
Sign up to save your podcasts
Or


270 Menschen sind nach dem Bruch eines Staudamms einer Mine im brasilianischen Brumadinho am 25. Januar 2019 gestorben. Lina Verschwele und Benedikt Peters haben gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen von NDR und WDR über eine der schwersten Umweltkatastrophen in den vergangenen Jahrzehnten recherchiert.
Denn es gibt massive Vorwürfe gegen den deutschen TÜV Süd und dessen Rolle bei der Zertifizierung der Sicherheit des Dammes. Die SZ-Reporter haben mit Angehörigen der Opfer gesprochen, über deren Wut und Enttäuschung und darüber, dass bis heute niemand juristische zur Verantwortung gezogen wurde. Lina und Benedikt zeigen auf, wie schleppend die Ermittlungen in Deutschland dazu laufen - denn bald droht die Verjährung.
Zum Weiterhören und -lesen:
Die Reportage von Lina Verwele und Benedikt Peters über den Bruch des Staudamms und seine weitreichende Folgen lesen Sie hier.
Einen Kommentar von Benedikt Peters darüber, dass niemand Verantwortung übernehmen will, lesen Sie hier.
Hier schreibt Lina Verschwele über den schwerfälligen Prozess in München.
Den Beitrag des NDR-Magazins “Panorama” dazu finden Sie hier.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Timo Nicolas, Christoph Scholz
Produktion: Laura Sagebiel
Klicken Sie hier, wenn Sie sich für ein Digitalabo der SZ interessieren, um unsere exklusiven Podcast-Serien zu hören: www.sz.de/mehr-podcasts
Die Fußballweltmeisterschaft der Herren hat begonnen und beschäftigt auch Moderatorin Carolin Emcke. Als großer Fußballfan spricht sie für diese Folge des Podcasts mit dem ehemaligen Nationalspieler Thomas Hitzlsperger. Sie diskutieren darüber, welche Faktoren eine Mannschaft erfolgreich machen und wie sich der Fußball in den vergangenen Jahren verändert hat.
Hitzlsperger, geboren 1982 in München, war Spieler in der Bundesliga und der Premier League. Unter anderem spielte er beim Aston Villa und dem VfB Stuttgart, mit dem er 2007 deutscher Meister wurde. Von 2004 bis 2010 war Hitzlsperger im Kader der deutschen Nationalmannschaft, die in dieser Zeit unter anderem 2006 WM-Dritter wurde. Heute ist er Fußballfunktionär und -experte.
Hitzlsperger erklärt im Podcast, worauf es seiner Erfahrung nach bei einem WM-Turnier ankommt und welche Rolle das Mannschaftsgefüge, das Quartier und die Aufstellung auf dem Platz spielen. Er spricht dabei auch über die enormen körperlichen Belastungen, denen Spieler heute ausgesetzt sind. „Für die, die das Spiel organisieren, für die Verbandsvertreter und Vereinsvertreter, für die gibt es nur eine Richtung. Immer nach oben, immer mehr.“ Die Gier nach Umsatz in den Klubs überschatte dabei die Bedürfnisse der einzelnen Spieler.
Gleichzeitig versucht der ehemalige Nationalspieler, sich die Freude am sportlichen Wettbewerb zu bewahren. „Dieses Gebaren der Fifa ist teilweise unerträglich“, sagt er im Podcast. Und doch gebe es genug Nationen, die glücklich sind, bei der WM dabei sein zu dürfen, wie Kap Verde, Haiti oder Curaçao. „Ich will zulassen, dass ich mich mit denen freuen kann, weil ich natürlich bei uns wahrnehme, dass jegliche Form der Freude sofort hinterfragt wird. Wie kann man sich jetzt nur freuen mit Trump und Infantino? Doch. Ich will es zulassen.“
Thomas Hitzlsperger spricht auch über Rassismus und Queerfeindlichkeit in der Kabine. Das hören Sie mit SZ Plus im Podcast, auf sz.de, in der SZ-Nachrichtenapp und hier auf Spotify.
**Empfehlung von Thomas Hitzlsperger: ** Er empfiehlt zum einen ein Buch über Fußball, nämlich „Der deutsche Sommer. Als 2006 plötzlich die Leichtigkeit einzog“. Darin untersucht Ronald Reng die Weltmeisterschaft 2006 und das Hochgefühl, das sie in Deutschland auslöste. Wäre das „Sommermärchen“ auch in einem anderen Jahr möglich gewesen?
Moderation, Redaktion: Carolin Emcke
Bildrechte Cover: Stephan Rumpf
Sie erreichen die Redaktion dieses Podcasts unter [email protected] – wir freuen uns über Anregungen, Lob oder Kritik.
Jeffrey Epstein missbrauchte über drei Jahrzehnte hinweg hunderte Frauen und Mädchen – mithilfe eines weltumspannenden Netzwerks aus Helfern, Anwerberinnen und weiteren Komplizen. Dass dieses Netzwerk auch von Zentralasien bis tief nach Europa reichte, zeigen Recherchen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR: Modelagenten wie der Franzose Jean-Luc Brunel und der Schwede Daniel S. spielten dabei offenbar eine zentrale Rolle. SZ-Recherchen zufolge sprachen sie gezielt junge Frauen an – in Taschkent, in Spanien, quer durch Europa –, lockten sie mit dem Versprechen einer Modelkarriere und leiteten sie dann an Epstein weiter. Mit dem Traum, entdeckt zu werden, baute Epstein ein perfides Schneeballsystem auf: Manche seiner Opfer wurden später selbst zu Anwerberinnen.
SZ-Reporterin Lena Kampf hat monatelang dazu recherchiert – und spricht mit uns über zwei Frauen, die diesen Weg durchlaufen haben: Roza G. aus Usbekistan und Mara L. aus einem osteuropäischen Land. Ihre Geschichten zeigen, wie Epstein gezielt Armut, Ambitionen und psychologische Abhängigkeit ausnutzte und warum der Fall Epstein eben kein rein US-amerikanischer ist – sondern einer, dessen Spuren bis heute nach Paris, Stockholm und in viele andere europäische Städte führen.
Zum Weiterhören und -lesen
Wenn Sie betroffen sind von sexueller Gewalt, dann können Sie sich an folgende Stellen wenden:Für Frauen und Mädchen gibt es das Hilfetelefon 116 016, das 24 Stunden erreichbar ist. Die Helferinnen und Helfer des Familienministeriums können auch online und anonym kontaktiert werden.
Männer und Jungen können sich an das Männerhilfetelefon wenden, erreichbar unter 0800 1239900 oder online und anonym hier.
Im Podcast empfohlen haben wir zudem das „Hilfetelefon Sexuelle Gewalt“ unter 0800 22 55 530, das alle Geschlechter in mehreren Sprachen berät. Die Sprechzeiten finden Sie hier.
Zur Folge eins der Epstein-Podcastserie gelangen Sie hier.
Moderation, Redaktion: Timo Nicolas
Redaktion: Lars Langenau
Produktion: Julius Zimmer
Klicken Sie hier, wenn Sie sich für ein Digitalabo der SZ interessieren, um unsere exklusiven Podcast-Serien zu hören: www.sz.de/mehr-podcasts
Einsamkeit kann jeden treffen. Aber sie kann auch überwunden werden. Wie das geht, erklärt in dieser Podcastfolge die Psychologin Maike Luhmann. Moderatorin Carolin Emcke spricht mit ihr über die Folgen von Einsamkeit und darüber, warum sie auch ein politisches Problem ist. Außerdem geht es um den Mythos der „Male Loneliness Epidemic“ und über Stadtbüchereien als Mittel gegen das Alleinsein.
Luhmann, geboren 1981 in Hannover, lehrt psychologische Methodenlehre an der Ruhr-Universität Bochum. Sie ist Deutschlands bekannteste Einsamkeitsforscherin und beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren mit diesem Thema.
Im Podcast spricht sie darüber, warum Einsamkeit nicht nur als ein individuelles, sondern auch als gesellschaftliches Problem gesehen werden sollte, das von verschiedenen Faktoren verstärkt werden kann. Darunter etwa das Verschwinden von sozialen Treffpunkten und öffentlichen Räumen, um mit anderen in Kontakt zu kommen. „Viele Menschen sind von Räumen ausgeschlossen, weil sie das Geld nicht haben“, erklärt die Psychologin. Zudem fehle es häufig an öffentlichen Orten für Jugendliche oder Senioren.
Um Einsamkeit entgegenzuwirken, seien deshalb Anstrengungen auf verschiedenen Ebenen notwendig – von persönlichen Beziehungen bis hin zu politischen Maßnahmen. Im Gespräch von Maike Luhmann und Carolin Emcke geht es auch darum, welche Folgen Einsamkeit haben kann. So kann sie etwa anfälliger für Verschwörungsglauben machen. „Soziale Beziehungen sind so wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, und das wiederum ist einfach eine Grundzutat für unsere Demokratie.“
Warum Maike Luhmann Stadtbüchereien als Mittel gegen Einsamkeit empfiehlt, hören Sie mit SZ Plus im Podcast, auf sz.de, in der SZ-Nachrichtenapp und hier auf Spotify.
**Kulturempfehlung von Maike Luhmann: **Maike Luhmann empfiehlt „Lux“, das neuste Album der spanischen Sängerin Rosalía. Noch mehr aber empfiehlt sie, ein Konzert von ihr zu besuchen, so wie Luhmann es kürzlich tat. Das sei eine „wunderbare Erfahrung“ gewesen, bei der sie sich mit den anderen Konzertgästen verbunden fühlte. „Man merkte, das ganze Publikum hatte das Gefühl, wir haben hier etwas Besonderes erlebt“, sagt die Psychologin.
Moderation, Redaktion: Carolin Emcke
Bildrechte Cover: RUB, Kramer
Sie erreichen die Redaktion dieses Podcasts unter [email protected] – wir freuen uns über Anregungen, Lob oder Kritik.
China ist Hightech-Macht. KI-Modelle aus Hangzhou bringen das Silicon Valley ins Schwitzen, E-Autos aus Shenzhen rollen mittlerweile auch durch Berlin und humanoide Roboter stellen in Peking neue Marathon-Rekorde auf. China läuft dem Westen den Rang ab.
Dabei galt noch vor zehn Jahren „Made in China“ als billig kopiert. Heute steht das Land an der Weltspitze bei vielen Zukunftstechnologien. Aber wie ist die Volksrepublik dorthin gekommen und zu welchem Preis? Und: Lässt sich wiederum dieses Rezept kopieren? Könnte beispielsweise Deutschland also auch so einen Aufstieg hinlegen?
Darüber sprechen die China-Korrespondenten der Süddeutschen Zeitung, Lea Sahay und Gregor Scheu, in der neusten Folge “China und wir”, einer vierteiligen Podcastserie der SZ über die neue Weltmacht und wie sie auch uns in Europa verändert. Sie erscheint jeden Mittwoch im Kanal von “Das Thema”. Die nächste Folge kommt am 27. Mai.
Zum Weiterhören und -lesen:
“China und wir” können Sie auch sehen: Den Videopodcast finden Sie bei Spotify (https://open.spotify.com/show/4rwOyGAKD2MDnmrxyeUakF?si=4047ae6f89094c00)), Youtube oder auf sz.de.
Moderation: Lea Sahay und Gregor Scheu
Klicken Sie hier, wenn Sie sich für ein Digitalabo der SZ interessieren, um unsere exklusiven Podcast-Serien zu hören: www.sz.de/mehr-podcasts
Seit Freitag heißt der neue Chef der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) Kevin Warsh. Der 56-Jährige ist der Nachfolger von Jerome Powell und steht schon jetzt unter großem Druck. Denn Donald Trump fordert schon länger, dass die Fed den Leitzins senkt. Powell hatte sich immer geweigert, das zu tun und auf die Unabhängigkeit der Notenbank verwiesen. Deshalb hatte Donald Trump versucht, ihn aus dem Amt zu drängen. Allerdings ohne Erfolg.
Wie wahrscheinlich ist es, dass der neue Fed-Chef Kevin Warsh nun genau die Geldpolitik machen wird, die Donald Trump fordert? Und wenn ja – welche Folgen hätte das für die USA aber auch die gesamte Weltwirtschaft?
Darüber spricht in dieser Podcastfolge die Korrespondentin Ann-Kathrin Nezik. Sie berichtet aus New York über die Wirtschaft der USA und erklärt im Podcast, was bei dieser neuen Personalie auf dem Spiel steht. Es geht um nicht weniger als die Glaubwürdigkeit des US-amerikanischen Finanzsektors.
Zum Weiterlesen und -hören:
Moderation, Redaktion: Ann-Marlen Hoolt
Zitiertes und zusätzliches Audiomaterial über Reuters.
Klicken Sie hier, wenn Sie sich für ein Digitalabo der SZ interessieren, um unsere
Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER
Der Iran-Krieg und die Blockade der Straße von Hormus treiben die Preise für Öl und Gas in die Höhe. So sehr, dass die Notwendigkeit für alternative Energiequellen nicht von der Hand zu weisen ist. Eine Chance für den Klimaschutz und alternative Energiequellen?
Bei seiner Forschung beschäftigt sich Edenhofer, geboren 1961 in Niederbayern, mit dem Einfluss von technischem Wandel auf die Kosten und Strategien des Klimaschutzes. Neben seiner Tätigkeit als Direktor des PIK ist er Professor an der TU Berlin. Dort lehrt er zu der Ökonomie und Politik des Klimawandels. Zudem ist er Vorsitzender des Europäischen Wissenschaftlichen Beirats für Klimawandel.
„Zehn Prozent des Tankrabatts, mit dem wir eigentlich die Konsumenten entlasten würden, werden über höhere Ölpreise in die Kassen der Ölexporteure geschwemmt.“ Dadurch profitieren auch autokratische Regime wie Russland, die ihr Geld hauptsächlich mit Öl verdienen.
Besser wäre eine Entlastungsmaßnahme, die unsere Abhängigkeit von fossilen Energien reduziere, sagt Edenhofer. Und noch etwas andere sei wichtig, um Europas Verwundbarkeit angesichts geopolitischer Krisen zu verringern: Zusammenarbeit. „Wenn dann die Klimapolitik noch stärker ins Spiel kommt, brauchen wir internationale Kooperation“, sagt der Ökonom. „Und dann stellt sich eben die Frage: Was kann Europa tun, um diese Kooperation zu vertiefen?“ Das sei entscheidend, denn anders werde die europäische Klimapolitik nicht überleben.
Wie die Energiekrise zu einer Chance für den Klimaschutz werden kann, hören Sie mit SZ Plus im Podcast, auf sz.de, in der SZ-Nachrichtenapp und hier auf Spotify.
Empfehlung von Ottmar Edenhofer
Moderation, Redaktion: Carolin Emcke
Bildrechte Cover: David Ausserhofer/PIK
Sie erreichen die Redaktion dieses Podcasts unter [email protected] – wir freuen uns über Anregungen, Lob oder Kritik.
Die Kommunistische Partei herrscht in China, aber ein kommunistisches System im Sinne von Karl Marx ist es dort sicher nicht. In den Städten regiert ein brutaler Turbokapitalismus und das Einkommen ist inzwischen extrem ungleich verteilt. Zudem altert Chinas Bevölkerung so schnell wie kaum ein anderes Land. Und der häufigste Grund für Armut ist Krankheit.
Es gibt tiefe Risse im sozialen System der Volksrepublik. Welche Auswirkungen das hat und wie die Partei versucht, das zu kitten, darüber sprechen die China-Korrespondenten Lea Sahay und Gregor Scheu in der neuesten Folge von “China und wir”, einer vierteiligen Podcastserie der Süddeutschen Zeitung über die neue Weltmacht und wie sie auch uns in Europa verändert. Sie erscheint jeden Mittwoch im Kanal von “Das Thema”. Die nächste Folge kommt am 20. Mai.
Zum Weiterhören und -lesen:
“China und wir” können Sie auch sehen: Den Videopodcast finden Sie bei Spotify, auf Youtube oder auf sz.de.
Moderation: Gregor Scheu und Lea Sahay
Redaktion: Timo Nicolas
Produktion: Carlo Sarsky Lankheit
Klicken Sie hier, wenn Sie sich für ein Digitalabo der SZ interessieren, um unsere exklusiven Podcast-Serien zu hören: www.sz.de/mehr-podcasts
Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER
China hat ein Problem. Es hat in vielen Teilen des Landes modernste Infrastruktur, weltweit die Kontrolle über wichtige Rohstoffe wie Seltenen Erden und es gibt einen Hightech-Boom: Roboter, KI und E-Autos aus China sind Weltklasse. Trotzdem sind viele junge Menschen in der Volksrepublik frustriert: Haben keine Lust auf das Hamsterrad, die Aufopferung, auf ein Leben, dass immer teurer, komplizierter und einsamer wird.
Bisher hat die Regierung in Peking darauf keine Antwort. Und das könnte das Regime langfristig unter Druck setzen. Wie und weshalb trotzdem momentan eher keine Rebellion der Jungen bevorsteht, darüber sprechen die China-Korrespondenten der Süddeutschen Zeitung Gregor Scheu und Lea Sahay in der ersten Folge von „China und wir“, einem vierteiligen SZ-Podcast über die neue Weltmacht und wie sie uns verändert. Die nächste Folge erscheint am 13. Mai.
Zum Weiterhören und -lesen:
“China und wir” können Sie auch sehen: Den Videopodcast finden Sie bei Spotify oder auf sz.de.
Moderation: Gregor Scheu und Lea Sahay
Redaktion: Timo Nicolas
Produktion: Carlo Sarsky Lankheit
Klicken Sie hier, wenn Sie sich für ein Digitalabo der SZ interessieren, um unsere exklusiven Podcast-Serien zu hören: www.sz.de/mehr-podcasts
Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER
Im Frühjahr ließ Kulturstaatsminister Wolfram Weimer drei Buchhandlungen von der Nominierungsliste für den Deutschen Buchhandlungspreis streichen. Er begründete diesen Schritt mit angeblichen verfassungsschutzrelevanten Erkenntnissen, die er aber nicht ausgeführt hat. Öffentlich gemacht hat der Kulturstaatsminister diesen Vorgang erst nach medialem Druck, die betroffenen Buchhandlungen wurden vom Ministerium nicht informiert.
Guggolz, geboren 1982, ist Lektor beim Fischer-Verlag. Zudem ist er Verleger des von ihm gegründeten Guggolz-Verlags, der sich in Vergessenheit geratenen Werken aus Ost- und Nordeuropa widmet. Im vergangenen Herbst wurde Guggolz zum Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels gewählt.
Im Podcast beschreibt Sebastian Guggolz, wie er und der Börsenverein die Streichung der drei Buchhandlungen von der Nominierungsliste erlebt haben. Er erzählt, dass in den Tagen und Wochen nach dem Bekanntwerden des Vorgangs eine Welle von Anfeindungen die betroffenen Buchhandlungen erreicht hat. Gleichzeitig hätten sich aber auch große Teile der Kulturwelt und auch Unbeteiligte mit ihnen solidarisiert. „Das ist, worauf ich am stolzesten bin im Nachhinein“, sagt Guggolz. „Dass es die gesamte Branche war. Dass die Verlage, die Buchhandlungen und auch die Institutionen gesagt haben: Das geht zu weit.“
Für Guggolz steht der Vorgang für eine generelle Tendenz zur Einschränkung von Kunstfreiheit und Meinungsvielfalt in der Kultur. Das Vorgehen des Kulturstaatsministers habe große Teile der freien Kultur verunsichert und ihnen das Gefühl gegeben, politisch nicht gewollt zu sein. „Ich höre das von ganz vielen Leuten, aus den Jurys auch, die sagen: Können wir jetzt einfach unsere Entscheidungen treffen? Müssen wir unsere Entscheidungen in eine gewisse Richtung lenken oder auf eine bestimmte Weise framen?“ Die ganze Branche misstraue nun dem Ministerium.
Warum Wolfram Weimers Kulturpolitik aus der Sicht von Sebastian Guggolz falsche Schwerpunkte setzt, hören Sie mit SZ Plus im Podcast, auf sz.de, in der SZ-Nachrichtenapp und auf Spotify.
Empfehlung von Sebastian Guggolz
Moderation, Redaktion: Carolin Emcke
Bildrechte Cover: Nils Stelte
Sie erreichen die Redaktion dieses Podcasts unter [email protected] – wir freuen uns über Anregungen, Lob oder Kritik.
From the publisher's feed