiheit durch Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisieren breit in der Gesellschaft verankert werden.“
• Stand 2017 lebten insgesamt 13,04 Millionen Menschen mit einer Beeinträchtigung in Deutschland. Das ist bei knapp 84 Millionen Einwohner grob gerechnet etwa jeder sechste Mensch im Bundesgebiet, mit einer anerkannten Behinderung oder Schwerbehinderung und / oder chronischen Erkrankung.
• Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen stellt unter LeitfadenBarrierefreiesBauen.de genau das zur Verfügung – einen Leitfaden – inklusive Anwendungsbeispielen.
Quelle/n:
Weiterführendes: Bauingenieur als Beruf
Zitat: „Wohnhäuser, Bürogebäude, Straßen, Brücken, Tunnel, Häfen, Flughäfen, Fabriken, Kirchen, Kraftwerke und Abwassersysteme – es gibt fast kein Bauwerk, für das ein Bauingenieur nicht in irgendeiner Form verantwortlich sein kann. Zwar bauen Bauingenieure und -ingenieurinnen die Gebäude nicht selbst, aber sie planen und entwickeln sie.“
Quelle/n:
Streaming-Tipps: Episoden 06 und 15
In dieser Episode sprechen wir mit Thomas Schüler auch über die Arbeit mit behinderten Menschen und erwähnen auch den AbiSA e.V., den Allgemeinen Behindertenverband in Sachsen-Anhalt. Wenn Dich das Thema interessiert, empfehlen wir Dir unsere Episode 18, in der wir mit Marcus Graubner vom ABiSA sprechen. Dort wird unter anderem auch das Thema Barrierefreiheit angesprochen. Reinhören lohnt sich, kostenlos unterdem folgenden Link und auf allen gängigen Podcast-Plattformen: https://ausgesprochen-menschlich.podigee.io/15-new-episode
Ferner sprechen wir als Beispiel zum Thema Barrierefreiheit im Alltag auch die Wichtigkeit taktiler Leitlinien an. Dieses Thema ist natürlich besonders ausführlich besprochen in Episode 06, in der wir mit Annemarie Kock und Andreas Isensee vom Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen-Anhalt e.V. sprechen: https://ausgesprochen-menschlich.podigee.io/6-neue-episode
Projekt vom MDR & Correctiv: Wo kommst Du nicht voran?
Das Projekt „Barrierefreiheit: Wo kommst du nicht voran“ ist ein multimediales Projekt, das Barrierefreiheit in Sachsen-Anhalt thematisiert und z.B. in Form einer gemeinschaftlichen ausgearbeiteten digitalen Karte, Orte ohne Barrierefreiheit markiert. Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit zwischen dem Mitteldeutschen Rundfunk und dem Rechercheverbund Correctiv entsteht. Stand Juni 2024 ist der interaktive Teil des Projekts beendet. Die Schwerpunktberichterstattung allerdings soll fortgeführt werden.
Quelle/n:
Thema: Denkmalschutz vs. Barrierefreiheit
In dieser Episode sprechen wir auch über den vermeintlichen Konflikt „Denkmalschutz vs. Barrierefreiheit“. Nachfolgend ein paar weiterführende und einordnende Quellen:
„Denkmalschutz und Barrierefreiheit bei öffentlichen Gebäuden
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung: https://www.dguv.de/barrierefrei/grundlagen/gesetze/bauordnung/denkmal/index.jsp
„Denkmalschutz & Barrierefreiheit“, Leitfaden & Studienprojekte, Heft 43, 2015, PDF: https://www.berlin.de/landesdenkmalamt/_assets/pdf-und-zip/aktuelles/publikationen/denkmalschutz_und_barrierefreiheit_barrierefrei.pdf
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** „[…] Das ist das Problem was wir jetzt haben, dass wir viele Männer nicht mehr in die Vorsorge kriegen.“ Rüdiger Bolze blickt auf eine lange auch persönliche Historie mit dem Thema Prostatakrebs zurück. Was macht die Diagnose mit Betroffenen? Welchen Stellenwert haben Angehörige? Und wie wurde mit Krebs eigentlich früher in der DDR umgegangen?**
Zu Gast
Rüdiger Bolz wurde 2004 aufgrund von Prostatakrebs operiert. 2005 übernahm er die Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Halle, Zitat, „eigentlich nur vorrübergehend.“ In der Gegenwart fungiert er noch immer als Vorsitzender und Sprecher der SHG und ist Leiter des Regionalverbandes Neuen Bundesländer Prostatakrebs. (Stand 06.2024)
Zum Thema: 5 Fakten zum Thema „Prostatakrebs“
Eine ausführliche Version dieser Liste, findet sich in den Shownotes zu Episode 19, dem ersten Part der Doppelfolge zum Thema Prostatakrebs. Der nachfolgende Link führt zu dieser Episode. Ansonsten ist dieser Podcast auch auf allen gängigen Podcast-Plattformen zu finden: https://ausgesprochen-menschlich.podigee.io/19-neue-episode
• Die Prostata an der Spermabildung und dem Hormonstoffwechsel beteiligt.
Quelle/n:
Prostatakrebs-Selbsthilfegruppe Halle (Saale)
Seit 2003 begrüßt und berät die Prostatakrebs-Selbsthilfegruppe Halle (Saale) neue Mitglieder und an Prostatakrebs-Vorsorge interessierte Menschen. Die Gruppentreffen sind allesamt öffentlich. Zum Angebot gehören auch Vorträge, Informationsveranstaltungen und persönliche Gespräche. (Stand Juni 2024; Informationen bereitgestellt durch Rüdiger Bolze; Anm. d. Red.)
Prostatakrebs-Selbsthilfegruppe Halle (Saale)
Thema: Krebsdiagnose – 5 Phasen zur Akzeptanz
In dieser Episode erzählt unser Gast Rüdiger Bolze auch von seiner Prostatakrebs-Diagnose und erinnert sich an die Umstände. Experten unterteilen den Weg zur Akzeptanz in 5 Phasen:
Quelle/n & Weiterführendes:
Thema: Ehrenamtlichkeit
In dieser Episode sprechen wir auch über den Stellenwert von ehrenamtlichem Engagement. Laut einer Statistik die 2023 erschien, betätigten sich 2023 knapp 16,06 Millionen Bundesbürger in einer ehrenamtlichen Tätigkeit.
Laut Angaben des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend von 2021 engagieren sich tendenziell mehr Menschen in Deutschland als vor rund 20 Jahren.
Anfang Juni 2024 wurde im Thüringischen Landtag das Ehrenamtsgesetz beschlossen. Damit verbunden ist ein Landesprogramm, mit dem der Freistaat Thüringen 15 Millionen Euro in die Förderung von ehrenamtlichem Engagement stecken will; u.a. mit Aus- und Weiterbildung und erleichterten Rahmenbedingungen (z.B. keine GEMA bei Vereinsfestivitäten).
Quelle/n:
Thema: Krebsregister – die DDR als Vorreiter
Zitat: „Mit der Errichtung eines flächendeckend arbeitenden Krebsregisters nahm die DDR international eine Vorreiterrolle ein. Der frühe Beginn der Krebsregistrierung und auch die elektronische Erfassung der frühen Jahrgänge (ab 1961) ist in Deutschland einmalig. Auch weltweit gibt es nicht viele vergleichbare Krebsregister.“
Ab 1953 gab es in der DDR eine Meldepflicht: jede Krebserkrankung musste dem Nationalen Krebsregister der DDR gemeldet werden.
In der Gegenwart führt das Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD), mit Sitz am Robert Koch-Institut in Berlin, die Daten der Landeskrebsregister zusammen.
Konträr zur fortschrittlichen Erfassung von Krebserkrankungen, gab es in der DDR allerdings keine gemeinschaftliche Selbsthilfe im heutigen Sinne. In einem Rückblick für das NAKOS-Magazin schreibt Gesine Heinrich dazu: „Gemeinschaftliche Selbsthilfe gab es in der DDR offiziell nicht. Sie war nicht erwünscht und nicht erlaubt. Zumindest aus Sicht der Pa[r]teiführung, des Staates. Und obwohl Eigenständigkeit und Eigeninitiative in der DDR nicht willkommen geheißen wurde, gab es durchaus Erfahrungen im sozialen Engagement, sei es durch private Beschaffungsnetzwerke oder betriebsgebundenes Engagement. Und dann gab es gruppenbezogene Selbsthilfe doch: Alkoholikergruppen – sogenannte Klubs –, Gruppen für seelische Gesundheit oder Angehörigengruppen behinderter Kinder.“
Quelle/n:
Thema: Regionalverband Neue Bundesländer – Organisationsstruktur der Prostata-Selbsthilfe
Der übergeordnete Bundesverband der Prostata-Selbsthilfe schreibt zum Thema „Regionale Zusammenschlüsse“: „Es liegt in der Natur der Sache, dass dem BPS angeschlossene Selbsthilfegruppen auch gemeinsame regionale Interessen haben können“ und weiter:
Quelle/n:
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Für die Bereitstellung der Räumlichkeiten danken wir herzlich der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft der AOK Sachsen-Anhalt in Magdeburg.
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** „[…] Es wäre so schade, wenn diese Gruppen nicht zustande kämen, aufgrund der Tatsache, dass es sie aus der Förderung eben ausschließt“ – Unterstützte Selbsthilfe ist nur eines der vielen Themen, die Romy Kauß beim Paritätischen in Sachen-Anhalt im Blick hat. In dieser Episode tauchen wir tiefer ein, in die Arbeit von Selbsthilfekontaktstellen und der Freien Wohlfahrtpflege.**
Zu Gast
Romy Kauß schloss 2004 ihr Studium als diplomierte Gesundheitswirtin ab. 2008 fand sie den beruflichen Weg zum Paritätischen in Sachsen-Anhalt, zunächst als Sozialpädagogische Betreuung von Arbeitsangelegenheiten. Seit 2010 arbeitet sie dort als Referentin für Gesundheit & Selbsthilfe, fungiert als Interessensvertretung, leistet Netzwerkarbeit und klärt Finanzierungsfragen. Über ihre Arbeit sagt sie im Vorgespräch: „Meine Arbeit ist für viele etwas abstrakt.“ (Stand 06.2024)
** Zum Thema: 5 Fakten zum Thema „Selbsthilfekontaktstellen“ **
Eine ausführliche Version dieser Liste, findet sich in den Shownotes zu Episode 18, dem ersten Part der Doppelfolge zum Thema Selbsthilfekontaktstellen. Der nachfolgende Link führt zu dieser Episode. Ansonsten ist dieser Podcast auch auf allen gängigen Podcast-Plattformen zu finden: https://ausgesprochen-menschlich.podigee.io/18-neue-episode
• Definition: „Selbsthilfekontaktstellen“ sind, Zitat: „Beratungsstellen im Kontext gemeinschaftlicher Selbsthilfe.“
• Stand 2023 bieten deutschlandweit knapp 330 Standorte ihren Service zur gemeinschaftlichen Selbsthilfe an.
• Selbsthilfekontaktstellen können verschiedene Bezeichnungen und Abkürzungen haben, darunter „KIBIS“ oder „SEKIS“ – am geläufigsten ist aber: S H K
• NAKOS – die Nationale Kontaktstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen kümmert sich seit 1984 um Selbsthilfearbeit, -unterstützung und -förderung.
• In Deutschland gibt es vier anerkannte Spitzenorganisationen für die Wahrnehmung der Interessen der Selbsthilfe:
Quelle/n:
Der Paritätische – Landesverband Sachsen-Anhalt e.V.
Zitat, Website: „Der Paritätische ist der größte Verband der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen-Anhalt. Parität heißt: Jeder ist gleich wert. Wir fördern das Wohlergehen aller Menschen, bewahren Gemeinschaft und ein gutes Zusammenleben. Das nennt man Gemeinwohl.“ Der Paritätische – Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. wurde 1990 gegründet und zählt derzeit knapp 280 Mitglieder. (Stand April 2024; Informationen bereitgestellt durch Romy Kauß; Anm. d. Red.)
Zu den Schwerpunktthemen des Paritätischen Sachsen-Anhalt gehören laut Website u.a. Altenhilfe & Pflege; Asyl & Migration; Finanzierung, Recht & Fördermittel; Frühkindliche Bildung & Jugendarbeit; Sozialpolitik; Teilhabe für Menschen mit Beeinträchtigung; Gesundheits & Selbsthilfe.
Der Paritätische – Landesgeschäftsstelle Sachsen-Anhalt
Thema: Freie Wohlfahrtspflege
Die „Freie Wohlfahrtpflege“ ist in Deutschland eine wichtige Säule des Sozialstaats und existiert parallel zu gewerblichen Sozialhilfen und solchen, öffentlicher Träger. Kern der freien Wohlfahrtspflege ist die freie Gemeinnützigkeit. Sie ist weder öffentlichen Trägern untergeordnet – obwohl sie eng mit ihnen zusammenarbeitet –, noch ist sie auf Gewinnmaximierung aus.
Einen großen Teil der Freien Wohlfahrtspflege in Deutschland leisten die ca. 3 Millionen Freiwilligen, die sich in Selbsthilfeangebote, Hilfswerken, Initiativen etc. einbringen. Dazu kommen ca. 1,9 Millionen hauptamtlich Beschäftigte.
In Deutschland organisiert sich die Freie Wohlfahrtspflege größtenteils in Form der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BagFW). Diese besteht aus sechs Spitzenverbänden, die sich etwa über weltanschauliche oder religiöse Aspekte ausdifferenzieren: Arbeiterwohlfahrt (AWO); Deutscher Caritasverband (DCV); Der Paritätische Gesamtverband (Der Paritätische); Deutsches Rotes Kreuz (DRK); Diakonie Deutschland – Evangelisches Werk für Diakonie & Entwicklung; Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST).
Das Islamische Kompetenzzentrum für Wohlfahrtswesen (IKW) wurde 2016 von den sieben islamischen Verbänden IRBD, DITIB, IGBD, IGS, VIKZ, ZMD und ZRMD gegründet. 2018 wurde ferner der islamische Wohlfahrtsverband An-Nusrat e.V. (dt.: Die Hilfe) gegründet. Seit 2015 steht die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Austausch mit den Akteuren Muslimischer Wohlfahrtspflege.
Quelle/n:
Weiterführendes: Entwicklungen der Selbsthilfe
Zitat aus dem Strategiepapier der Bundesarbeitsgemeinschaft, 2018: „Indikationsübergreifend können sich auch Kooperationen von Selbsthilfegruppen untereinander anbieten, die nicht nur Sportkurse, sondern auch Gesprächskreise für Frauen, für Männer, für Väter, für Mütter und weiteren Zielgruppen anbieten. Betroffene und Angehörige haben häufig unterschiedliche Bedarfe, die über verschiedene Formate erfüllt werden können. Jede Gruppe kann hier für sich Gestaltungsmöglichkeiten suchen.“
Quelle/n: https://www.bag-selbsthilfe.de/fileadmin/user_upload/_Informationen_fuer_SELBSTHILFE-AKTIVE/Projekte/SH_der_Zukunft/Strategiepapier_Selbsthilfe_auf_kommunaler_Ebene.docx
Unterstützte Selbsthilfegruppen mit Beispiel „Demenz-Selbsthilfe“, Zitat: „Die unmittelbar Betroffenen selbst blieben weitgehend außen vor. Die Gründe hierfür sind zahlreich und auf unterschiedlichen Ebenen angesiedelt. Als besonders hinderlich erscheint dabei die Annahme, Betroffene seien zur wechselseitigen Unterstützung nicht imstande, wenn kognitive Kompetenzen beeinträchtigt sind. Die Wirkungsmacht dieses Vorurteils ist trotz wiederholter praktischer Widerlegung ungebrochen.“
Quellen/n:
Hinweis: Ein Verzeichnis zu den meisten Selbsthilfegruppen inklusive Kontaktmöglichkeiten, findest Du unter anderem online, unter: https://www.selbsthilfekontaktstellen-lsa.de/
Veranstaltung: Mitteldeutsche Selbsthilfekonferenz
Die „Mitteldeutsche Selbsthilfekonferenz“ ist eingebettet in die „Aktionswoche Selbsthilfe“, die vom Paritätischen Gesamtverband auf Bundesebene durchgeführt wird (2019, 2022, 2025). Mit Informations-, Netzwerk- und Unterhaltungsangeboten soll das Bewusstsein für den Stellenwert der Selbsthilfe geschärft werden. Auf regionaler Ebene wurde diese Aktionswoche in Form der Mitteldeutschen Selbsthilfekonferenz umgesetzt, an der sich die Paritätischen Landesverbände Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen beteiligten und auch 2025 wieder beteiligen.
Quelle/n:
Der Schwarze Hund: Theaterstück zum Thema Depression
Zitat: „Im Zusammenspiel von Maske, Puppe und Objekt, dokumentarischem Material, Elementen der Choreographie und einer musikalischen Komposition von Alexander Hohaus übersetzen Figurenspielerin Julia Raab und Anja Schwede das Leben mit dem schwarzen Hund auf die Bühne. Halbsatirische Karikaturen, Songs und vor allem die Erfahrungen von Betroffenen untersuchen das theatrale Bild auf seine Tauglichkeit, um die Depression aus ihrer sprachlosen Ecke zu holen.“
Quelle/n:
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Für die Bereitstellung der Räumlichkeiten danken wir herzlich der AOK Sachsen-Anhalt in Magdeburg.
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In dieser Episode wollen wir noch einmal auf das Thema "Selbsthilfe" in der AOK Sachsen-Anhalt aufmerksam machen. Selbsthilfegruppen- und -Einrichtungen stehen Betroffenen und Angehörigen kostenlos mit Rat und Tat zur Seite und sind oft die erste Anlaufstelle nach schwerwiegenden Lebensereignissen. Mit Gerriet Schröder und Ralf Kitzing, beide AOK Sachsen-Anhalt, sprechen wir über die Möglichkeiten und Perspektiven der AOK Selbsthilfe-Akademie.
DasThema "Selbsthilfe" ist allgegenwärtig. Deshalb wollen wir inhaltlich erneut die Selbsthilfe-Episode vom vergangenen Jahr aufgreifen.
Hier sind Deine Shownotes für diese Episode.
Gerriet Schröder hat nach dem Studium der Geologie, Mathematik und Sozialwissenschaften eine Zeit als Referent auf der Bühne der Politik verbracht, bevor er letztendlich zur AOK Sachsen-Anhalt wechselte. Als Leiter im Bereich „Prävention“ hat er „Selbsthilfe“ besonders im Blick und leistet koordinatorische Hilfe bei dieser Podcast-Reihe.
Ralf Kitzing kennt die AOK Sachsen-Anhalt seit 1990 und hat innerhalb des Unternehmens zunächst als Kundenberater gearbeitert, war dann Fachsprecher im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und anschließend Regionalsprecher für Presse & Funk. Mittlerweile beschäftigt er sich als Berater im Bereich Prävention voll und ganz mit der Selbsthilfeförderung. (Stand Juni 2023)
Selbsthilfe ist präsenter denn je: Verschiedenen Schätzungen nach, gibt es in Deutschland zwischen 70.000 und 100.000 Selbsthilfegruppen, in denen sich etwa 3,5 Millionen Freiwillige engagieren. Dabei wird fast jedes erdenkliche gesundheitliche Thema abgedeckt.
Digitalisierung, der demografische Wandel und andere soziopolitische Faktoren machen Selbsthilfe immer stärker zu einem Faktor, mit dem auch das Gesundheitssystem plant. Infolge gewinntdie Selbsthilfe als Institution zunehmend an Wirkungsmöglichkeiten, um sich etwa für die Belange Betroffener einzusetzen.
Stand 2022 erbringen mehr 300 Selbsthilfekontaktstellen in Haupt- und Nebenaufgabe, an rund 350 Orten Arbeit für gemeinschaftliche Selbsthlfe – bieten also kostenlose Dienstleistungen an, um die Selbsthilfearbeit themenübergreifend zu unterstützen und ggf. zu koordinieren.
Der Sachbuchautor Michael Lukas Moeller sagte zum Thema Selbsthilfe, Zitat: „Selbsthilfegruppen haben sich im Laufe der Geschichte stets dort gebildet, wo eine Gruppe von Menschen in gemeinsamer Not war und ihre Situation erkannte.“
Finanziell gesehen steht die Selbsthilfe auf mehreren Füßen. Sie wird ungleichmäßig von Bund, Ländern, Kommunen, den Krankenkassen, der Pflegeversicherung und Rentenversicherungsträgern finanziert;
Quellen:
Die AOK Selbsthilfe-Akademie wurde 2018 mit dem Zweck gegründet, ein zusätzliches Angebot für Selbsthilfehilfegruppen zu schaffen, die über die „Kompetenzen der Kontaktstellen und Organisationen“ hinausgehen. Fokus liegt dabei auf dem Digitalisierung und Zusatzangebote wie etwa Workshops. (Stand Juni 2023; Informationen bereitgestellt durch Marcus Graubner; Anm. d. Red.)
Mehr Informationen zur Arbeit der Selbsthilfe-Akademie der AOK Sachsen-Anhalt findest Du online: https://www.deine-gesundheitswelt.de/selbsthilfe/akademie
im mitteldeutschen Raum (Auszug):
Sachsen-Anhalt: Selbsthilfekontaktstellen: https://www.selbsthilfekontaktstellen-lsa.de/
Sachsen: Selbsthilfekontaktstellen: https://www.selbsthilfe-sachsen.de/
Thüringen: Selbsthilfekontaktstellen: https://www.selbsthilfe-thueringen.de/
bundesweit:
Selbsthilfeförderung in Deutschland: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/s/selbsthilfefoerderung
Unter dem Titel „ausgesprochen menschlich“ produziert die AOK Sachsen-Anhalt verschiedene Podcastreihen:
Für die Bereitstellung der Räumlichkeiten danken wir herzlich der AOK Sachsen-Anhalt.
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»[…] er sagte nur so zu mir: ›Darfst halt nicht so viel fressen, dann biste auch nicht so fett‹, und ging weg.« Wir sprechen mit Thomas Heinrich über seine Stigmatisierung von übergewichtigen Menschen, die verschiedenen Aspekte einer Magenoperation und über Selbsthilfe als Kraft um zu sich selbst zu finden.
Hier sind Deine Shownotes für diese Episode.
Thomas Heinrich von der SHG Adipositas und Bariatrische OP Halle.
• Definition laut Deutscher Adipositas Gesellschaft: „Adipositas ist eine chronische Krankheit, die definiert ist als eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfetts. Berechnungsgrundlage für die Gewichtsklassifikation ist der Körpermasseindex, der sog. Body Mass Index (BMI).“
• Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts aus dem Jahre 2021, sind in Deutschland rund 47 Prozent der Frauen und knapp 61 Prozent der Männer von Übergewicht inklusive Adipositas betroffen.
• Laut Deutscher Adipositas Stiftung können sichtbares Übergewicht, ein Missverhältnis zum eigenen Körper, Essstörungen wie Binge-Eating und psychologische Erkrankungen wie Depressionen in einem direkten Verhältnis stehen.
• Im Zuge der Verabschiedung des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GVWG), hat der Deutsche Bundestag Adipositas 2020 offiziell als Krankheit anerkannt.
• Unter Bariatrischer oder auch Adipositas Chirurgie versteht die Medizin eine Reihe chirurgischer Techniken, um bei Betroffenen von krankhaftem Übergewicht eine dauerhafte Gewichtsreduktion einzuleiten. Weltweit werden etwa 300.000 Eingriffe dieser Art pro Jahr durchgeführt.
Quellen:
In der Selbsthilfegruppe unterstützen und motivieren sich derzeit ca. 6 Betroffene gegenseitig beim Thema Adipositas inkl. Adipositas-OP. Themen sind u.a. Nachsorge, Ernährung, Supplementierung und Begleiterkrankungen der Bariatrischen OP. (Stand April 2024; Informationen bereitgestellt durch Thomas Heinrich; Anm. d. Red.)
Selbsthilfegruppe Adipositas & Bariatrische OP Halle
im mitteldeutschen Raum (Auszug):
Sachsen-Anhalt /: https://www.med.uni-magdeburg.de/Patienten+_+G%C3%A4ste/Ratgeber+Gesundheit/Adipositas.html (Magdeburg)
Sachsen: https://www.klinikumchemnitz.de/kliniken-bereiche/behandlungszentren/adipositas-zentrum (Chemnitz)
Thüringen: https://www.adipositaszentrum-erfurt.de/ (Erfurt)
bundesweit:
Adipositas Verband Deutschland e.V.: https://www.adipositasverband.de/
So wie viele andere Menschen mit Übergewicht, hat auch Thomas Heinrich Ausgrenzungserfahrungen im Kindes- und Jugendalter erfahren. Auf diesen Zusammenhang geht auch das Bundeszentrum für Ernährung in seinem Beitrag von „Wie sich Übergewicht auf die Psyche auswirkt“ (Stand: 22.09.2021): https://www.bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/meldungen-2021/september/wie-sich-uebergewicht-auf-die-psyche-auswirkt/
Auch Familienblogger und Vater Mario Förster schreibt auf seinem Blog „NetPapa“ über „Mobbing in der Schule wegen Übergewicht“: https://www.netpapa.de/magazin/mobbing-in-der-schule-wegen-uebergewicht/
Passend zum Thema „Selbsthilfe bei Adipositas“ sprechen wir in dieser Episode auch kurz über „Weight Watchers“. Bei Weight Watchers handelt es sich um ein US-amerikanisches Unternehmen, das ein spezielles Programm zur Gewichtsreduktion anbietet. Das Konzept basiert, vereinfacht gesagt, auf einem Punktesystem. Lebensmittel haben verschiedene Punkte. Innerhalb eines vorher definierten individuell festgelegten Wertes können Teilnehmende dann essen und trinken was sie mögen, solange sie sich in diesem Punktesystem bewegen. Die Mitgliedschaft ist kostenpflichtig – in Deutschland ab 12,50 € pro Monat.
Das Portal „Mindful Meals“ weist darauf hin, dass eine Versteifung auf eine Punktesystem unter Umständen zu einer „ungesunden Beziehung zum Essen“ führen kann. Ferner berücksichtige das Konzept keine Gesundheitszustände wie „Diabetes, Herzkrankheiten oder Lebensmittelallergien“. Der Gesellschaft für Ernährung e.V. kommt diesbezüglich zum gleichen Ergebnis, bescheinigt dem System darüber hinaus aber eine Tauglichkeit, unter ernährungswissenschaftlichen Gesichtspunkten (siehe Quelle).
Quellen:
Wann: jährlich am 04. März
Quellen:
Kontakt
Für die Bereitstellung der Räumlichkeiten danken wir Helke Werner.
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„Jeder, der bei uns im Pflegedienst anfängt, der sollte erst mal mindestens vier Wochen bei Werners arbeiten – dann könnt ihr hinterher auch arbeiten“, zitiert Helke Werner eine ehemalige Pflegerin ihres Mannes Karlheinz. Dann spricht sie mit uns über ihren Ehemann Karlheinz und über die Entscheidung ihn als Wachkomapatient selbst zu pflegen.
Hier sind Deine Shownotes für diese Episode.
Helke Werner leitet die Selbsthilfegruppe Wachkoma und Angehörige in Tangermünde, die sie 2008 gründete nachdem ihr Mann Karlheinz ins Wachkoma fiel. In dieser Position kümmert sie sich um Anliegen der Mitglieder, organisiert alle zwei Jahre eine Projektwoche, und sorgt sich um die Netzwerkarbeit.
Beim „Snydrom reaktionsloser Wachheit“ (SRW) öffnen Koma-Patienten in unregelmäßigen Abständen ihre Augen. Hinweise auf eine bewusste Wahrnehmung oder Kommunikation gibt es auch hier nicht.
Ursachen: Dem SRW liegt immer eine schwere Hirnschädigung zugrunde. Ursachen dafür können unter anderem Schädel-Hirn-Traumata sein, Sauerstoffmangel, Intoxikation, ein Hirninfarkt, neurodegenerative Erkrankungen oder angeborene Fehlbildungen.
Je nach Quelle existieren in Deutschland zwischen 1500, 5000, 10.000 und 14.000 Wachkoma-Betroffene.
Die Zahl der Betroffenen steigt. Ein Grund dafür besteht in den erfolgreichen Wiederbelebungsversuchen, z.B. nach Unfällen. Patienten werden vor dem Tod bewahrt, fallen in infolge des Sauerstoffmangels dann aber ins Koma oder Wachkoma.
Unterscheidung: Auch wenn es nach außen hin ähnliche Symptome gibt, ist Wachkoma / SRW nicht mit dem Locked-In-Syndrom oder gar dem Hirntod zu verwechseln. Mit „Hirntod“ meint die Medizin einen unumkehrbaren Ausfall des Gehirns. Im Gegensatz dazu ist sich die medizinische Forschung nach wie vor nicht ganz einig darüber, was und in welchen Abstufungen Wachkoma-Patienten ihre Umwelt erfahren.
Quellen:
https://schlaganfallbegleitung.de/wissen/wachkoma
https://flexikon.doccheck.com/de/Syndrom_reaktionsloser_Wachheit
https://www.kai-intensiv.de/neue-erkenntnisse-ueber-wachkoma/
https://www.linimed-gruppe.de/krankheitsbilder/intensivpflege/wachkoma-apallisches-syndrom
https://deutschefachpflege.de/wiki/apallisches-syndrom-wachkoma/
Die Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Nordharz steht aktuell knapp 18 Angehörigen von Wachkomapatienten mit Rat und Tat zur Seite. Daneben werden auch längerfristige Ausflüge angeboten. Neben dem inhaltlichen Schwerpunkt „Wachkoma“ sind auch Betroffene anderer neurologischer Erkrankungen und deren Angehörige gern gesehen; z.B. Parkinson, Schlaganfall etc. (Stand März 2024; Informationen bereitgestellt durch Helke Werner; Anm. d. Red.)
Selbsthilfegruppe Wachkoma und Angehörige
im mitteldeutschen Raum (Auszug):
Sachsen-Anhalt: https://www.selbsthilfekontaktstellen-lsa.de/selbsthilfegruppen/menschen-mit-erworbenen-hirnschaedigungen-und-deren-angehoerige/
Sachsen: https://selbsthilfe-zwickau.de/gruppen/AngehKomapatienten/index.html
bundesweit:
Deutsche Wachkoma Gesellschaft e.V.: https://schaedelhirnpatienten.de/
Das von Helke Werner angesprochene „Seehotel Rheinsberg“ steht in der gleichnamigen Kleinstadt Rheinsberg, Land Brandenburg. Nicht jedes Hotel ist komplett barrierefrei. Auf der Seite „Urlaub Barrierefrei“ lassen sich etwa aber schon rollstuhlgerechte Ferienunterkünfte finden. Teilweise bieten die Webauftritte des jeweiligen Bundeslandes Vermittlungsmöglichkeiten an. Auch professionelle Reisebüros bieten eine Beratung für Urlaub mit medizinischen Bedürfnissen.
Quelle:
Aus der Beschreibung: „Eines Tages im Winter erwacht eine schöne junge Frau im Krankenhausbett. Sie gilt als hirntot. Und alle benehmen sich entsprechend. Julia aber bekommt alles mit. Sie versucht, sich ins Gedächtnis zurückzurufen, was vor dem Unfall war, Stunde um Stunde - jahrelang. Bis das Wunder geschieht: Jemand merkt, dass sie sich mit den Augen verständigen kann.“
Weitere Buch-Tipps von Helke Werner: „Das Erwachen des Tänzers“ (Luise Köppen; 2000), „Pferdefuß und Himmelsglück“ (Carmen Paul; 2019)
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„Jetzt hab Dich doch nicht so – das sind doch nur Kopfschmerzen!“ und andere Halbweisheiten hören Migräne-Patienten auch heutzutage noch regelmäßig. Bei einem Kaffee unterhalten wir uns mit Ursula Kirste und Kristin Rechlin von der SHG Migräne Halle über Vorurteile, Selbsthilfe als Motor und den Weg raus aus der Opferrolle, hin zu einem selbstbestimmten Umgang mit der Migräne.
Hier sind Deine Shownotes für diese Episode.
Ursula Kirste schließt 1978 ihr Studium als Wirtschaftsingenieurin, bevor sie im gleichen Jahr zur Migränepatientin wird. 1986 lässt sie sich „privat rechterfolgreich mit russischer Akupunktur behandeln“ und verzeichnet eine Verbesserung. 1992 erscheinen die ersten Migräne-Medikamente auf dem Markt – passend dazu kehrt auch Ursula Kirstes Migräne zurück. Die Folgejahre werden von Krankenhausaufenthalten, Therapien, Depressionen mit Suizidgedanken und anderen weitreichenden privaten Einschränkungen bestimmt. 2005 folgt die Erkenntnis: „…die Migräne gibt es; mehr Raum bekommt sie aber nicht.“ 2011 ist Ursula Kirste an der Gründung der Selbsthilfegruppe Migräne Halle beteiligt. In der Gegenwart hat Ursula Kirste Erfahrungen in mehreren Selbsthilfegruppen gesammelt; abwechselnd als Gruppenmitglied, Gruppenleitung, auf regionaler Ebene und auf Landesebene.
Kristin Rechlin, zum Zeitpunkt der Aufzeichnung Ende Zwanzig, wird mit 18 zur Migränepatientin, arbeitet heutzutage erfolgreich im Gesundheitswesen und hat sich mit ihrer Migräne auf verschiedene Arten arrangiert – unter anderem dank der Selbsthilfegruppe.
Definition laut Bundesministerium für Gesundheit, Zitat:
Die Medizin unterscheidet grundsätzlich zwei Formen der Migräne:
Ein Großteil der Betroffenen – ca. 80 bis 85 Prozent – erleben die „Migräne ohne Aura“, auch „Gewöhnliche Migräne“ genannt. Hierbei treten die Symptome innerhalb kurzer Zeit auf → die Migräneattacke trifft unerwartet.
Bei der „Migräne mit Aura“ oder „Klassischen Migräne“ gehen den eigentlichen Kopfschmerzen andere Symptome, in verschiedener Kombination und Stärke, voraus – darunter: Taubheitsgefühle und Kribbeln im Gesicht und / oder den Extremitäten; Sprach- und Wahrnehmungsstörungen; Gleichgewichtsstörungen; Sehen von Doppelbildern.
Die genauen körperlichen Ursachen für Migräne sind wissenschaftlich noch nicht geklärt. Nach aktuellem Stand gehören jedoch gestörte Signalübertragungen der Nervenzellen sowie Veränderungen der Blutgefäße zu den Faktoren.
Genetische Prädispositionen scheinen ebenso eine Rolle zu spielen.
Je nach Quelle sind zwischen 6 und 18 Millionen Bundesbürger betroffen – Frauen statistisch gesehen deutlich häufiger.
Quellen:
https://gesund.bund.de/migraene#definition
https://www.deine-gesundheitswelt.de/krankheit-behandlung-und-pflege/migraene
https://www.leben-und-migraene.de/migraene/ursachen#ursachen
https://www.dmkg.de/files/dmkg.de/patienten/Download/migraeneinfo.pdf
https://schmerzklinik.de/service-fuer-patienten/migraene-wissen/wer-leidet/
In der Selbsthilfekontaktstelle stehen sich derzeit ca. 19 Betroffene gegenseitig mit Rat und Tat zur Seite. Darüber hinaus finden gemeinsame Ausflüge und Informationsveranstaltungen statt. (Stand April 2024; Informationen bereitgestellt durch Ursula Kirste; Anm. d. Red.)
Selbsthilfegruppe Migräne Halle
im mitteldeutschen Raum (Auszug):
Sachsen-Anhalt: https://www.mvz-klinikum-magdeburg.de/leistungen/chronische-migraene/
Sachsen: https://klinik-am-rosental.de/leistungen/gesicht-kopf/migraenetherapie/
Thüringen: https://www.uniklinikum-jena.de/mkj/Behandlungsschwerpunkte/%28Chronische%29+Migr%C3%A4ne.html
bundesweit:
MigräneLiga e.V.: https://www.migraeneliga.de/
Die von Ursula Kirste in der Episode angesprochene „einzige echte Migräneklinik“ ist die „Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein“ im hessischen Kurort Königstein im Taunus. Die Klinik wurde 1977 von Dr. med. Joachim Brandt als „erste Migräne- und Kopfschmerzklinik Deutschlands“ gegründet. Die Behandlungsmethoden basieren auf dem „Biopsychosozialen Schmerzmodell“ und sind Grundlage für einen ganzheitlichen Therapieansatz.
Quelle/n:
In der „Stern“-Reportage „Cannabis auf Rezept: Kiffen gegen Kopfschmerzen – wenn der Apotheker zum ‚Dealer‘ wird“ (2024) berichtet anhand einer Migränekerin, die positive Erfahrungen mit Kiffen gemacht hat, über das Phänomen. So könne Cannabis zum Beispiel bei Begleiterscheinungen wie Appetitlosigkeit helfen: https://www.stern.de/gesundheit/cannabis-auf-rezept--eine-migraene-patientin-kifft-gegen-kopfschmerzen-9101200.html
Der Artikel „Migräne – ein weiteres Indikationsgebiet für Cannabis?“ (2020) erschienen im Fachmagazin „Schmerzmedizin“, resümiert, dass medizinisches Cannabis das Potenzial hat, die Häufigkeit von Migräneattacken zu reduzieren: https://link.springer.com/article/10.1007/s00940-020-1796-8
Der Beitrag „Cannabis, eine umstrittene Arznei“ (2021), im Wissenschaftsmagazin „Spektrum“ unterstreicht vor allem, dass die großen Studien und Metaanalysen zur medizinischen Anwendung von Cannabis fehlen: https://www.spektrum.de/news/cannabis-als-medizin-rauschmittel-bleibt-umstrittene-arznei/1823654
Aus der Beschreibung: „Stell dir vor, du hast den schlimmsten Kater deines Lebens, aber in der Nacht davor keinen Spaß gehabt«, beschreibt Journalistin Bianca Leppert, die seit 20 Jahren Migräne hat, eine Attacke. Für sie haben Menschen mit Migräne Superkräfte. Denn trotz der häufigen Schmerzen schaffen sie es, ihren Alltag zu bewältigen. Und tatsächlich sind ihre Sinne geschärft.“
Ergänzend dazu präsentiert Bianca Leppert auch einen gleichnamigen Podcast: https://www.biancaleppert.de/podcast
Für die Bereitstellung der Räumlichkeiten danken wir herzlich der Selbsthilfekontaktstelle Halle-Saalekreis in Halle.
Du hast Fragen, Anregungen und konstruktive Kritik zum Podcast und dieser Episode? Dann schreib uns einfach eine Mail:
ausgesprochen menschlich – Selbsthilfe auf Sendung ist ein Podcast der AOK Sachsen-Anhalt. Mehr Informationen zum Angebot der AOK und viele Tipps und Hinweis rund um Deine Gesundheit findest Du unter www.deine-Gesundheitswelt.de/Selbsthilfe
„Erfüllend ist immer, wenn wir Projekte durchführen und keiner meckert“, grinst uns Volkmar Hofmann zu, Leiter der Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Nordharz. Bei einem Kaffee unterhalten wir uns über Vorsorge, Schamgefühle und Führungspositionen.
Hier sind Deine Shownotes für diese Episode.
Volkmar Hofmann leitet die Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Nordharz. In dieser Funktion fungiert er häufig als SHG-Erstkontakt für Betroffene und organisiert die regelmäßigen Treffen, die in Form von Informationsveranstaltungen, Gesprächsrunden und Ausflügen stattfinden.
Definition: Die Prostata gehört – so wie etwa Hoden, Samenleiter und Harnröhre – zu den männlichen Geschlechtsorganen. Sie ist im Normalfall etwa so groß wie eine Kastanie und an der Spermabildung und dem Hormonstoffwechsel beteiligt.
Eine Erkrankung der Prostata macht sich am häufigsten durch indirekte Symptome bemerkbar; die wiederum meistens im Kontext zum Wasserlassen und der Sexualfunktion auftreten. Zu den häufigsten Symptomen gehören einzeln oder in Kombination: Probleme beim Wasserlassen; Harninkontinenz; Blut im Urin; Blut in der Samenflüssigkeit; Erektile Dysfunktion
Folgende drei Prostata-Erkrankungen treten am häufigsten auf:
Maßnahmen zur Früherkennung von Prostatakrebs werden ab 45 Jahren empfohlen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten der sogenannten „Tastuntersuchung“ jährlich. Gibt es eine familiäre Vorgeschichte in puncto Prostatakrebs wird die Früherkennung ab dem 40. Lebensjahr angeraten.
Laut einer wissenschaftlichen Auswertung der AOK ist die Bereitschaft zur Prostata-Vorsorge nach wie vor zu gering. Zwischen 2009 und 2020 nahmen nur Knapp ein Drittel der versicherten Männer zwischen 54 und 70 die Leistung in Anspruch.
Quellen:
Die Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Nordharz steht aktuell knapp 70 Betroffenen und deren Angehörigen mit Rat und Tat zum Thema Prostatakrebs zur Seite. Schwerpunkte dabei sind
Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Nordharz
im mitteldeutschen Raum (Auszug):
Der Regionalverband Neue Bundesländer Prostatakrebs-Selbsthilfe e.V. informiert über Selbsthilfeangebote in Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen: http://prostatakrebs-rnbps.de/
bundesweit:
Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.: https://prostatakrebs-bps.de/
In dieser Episode reißen wir auch das Thema „Neue Behandlungsmethoden“ an. Die nachfolgenden Informationen stehen in direktem Kontext zu dieser Episode. Für medizinische Informationen, Beratung und Vorsorge, kontaktiert bitte direkt ärztliches Personal, z.B. eure Hausärztin/euren Hausarzt.
• Tookad-Verfahren: Das angesprochene „neuartige“ Laserverfahren bezieht sich auf das „Tookad-Verfahren“. Das Verfahren ist minimalinvasiv (Chirurgie mit kleinstmöglicher Gewebeverletzung). Grundlage ist das lichtempfindliche Medikament Padeliporfin und eine präzise Laserbehandlung, bei der Laserfasern um das betroffene Gewebe eingesetzt werden. Das Verfahren wurde 2017 von der Europäischen Arzneimittel-Agentur zugelassen. Aktuelle Dokumente zu Risiken und Nebenwirkungen der Behandlung finden sich auf der Website (siehe Quellen).
• PSMA PET CT: „Eine PET CT Untersuchung ist eine Kombination aus Positronen-Emissions-Tomographie und Computertomographie“ und zeigt unter anderem erhöhte Stoffwechselleistung in Körperregionen an; etwa wenn Krebszellen sich teilen.
Quelle:
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„Mir ist es auch wichtig, dass die nicht nur in ihren Räumen sitzen und ihre Probleme wälzen …“ Was leisten Selbsthilfekontaktstellen eigentlich tagtäglich? Bei einem Kaffee sprechen wir mit Heike Krümmling über Herausforderungen der Selbsthilfe, die Chancen und über Theater.
Hier sind Deine Shownotes für diese Episode.
Heike Kümmling arbeitet seit 2017 bei der „Selbsthilfekontaktstelle Salzlandkreis“ in Dessau-Roßlau. Als Kontaktperson vernetzt sie unter anderem Interessierte mit den passenden Selbsthilfegruppen, hilft bei der Gründung neuer Gruppen und hat auch ansonsten ein offenes Ohr für alle Themen rund um die Selbsthilfearbeit.
Definition: „Selbsthilfekontaktstellen“ sind, Zitat:
Stand 2023 bieten deutschlandweit knapp 330 Standorte ihren Service zur gemeinschaftlichen Selbsthilfe an.
Selbsthilfekontaktstellen können unter verschiedenen Bezeichnungen auftreten; darunter etwa „KIBIS – Kontakt, Informationen und Beratung im Selbsthilfebereich“ oder SEKIS – Selbsthilfe- und Informationsstelle.
Seit 1984 existiert die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen – kurz NAKOS – und bearbeitet grundsätzliche Fragen zur Selbsthilfearbeit-, -unterstützung und -förderung.
In Deutschland gibt es vier anerkannte Spitzenorganisationen für die Wahrnehmung der Interessen der Selbsthilfe:
die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen und ihren Angehörigen e.V. - kurz BAG SELBSTHILFE
die Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. - kurz DAG SHG
die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen – kurz DHS
und der PARITÄTISCHE Gesamtverband e.V.
Quellen:
Selbsthilfekontaktstellen unterstützen bestehende Selbsthilfegruppen, helfen bei der Gründung neuer Gruppen und leisten Netzwerkarbeit im Kontext zu Ärzten, Krankenhäusern, Beratungsstellen, Krankenkassen und Politik.
Selbsthilfekontaktstelle Salzlandkreis (in Dessau-Roßlau):
Selbsthilfekontaktstelle Anhalt-Bitterfeld (in Dessau-Roßlau)
m mitteldeutschen Raum (Auszug):
Sachsen-Anhalt: https://www.selbsthilfekontaktstellen-lsa.de/
Sachsen: https://www.selbsthilfe-sachsen.de/kontakte
Thüringen: https://www.selbsthilfe-thueringen.de/
bundesweit:
Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen: https://www.nakos.de/adressen/
Alle hier angesprochenen Episoden findet ihr auf allen gängigen Portalen und ganz zentral unter folgendem Link: https://ausgesprochen-menschlich.podigee.io/episodes
Ep. 01: Neurofibromatose & Seltene Erkrankungen
Folgendes Zitat dient in dieser Episode als Aufhänger Gefunden auf Junge-Selbsthilfe-Blog.de: „Das Klischee der Selbsthilfegruppe als Stuhlkreis – oft verknüpft mit der Assoziation „Leute mit Alkoholproblemen“ geht auf die Gruppen der Anonymen Alkoholiker zurück und bei vielen eben vor allem auf das, was sie mal in einem Film oder in einer Serie von so einer Gruppe gesehen haben.“
Quelle:
Aus der Beschreibung: „Zusammen mit Radio-Moderatorin Claudia Conrath sorgt Diplom-Psychologe Rolf Schmiel dafür, dass ihr künftig euch und andere besser versteht. Wie lässt sich der innere Schweinehund besiegen, was ist die Musketier-Methode und warum ist es okay, auch mal schlecht drauf zu sein?“
Quelle:
Für die Bereitstellung der Räumlichkeiten danken wir herzlich dem Schlaganfalltreff Bernburg.
Du hast Fragen, Anregungen und konstruktive Kritik zum Podcast und dieser Episode? Dann schreib uns einfach eine Mail:
ausgesprochen menschlich – Selbsthilfe auf Sendung ist ein Podcast der AOK Sachsen-Anhalt. Mehr Informationen zum Angebot der AOK und viele Tipps und Hinweis rund um Deine Gesundheit findest Du unter www.deine-Gesundheitswelt.de/Selbsthilfe
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