BARFUSS - Leute und Geschichten

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BARFUSS - Leute und Geschichten episodes

  • „Alles rückt nach rechts, auch die Kirche“

    Laut Umfragen würden bei Parlamentswahlen in Österreich die Freiheitlichen stärkste Partei werden. Erstmals könnte ein Freiheitlicher Bundeskanzler werden. „Volkskanzler“ Herbert Kickl. Die Freiheitlichen werden wohl ihren Partner ÖVP domestizieren. Rechts wird zur österreichischen Normalität, sagt Gerhard

    Baumgartner im Podcast (3) von Wolfgang Mayr.

    Unvorstellbares passiert. Die traditionsreiche Minderheiten- und Autonomiepartei SVP bildet mit den Fratelli d´ Italia, den politischen Erben des neofaschistischen MSI, die Südtiroler

    Landesregierung. Der MSI und die Nachfolgepartei Alleanza Nazionale lehnten die Autonomie ab. Die Enkel des MSI, die Fratelli, fielen bisher nicht als Autonomiefreunde sonderlich auf. Eine überraschende Entwicklung. Südtirol als Labor für das
    Rechtsabbiegen in der EU. Erstmals in ihrer Geschichte bildet die von Antifaschisten und Antinazisten 1945 gegründete SVP eine Landesregierung mit den Fratelli d´ Italia. Keine Partei wie irgendeine andere. Die Politikwissenschaftlerin Sofia Ventura von der Universität Bologna charakterisiert die seit einem Jahr Italien regierende Partei als „rechtsextrem, rechtsradikal und rechtsnational“, Francesco Collini zitierte im „Der Spiegel“ Venturi mit der Aussage, dass es zwar keine faschistischen Milizen auf den Straßen geben werde, wie einst 1922. Aber, die Gefahr komme später. Wie in Ungarn, dort läuft das illiberale
    Experiment des Viktor Orban auf Hochtouren. Dieses Ungarn ist das Labor für ein anderes Europa, für ein Europa der Grenzen, ein Europa der Ausgrenzung, für ein autoritäres Europa. Auch Österreich ist ein weites politisches Versuchsfeld für rechte Experimente.

    8 min
  • „Die Rechten rücken in die Mitte“

    Vor 30 Jahren meldeten sich in verschiedenen europäischen Staaten die Rechtsaußen wieder zurück. Sie blieben damals meist Außenseiter, ein überschaubares Spektrum, beschreibt der ehemalige wissenschaftliche Leiter des Dokumentationsarchivs österreichischer Widerstand, Gerhard Baumgartner, das

    damalige rechte Aufflackern. 30 Jahre später stellen die Rechtsaußen in verschiedenen europäischen Ländern die Regierungen. Ein Podcast (2) von Wolfgang Mayr.

    Die einstigen rechten Außenseiter sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Sie regieren Ungarn, seit einem Jahr Italien, seit einigen Monaten die Slowakei, die Niederlande, Schweden und Finnland. Die Polen wählten ihre Rechten ab, blieben aber stärkste Partei. In Österreich werden sich bei den anstehenden Parlamentswahlen die Freiheitlichen durchsetzen, in zwei Jahren – das Rennen ist offen – wird in Deutschland die AfD mindestens zweitstärkste Partei werden.

    Diesen Trend nach scharf rechts werden die Europawahlen
    im Juni dieses Jahres einleiten. Rechts überrollt die EU, auch die Demokratie? Gerhard Baumgartner, der langjährige wissenschaftliche Leiter des Dokumentationsarchivs österreichischer Widerstand, macht für diese Entwicklung auch die Parteien der Mitte verantwortlich. Ähnlich formulierte es Politikwissenschaftler Günther Pallaver.

    12 min
  • Die Rückkehr der Rechten

    100 Jahre nach der faschistischen Machtergreifung in Italien greift die europäische Rechte wieder nach der Macht. In Ungarn regiert seit vielen Jahren der illiberale Viktor Orban, seit einem Jahr steht Giorgia Meloni von den neofaschistischen Fratelli d´ Italia einer rechtsrechten Regierung vor, in Schweden und Finnland sind die Rechten Koalitionspartner. In den Niederlanden versucht der rechte Wahlsieger Geert Wilders eine Regierung zu bilden. Rechtsextreme Positionen sind akzeptabel geworden, sagt der österreichische Wissenschaftler Gerhard Baumgartner zum Rechtsabbiegen

    in Europa. Ein Podcast (1) von Wolfgang Mayr.

    Gerhard Baumgartner war von 2014 bis 2023 wissenschaftlicher Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes. Das vor 60 Jahren gegründete Archiv beschäftigt sich mit dem antinazistischen Widerstand und mit dem aktuellen Rechtsextremismus. Dem von einer Stiftung getragenem Archiv stehen gleichermaßen Vertreter:innen der SPÖ und der ÖVP vor. Das DÖW röngt die rechte Szene und den Rechtsextremismus in Österreich. Die DÖW-Wissenschaftler:innen betonen, dass der

    Rechtsextremismus in keiner Weise mit Nationalsozialismus, Neonazismus oder Neofaschismus gleichzusetzen ist. Das DÖW erforschte auch die österreichischen Opfer des Stalinismus.  Die
    DÖW-Expert:innen sind also ausgewiesene Fachleute in Sachen Rechtsextremismus. Baumgartner nennt die politische Entwicklung in Europa als besorgniserregend. Vor 30 Jahren waren die Rechten eine lautstarke, aber letztendlich eine politische Randerscheinung. Inzwischen wurden und werden die Rechtsaußen zu Regierungsparteien.

    10 min
  • „Das Land verliert die Mitte!“

    Die Volkskundlerin Elsbeth Wallnöfer warnt vor einer Südtiroler Landesregierung aus SVP und rechtsrechten Parteien. Damit gehe dem Land die Mitte verloren. Wallnöfer mischt sich immer wieder in die Politik ein, mischte als Volkskundlerin Themen wie Heimat, Tradition und Trachtenwesen auf. Das Thema im folgenden Podcast von Wolfgang Mayr.

    Zuerst das Politische. Die SVP gefährdet mit ihrer rechtsrechten Koalition aus Fratelli d´ Italia, Lega und den Freiheitlichen die

    gesellschaftliche und politische Mitte. Bisher Garant für ein friedliches Zusammenleben, für ein solide Balance zwischen sozialen, kulturellen und wirtschaftspolitischen Interessen. Wallnöfer ist überzeugt, dass die – Zitat Wallnöfer – „Kollaboration“ der SVP mit rechtspopulistischen Scharfmachern wie den Freiheitlichen, der Lega und den Fratelli dem Land schaden werde. Zum Wissenschaftlichen. Elsbeth Wallfnöfer engagiert sich als Volkskundlerin für die Volkskultur, für die Befreiung von Lederhosen und Dirndl vom volkstümlichen Mief.


    Noch zwei Lese-Tipps:

    „Befreit das Dirndl!“ - Elsbeth Wallnöfer will Tradition und Brauchtum vom rechten Mief erlösen. Damit stößt die Volkskundlerin nicht nur auf Gegenliebe.

    „Von Dirndl-Chic und Salontirolern“ – Die engagierte Volkskundlerin Elsbeth Wallnöfer eckt gerne an.

    14 min
  • Helfen am Schalter

    Die Raiffeisenkasse Prad-Taufers setzt ein ungewöhnliches

    Sozialprojekt um. Bankangestellte als Vermittler zu den Psycho- und Sozialdiensten. Ein Podcast von Wolfgang Mayr.

    Angeregt hatte das Projekt der Raika-Leiter Werner Platzer. Silvia Moser, die langjährige Leiterin der Telefonseelsorge der Caritas, gab der Idee die Form. Die Angestellten der Bank als Vermittlerinnen und Vermittler zu den verschiedenen Hilfsdiensten. Für eine

    Raika nichts Ungewöhnliches. Namensgeber Friedrich Wilhelm Raiffeisen sah in seiner genossenschaftlichen Idee ein Instrument zur Selbsthilfe. Die Raika Prad-Taufers fördert auch solche Initiativen, zugunsten des Gemeinwohls und der Hilfe zur Selbsthilfe. Jetzt also das nächste Vorhaben:.

    12 min
  • „Brücken bauen“

    Die ehemalige Caritas-Mitarbeiterin Silvia Moser startet in Prad ein neues Sozialprojekt. Hilfe von unten am Bankschalter. Ein Podcast von Wolfgang Mayr.

    15 min
  • Die kalte Schulter

    Die europäische Straßen und Plätze werden seit dem israelischen Kriegsbeginn gegen die Hamas-Hochburg Gaza von pro-palästinensischen Demonstranten dominiert. Die Solidarität mit Jüdinnen und Juden ist spärlich, findet Wolfgang Mayr in seinem

    Podcast (3).

    Die Reaktionen auf das Hamas-Massaker am 7. Oktober waren entlarvend. Ja, aber … die einleitenden Worte zur Relativierung. Israel trägt wegen seiner Politik in den West-Banks die Verantwortung für den Massenmord der Hamas, entgegneten Palästinenser-Versteher. Nach Beginn des israelischen Krieges gegen die Hamas-Hochburg Gaza rechneten die Israel-Kritiker die Opfer auf. Die jüdischen Opfer kommen kaum mehr vor. Ihnen wird die Solidarität versagt. Im Gegenteil: Pro-israelische Demonstranten werden von Hamas-Fans bedroht. Der Antisemitismus, eine Gefahr für Jüdinnen und Juden.

    11 min
  • Israel, ein völkermordender Apartheidstaat?

    Die Linke in Europa und in den USA haben die arabische Erzählung

    über Israel unhinterfragt übernommen. Teil zwei der Podcastserie von Wolfgang Mayr mit der Historikerin Sabine Mayr und Joachim Innerhofer vom jüdischen Museum Meran.

    Jährlich, am 27. Januar, heißt es immer „Nie wieder“. Nie wieder Morde an Juden, das laute rituelle Bekenntnis von Politik und der

    „Zivilgesellschaft“. Schwafeln auf hohem Niveau. Seit dem 7. Oktober 2023, damals vergewaltigten, verbrannten und ermordeten Hamas-Killer 1.200 Menschen in Israel und dem folgenden israelischen Einmarsch in Gaza explodierte die antisemitische Wut, in Deutschland, in Italien. Eine rechte-linke-islamische Volksfront hetzt gegen Israel und gegen Jüdinnen und Juden. Israel, ein völkermordender Apartheidstaat, verunglimpfen Israel-Feinde den jüdischen Staat. Aus dem „Nie wieder“ wurde das sattsam bekannte „Jetzt erst recht“. Jüdinnen und Juden klagen darüber, dass sie wieder Zielscheibe gesellschaftlichen Hasses sind.

    8 min
  • Er ist wieder da

    Der mörderische Terror der Hamas und der unverhältnismäßige Krieg Israels gegen die Hamas-Hochburg Gaza befeuert den Antisemitismus. Eine Podcast-Serie (1) von Wolfgang Mayr.

    Der Antisemitismus ist spür- und greifbar. Die jüdische Gemeinde in Meran will ihre sanierte Synagoge mit einer Feier der Öffentlichkeit vorstellen. Die Gemeinde wird darauf aber verzichten. Auch wegen des wabernden Antisemitismus. Neben dem katholischen und nationalsozialistischen Antisemitismus breitet sich ein neuer Antisemitismus aus, ein Mix aus linkem Antizionismus und migrantisch-islamischem Antisemitismus. Sabine Mayr und Joachim Innerhofer, Autoren des Raetia-Buchs „Mörderische Heimat“, mit ihren Reaktionen auf die antisemitische Wut auf europäischen Straßen und Plätzen.

    8 min
  • Zentral statt dezentral

    Die Regionalisierung der EU steht nicht mehr auf der Agenda. Genauso wenig eine weitergehende europäische Integration. Immer mehr Mitgliedsländer wollen weniger EU, dafür aber mehr Nationalstaat. Politikwissenschaftler Peter Kraus von der Universität Augsburg stellt im barfuss-Podcast (2) von Wolfgang Mayr eine zentralistische Tendenz fest.

    Nach der Finanz- und Wirtschaftskrise folgte die Pandemie, der russische Krieg in der Ukraine und der Krieg zwischen Israel und der klerikal-faschistischen Hamas. Die europäische Geschlossenheit bröckelt, die einzelnen Mitgliedsstaaten setzen auf die eigenen Interessen. Und sie forcieren die eigene Zentralisierung. Schlechte Zeiten für Regionen-Politiker. Das Europa der Regionen, eine Parole aus der Vergangenheit. Chancen sieht Gabriel von Toggenburg von der Europäischen Akademie im Konzept Europa mit den Regionen, wenn überhaupt. Dem stimmt Professor Kraus zu

    8 min

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Interessante Menschen, aktuelle Themen und Minderheiten: Das steht im Mittelpunkt dieses Podcasts von Journalist Wolfgang Mayr, produziert vom Onlinemagazin barfuss.it.

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