BARFUSS - Leute und Geschichten

BARFUSS - Leute und Geschichten

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BARFUSS - Leute und Geschichten episodes

  • „Uns geht das Wasser aus!“

    Georg Niedrist von der Europäischen Akademie sieht wegen des

    Klimawandels Gefahren für die Landwirtschaft.

    Europaweit protestieren Bäuer:innen vehement gegen die Landwirtschaftspolitik, besonders der EU. Die bäuerlichen Demonstrierenden gehen vehementer vor als die Klima-Kleber, die in Deutschland als organisierte Kriminelle eingestuft werden. Da Bauern dürfen. Sie fordern die Abschaffung vielfältiger Umweltauflagen, manche zweifeln offen den Klimawandel an, trotz Trockenheit, Wassermangels, heftigern Unwettern und schrumpfender Artenvielfalt .

    Man kann sich darüber nur wundern, sagt Klimaforscher Georg Niedrist im Podcast (1) von Wolfgang Mayr.

    7 min
  • „Magnago, kein Vorbild?“

    Die Republik Österreich setzte kaum jene Minderheitenrechte um, für die Silvius Magnago in Südtirol kämpfte und von Österreich unterstützt wurde. Magnago war für die slowenische Minderheit in Kärnten aber ein Leuchtturm, würdigte Karl Hren von der slowenischen Organisation Hermagoras den ehemaligen Südtiroler Landeshauptmann.

    Hren war einer der Gastredner auf der 110-jährigen Geburtstagsfeier für Silvius Magnago in Bozen. Hren würdigte den ehemaligen SVP-Obmann und Südtiroler Landeshauptmann für seine Politik, die auch nach Österreich ausstrahlte. Vielen Minderheiten-Aktivist:innen lieferte Magnago Argumentationshilfen für ihr Engagement, sagte Hren. Magnago leitete auch die südtirolerische Slowenen-Solidarität ein, bedankte sich Hren beim Alt-Landeshauptmann. Südtirol verfügt über eine umfangreiche Expertise in der Minderheitenpolitik, verweist Karl Hren auch auf die wissenschaftliche Arbeit der Europäischen Akademie in Bozen. Magnago leitete letzthin die inzwischen aktive Zusammenarbeit zwischen dem autonomen Südtirol und der slowenischen Volksgruppe in Kärnten ein, bedankt Karl Hren im Podcast von Wolfgang Mayr nachträglich beim Alt-Landeshauptmann.

    Ein Nachtrag: Hermagoras/Mohorjewa organisiert jährlich die Tagung „Gemeinsam-skupno“ in Celovec/Klagenfurt. Schwerpunkt im vergangenen Jahr waren „Volksgruppenidentität und Volksgruppensprachen stärken“. Im OK-Komitee mit dabei sind die Südtiroler Historikerin Martha Stocker und Günther Rauz von der Eurac. Die Region Trentino-Südtirol unterstützt Hermagoras.

    6 min
  • „Leuchtturm Magnago“

    Die Wortmeldung aus Celovec/Klagenfurt klang überraschend. Karl Hren von der slowenischen Kulturorganisation Hermagoras würdigte zum 110. Geburtstag Silvius Magnago als politischen Leuchtturm für die slowenische Minderheit. Zwei Podcasts von Wolfgang Mayr mit Karl Hren.

    Zum Geburtstagfest geladen hatte die Stiftung Silvius Magnago. Im Spiegelsaal des Landhauses in Bozen versammelten sich die ehemaligen Mitstreiter:innen von Magnago, wie Rosa Franzelin, Weggefährten und politische Erben. Die Magnago-Nachfolger Luis Durnwalder und Arno Kompatscher beschrieben die Landes-Autonomie als Erbe und Vermächtnis von Magnago, „um die weiterhin gerungen werden muss“. Geburtstagsreden. Aus dem Rahmen fiel Karl Hren vom slowenischen kulturpolitischen Verein Hermagoras/Mohorjeva aus Celovec/Klagenfurt. Hren stellte die Lage der slowenischen Volksgruppe in Kärnten vor, erinnerte an Denkanstöße Magnagos, Minderheitenrechte umzusetzen. Während sich Österreich als Schutzmacht gemäß  dem Pariser Vertrag von 1946 vehement für die Südtiroler Autonomie engagierte, blieb die österreichische Republik bei der Umsetzung des laut Staatsvertrages vorgesehenen Minderheitenschutzes – diplomatisch formuliert – sehr zurückhaltend. Karl Hren bedankte sich bei den Magnago-Nachfolgern für deren Engagement zugunsten der ständig schrumpfenden slowenischen Volksgruppe in Kärnten:

    7 min
  • „Äußerst gelassen“

    Eurac-Direktor Stefan Ortner versteht nicht den Protest gegen die und die Kritik an der neuen Landesregierung. Viel wird sich nicht ändern, ist Ortner überzeugt. Er fühlt sich bei Landeshauptmann Arno Kompatscher gut aufgehoben, er ist deshalb gelassen, sagt Ortner im zweiten Teil des Podcasts von Wolfgang Mayr.

    Stefan Ortner ist der zweite Beobachter von der Seitenlinie, er kennt Land und Leute genauso gut wie Helmuth Moroder. Ortner gilt als Freund von Kompatscher, baute mit seinen Mitarbeitenden die Europäische Akademie zur Denkfabrik aus, warb in der Corona-Pandemie in der Öffentlichkeit engagiert für die Impfungen und wehrt sich gegen den Klimawandel. Stefan Ortner kann dem Pessimismus von Helmuth Moroder nichts abgewinnen. Im Gegenteil, Kompatscher und die SVP werden „es schon richten“, man könne sich auf Kompatscher verlassen, ist Stefan Ortner überzeugt.

    20 min
  • „Kein Verständnis, halb so schlimm“

    Welten liegen dazwischen bei ihrer Beurteilung des SVP-Experiments mit rechts. Für Helmuth Moroder ist es unverständlich, für Stefan Ortner kein Grund zur Aufregung. Der eine ist Verkehrsplaner, der andere Direktor der Europäischen

    Akademie. Zwei an der politischen Seitenlinie, zwei Interviews in zwei Podcasts von Wolfgang Mayr. Teil eins mit Helmut Moroder.

    Unvorstellbares wurde Realität, dafür brach die SVP auch ein Tabu. Sie holte die politischen Enkel des faschistischen

    Diktators Benito Mussolini, die Fratelli d´Italia, in die Landesregierung. Der neuen Mehrheit, eine Koalition aus zwei Mitte-Parteien und drei auch weit rechtsstehenden Parteien, steht Arno Kompatscher als Landeshauptmann vor. Sind Kompatscher und seine SVP auch nach rechts gerückt, hin zu den Freiheitlichen, der Lega und den Fratelli? Hat die Volkspartei von
    Silvius Magnago ihre Seele verkauft, für den Machterhalt? Zwei Beobachter schauen von der Seitenlinie aus auf die politische Zeitenwende: das grüne Urgestein Helmuth Moroder, einst Vorsitzender der Alexander-Langer-Stiftung, studierter Ingenieur sowie Mobilitätsplaner und Stefan Ortner, Direktor der Europäischen Akademie.

    Der ehemalige grüne Gemeinderat von Urtijei, Moroder, kennt Land und Leute, war Generaldirektor der Gemeinde Bozen, technischer Direktor der Südtiroler Transportstrukturen-AG STA, ist Vorstandsmitglied der Landesenergiegesellschaft Alperia, drängt dort auf den Ausbau von Heizungsalternativen und ist gefragter Mobilitätsberater. Moroder schaut kritisch auf die Regierungskoalition von Landeshauptmann Arno Kompatscher, versteht die sogenannte Vernunft-Ehe nicht, genauso wenig wie Senator Luigi Spagnolli, der ehemalige Partner der SVP in Bozen.

    22 min
  • „Eigentlich schätze ich die SVP“

    Für den Techno-Experten Philipp Kieser bleibt das Konzept Sammelpartei ein Projekt für die Zukunft. Auch deshalb engagierte er sich bei No Excuses gegen die neue mitte-rechtsrechte Landesregierung. Kieser widerspricht heftig der Darstellung,

    die koalitionskritischen Proteste seien nur von Grünen und Linken getragen worden. Teil zwei des Podcasts über No Excuses von Wolfgang Mayr.

    SVP-Apparatschiks und die Frontmänner der italienischen Rechten drückten den Protest gegen die neue Landesregierung ins linke Eck. No Excuses hielt dagegen: Nein, der Protest kommt aus der Mitte der Gesellschaft, wird von SVPlern mitgetragen. Der ehemalige Landtagsabgeordnete und Bürgermeister von Brixen, Albert Pürgstaller, ist nicht der einzige SVP-Exponent, der sein Entsetzen öffentlich formuliert hatte. Von der jungen Generation sind es David Röck und Philipp Kieser, stellvertretend für viele andere. Kieser machte schon in jungen Jahren von sich reden, als Unternehmer der Kreatif Mulitmedia GmbH. BARFUSS ernannte Kieser zum Landeshauptmann des Techno.


    16 min
  • Aus der Mitte

    Keine SVP-Wähler, wetterten SVPler, alles nur Linke, schimpften die Rechtsrechten. Gemeint sind damit die enttäuschten aber auch zornigen Jungen der No Excuses-Bewegung. Sie mobilisierten den Protest gegen die Koalition der SVP mit drei sehr weit rechtsstehenden Parteien.

    Eines der bekannten „Gesichter“ von „No Excuses“ ist Maida Brecelj von „Fridays for Future“, aber auch Anna Hofer und Lea Casal, einst SVP-Gemeinderätin von Margreid, zählen dazu. Sie und ihre Freund:innen organisierten drei Kundgebungen gegen die rechte Koalition, stießen damit auch laute Wortmeldungen – offene Briefe – von Künstler:innen, Wissenschaftler:innen, Biolog:innen, Lehrer:innen und Sexual-Pädagog:innen an.

    Sie alle formulierten ihr Entsetzen über die Koalition der SVP mit den rechtsrechten Parteien Freiheitliche, Lega und Fratelli d´ Italia. Die Brandmauer SVP stürzte ein. Der Träger des Protestes, No Excuses, ist eine lose Gruppierung. Unerwartet südtirolerisch, eine Gruppierung, in der ehemalige und immer noch SVP-Wähler aktiv sind. Wie David Röck und Philipp Kieser. Der in der Öffentlichkeit – bis dahin - kaum bekannte Röck trat im Pro&Contra von RAI Südtirol völlig unbeeindruckt gegen den
    SVP-Landtagsabgeordneten Harald Stauder an, im salto-Gespräch „In der Streitergasse“ bot er dem abgebrühten Duo Karl Zeller (ehemaliger SVP-Parlamentarier) und Arnold Tribus (Neue Südtiroler Tageszeitung) ordentlich Paroli. Kieser brachte
    seine SVP-Erfahrungen in No Excuses ein. BARFUSS machte
    Kieser zum Techno-Landeshauptmann. Ein Podcast von Wolfgang Mayr.

    15 min
  • Modell Österreich?

    Der Historiker Gerhard Baumgartner sieht in der österreichischen Roma-Politik den gelungenen Versuch, die Ethnisierung der Armut zu durchbrechen. Die einstigen Verfolgten und Ausgegrenzten sind in der gesellschaftlichen Mitte angekommen. Anerkennt und emanzipiert, sagt Baumgartner im Podcast (3) von Wolfgang Mayr.

    Die Roma-Bevölkerung ist Österreich ist divers. Die alteingesessene Volksgruppe lebte ursprünglich mehrheitlich im Burgenland. Während des Krieges im ehemaligen Jugoslawien flüchteten viele Roma nach Österreich. Aufgrund des neuen Nationalismus, besonders in Ungarn, in der Slowakei und in Rumänien, flüchteten Roma westwärts, nach Österreich. Auch sie kamen in den Genuss der österreichischen Roma-Politik, beschreibt Gerhard Baumgartner die überraschende Entwicklung.


    8 min
  • Vom Attentat zur Emanzipation

    1993 erfolgte die bundesstaatliche Anerkennung der burgenländischen Roma als österreichische Volksgruppen. Zwei Jahre später kamen bei einem rechtsradikalen Anschlag in Oberwart in Burgenland vier Roma ums Leben. Im zweiten Teil des Podcasts von Wolfgang Mayr spricht Historiker Gerhard Baumgartner von einer Trendwende in der österreichischen Minderheitenpolitik.

    Im Bundesland Kärnten heizten sogenannte Traditionsverbände wie der Kärntner Heimatdienst immer wieder den anti-slowenischen Hass an. National bewusste Angehörige der slowenischen Volksgruppen galten für einen Großteil der Kärntner Politik, eingeschlossen auch die Sozialdemokraten, als Feinde. Besonders die Freiheitlichen nutzten gezielt die feindliche Stimmung der deutschsprachigen Mehrheit gegenüber den Slowenen aus. Nach jahrelangen Verhandlungen zwischen der Kärntner Landesregierung, den slowenischen Organisationen und der Bundesregierung konnten atmosphärische Verbesserungen erreicht werden. Mehr nicht. Schlimmer dran waren die Roma in Burgenland. Unter den Nazis verfolgt und fast ausgerottet, lebten sie im Nachkriegs-Österreich hart am Rande der Gesellschaft, ausgegrenzt und diskriminiert. Dann 1993 die bundesstaatliche Anerkennung als einheimische Volksgruppe.


    9 min
  • Der lange Weg zur Anerkennung

    Im „Dritten Reich“ der Nazis wurden Sinti und Roma verfolgt und ermordet. Ein halbes Jahrhundert später erkannte die Republik Österreich die Roma als „einheimische Volksgruppe“ an. Eine Rückschau mit dem österreichischen Historiker Gerhard Baumgartner im ersten Teil des Podcasts von Wolfgang Mayr.

    Baumgartner war Projektleiter der Historikerkommission zur Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen an österreichischen Juden und österreichischen Roma, erforschte mit burgenländischen Roma den Nazi-Genozid an ihrer Volksgruppe und leitete in den

    vergangenen Jahren das Dokumentationsarchiv österreichischer Widerstand. Baumgartner dokumentierte mit Herbert Brettl die
    Zerstörung der Roma-Dörfer im Burgenland: „Einfach weg!“.
    Baumgartner erforschte die Vergangenheit der Roma, begleitete sie auf ihrem Weg in die Emanzipation. Die Roma sind im Burgenland – und auch anderswo in Österreich – Teil der österreichischen Gesellschaft geworden.

    9 min

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Interessante Menschen, aktuelle Themen und Minderheiten: Das steht im Mittelpunkt dieses Podcasts von Journalist Wolfgang Mayr, produziert vom Onlinemagazin barfuss.it.

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