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Die Berliner Linke ist im Wahlkampf mit dem Versprechen angetreten: “Wir machen Berlin bezahlbar”. Wie drängend dieses Thema für die Berlinerinnen und Berliner ist, zeigt sich auch daran, dass die Partei bei der Wahl vergangenen Sonntag mehr als 24 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte. Denn Wohnen in Berlin ist teuer.
In den vergangenen 10 Jahren sind die Mieten dort um 69 Prozent gestiegen. Das ist ein deutlich stärkerer Anstieg als in anderen deutschen Großstädten. Um dieses Problem zu lösen, will die LINKE auf Vergesellschaftung setzen - ein Konzept, das auf Artikel 15 Grundgesetz beruht, aber noch nie in der Praxis angewandt wurde. Es ist also “ein Versuch ohne historisches Beispiel”, wie Meredith Haaf und Leopold Zaak in der SZ schreiben.
SZ-Wirtschaftsredakteur Leopold Zaak erklärt in dieser Auf den Punkt-Folge, was Vergesellschaftung ist, welche Vor- und Nachteile sie hat und wie realistisch es ist, dass die Linke das in Berlin umsetzen wird.
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Moderation, Redaktion: Pauline Claßen
Redaktion: Ann-Marlen Hoolt, Jonathan Brandis, Sarah Neu
Produktion: Laura Sagebiel
Zitiertes und zusätzliches Audiomaterial über: tagesschau.de
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Deutschland braucht Migration, das ist kein Geheimnis. Der demografische Wandel lässt das Land altern, schon jetzt suchen viele Branchen händeringend Mitarbeiter. Aber trotz dieser wirtschaftlichen Abhängigkeit lehnen immer mehr Menschen in Deutschland Migration ab. Wann ist dieser Kurs zum neuen Normal geworden? Und – wollen ausländische Fachkräfte angesichts des Wahlerfolgs der AfD überhaupt noch zu uns?
Naika Foroutan, geboren 1971 in Rheinland-Pfalz, ist Politik- und Sozialwissenschaftlerin. Neben ihrer Tätigkeit beim DeZIM ist sie Professorin für Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Dort ist sie außerdem Abteilungsleiterin am Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung.
Naika Foroutan und Carolin Emcke sprechen im Podcast zunächst über den Wahlerfolg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Foroutan analysiert, wie die AfD Diskurse kapitalisiert, die in Deutschland bereits vor ihrer Parteigründung manifest waren. Die Migrationsforscherin sieht in dem Wahlergebnis auch einen Ausdruck der multiplen internationalen Krisen: „Und diese Ambivalenz, dass man eben nicht mehr sagen kann, Deutschland ist eindeutig auf der richtigen Seite oder an der Seite der Guten, das übersetzt sich auch in das politische Wahlverhalten. Das wird egoistischer, impulsgetriebener und verzeihender gegenüber groben Menschenfeindlichkeiten.“
Anschließend geht es im Gespräch darum, wie Deutschland um die internationalen Fachkräfte wirbt, auf die die Wirtschaft angewiesen ist, und um die zunehmende Konkurrenz im Migrationsmarkt. „We are late to the party“, analysiert Foroutan. „Deutschland steigt zu spät in diesen Markt ein.“ Die Migrationsforscherin erklärt, mit welchen Strategien andere Länder um Fachkräfte werben und warum sich Zuwandernde für Deutschland entscheiden: „Deutschlands Attraktivität besteht an oberster Stelle in seiner Demokratie.“
Gleichzeitig verschlechtere sich gerade Deutschlands Ruf im Ausland – und zwar unabhängig vom Erstarken der AfD. Woran das liegt, hören Sie mit SZ Plus im Podcast, auf sz.de, in der SZ-Nachrichtenapp, bei Apple Podcast und hier auf Spotify.
**Empfehlung von Naika Foroutan: **Zum Abschluss des Gesprächs hat Naika Foroutan noch einen Kulturtipp dabei: „The Hundred Years War on Palestine“ von Rashid Khalidi. Der deutsche Titel lautet „Der Hundertjährige Krieg um Palästina. Eine hundertjährige Geschichte von Siedlerkolonialismus und Widerstand“. Das Buch sei sehr hilfreich, „um die aktuelle Situation zu verstehen“, sagt Foroutan. Auch deshalb, weil es sehr sachlich geschrieben sei, „was im Moment mehr denn je vonnöten ist.“
Moderation, Redaktion: Carolin Emcke
Bildrechte Cover: Rasmus Tanck
Sie erreichen die Redaktion dieses Podcasts unter [email protected] – wir freuen uns über Anregungen, Lob oder Kritik.
Im Sommer 2026 hat die NGO „Gesellschaft für Freiheitsrechte“ ein 1500-seitiges Gutachten vorgelegt, dass der AfD eindeutig Verfassungswidrigkeit bescheinigt. Erstellt haben es der Jurist Bijan Moini und sein Team. Mit ihm spricht Carolin Emcke über den Entstehungsprozess des Gutachtens.
Moini, geboren 1984 bei Karlsruhe, studierte Jura und Politikwissenschaften in München und Paris. Seit 2018 arbeitet er als Anwalt für die „Gesellschaft für Freiheitsrechte“, inzwischen leitet er dort das Legal Team. Moini ist außerdem Autor mehrerer Romane und Co-Host des Podcasts „Dein gutes Recht“ der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit.
Im Gespräch mit Carolin Emcke erzählt der Jurist, wie er und sein Team das Gutachten zur Verfassungswidrigkeit der AfD erstellt haben: „Wir haben sehr viele ekelhafte Sachen gelesen, zum Beispiel über queere Personen, über trans Personen oder Musliminnen.“ Die Arbeit habe daher nicht nur aus der reinen Analyse von Reden und Programmatiken, sondern auch in der Bewältigung dieser Inhalte bestanden.
Warum sich dieser Widerstand lohnt, hören Sie mit SZ Plus im Podcast, auf sz.de, in der SZ-Nachrichtenapp, bei Apple Podcast und hier auf Spotify.
Empfehlung von Bijan Moini: Im Podcast erzählt Moini, dass er kaum noch Musik höre. Doch es gebe einen Musiker, der ihn zurzeit sehr begeistere. Und zwar Apsilon, ein junger deutscher Rapper. „Er findet einfach Worte oder einen Zugang zur deutschen, jüngeren Geschichte, der vielen Menschen verwehr ist“, sagt Moini und erzählt von Apsilons Song „Sommermärchen“, in dem es vermeintlich um die Weltmeisterschaft 2006 geht, eigentlich aber um die NSU-Morde, die im Schatten dieser WM Familien zerstört haben. „Und er macht das auf eine sehr berührende Art“.
Moderation, Redaktion: Carolin Emcke
Bildrechte Cover: Simon Detel
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Die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo dehnt sich weiter aus. Mehr als 1400 Menschen sind seit Ende April nachweislich an dem Virus gestorben. Die Zahl der im Labor bestätigten Infektionen stieg auf 3200. Laut kongolesischen Gesundheitsbehörden endet fast die Hälfte aller nachgewiesenen Ansteckungen tödlich. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer an Infektionen aus, die bislang nicht erkannt oder nicht gemeldet wurden.
Bürgerkriegsähnliche Zustände im Osten des Landes sowie großes Misstrauen gegenüber den Helfern erschweren die Eindämmung, sagt Judith Raupp, die in der Provinzhauptstadt Nordkivu Goma seit 15 Jahren lebt und zuvor lange im SZ-Auslandsressort gearbeitet hat. Der aktuelle Ausbruch sei besonders schwer einzudämmen, auch weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen speziellen Impfstoff noch eine gezielte Therapie gebe.
Raupp berichtet in dieser Folgen des SZ-Recherchepodcast “Das Thema” auch über das Versagen der UN-Friedensmission im Kongo Monusco. Die Blauhelme sollen seit 1999 in einem der größten friedenssichernden Einsätze der Vereinten Nationen die Sicherheitslage für die Bevölkerung sichern. Stattdessen aber habe sich die Situation auch mit den militärischen Erfolgen der M23-Rebellengruppe eher verschlechtert, beklagt Raupp.
Sie berichtet über die wirkmächtigen Folgen des grausamen belgischen Kolonialismus, beschreibt Konfliktlinien zwischen den Ethnien und den erbitterten Kampf um Rohstoffe, die im Westen hoch begehrt sind. Trotz allem Ungemach spricht Raupp von Empathie und Solidarität der Menschen untereinander, die ihr in Deutschland oft fehlen. Und sie informiert über die komplexe Realität eines Landes mit unglaublichem Potenzial und warmherzigen Menschen.
Judith Raupps Buch “Morgen gehe ich einkaufen, falls der Markt noch steht” ist 2026 im C.H.Beck Verlag erschienen.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Nadja Schlüter
Produktion: Julius Zimmer
Sie haben Fragen oder Anregungen? Dann schreiben Sie uns: [email protected].
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Für die Menschen in Gaza sollte es eigentlich längst aufwärtsgehen. Aber weiterhin leben in dem Küstenstreifen mehr als 1,3 Millionen Menschen in Zelten zwischen Müll und ohne ausreichende Hygiene oder Lebensmittel.
Über die Lage im Gazastreifen spricht Carolin Emcke in dieser Podcastfolge mit Parnian Parvanta, der Vorstandsvorsitzenden von Ärzte ohne Grenzen Deutschland. Sie berichtet von Frauen, die in Zeltlagern leben und Angst vor Übergriffen haben, und von Operationen an Kindern, bei denen mittendrin der Bohrer ausfällt. Und sie sagt auch, was die Bundesregierung tun könnte, um zu helfen.
Parvanta, geboren 1982 in Kabul, ist Gynäkologin. Sie lebt und arbeitet in Mainz. Für Ärzte ohne Grenzen arbeitete sie in unterschiedlichen Ländern, etwa in der Zentralafrikanischen Republik, Nigeria, der Elfenbeinkünste und im Irak. Seit 2019 ist Parvanta im Vorstand der deutschen Sektion von Ärzte ohne Grenzen, 2023 übernahm sie den Vorsitz des Vorstands.
Wie wenig der Waffenstillstand zwischen Hamas und Israel die humanitäre Situation der Menschen im Gazastreifen verbessert hat, illustriert Parvanta im Gespräch mit Carolin Emcke an mehreren Beispielen. Etwa erzählt sie von einem Jungen, der ums Leben gekommen sei, während er Wasser für seine Familie holte. „Die Menschen in Gaza werden weiterhin umgebracht und ihnen wird die Möglichkeit eines würdigen Lebens genommen“, sagt sie.
Immer wieder komme es vor, dass Menschen so schwer verletzt sind, dass sie im Gazastreifen nicht weiter versorgt werden können. Doch die Hürden für die medizinische Evakuierung sind hoch. Das liegt auch daran, dass nur wenige Länder Schwerverletzte aus Gaza aufnehmen. Deutschland gehört nicht dazu. „Deutschland hat es während des Ukraine-Kriegs unter Beweis gestellt, dass wir das können; dass wir Kriegsverletzte therapieren können; dass wir Kliniken haben, die das Know-how haben. Das wird den Menschen im Gazastreifen verweigert“, kritisiert Parvanta.
Im Podcast geht es auch um die Lage der Menschen in Libanon und die großen Hürden für humanitäre Hilfe in beiden Kriegsregionen. Das hören Sie mit SZ Plus im Podcast, auf sz.de, in der SZ-Nachrichtenapp, bei Apple Podcast und hier auf Spotify.
Empfehlung von Parnian Parvanta
Moderation, Redaktion: Carolin Emcke
Bildrechte Cover: Oliver Barth/MSF
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Kriege, schwache Konjunktur und Unsicherheits sorgen dafür, dass der Einzelhandel in Deutschland weniger verkauft. Der Onlinehandel legt hingegen deutlich zu. Im zweiten Quartal dieses Jahres haben besonders chinesische Online-Plattformen wie Temu, Shein und AliExpress in Deutschland einen Umsatz von gut 1,1, Milliarden Euro gemacht. Tendenz steigend.
Beliebt, weil günstiger. Denn der Preis ist laut vielen Marktumfragen inzwischen für viele das entscheidende Kaufkriterium - trotz Bedenken bei der Produktqualität. Dabei werden auf diesen Plattformen Produkte angeboten, die teils aus gesundheitsschädigenden Materialien sind.
Erst vor wenigen Tagen hat die EU eine Strafe von 550 Millionen Euro gegen den Online-Marktplatz Ali Express verhängt, unter anderem weil gefälschte Kleidung, unsicheres Spielzeug und gefährliche Kosmetika wochenlang nicht von der Plattform genommen wurden. Das Unternehmen habe nicht genug getan, um die Verbraucher vor solchen Produkten zu schützen, teilte die Europäische Kommission mit.
Michael Kläsgen aus der SZ-Wirtschaftsredaktion hat über ein EU-Schutzsystem recherchiert, das an entscheidenden Stellen nicht greift. In dieser Folge des SZ-Recherchepodcast “Das Thema” berichtet er davon, warum Warnungen oft nicht ausreichen.
Seine Recherche über gesundheitsschädliche Produkte auf Online-Plattformen finden Sie hier.
Und hier ein aktuelles Urteil gegen Ali Express.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Luis Münch, Antonia Franz, Julius Zimmer
Sprecher: Julius Zimmer
Produktion: Julius Zimmer
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In dieser Folge des Podcasts „In aller Ruhe“ spricht Moderatorin Carolin Emcke mit Rachel Goldberg-Polin. Sie wurde nach dem Angriff der Hamas auf Israel und dem Ausbruch des Gaza-Kriegs zu einer der bekanntesten Aktivistinnen für die Freilassung der entführten Geiseln, unter denen sich auch ihr Sohn befand. Hersh Goldberg-Polin wurde am Morgen des 7. Oktober 2023 vom Nova-Musikfestival verschleppt und nach 328 Tagen in Gefangenschaft ermordet. Im Podcast erzählt Goldberg-Polin von ihrer Trauer und ihrem Schmerz, aber auch von der Liebe zu ihrem Sohn und dessen Leben.
Hinweis: Das Gespräch wurde in englischer Sprache geführt.
Rachel Goldberg-Polin, geboren 1969 in Chicago, lebt mit ihrer Familie in Jerusalem. Nach Hershs Entführung setzte sie sich gemeinsam mit ihrem Mann Jon international für die Freilassung aller Geiseln ein. Dazu kündigte sie ihren Job und reiste um die ganze Welt. Sie sprach unter anderem vor den Vereinten Nationen und mit dem Papst. In diesem Frühjahr erschien ihr Buch „When We See You Again“.
Im Gespräch mit Carolin Emcke spricht Rachel Goldberg-Polin über Hershs Leben, seine Empathie und seine Resilienz. Durch Gespräche mit zurückgekehrten Geiseln kann sich die Familie inzwischen einiges über seine Zeit in den Tunneln von Gaza erschließen. Etwa, dass Hersh seine Mitgefangenen immer wieder nach ihrem „Warum“ des Lebens gefragt und ihnen Mut gemacht hat. „In Momenten wie diesen finden wir heraus, wer jemand wirklich ist“, sagt die Mutter im Podcast. „Und über Hersh weiß ich das jetzt.“
Carolin Emcke spricht mit Goldberg-Polin zudem über ihren Glauben und das Buch Hiob, über die Abwesenheit von Zorn oder Hass und ihre Liebe: „Und wenn wir ganz viel Glück haben, dann erleben wir Trauer. Denn das bedeutet letztlich, dass wir geliebt haben.“ Und nicht zuletzt sprechen sie auch über Hershs Lieblingsverein Werder Bremen.
Das ganze Gespräch von Carolin Emcke und Rachel Goldberg-Polin hören sie frei verfügbar im Podcast, auf sz.de, in der SZ-Nachrichtenapp und auf Spotify.
Moderation, Redaktion: Carolin Emcke
Bildrechte Cover: Chen G. Schimmel
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Der Start von Stuttgart 21 verzögert sich bis Ende 2031. Der Umbau des alten Kopfbahnhofs in einen unterirdischen Bahnhof wird außerdem deutlich teurer als geplant: Statt gut 4,5 Milliarden Euro, wie im Finanzierungsvertrag von 2009 vorgesehen, rechnet die Bahn inzwischen mit 14,5 Milliarden Euro.
Aus dem einstigen Zukunftsversprechen ist längst eine der umstrittensten Baustellen Deutschlands geworden. Ein Projekt, das die Frage aufwirft: Warum ist es hierzulande eigentlich so schwer, große Infrastrukturprojekte zu planen und dann auch umzusetzen?
Schließlich ist Stuttgart 21 nur ein Beispiel. Die Bahn muss gerade an vielen Stellen gleichzeitig ran: alte Strecken sanieren, neue bauen, Bahnhöfe umbauen, digitale Technik einführen. Eigentlich müsste jetzt sehr schnell sehr viel passieren. Aber kann die Bahn, kann die Bundesrepublik das überhaupt noch? Über zahllose Baustellen spricht SZ-Bahnexpertin Vivien Timmler in der neuen Ausgabe des Recherchepodcast „Das Thema“.
Zum Weiterlesen:
Hier lesen Sie den Text von Vivien Timmler über ihre Spurensuche bei den Großprojekten der Bahn.
Und hier einen Text über Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder.
Einen Text über die weitere Verschiebung von Stuttgart 21 lesen Sie hier.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Luis Münch, Antonia Franz
Produktion: Julius Zimmer
Zusätzliches Audiomaterial über SWR
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Fast drei Millionen Menschen in Deutschland sind gegenwärtig arbeitslos. Gleichzeitig vermelden Unternehmen eine Vielzahl unbesetzter Arbeitsplätze. Auch viele Lehrstellen können nicht besetzt werden. Woran das liegt, darüber spricht Carolin Emcke in dieser Folge von „In aller Ruhe“ mit Andrea Nahles, der Chefin der Bundesagentur für Arbeit. Im Podcast sprechen sie über Arbeit und Identität, die Verbindung zwischen Wohlstand und Migration und den Wandel der Arbeitswelt durch künstliche Intelligenz.
Nahles, geboren 1970 in Rheinland-Pfalz, leitet die Bundesagentur für Arbeit seit August 2022. Zuvor war sie langjähriges Mitglied des Deutschen Bundestags sowie SPD-Parteivorsitzende und Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion. Außerdem war sie von 2013 bis 2017 Bundesministerin für Arbeit und Soziales.
Im Gespräch mit Carolin Emcke geht es zunächst darum, welche wichtige Rolle Arbeit im Leben der Menschen in Deutschland einnimmt – und welche Folgen Arbeitslosigkeit deshalb haben kann. „Es gibt Untersuchungen, dass die Menschen Arbeitslosigkeit dramatischer empfinden als eine Scheidung“, erklärt Nahles.
Die Leiterin der Bundesagentur für Arbeit erklärt, dass viele Lücken am Arbeitsmarkt durch eine Art Fehlpassung entstehen, etwa weil regionale oder thematische Unterschiede verhindern, dass Arbeitssuchende und Unternehmen zusammenkommen. Auch deshalb hält Andrea Nahles es für wichtig, dass Deutschland weiterhin offen für Arbeitskräfte aus dem Ausland bleibt: „Wir brauchen auch in Zukunft Fachkräfte aus anderen Ländern, mit oder ohne deutschen Pass. Und das ist eine Wahrheit, die man, wenn man sich mit der demografischen Situation in Deutschland beschäftigt, nicht von der Hand weisen kann.“
Zudem geht es im Gespräch um die Veränderung der Arbeitswelt durch künstliche Intelligenz. Andrea Nahles ist überzeugt: „KI ist kein Jobkiller, sondern ein großer Jobveränderer.“ Die Art, wie Berufe gedacht werden und welche Aufgaben die Menschen übernehmen, werde sich verändern. Die immer besser funktionierenden KI-Applikationen seien „eine Art Brandbeschleuniger für Transformation“. Nahles hält es für wahrscheinlich, dass künftig ein Mensch, der Verantwortung übernimmt, immer wichtiger für die Arbeitswelt wird, während der Wert der Produktion abnimmt.
Mehr dazu, was Andrea Nahles zum Arbeitsmarkt erzählt, hören Sie mit SZ Plus im Podcast, auf sz.de, in der SZ-Nachrichtenapp und hier auf Spotify.
Empfehlung von Andrea Nahles
Moderation, Redaktion: Carolin Emcke
Bildrechte Cover: Bundesagentur für Arbeit
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270 Menschen sind nach dem Bruch eines Staudamms einer Mine im brasilianischen Brumadinho am 25. Januar 2019 gestorben. Lina Verschwele und Benedikt Peters haben gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen von NDR und WDR über eine der schwersten Umweltkatastrophen in den vergangenen Jahrzehnten recherchiert.
Denn es gibt massive Vorwürfe gegen den deutschen TÜV Süd und dessen Rolle bei der Zertifizierung der Sicherheit des Dammes. Die SZ-Reporter haben mit Angehörigen der Opfer gesprochen, über deren Wut und Enttäuschung und darüber, dass bis heute niemand juristische zur Verantwortung gezogen wurde. Lina und Benedikt zeigen auf, wie schleppend die Ermittlungen in Deutschland dazu laufen - denn bald droht die Verjährung.
Zum Weiterhören und -lesen:
Die Reportage von Lina Verwele und Benedikt Peters über den Bruch des Staudamms und seine weitreichende Folgen lesen Sie hier.
Einen Kommentar von Benedikt Peters darüber, dass niemand Verantwortung übernehmen will, lesen Sie hier.
Hier schreibt Lina Verschwele über den schwerfälligen Prozess in München.
Den Beitrag des NDR-Magazins “Panorama” dazu finden Sie hier.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Timo Nicolas, Christoph Scholz
Produktion: Laura Sagebiel
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