Best of SZ: Das Thema und In aller Ruhe

Best of SZ: Das Thema und In aller Ruhe

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Best of SZ: Das Thema und In aller Ruhe episodes

  • „Eine Intervention in Südamerika ist eine Art Tabubruch“ – Claudia Zilla über Trumps Neoimperialismus

    Lateinamerika ist in den vergangenen Wochen eher unfreiwillig in den Fokus internationaler Aufmerksamkeit gerückt. Zunächst durch die Angriffe der US-Regierung auf vermeintlich mit Drogen beladene Schnellboote aus Venezuela, dann durch die völkerrechtswidrige Entführung des Machthabers Nicolás Maduro und dessen Frau in die USA.

    „Mir wäre eine wohlwollende Vernachlässigung lieber, das ist eher eine negative Aufmerksamkeit“, sagt die Lateinamerika-Expertin Claudia Zilla im Gespräch mit Carolin Emcke. Der Angriff der USA habe sich zwar durch die erhöhte Militärpräsenz und die Ende 2025 in Washington veröffentlichte Sicherheitsstrategie bereits angedeutet. Überrascht habe Zilla allerdings die Offenheit der USA in Bezug auf ihren Herrschaftsanspruch: „Eine Intervention in Südamerika ist eine Art Tabubruch.“

    Dazu komme die Unterstützung der USA für Populisten und radikale Rechte wie den argentinischen Präsidenten Javier Milei und den ehemaligen, inzwischen verurteilten Präsidenten Jair Bolsonaro in Brasilien. Im Fall des Argentiniers richte sich die mediale Aufmerksamkeit oft nur auf dessen Wirtschaftspolitik – dabei gefährde Milei auch die Rechtsstaatlichkeit des Landes. Sie wolle den Blick in Deutschland und Europa weiten, sagt Zilla.

    „Deutschland und Europa genießen ein sehr gutes Image in Lateinamerika.“

    In Hinblick auf die neoimperiale Bedrohung der USA spricht Zilla außerdem über die Bedeutung des Mercosur-Abkommens mit der EU und darüber, wie sie sich einen gerechteren Umgang der EU mit Lateinamerika vorstellt. „Deutschland und Europa genießen ein sehr gutes Image in Lateinamerika“, sagt Zilla. Aber man brauche Gespräche auf Augenhöhe und keine „Negativagenda“ gegen China und die USA – das könne nur der Impuls für eine Zusammenarbeit sein.

    Claudia Zilla, geboren 1973 in Buenos Aires, ist promovierte Politikwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Lateinamerika. Seit 2005 arbeitet sie bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Dort leitete sie von 2012 bis 2019 die Forschungsgruppe Amerika.

    Hinweis: Am 25. März diskutiert Carolin Emcke in Berlin mit dem SZ-Redakteur Ronen Steinke dazu, wie die Demokratie besser geschützt werden kann. Sie können live dabei sein. Alle Infos zur Veranstaltung und zum Kartenverkauf finden Sie hier.

    Was Claudia Zilla darüber hinaus berichtet, hören Sie mit SZ Plus im Podcast, hier auf sz.de, in der SZ-Nachrichtenapp und auf Spotify.

    Empfehlung von Claudia Zilla

    Claudia Zilla empfiehlt Hannah Arendts Lessing-Rede aus dem Jahr 1959. „Menschen in finsteren Zeiten“ sei für Zilla ein Text, „der mich immer berührt“ und immer wieder intellektuelle Anregungen liefere. Darin geht es unter anderem um die politische Bedeutung von Freundschaft, die von der Pluralität der Menschen lebe.

    Moderation, Redaktion: Carolin Emcke

    Redaktionelle Betreuung: Ann-Marlen Hoolt, Justin Patchett

    Produktion: Imanuel Pedersen

    Bildrechte Cover: Claudia Zilla/Bearbeitung SZ

    Sie erreichen die Redaktion dieses Podcasts unter [email protected] – wir freuen uns über Anregungen, Lob oder Kritik.

    1 hr 31 min
  • Wie toxisch TikTok wirklich ist

    Eine aktuelle Studie der Krankenkasse DAK zeigt, dass Social Media ein Problem sein kann. Vor allem für Kinder und Jugendliche. Rund ein Fünftel gilt als suchtgefährdet. Das heißt, sie nutzen Social Media in einem riskanten Ausmaß und so häufig, dass die Nutzung negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann. Viele der Befragten berichten von häufiger Niedergeschlagenheit, Angstgefühlen oder Stress.

    Etwa sechs Prozent gelten demnach sogar als suchtkrank. Das sind 350 000 Jugendliche in Deutschland, die süchtig nach Social Media sind. Das heißt, ihr Nutzungsverhalten ist unkontrolliert, hat negative Auswirkungen auch in anderen Lebensbereichen: Sie kommen zu spät zur Schule, ihre Noten werden schlechter, der Schlaf unregelmäßig.

    Zum Weiterhören und -lesen:

    Den Text von Vivien Timmler zur Social-Media-Debatte lesen Sie hier.

    33 min
  • „Alles um uns herum zerbricht“ – Katja Gloger über Deutschlands Russlandpolitik

    Als Russlands Machthaber Wladimir Putin im Jahr 2001 eine Rede vor dem Bundestag hielt, präsentierte er sich als bescheidener Reformer, auf der Suche nach Demokratie. Als jemand, der Russland für Geschäfte mit dem Westen öffnen wollte und dafür in Deutschland warb. Bis heute gilt dieser Auftritt Putins manchen als Indiz dafür, dass es den anderen – harmlosen – Putin doch gegeben habe.

    Der Westen, so die Erzählung, habe Putin durch die Erweiterung der Nato an Russlands Grenzen in die Ecke gedrängt. Eine Argumentation, die „immer wieder verblüfft, verwirrt und in Teilen verzweifeln lässt“, sagt die Russlandexpertin und Journalistin Katja Gloger im Gespräch mit Carolin Emcke.

    Putin sei als ehemaliger Offizier des russischen Geheimdienstes KGB schon immer jedes Mittel Recht gewesen, die eigenen Machtinteressen durchzusetzen. „Diesen anderen Putin, so wie wir ihn sehen wollten, den gab es nicht“, sagt Gloger in der neuen Folge des Podcasts von Carolin Emcke. Der Fehler deutscher Russlandpolitik lag also nicht darin, Putin nicht die Hand zu reichen. Sondern sie ihm überhaupt anzubieten.

    „Diesen anderen Putin, so wie wir ihn sehen wollten, den gab es nicht.“

    Katja Gloger, geboren 1960 in Koblenz, beschäftigt sich seit mehr als 25 Jahren mit Russland. Sie studierte einige Zeit lang in Moskau, arbeitete später für den Stern unter anderem als Moskau-Korrespondentin. 2010 erhielt Gloger den Henri-Nannen-Preis (den heutigen Stern-Preis). Heute arbeitet sie aus Hamburg als freie Journalistin und schreibt über Russland und Sicherheitspolitik. In ihrem zuletzt erschienenen Buch „Das Versagen“ arbeitete Gloger gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Investigativjournalisten Georg Mascolo, die deutsche Russlandpolitik auf.

    Hinweis: Am 25. März diskutiert Carolin Emcke mit dem SZ-Redakteur Ronen Steinke in Berlin darüber, wie die Demokratie besser geschützt werden kann. Dabei können Sie live dabei sein. Alles Infos zur Veranstaltung und zum Kartenverkauf finden Sie hier.

    Im Podcast spricht Katja Gloger über die strategischen Fehleinschätzungen und Illusionen, die jahrelang die deutsche Russlandpolitik geprägt haben. So haben etwa Politiker wie Gerhard Schröder und Angela Merkel gehofft, dass enge wirtschaftliche Verflechtungen mit Russland zu einer Demokratisierung des Landes führe. Doch diese Annahme habe sich, genau wie der Glauben daran, dass Wladimir Putin als rationaler Nutzenmaximierer agiert und deswegen keinen Angriffskrieg führen wird, als falsch herausgestellt.

    Eine frühere Unterstützung der Ukrainer – zum Beispiel als Russland 2014 die Halbinsel Krim völkerrechtswidrig annektierte – hätte laut Gloger die Verhältnisse zugunsten der Ukrainer verändern können und müssen. Doch „jetzt stehen wir da und alles um uns herum zerbricht“.

    Was Katja Gloger als Lehre aus der Geschichte fordert, hören Sie mit SZ Plus im Podcast, hier auf sz.de, in der SZ-Nachrichtenapp und auf Spotify.

    Empfehlung von Katja Gloger

    Katja Gloger empfiehlt ein Buch all jenen, die sich mit Russland und der Geschichte des Landes beschäftigen oder dies tun möchten. In Swetlana Alexijewitschs „Secondhand-Zeit“ komme ein Chor von Stimmen zu Wort, „in all ihrer Verzweiflung, ihrer Hoffnung und ihrem Alltag, den die Menschen dann am Ende so meisterhaft und mit diesem alltäglichen Mut bestehen“. Das sei ebenso rührend wie lehrreich. „Schlicht wunderbare Literatur.“

    Moderation, Redaktion: Carolin Emcke

    Redaktionelle Betreuung: Ann-Marlen Hoolt, Justin Patchett

    Produktion: Imanuel Pedersen

    Bildrechte Cover: Hans-Jürgen Burkard/Bearbeitung SZ

    _Hinweis: Katja Glogers Mitautor Georg Mascolo leitete von 2014 bis 2022 den Rechercheverbund des NDR, des WDR und der „Süddeutschen Zeitung“.

    Sie erreichen die Redaktion dieses Podcasts unter [email protected] – wir freuen uns über Anregungen, Lob oder Kritik._

    1 hr 38 min
  • Asylzentren in Albanien: Wie human ist die EU?

    Mit welcher Härte die Einwanderungsbehörde ICE gegen Migranten vorgeht, entsetzt derzeit viele. Doch machen wir es in der Europäischen Union besser? Gehen wir wirklich humanitärer und emphatischer mit Asylbewerbern und Migranten um?

    Daran sind massive Zweifel angebracht, wie Lina Verschwele, Redakteurin im SZ-Ressort Investigative Recherche nach einem Besuch in Albanien berichtet. Denn dort, außerhalb der EU, hat Italiens Regierung Migrationszentren errichten lassen, in denen geplant war, bis zu 3000 Asylanträge pro Monat in Schnellverfahren abzuhandeln.

    Auch wenn das zunächst juristisch gestoppt wurde, dienen diese Lager nun als Abschiebegefängnisse. Eindrücklich schildert Verschwele die ganze Härte eines Systems, das zum Modell für die gesamte EU werden könnte. Obwohl sich Berichte über Suizidversuche und Selbstverletzungen der Insassen in diesen Lagern häufen, hat das EU-Parlament mit den Stimmen von konservativen bis rechtsextremen Abgeordneten für eine Verschärfung des Asylrechts gestimmt. Und demnach sollen EU-Staaten Asylverfahren künftig komplett in sichere Drittstaaten verlagern dürfen.

    Verschweles Recherche aber legt nahe, dass zumindest die zwei Abschiebezentren in Albanien ein fragwürdiges Modell sind, da es Menschenrechte missachtet und keine sinnvolle Lösung für die Migrationsfrage darstellt.

    **Zum Weiterlesen: **

    Den Text von Lina Verschwele über ihre Recherche in Albanien lesen Sie hier.

    Die Studie zum ökonomischen Wert von Zuwanderung können Sie hier nachlesen.

    Den Report der Ärzte ohne Grenzen zur Lage auf Nauru und dem Resignation Syndrome finden Sie hier und hier die Nauru Files im Guardian.

    Antworten auf Fragen über die sogenannte Drittstaatenregelung finden Sie hier.

    Über die Abstimmung im EU-Parlament zur Verschärfung der Asylregeln hat unser Brüssel-Korrespondent Josef Kelnberger geschrieben und ganz aktuell hier.

    Unseren Podcast über Giorgia Melonie können Sie hier hören.

    Moderation, Redaktion: Lars Langenau

    Redaktion: Laura Terberl, Timo Nicolas

    Produktion: Imanuel Pedersen

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    44 min
  • Bezos und die “Washington Post”: Angst vor Trump

    “Democracy dies in darkness.“ Das ist der Slogan der renommierten Washington Post. Über Jahrzehnte war die 150 Jahre alte US-Hauptstadtzeitung ein Bollwerk der Demokratie. Doch unter ihrem Besitzer, dem Multimilliardär Jeff Bezos, kommt es dort jetzt zu Massenentlassungen. Vergangene Woche war bekannt geworden, dass von 800 Redakteuren 300 gehen müssen. Und jetzt verlässt auch Verleger und Vorstandschef, Will Lewis, die Zeitung.

    Unter Bezos' Führung hat sich die Washington Post zunächst positiv entwickelt, mit mehr Digitalisierung und investigativer Berichterstattung, sagt Andrian Kreye, Leitender Redakteur des SZ-Feuilletons. Aber unter US-Präsident Donald Trump gehe es um “Fragen wie Angst und Feigheit”. Die Millionenverluste der Zeitung seien für Bezos “eigentlich keine Summen”, aber Trump drohe unverhohlen, sich in den Online-Versandhandel und andere Geschäftsfelder des Amazon-Gründers einzumischen.

    Schließlich wolle es sich Bezos nicht mit einem " Diktator verscherzen, der bekannt rachsüchtig ist”. Dies zeige sich etwa bei der Verleumdungsklage in Höhe von 15 Milliarden Dollar gegen die New York Times, der Milliardenklage gegen CBS News oder der Klage gegen das Wall Street Journal wegen eines Artikels über seine Freundschaft zu Jeffrey Epstein. Inzwischen würden durch Trumps Medienpolitik Desinformation, Halbwahrheiten und emotionale Aufladung die US-Medienlandschaft dominieren.

    Weitere Nachrichten: Schwere Überschwemmungen in Spanien. Portugal und Marokko; Vonn stürzt schwer, Emma Aicher holt erste deutsche Medaille.

    Zum Weiterlesen:

    Hier lesen Sie einen Artikel über den Kahlschlag bei der Washington Post.

    Und hier Kreyes Kommentar zu den Vorgängen in Washington.

    Moderation, Redaktion: Lars Langenau

    Redaktion: Katja Guttmann, Aylin Sancak

    Produktion: Aylin Sancak

    Zitiertes und zusätzliches Audiomaterial über TrailerTracker und ZDF.

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    13 min
  • „Auch ein Staatsverbrechen“ – Manuela Bauche bei Carolin Emcke über die Erinnerung an Kolonialismus

    Die Bundesregierung hat im November ein neues Konzept für das Gedenken an NS-Verbrechen und die SED-Diktatur vorgelegt. Die ehemalige Kulturstaatsministerin Claudia Roth hatte vorgesehen, dass auch die Erinnerung an den deutschen Kolonialismus Teil dieses Konzepts sein soll. Doch ihr Nachfolger Wolfram Weimer hat den Passus gestrichen. Der deutsche Kolonialismus ist nun also kein Teil der neuen Gedenkstättenkonzeption.

    Dieser Schritt hat eine Debatte über die Notwendigkeit multidirektionaler Erinnerung ausgelöst. Stellt das Gedenken an unterschiedliche Unrechtssysteme die Singularität des Holocaust infrage, wie es Kulturstaatsminister Weimer befürchtet?

    Darüber spricht Publizistin Carolin Emcke in dieser Podcastfolge mit der Historikerin Manuela Bauche. Sie leitet den Erinnerungsort Ihnestraße, der die Geschichte des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik aufarbeitet. Bauche, geboren 1977, forscht an der FU Berlin zur Geschichte der Lebenswissenschaft des 19. und 20. Jahrhunderts. Dabei beschäftigt sie sich mit den Verbindungen unterschiedlicher Unrechts- und Gewaltgeschichten.

    Im Podcast kritisiert Manuela Bauche die neue Gedenkstättenkonzeption als „unglaublichen Rückschritt“. Die Begründung des Kulturstaatsministers, dass eine Gedenkstättenkonzeption, die auch die Erinnerung an den Kolonialismus beinhaltet, die Singularität des Holocaust infrage stelle, hält sie nicht für schlüssig. Es sei so, „dass durch die Erinnerungen ein Unrecht des anderen nicht grundsätzlich verwischt wird“.

    Die Historikerin argumentiert, dass es viele Vorteile hat, unterschiedliche Unrechtssysteme parallel in den Blick zu nehmen. Nur so könnten Kontinuitäten und Gemeinsamkeit sichtbar gemacht werden. „Bei der Sorge um den Verlust der Singularität geht es ja eigentlich um die Sorge einer Gleichsetzung. Es fordert aber niemand eine Gleichsetzung.“

    Bauche plädiert für ein „solidarisches Erinnern“, das „nicht in Konkurrenz zueinander tritt und gegenseitige Bezüge zueinander erlaubt“. Warum das die Debatte um Erinnern und Gedenken bereichern könnte, hören Sie mit SZ Plus im Podcast – auf sz.de, in der SZ-Nachrichtenapp und hier auf Spotify.

    Empfehlung von Manuela Bauche

    Manuela Bauche empfiehlt das Buch „Eine runde Sache“. Tomar Gardi stellt darin zwei sehr unterschiedliche Geschichten gegenüber, die sich beide mit Fragen von Freiheit und Unfreiheit beschäftigen. Die eine Geschichte beginnt als absurdes Märchen – und endet in einer Art Untergangsparabel; die andere handelt vom Leben eines immer reisenden Künstlers. „Es geht ganz viel um Zugehörigkeit, Suche nach Ankommen, es geht um Sprache“, fasst Bauche zusammen. „Es ist ein wunderbares Buch, und ich war hoch beeindruckt.“

    Moderation, Redaktion: Carolin Emcke

    Redaktionelle Betreuung: Ann-Marlen Hoolt
    Produktion: Imanuel Pedersen

    Bildrechte Cover: Manuela Bauche/Bearbeitung SZ

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    1 hr 24 min
  • Giorgia Meloni: Europas erfolgreichste Rechtspopulistin

    Als die Postfaschistin Giorgia Meloni 2022 die Wahlen in Italien gewann, befürchteten viele einen Rechtsruck ohnegleichen. Doch die Realität ist komplexer: Meloni erweist sich als geschickte Außenpolitikerin, die sowohl mit der EU als auch mit Donald Trump auf Augenhöhe agiert - und Italien damit internationale Anerkennung verschafft.

    Unser scheidender Italien-Korrespondent Marc Beise zeichnet das Porträt einer Regierungschefin mit Widersprüchen: Einerseits sorgt sie bislang für ungewöhnliche Stabilität in einem Land chronischer Regierungskrisen, andererseits scheut sie große strukturelle Reformen, die Italien dringend bräuchte. Und während sie außenpolitisch moderate Töne anschlägt, verfolgt sie innenpolitisch eine knallharte rechte Agenda. Ist das politische klug oder eine gefährliche Camouflage?

    Zum Weiterlesen:

    Lina Verschweles Recherche zu Albaniens Abschiebezentren.

    Marc Beises Porträt von Giorgia Meloni

    Wie steht Meloni wirklich zur Ukraine?

    Moderation, Redaktion: Laura Terberl

    Redaktion: Timo Nicolas

    Produktion: Carolin Lenk

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    47 min
  • „Außerplanetarisch“ – Luisa Neubauer bei Carolin Emcke über die Antarktis

    Die Antarktis ist der südlichste Kontinent der Erde und fast vollständig von dickem Eis bedeckt. Die Natur hier ist in Teilen noch völlig unberührt. Damit das auch so bleibt, ist die Antarktis international geschützt. Der Kontinent wurde in den 1990er-Jahren zum Naturreservat erklärt, was sowohl militärische Aktivitäten als auch den Abbau von Rohstoffen verbietet. Auch die Fischerei ist stark reguliert. Was bedeutet dieser umfassende Schutz für das Ökosystem in der Antarktis? Darüber spricht Publizistin Carolin Emcke im Podcast mit der Klimaaktivistin Luisa Neubauer, die sich zum Zeitpunkt der Aufnahme auf einem Forschungsschiff in der Antarktis befand.

    Luisa Neubauer, geboren 1996 in Hamburg, ist eine der einflussreichsten Stimmen in der deutschen Klimabewegung. Zudem ist sie Podcasterin, Geografie-Studentin und außerdem Autorin mehrerer Bücher. Zuletzt ist „Was wäre, wenn wir mutig sind“ erschienen, worin sie Machtkämpfe hinter der Klimakrise analysiert.

    „Ich komme in einer anderen Welt an.“

    Im Podcast mit Carolin Emcke schildert Neubauer die strengen Regeln und Genehmigungsverfahren, die sie und die Crew des Forschungsschiffes einhalten müssen, um sich überhaupt in dieser geschützten Welt aufhalten zu dürfen. Ein Vorgehen, das essenziell für den Erhalt des Kontinents ist und gleichzeitig auch daran erinnere, wie wenige Regeln es andernorts im Umgang mit der Natur gibt. „Hier als Menschen einfach nur zu gucken, ohne kaputtzumachen, ohne einzugreifen, ohne umzuändern, was hier eigentlich ökologisch selbständig funktionieren soll – das sind wir in keiner Weise gewohnt.“

    Die Klimaaktivistin erzählt im Gespräch auch von der Faszination und Demut, die sie angesichts der gewaltigen Natur spürt, sowie der Erkenntnis, wie wenig wir eigentlich über die Antarktis wissen. „Ich glaube, ich habe noch nie im Leben einen Moment erlebt, bei dem ich so sehr das Gefühl hatte: Ich komme in einer anderen Welt an.“

    Carolin Emcke und Luisa Neubauer sprechen auch über das „Globale Klassenzimmer“, eine Aktion von „Mission Antarctica“, an der sich die Klimaaktivistin beteiligt. In digitalen Schulstunden, für die sich deutsche Schulen vorab bewerben konnten, spricht Neubauer zu mehreren Tausend Schülern über das Ökosystem der Antarktis. „Das waren solche Bereicherungen, ein solches Glück, kurz die Welt einzuladen.“ Ziel der Aktion ist es, das Verständnis für die Bedeutung des Kontinents zu fördern.

    Was Luisa Neubauer darüber hinaus noch im Podcast erzählt und wie man sich verhält, wenn man auf eine Pinguin-Kolonie trifft, hören Sie mit SZ Plus auf sz.de, in der SZ-Nachrichtenapp und auf Spotify.

    Empfehlung von Luisa Neubauer

    Statt eines Buchs, eines Films oder eines Theaterstücks zu empfehlen, rät Luisa Neubauer, die Natur bewusst wahrzunehmen, das Handy wegzulegen und den Vögeln zuzuhören. „Was ich zuletzt gesehen und gehört habe, was mich beglückt und begeistert hat, war ein ganz einsamer Vogel“, sagt die Aktivistin. Und sie rät, dass sich die Geräusche der Natur am besten genießen lassen, wenn man die Augen schließt.

    Moderation, Redaktion: Carolin Emcke

    Redaktionelle Betreuung: Ann-Marlen Hoolt
    Produktion: Imanuel Pedersen

    Bildrechte Cover: Marin Le Roux / PolaRYSE / Team Malizia/Bearbeitung SZ

    Sie erreichen die Redaktion dieses Podcasts unter [email protected] – wir freuen uns über Anregungen, Lob oder Kritik.

    1 hr 23 min
  • Ein Jahr Trump: So gefährlich ist die Welt geworden

    Am Dienstag ist es ein Jahr her, dass Donald Trump zum zweiten Mal als Präsidenten der USA vereidigt wurde.

    Außenpolitisch so richtig Fahrt aufgenommen haben er und seine Administration in den vergangenen Wochen und Monaten. Es wird viel gedroht, viel geschossen und sogar ein Staatschef entführt. Das alles erinnert an imperialistische Zeiten, also an die Welt vor 100, 150 Jahren, in der wenige Großmächte tun und lassen konnten, was sie wollten, solange sie den anderen Großmächten nicht auf die Füße treten.

    Ist das die neue Realität? Leben wir wieder in einer Zeit, in der das Völkerrecht egal ist und es nur darauf ankommt, wer das größte Kanonenboot, den dicksten Flugzeugträger und die mächtigste Rakete hat? Darüber spricht Timo Nicolas im Podcast “Das Thema” mit dem USA-Korrespondenten der SZ, Peter Burghardt in Washington.

    Zum Weiterhören und -lesen:

    Den Text “Wie eine Demokratie erlischt” über das erste Jahr von Trumps zweiter Amtszeit lesen Sie hier.

    Ein Porträt über den US-Außenminister Marco Rubio lesen Sie hier.

    Und die Reportage aus Grönlands Hauptstadt Nuuk zusammen mit Michael Neudecker hier.

    Moderation, Redaktion: Timo Nicolas

    Redaktion: Lars Langenau, Ann-Marlen Hoolt

    Produktion: Aylin Sancak.

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    39 min
  • Was Missbrauch im Sport begünstigt

    Inzwischen brechen immer mehr Opfer von Machtmissbrauch ihr Schweigen im Profi- und Breitensport. Doch es gibt Handlungsbedarf, um Athleten bereits im Vorfeld des Missbrauchs besser zu schützen. Besondere Strukturen im Sport begünstigen Übergriffe. Scheinbar kleinere Fälle werden von Tätern genutzt, um Grenzen auszutesten, bevor es dann wirklich zum schweren Missbrauch kommt, sagt Johannes Knuth. Es herrsche ein starkes Machtgefälle zwischen Tätern und Opfern. Der Redakteur des SZ-Sportressorts befürwortet die Einrichtung einer unabhängigen Anlaufstelle für Betroffene sowie ein Trainerregister, um Täter nicht unerkannt von Verein zu Verein wechseln zu lassen.

    Zum Weiterlesen:

    Einen Text von Johannes Knuth über die ungenügende Opferhilfe im deutschen Sport lesen Sie hier.

    Hier lesen Sie Knuths Text über das Ringen um ein unabhängiges Zentrum für “Safe Sport”.

    Moderation, Redaktion: Lars Langenau

    Redaktion: Timo Nicolas, Laura Terberl

    Produktion: Imanuel Pedersen

    Zitiertes und zusätzliches Audiomaterial über ZDF, NDR, SWR, ARD-Sportschau.

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    43 min

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Ausgewählte Episoden des Recherche-Podcasts „Das Thema“ und des Debatten-Podcasts „In aller Ruhe“ für Bahnreisende. Welches Thema bewegt diese Woche besonders? Was steckt hinter aktuellen, exklusiven…