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  • Globale Kreislaufwirtschaft: Zwischen Rohstoffsicherung und globaler Gerechtigkeit

    Wie kann Kreislaufwirtschaft global gerecht gestaltet werden - und nicht nur Europas Zugang zu Rohstoffen stärken?

    Zitat der Folge

    »Nachts bündeln sie die Kabel und verbrennen sie, um dann die Kupferdrähte herauszuholen. Beim Verbrennungsprozess wird ein Cocktail von Chemikalien freigesetzt, einschließlich persistenter organischer Schadstoffe. Menschen in der Nachbarschaft atmen diese sehr schädlichen Gase ein.«

    Professor Nnorom Innocent, Umweltchemiker in Nigeria

    Episodenbeschreibung

    Smartphones, Laptops, Elektroautos -- sie gelten als Schlüssel für Klimaschutz und Digitalisierung. Doch sie brauchen Rohstoffe, die oft aus dem Globalen Süden stammen. Und sie landen irgendwann - als Elektroschrott - wieder dort.

    Die EU setzt große Hoffnungen auf die Kreislaufwirtschaft: Sie soll Ressourcen sparen, Abhängigkeiten reduzieren und die Industrie widerstandsfähiger machen. Noch in diesem Jahr will die EU einen neuen Circular Economy Act vorlegen.

    Doch Kreislaufwirtschaft ist nicht automatisch gerecht. Während Europa über Recycling-Quoten debattiert, passiert Kreislaufwirtschaft längst - in Lagos, in Accra, in Delhi. Nur unter Bedingungen, die wir hier nie akzeptieren würden: Hunderttausende Menschen zerlegen unseren Elektroschrott, verbrennen nachts Kabel, um Kupfer zu gewinnen, und setzen sich dabei giftigen Dämpfen aus.

    Was bedeutet Kreislaufwirtschaft also global gedacht? Und was müsste passieren, damit sie nicht nur Europas Industrie stärkt - sondern auch den Menschen nutzt, die heute schon einen großen Teil dieser Arbeit leisten?

    Kapitel mit Zeitmarkierungen

    • (00:00:00) – Intro: Elektroschrott zwischen Europa und dem Globalen Süden -- Warum Kreislaufwirtschaft mehr als Recycling ist

    • (00:02:15) – Was ist Kreislaufwirtschaft?: Von Produktdesign über Reparatur bis Recycling -- die zirkulären Strategien erklärt

    • (00:05:50) – Die EU-Strategie zur Kreislaufwirtschaft: Ökodesign, Recycling-Quoten und der geplante Circular Economy Act

    • (00:10:56) – Die Realität in Nigeria: Wie unser Elektroschrott im informellen Sektor landet und was dort damit passiert

    • (00:16:30) – Zwischen Ressourcensicherung und globaler Gerechtigkeit: Warum Kreislaufwirtschaft kein Selbstläufer für globale Gerechtigkeit ist

    • (00:23:08) – Was kann die EU tun?: Erweiterte Herstellerverantwortung, Design for Recycling und echte Partnerschaften

    • (00:24:20) – Der Circular Economy Act -- eine Chance?: Vorsichtiger Optimismus und die Frage nach mutiger politischer Führung

    Unsere Gesprächspartner*innen

    Luisa Denter

    • Referentin für Rohstoffpolitik und zirkuläres Wirtschaften bei Germanwatch, einer Umwelt- und Entwicklungsorganisation

    Professor Nnorom Innocent

    • Umweltchemiker in Nigeria, erforscht seit über 20 Jahren die Auswirkungen von Elektroschrott

    Autor der Folge: Kevin Caners

    Produktion: Audiokollektiv

    Host: Emily Thomey

    Co-Host: Vincent Lindig

    Weiterführende Artikel und Quellen

    • Video-Report aus Africa: The tragic costs of e-waste - CBS [🔗 https://www.youtube.com/watch?v=4GtWGHvX-rk

    Hintergründe auf boell.de

    • Hintergrund: Kreislaufwirtschaft: Vom Abfall zum Rohstoff [🔗 https://www.boell.de/de/2024/04/19/kreislaufwirtschaft-vom-abfall-zum-rohstoff

    • Studie: Global Circular Economy - Reflections for a Just Transition [🔗 https://www.boell.de/de/2025/03/07/global-circular-economy

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    Gebündelt und auf den Punkt gebracht: böll.podcast ist das neue Podcastformat der Heinrich-Böll-Stiftung. Hier sprechen unsere Hosts Emily und Lukasz jede Woche mit Gäst*innen über Politik, Gesellschaft und Umwelt. Es geht um Ideen, Konflikte und Fragen, die uns heute bewegen und unser Morgen prägen. Jede Folge eröffnet neue Blickwinkel und lädt dazu ein, gemeinsam weiterzudenken.

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    Fotocredits: Tobi &Chris, Bearbeitung: hbs

    28 min
  • Gespräch mit der Hannah-Arendt-Preisträgerin Seyla Benhabib

    Seyla Benhabib ist eine der bedeutendsten Philosophinnen ihrer Generation. Im Dezember 2025 war sie in Bremen, um den Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken entgegenzunehmen. Im Anschluss sprach sie in einem ausführlichen Interview mit der Journalistin Catherine Newmark über ihr Leben, ihr Werk und die Frage, was politische Urteilskraft heute bedeutet. Wir senden dieses Gespräch fast in voller Länge als Interview-Spezial im böll.podcast.

    Zitat der Folge

    »Es gibt eine Unterscheidung zwischen politischer Urteilskraft und moralischer Verantwortung. Moralische Verantwortung würde ich jeder Philosophin zuschreiben. Manche werden es praktizieren, andere nicht. Aber politische Urteilskraft, glaube ich, ist auch ein bisschen etwas, wo[für] man die Welt lieben muss.«

    Prof. Seyla Benhabib, Philosophin

    Episodenbeschreibung

    Seyla Benhabib zählt zu den bedeutendsten Philosophinnen ihrer Generation. Die Professorin für politische Theorie und Philosophie an der Yale University hat wichtige Debatten über Demokratie, Feminismus, Menschenrechte und Migration philosophisch begleitet und immer wieder mitgeprägt.

    In dieser Sonderfolge spricht Benhabib über ihre Kindheit im kosmopolitischen Istanbul, ihre akademische Laufbahn in den USA und Deutschland sowie ihre Auseinandersetzung mit Hegel, der Kritischen Theorie, dem Feminismus und Hannah Arendt.

    Im Gespräch geht es auch um die Frage, wie Menschenrechte heute begründet werden können, was demokratische Praxis bedeutet und warum politische Urteilskraft mehr verlangt als abstraktes Denken: nämlich eine Liebe zur Welt und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

    Kapitel mit Zeitmarkierungen

    • (00:00:00) – Intro & Sonderfolge: Vorstellung von Seyla Benhabib und Anlass des Gesprächs (Hannah-Arendt-Preis 2025)

    • (00:03:10) – Kindheit in Istanbul: Mehrsprachigkeit, jüdische Herkunft und ein säkulares, kosmopolitisches Umfeld

    • (00:10:50) – Aufbruch in die USA: Studium, Migrationserfahrung und erste philosophische Prägungen

    • (00:14:20) – Hegel & Kritische Theorie: Habermas und die intellektuellen Strömungen der 1970er

    • (00:22:30) – Feminismus & Streit um Differenz: Normative Grundlagen, Autonomie und Debatten mit Butler und Fraser

    • (00:32:00) – Hannah Arendt neu lesen: Antisemitismus, Weltbegriff und politische Urteilskraft

    • (00:42:00) – Menschenrechte & Migration: Das „Recht, Rechte zu haben“ und demokratische Iterationen

    • (00:55:40) – Philosophie & Öffentlichkeit: Moralische Verantwortung, politische Urteilskraft und die Liebe zur Welt

    • (00:58:35) – Abschluss & Fazit: Dank und Verabschiedung

    Unsere Gäst*innen

    Seyla Benhabib

    • Philosophin und politische Theoretikerin, emeritierte Professorin an der Yale University & Hannah-Arendt-Preisträgerin 2025.

    Catherine Newmark

    • Philosophin und Journalistin.

    Hosting & Schnitt: Johanna Fricke

    Hintergründe auf boell.de

    • Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken [🔗 https://www.boell.de/de/hannah-arendt-preis]

    • „Die Menschenwürde verteidigen: Seyla Benhabib und das Denken mit Hannah Arendt“ [🔗 https://www.boell.de/de/2025/12/05/die-menschenwuerde-verteidigen-seyla-benhabib-und-das-denken-mit-hannah-arendt]

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    Grafik: Malte Jäger, Bearbeitung: hbs, alle Rechte vorbehalten.

    1 hr
  • Wasserdaten aus Lateinamerika

    Der globale Bedarf an Rohstoffen wächst rasant – mit gravierenden Folgen für Wasser, Umwelt und Gesundheit, vor allem in Lateinamerika. Bergbau verschmutzt Flüsse, Seen und Grundwasser und gefährdet die Lebensgrundlagen vieler Menschen. Wir schauen genauer hin: Wie machen Aktivist*innen Umweltzerstörung sichtbar? Welche Rolle spielen Daten, Transparenz und Lieferketten? Und wie kann Verantwortung entlang der gesamten Rohstoffkette durchgesetzt werden?

    Zitat der Folge

    „Dieser Prozess der Umweltüberwachung durch die Gemeinden selbst hat sich meiner Meinung nach gut etabliert. Viele Bauern, mit denen wir zusammenarbeiten sind inzwischen seit mehreren Jahren dabei. Und jetzt bringen sie anderen Gemeinden bei, wie man die Wasserqualität in der Heimatregion selbst überwacht.“

    Juan Diaz, Umweltaktivist bei der Orginasation Terrea

    Episodenbeschreibung

    Der Abbau von metallischen Rohstoffen, Kohle oder Gold ist wasserintensiv und geht häufig mit massiver Wasserverschmutzung einher. Giftige Schwermetalle wie Arsen, Cadmium oder Quecksilber gelangen in Flüsse, Seen und Böden – mit teils dramatischen Folgen für Gesundheit, Ökosysteme und das Leben der Menschen vor Ort. Besonders betroffen sind Regionen in Lateinamerika, wo Bergbau ein zentraler Wirtschaftszweig ist.

    In dieser Folge des böll.podcast sprechen wir über die sozialen und ökologischen Konsequenzen des Bergbaus, über Umwelt- und Gesundheitsrisiken und darüber, wie lokale Communities gemeinsam mit Aktivist\innen Wasserdaten erheben. Die gesammelten Daten schaffen Sichtbarkeit, stärken die Betroffenen und werden zunehmend auch in Gerichtsverfahren genutzt. Außerdem diskutieren wir, warum Transparenz in Lieferketten nicht nur für Menschen und Umwelt, sondern auch für Unternehmen und Investor\innen von Vorteil sein kann – und welche politischen Konflikte es um globale Umwelt- und Wasserstandards gibt.

    Kapitel mit Zeitmarkierungen

    • (00:00:00) – Rohstoffhunger & Wasserkrise: Bergbau, steigende Nachfrage und die Folgen für Wasser und Menschen in Lateinamerika.

    • (00:02:05) – Warum Daten fehlen: Wasserverschmutzung sichtbar machen und Communities stärken.

    • (00:03:33) – Gesundheit unter Druck: Schwermetalle, Wasserverbrauch und Folgen für Mensch und Umwelt.

    • (00:06:05) – Monitoring durch Gemeinden: Wie Aktivist*innen Wasserdaten selbst erheben und weitergeben.

    • (00:08:13) – Daten als Beweise: Gerichtsverfahren, Labore und indigenes Wissen.

    • (00:10:19) – Verantwortung & Regeln: Unternehmen, Politik und globale Lieferketten.

    • (00:13:12) – Risiken & Ausblick: Warum Wasserrisiken auch Geschäftsrisiken sind - und was jetzt nötig ist.

    Unsere Gesprächspartner*innen

    Fabiola Vargas

    • Umweltaktivistin, Bolivien

    Juan Diaz

    • Umweltaktivist, NGO Terrea, Kolumbien

    Johanna Sydow

    • Referentin Internationale Umweltpolitik, Heinrich-Böll-Stiftung

    Joe Ray

    • Datenanalyst, CDP (Carbon Disclosure Project)

    Autorin der Folge: Mandy Schielke

    Host: Lukasz Tomaszewski

    Weiterführende Artikel und Quellen

    • „Zeitenwende, Rohstoffwende?": [🔗 https://www.baks.bund.de/en/node/2421]

    Hintergründe auf boell.de

    • „Wasseratlas 2025 – Daten und Fakten über die Grundlage allen Lebens“, herausgegeben von Heinrich-Böll-Stiftung und BUND: [🔗 https://www.boell.de/de/2024/11/26/wasseratlas-2025]

    • „Hunger nach Rohstoffen": [🔗 https://www.boell.de/de/boellthema/boellthema-22023-blendwerk]

    • „Community Monitoring DE": [🔗 https://www.boell.de/de/2023/10/03/der-fall-espinar-cusco-peru]

    • „Community Monitoring EN": [🔗 https://eu.boell.org/en/environmental-responsibility-through-supply-chains]

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    Fotocredits: Johanna Sydow, Bearbeitung: hbs

    20 min
  • Konzernatlas 2026: Das Sterben des Bäckereien-Handwerks (3/3)

    Die Zahl der Betriebe im Lebensmittelhandwerk ist seit dem Jahr 2000 in Deutschland um 40 Prozent zurückgegangen. Ein Beispiel ist die Herstellung von Brot: Von den Getreidemühlen bis zum Verkauf ist die Lieferkette von Brot inzwischen extrem konzentriert, viele Betriebe müssen aufgeben.

    Zitat der Folge

    „Die größte Handwerksbäckerei in Deutschland ist Edeka. Also EDEKA hat zahlreiche familiengeführte Unternehmen aufgeführt und sie gehen da rein. Und da steht jetzt nicht Edeka-Bäckerei drüber, sondern meinetwegen Dallmeyers in Schleswig-Holstein. Dallmeyers ist eine Bäckerei, die finden Sie in Schleswig-Holstein, viele Filialen, gehört aber Edeka. Und hat in den letzten Jahren immer mehr Betriebe aufgekauft, und über den Daumen sind das 3000 Filialen in Deutschland, also die zur Edeka-Gruppe gehören.“

    Anke Kähler, Bäckermeisterin und Vorstandsvorsitzende des Vereins Die Freien Bäcker

    Episodenbeschreibung

    In der dritten Folge des Böll Podcasts zum Konzernatlas 2026 sprechen wir mit einer politisch aktiven Bäckermeisterin und zwei Wissenschaftler*innen zur Krise des Lebensmittelhandwerks in Deutschland, am Beispiel von einem deutschen Lebensmittel: Brot. Wir erfahren, was in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten die Treiber hinter der extremen Marktkonzentration bei Mühlen und Bäckereien waren und welche Folgen der enorme Preisdruck auf kleine Handwerksbetriebe hat.

    Kapitel mit Zeitmarkierungen

    • (00:00:03) – Konzernatlas 2026: Lebensmittelindustrie und Marktmacht: Einführung in Oligopole von Produktion bis Supermarkt

    • (00:01:56) – Essen, Preise und Kultur: Warum Lebensmittel mehr sind als Ware

    • (00:02:28) – Bäckereihandwerk unter Druck: Brotkultur, Tradition und das Sterben kleiner Betriebe

    • (00:08:02) – Mühlenkonzerne und Rohstoffmacht: Wie wenige Großmühlen Preise und Produktion bestimmen

    • (00:12:52) – Bäckereiketten statt Handwerk: Verdeckte Übernahmen und Marktkonzentration

    • (00:14:45) – Vertikale Integration im Lebensmittelmarkt: Edeka, Agrofert und Kontrolle ganzer Wertschöpfungsketten

    • (00:18:01) – Konzernmacht und politische Einflussnahme: Agrofert, Andrej Babiš und EU-Agrarpolitik

    • (00:24:26) – Fazit: Vielfalt oder Konzernkontrolle?: Was Politik, Wirtschaft und Verbraucher jetzt ändern müssten

    Unsere Expert*innen

    Anke Kähler

    • Bäckermeisterin und Vorstandsvorsitzende des Vereins Die Freien Bäcker

    Prof. Dr. Arnim Wieck

    • Leiter der Humboldt-Professur für Nachhaltige Ernährungswirtschaft am Institut für Wirtschaftswissenschaften der Universität Freiburg

    Sophie Buckwitz

    • Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Humboldt-Professur für Nachhaltige Ernährungswirtschaft am Institut für Wirtschaftswissenschaften der Universität Freiburg

    Autor der Folge: Peter Kreysler

    Host: Lukasz Tomaszewski

    Hintergründe auf boell.de

    • „Konzernatlas 2026 – Daten und Fakten über die Agrar- und Lebensmittelindustrie“, herausgegeben von Heinrich-Böll-Stiftung, BUND und Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre: [🔗 https://www.boell.de/konzernatlas]

    • Heinrich-Böll-Stiftung: 3-teilige Story „Geschichten um Brot: Von Backkunst, Aufständen, Macht und Preisen“: [🔗 https://www.boell.de/de/geschichten-vom-brot-von-backkunst-aufstaenden-macht-und-preisen]

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    Grafik: © STOCKMAR+WALTER Kommunikationsdesign, Foto: Norman Posselt, Bearbeitung: hbs

    30 min
  • Konzernatlas 2026: Mächtige Supermärkte, steigende Lebensmittelpreise (2/3)

    Wie hängt die steigende Marktkonzentration im Lebensmitteleinzelhandel mit der Lebensmittelpreisinflation der vergangenen Jahre zusammen? Was hat die Monopolkommission, ein unabhängiges Beratungsgremium der Bundesregierung, dazu herausgefunden?

    Zitat der Folge

    „Immer mehr Ökonominnen und Ökonomen sind auch darauf gekommen, dass es eine gewinngetriebene Inflation war, dass also Unternehmen, die die allgemein inflationäre Situation ausgenutzt haben, um die Preise eben noch weiter zu steigern. Das heißt: Die Verbraucher*innen haben eh schon gesehen, die Preise werden teurer, und deswegen haben die Unternehmen einfach noch mehr draufgeschlagen, um sich weiter zu bereichern.“

    Steffen Vogel, Referent für globale Lieferketten und Menschenrechte im Agrarsektor bei Oxfam Deutschland

    Episodenbeschreibung

    In der zweiten Folge des Böll Podcasts zum Konzernatlas 2026 sprechen wir mit zwei Experten über die Gründe für die stark gestiegenen Lebensmittelpreise in den vergangenen Jahren. Diese wurden oft auf die direkten Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine zurückgeführt. Doch diese Erklärung scheint allein nicht auszureichen. Auch die Marktkonzentration gerade bei Supermärkten spielt eine entscheidende Rolle, wie die Monopolkommission herausgefunden hat. Wir haben recherchiert, wie die Supermarktketten Preise setzen können und was die Politik gegen diese stark konzentrierte Marktmacht tun könnte.

    Kapitel mit Zeitmarkierungen

    • (00:00:04) – Konzernatlas 2026: Supermärkte und Marktmacht: Einführung in Oligopole im Lebensmittelhandel

    • (00:02:20) – Bierkartell und globale Braukonzerne: Wie wenige Konzerne den Biermarkt beherrschen

    • (00:04:26) – Monopolkommission warnt vor Marktkonzentration: Sondergutachten zu Supermärkten und Lieferketten

    • (00:05:34) – Lebensmittelpreise und Übergewinne: Inflation, Ukrainekrieg und steigende Profite im Einzelhandel

    • (00:07:42) – Kartellamt und neue Eingriffsmöglichkeiten: Sektoruntersuchung, Entflechtung und Reform des Wettbewerbsrechts

    • (00:11:06) – Supermarktwerbung vs. Realität: Tiefpreis-Mythen, Eigenmarken und verdeckte Preistreiber

    • (00:14:02) – Vier Konzerne kontrollieren den Markt: Edeka, Rewe, Aldi, Lidl und ihre Macht über Preise

    • (00:22:33) – Bauern unter Druck durch Konzentration: Milchmarkt, Molkereifusionen und fehlende Alternativen

    • (00:26:01) – Ausblick: Was Politik jetzt tun muss. Folge 3 zu Lebensmittelverarbeitung und Fleischindustrie

    Unsere Expert*innen

    Uli Müller

    • Mitbegründer von LobbyControl und Vorstand von Rebalance Now

    Steffen Vogel

    • Referent für globale Lieferketten und Menschenrechte im Agrarsektor bei Oxfam Deutschland

    Autor der Folge: Peter Kreysler

    Host: Lukasz Tomaszewski

    Weiterführende Artikel und Quellen

    • Monopolkommission: Sondergutachten 84: Wettbewerb in der Lebensmittellieferkette: [🔗 https://www.monopolkommission.de/de/gutachten/sondergutachten/sondergutachten-auf-eigene-initiative/484-84-sondergutachten-wettbewerb-in-der-lebensmittellieferkette.html]

    Hintergründe auf boell.de

    • „Konzernatlas 2026 – Daten und Fakten über die Agrar- und Lebensmittelindustrie“, herausgegeben von Heinrich-Böll-Stiftung, BUND und Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre: [🔗 https://www.boell.de/konzernatlas]

    • Heinrich-Böll-Stiftung, Rosa-Luxemburg-Stiftung, TMG Thinktank for Sustainability (Herausgeber): „Krisenpuffer gegen die Inflation – Öffentliche Nahrungsmittelspeicher zur Preisstabilisierung und ihr Beitrag zur Transformation der Ernährungssysteme“: [🔗 https://www.boell.de/de/2024/06/18/krisenpuffer-gegen-die-inflation]

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    28 min
  • Konzernatlas 2026: Wie die großen Agrar- und Ernährungskonzerne entstanden sind (1/3)

    Wie ist die starke Konzentration im Agrar- und Ernährungssektor entstanden? Und welche Methoden wenden Agrarkonzerne an, um ihre Macht zu sichern?

    Zitat der Folge

    „Wir haben keine Chance auf ein resilientes, also widerstandsfähiges, Ernährungssystem global, wenn wir zulassen, dass so lebenswichtige Güter wie eben Nahrungsmittel von einer Handvoll Konzerne dominiert werden, kontrolliert werden, die in erster Linie auf Profitmaximierung aus sind.“

    Lena Luig, Referentin Internationale Agrarpolitik der Heinrich-Böll-Stiftung

    Episodenbeschreibung

    In der ersten Folge des Böll Podcasts zum Konzernatlas 2026 erfahren wir von Expert*innen, wie die Konzernmacht im Agrar- und Ernährungssektor in den letzten Jahren durch diverse Krisen noch stärker spürbar wurde und was die konkreten Auswirkungen etwa auf Lebensmittelpreise sind. Wir beleuchten einige Beispiele für Lobby-Kampagnen der Industrie und Strategien, um ihre wirtschaftliche Macht zu sichern. Gleichzeitig lernen wir auch, wie es historisch zu dieser starken Konzentration gekommen ist und welche Konzerne vom Anfang des 20. Jahrhunderts heute noch marktbeherrschend sind.

    Kapitel mit Zeitmarkierungen

    • (00:00:04) – Intro Konzernatlas 2026: Agrarindustrie und Marktmacht – Einführung in die Podcastreihe zur Konzentration im Agrar- und Ernährungssektor

    • (00:01:39) – Warum wenige Agrarkonzerne den Markt dominieren: Historische Entwicklung, gescheiterte Reformen und wachsende Konzernmacht

    • (00:03:03) – Lobbyismus, Glyphosat und politisches Versagen: Wie Konzerne Umweltauflagen, Pestizidregeln und den Green Deal ausbremsen

    • (00:07:24) – Lebensmittelpreise: Wer verdient, wer verliert Preissteigerungen, Macht des Einzelhandels und Druck auf Landwirt:innen

    • (00:09:07) – Agrarspekulation und globale Krisen: Ukrainekrieg, Getreidehandel und Profite der großen Agrarhändler

    • (00:14:49) – Geschichte der Agrarkonzerne: Industrialisierung, frühe Fusionen und Ursprung heutiger Oligopole

    • (00:22:14) – Glyphosat und Konzernstrategien: Monsanto, Saatgut-Pestizid-Pakete und „verteidigende Innovation“

    • (00:28:26) – Ausblick: Konzernmacht in Deutschland: Was Folge 2 zeigt – Auswirkungen und mögliche Gegenstrategien

    Unsere Expert*innen

    Lena Luig

    • Referentin für Internationale Agrarpolitik der Heinrich-Böll-Stiftung

    Jennifer Clapp

    • Professorin und Canada Research Chair Global Food Security and Sustainability an der University of Waterloo

    Autor der Folge: Peter Kreysler

    Host: Lukasz Tomaszewski

    Weiterführende Artikel und Quellen

    • Jennifer Clapp „Titans of Industrial Agriculture“: [🔗 https://www.penguinrandomhouse.com/books/777576/titans-of-industrial-agriculture-by-jennifer-clapp/]

    • Corporate Europe Observatory: „A loud lobby for a silent spring“: [🔗 https://corporateeurope.org/en/2022/03/loud-lobby-silent-spring]

    Hintergründe auf boell.de

    • „Konzernatlas 2026 – Daten und Fakten über die Agrar- und Lebensmittelindustrie“, herausgegeben von Heinrich-Böll-Stiftung, BUND und Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre: [🔗 https://www.boell.de/konzernatlas]

    • 3-teiliger Böll-Spezial Podcast „Stummer Frühling“: [🔗 https://www.boell.de/de/media/podcast-episode-podigee/stummer-fruehling-glyphosat-reloaded-13]

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    30 min
  • „Freiheit schützen“: Konferenz zur inneren Sicherheit

    Hybride Angriffe, Desinformationskampagnen und Hate-Speech – wie können wir uns gegen Bedrohungen sichern und gleichzeitig unsere Freiheit schützen?

    Zitat der Folge

    »Ich kann nur sagen, wenn wir nicht anfangen, von staatlicher, aber auch gesellschaftlicher, zivilgesellschaftlicher Seite, diese Problematik und diesen fulminanten Angriff auf unsere Gesellschaft zu verstehen und darauf zu reagieren, werden wir diese Auseinandersetzung einfach verlieren.«

    Konstantin von Notz, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag

    Episodenbeschreibung

    Deutschland ist ein sicheres Land. Laut einer Statistik des Bundeskriminalamtes ist die Zahl der Raubüberfälle in den vergangenen zehn Jahren nicht größer geworden, eher im Gegenteil. Aber: Das Unsicherheitsgefühl ist größer als je zuvor. Der Grund: Hybride Angriffe, Desinformationskampagnen über Social Media, Hassrede und schlechte Nachrichten. All das bedroht unsere Gesellschaft im Inneren und den Zusammenhalt. Wie können wir unsere Freiheit in Zukunft schützen? Welches Sicherheitsversprechen kann eine offene Gesellschaft geben? Darum ging es Ende November 2025 in der Heinrich-Böll-Stiftung bei einer Konferenz zur inneren Sicherheit mit dem Titel „Freiheit schützen“.

    Kapitel mit Zeitmarkierungen

    • (00:00:30) – Bedrohungslage in Deutschland: Neue Herausforderungen für die Freiheit: Drohnen, Desinformation und extremistischer Hass als Gefahr für gesellschaftlichen Zusammenhalt

    • (00:02:01) – Innere Sicherheit und grüne Perspektiven: Wie verändert die Zeitenwende die Diskussionen und politischen Positionen rund um Sicherheit?

    • (00:03:16) – Medien, soziale Netzwerke und das Sicherheitsgefühl: Einfluss von Fear Speech, Fake News und der Rolle von Journalismus

    • (00:06:21) – Vertrauen in Institutionen und Polizei: Sinkendes Vertrauen in staatliche Strukturen und Forderungen nach mehr Fehlerkultur und Kontrolle

    • (00:10:11) – Radikalisierung und Extremismus online: Rechtsextreme und islamistische Narrative, Radikalisierungsprozesse und Präventionsansätze

    • (00:16:00) – Hybride Bedrohungen von außen und russische Einflussnahme: Cyberangriffe, Desinformation und die Notwendigkeit einer neuen Sicherheitsagenda

    • (00:20:55) – Stärkung der Demokratie und gesellschaftliche Resilienz: Politische Bildung, Schutz engagierter Bürger und der Ruf nach Dialog und demokratischer Teilhabe

    Unsere Expert*innen

    Bastian Hermisson

    • Leiter des Bereichs Inland bei der Heinrich-Böll-Stiftung

    Hasnain Kazim

    • Journalist und Autor

    Katharina Schulze

    • Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag

    Valentin Lippmann

    • innenpolitischer Sprecher der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Sächsischen Landtag

    Uwe Kemmesies

    • Leiter Forschungsstelle Terrorismus/Extremismus im Bundeskriminalamt

    Peter Neumann

    • Professor für Security Studies am King’s College London

    Silke Willems

    • Vizepräsidentin beim Bundesamt für Verfassungsschutz

    Konstantin von Notz

    • Stellvertretender Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag

    Marina Weisband

    • Psychologin, Beteiligungspädagogin und Autorin

    Autorin der Folge: Bettina Ritter

    Host: Emily Thomey

    Weiterführende Artikel und Quellen

    • BKA-Forschungsprojekte u.a. zum Thema Terrorismus/Extremismus und Radikalisierung: [🔗 https://www.bka.de/DE/UnsereAufgaben/Forschung/ForschungsprojekteUndErgebnisse/ForschungsprojekteUndErgebnisse_node.html]

    • Infoseite des BND zu hybriden Bedrohungen: [🔗 https://www.bnd.bund.de/DE/Die_Themen/hybride-bedrohungen/hybride-bedrohungen-node.html]

    Hintergründe auf boell.de

    • Themenseite zur Konferenz und Video-Mitschnitte: [🔗 https://www.boell.de/de/freiheit-schuetzen-konferenz-zur-inneren-sicherheit]

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    Gebündelt und auf den Punkt gebracht: böll.podcast ist das neue Podcastformat der Heinrich-Böll-Stiftung. Hier sprechen unsere Hosts Emily und Lukasz jede Woche mit Gäst*innen über Politik, Gesellschaft und Umwelt. Es geht um Ideen, Konflikte und Fragen, die uns heute bewegen und unser Morgen prägen. Jede Folge eröffnet neue Blickwinkel und lädt dazu ein, gemeinsam weiterzudenken.

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    25 min
  • Zwischen Exil und Widerstand. Der Kampf um Demokratie und Menschenrechte in Zentralamerika

    Wie kämpfen Journalist*innen, Aktivist*innen und Organisationen der Zivilgesellschaft trotz wachsender Repression und autoritärer Tendenzen in Zentralamerika weiterhin für Demokratie und Menschenrechte – und wie wichtig ist dabei ihre Arbeit aus dem Exil?

    Zitat der Folge

    »Wenn wir die Informationen, die Fakten, die Wahrheit zugänglich machen, dann kann jeder seine eigenen Entscheidungen treffen. Ich glaube, das gibt mir Hoffnung. Auch wenn es viele Menschen gibt, die die Wahrheit nicht hören wollen oder viele erst gar nicht wollen, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Gerade in diesen Zeiten ist es unsere Aufgabe, weiter journalistisch zu arbeiten.«

    Victor Peña, Fotojournalist aus El Salvador, Online-Zeitung "El Faro"

    Episodenbeschreibung

    In Zentralamerika gewinnen autoritäre Regime an Macht, demokratische Räume werden eingeschränkt, Korruption und Straflosigkeit prägen den Alltag, während Gewalt und Unsicherheit zunehmen. Das Bedürfnis der Bevölkerung nach Sicherheit dient den Regierungen als Legitimation für den Abbau demokratischer Freiheiten. Menschen- und Umweltverteidiger*innen, die politische Opposition und Journalistinnen geraten dabei ins Kreuzfeuer. Besonders betroffen ist die lokale Zivilgesellschaft. Gleichzeitig gehen viele Organisationen und Aktivistinnen ins Exil um von dort weiter zuarbeiten. Eine Veranstaltung in Berlin brachte einige von ihnen zusammen, um Zukunftsperspektiven und -strategien zu diskutieren. In diesem Podcast hört ihr die Perspektiven zweier Zentralamerikaner*innen, die sich aus dem Exil für Demokratie und Menschenrechte in Zentralamerika einsetzen.

    Kapitel mit Zeitmarkierungen

    • (00:00:01) – Pressefreiheit & Hoffnung: Die Bedeutung von Wahrheit und Informationen in autoritären Zeiten und die Aufgabe des Journalismus in Zentralamerika.

    • (00:01:58) – Zentralamerika im Fokus: Die aktuelle politische Lage in Ländern wie El Salvador und Nicaragua und beschreibt die Herausforderungen der Zivilgesellschaft.

    • (00:04:40) – Machtkonzentration in El Salvador: Analyse der autoritären Entwicklung unter Präsident Bukele – von Ausnahmezustand, Medieninszenierungen und dem Umgang mit Opposition und Zivilgesellschaft.

    • (00:14:27) – Familiendiktatur in Nicaragua: Wandel des Ortega-Regimes in eine dynastische Diktatur – Verfassungsreformen, Kontrolle aller Staatsgewalten und Verfolgung kritischer Stimmen im In- und Ausland.

    • (00:20:30) – Kriminalisierung der Zivilgesellschaft: „Handbuch der Repression“ – Wie Gesetze gegen „ausländische Agenten“ NGOs, Journalist*innen und Menschenrechtsaktivist*innen in El Salvador und Nicaragua zum Schweigen bringen.

    • (00:25:29) – Exil, Widerstand & Hoffnung: Bedeutung der aus dem Exil arbeitenden Aktivist*innen, Vernetzung bei der Zentralamerika-Tagung und der ungebrochene Kampfgeist für Demokratie und Gesellschaftswandel.

    Unsere Expert*innen

    Victor Peña

    • Fotojournalist aus El Salvador, Online-Zeitung El Faro

    Amaru Ruiz

    • Menschenrechts- und Umweltaktivist aus Nicaragua, Vorsitzender der Organisation Fundación del Rio.

    • Und vielen weiteren in dieser Episode aus Sicherheitsgründen anonymisierte Aktivist*innen aus verschiedenen Ländern Zentralamerikas.

    Autor der Folge: Vincent Lindig

    Host: Lukasz Tomaszewski

    Weiterführende Artikel und Quellen

    • Website von Runder Tisch Zentralamerika: [🔗 https://www.rt-za.de/]

    • Website von Fundación del Rio aus Nicaragua: [🔗 https://fundaciondelrio.com/]

    • Recherche von El Faro über die Verbindungen von El Salvadors Präsident Bukele zu Gangs: [🔗 https://elfaro.net/en/202515/ef_tv/27825/charli-rsquo-s-confessions-interview-with-gang-leader-who-pacted-with-nayib-bukele]

    • Süddeutsche Zeitung über Pressefreiheit in Zentralamerika: [🔗 https://www.sueddeutsche.de/politik/diktatur-lateinamerika-pressefreiheit-li.3334920?reduced=true]

    • Bertelsmann Transformation Index: [🔗 https://bti-project.org/de/index/governance]

    Hintergründe auf boell.de

    • Heinrich-Böll-Stiftung über das Gesetz über ausländische Agenten in El Salvador: [🔗 https://www.boell.de/de/2025/06/27/el-salvador-gesetz-ueber-auslaendische-agenten-bedroht-die-zivilgesellschaft]

    • Podcast der Heinrich-Böll-Stiftung über Zentralamerika-Tagung 2023: [🔗 https://www.boell.de/de/zentralamerika-im-fokus]

    • Website des Büro Zentralamerika der Heinrich-Böll-Stiftung: [🔗 https://centroamerica.boell.org/es]

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    32 min
  • Italienische Gastarbeiter*innen in Deutschland: Deutsches Dolce Vita (3/3)

    Welche Auswirkungen hatte die italienische Arbeitsmigration nach Deutschland auf die deutsche Gesellschaft und Kultur?

    Zitat der Folge

    »In Berlin gab es in den 70er-Jahren kaum Italiener. Inzwischen sind es 40.000. Einige der schönsten Raves in Berlin – ich spreche da von „Buttons“ oder „Cocktail d' amore“ – sind von Italienern organisiert.«

    Tonia Mastrobuoni, italienische Journalistin bei der Zeitung „La Repubblica"

    Episodenbeschreibung

    In der dritten Folge des Böll.Podcasts zu 70 Jahren Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und Italien blicken wir unter anderem auf die Folgen der Alltagskultur. Italienerinnen und Italiener brachten den Deutschen eine neue Leichtigkeit bei und das Kochen mit Olivenöl, Zucchini und Auberginen. Aber auch Filme und Musik veränderten die gegenseitige Wahrnehmung. Nicht immer frei von Stereotypen. Das zeigt der bekannte Schlager „Zwei kleine Italiener“. Die Folge beschäftigt sich zudem mit der heutigen Arbeitsmigration von Italien nach Deutschland und der persönlichen Erfolgsgeschichte von Daniela Cavallo. Als Tochter einer italienischen Familie in Wolfsburger geboren, ist sie heute Vorsitzende des Gesamt- und Konzernbetriebsrat der Volkswagen AG.

    Kapitel mit Zeitmarkierungen

    • (00:00:01) – Integration & Erfolgsgeschichten: Über 100 Nationalitäten bei Volkswagen, die Geschichte von Daniela Cavallo und die Entwicklung seit dem Anwerbeabkommen.

    • (00:04:26) – Zwischen Rückkehr & neuer Heimat: Typische Lebensläufe italienischer Arbeitsmigrant:innen und ihre Identifikation mit Deutschland.

    • (00:06:18) – Neue Generationen & Gründe der Migration: Aktuelle Beweggründe junger Italiener:innen, Innovationskraft und akademischer Zuzug nach Deutschland.

    • (00:09:45) – Kultureller Einfluss: Dolce Vita in Deutschland: Vom Alltag über Esskultur bis zur Popkultur – Italienische Spuren in deutschen Städten und Köpfen.

    • (00:13:15) – Stereotype, Kino & Kulturaustausch: Vom italienischen Restaurant-Mythos bis zu italienischen und deutschen Filmemachern, gegenseitige Wahrnehmung und schleichende Entfremdung.

    • (00:24:11) – Fazit & Ausblick: Erfolgsgeschichte Integration, individuelle Identitäten und der Wandel der deutsch-italienischen Beziehung – Geschichten zum Feiern und zum Nachdenken.

    Unsere Expert*innen

    Dr. Edith Pichler

    • Sozialwissenschaftlerin, Lehrbeauftragte Universität Potsdam

    Daniela Cavallo

    • Vorsitzende Gesamt- und Konzernbetriebsrat Volkswagen

    Tonia Mastrobuoni

    • italienische Journalistin „La Repubblica

    Weiterführende Artikel und Quellen

    • Cony Frobess „Zwei kleine Italiener“: [🔗 https://www.youtube.com/watch?v=J3QziNCnZ1E&list=RDJ3QziNCnZ1E&start_radio=1]

    • Franz-Josef Degenhardt „Tonio Schiavo“: [🔗 https://www.youtube.com/watch?v=db7JGCFPJvs]

    • „Italiener-Dorf“ in Wolfsburg: [🔗 https://www.wolfsburg.de/kultur/geschichte/izs/das-portal/historische-orte/izs-italiener-dorf]

    Hintergründe auf boell.de

    • Webspezial Heinrich Böll Stiftung Büro Paris: [🔗 fr.boell.org/it/podcast-gastarbeiter-italiani-germania-70-anni-accordo]

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    29 min
  • Italienische Gastarbeiter*innen in Deutschland: Die Zweite Generation - Sowohl als auch (2/3)

    Wie prägt die Erfahrung und Identität der zweiten Generation italienischer Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter das Leben in Deutschland - zwischen Integration, kulturellem Erbe und dem Balanceakt zwischen beiden Heimaten?

    Zitat der Folge

    »Zusätzlich zum deutschen Unterricht bin ich zur italienischen Schule gegangen. Das war meinen Eltern auch total wichtig, dass ich da auch Hochitalienisch lerne.«

    Claudia D'Avino, deutsch-italienische Journalistin bei WDR COSMO

    Episodenbeschreibung

    Knapp die Hälfte der über 800 tausend italienischstämmigen Menschen in in Deutschland sind hier geboren. Sie sind die sogenannte „Zweite Generation“. Wir wollen in dieser Episode wissen: Wie sind aus Italienern und Italienerinnen Deutsche geworden? In welchen Organisationen haben sie sich getroffen und treffen sich heute? Sind sie in Politik und Medien präsent? Und kann man durch die neu zugezogennen Akademiker schon wieder von einer italienischen Community sprechen?

    Kapitel mit Zeitmarkierungen

    • (00:00:00) – Italienische Identität & Kindheitserinnerungen: Persönliche Geschichten über das Aufwachsen zwischen Italien und Deutschland, Familienkultur und die Bedeutung der Muttersprache.

    • (00:07:02) – Gastarbeiter, Rückkehr & Integration: Migrationserfahrungen, Rückkehr in die Heimat, wirtschaftliche Auswirkungen und soziale Herausforderungen der ersten und zweiten Generation.

    • (00:12:02) – Community & Netzwerke: Aufbau eigener Strukturen in Deutschland: Elternvereine, muttersprachlicher Unterricht, kirchliche und politische Organisationen sowie italienische Medien.

    • (00:17:20) – Mediale Sichtbarkeit & Italianità: Rolle von italienischstämmigen Journalist:innen, Radiosendungen, Podcasts und wie sich die Themen der Community entwickelt haben.

    • (00:22:20) – Diskriminierung, Klischees & Identitätsfragen: Erlebnisse der zweiten Generation mit Alltagsrassismus, Stereotypen, der Wandel der eigenen Wahrnehmung und der Wunsch nach einer "sowohl als auch"-Identität.

    • (00:30:40) – Moderne Migration & Europäische Identität: Junge Akademiker:innen, neue Strukturen der Community, schwächerer Bezug zur alten Heimat und die Bedeutung einer europäischen Identität im heutigen Alltag.

    Unsere Expert*innen

    Dr. Edith Pichler

    • Sozialwissenschaftlerin, Lehrbeauftragte Universität Potsdam

    Claudia D'Avino

    • Moderatorin WDR COSMO

    Anna Quaroni

    • Italienisch Dozentin

    Marta Magnolfi

    • Literaturwissenschaftlerin

    Weiterführende Artikel und Quellen

    • Artikel bei der Bundeszentrale für politische Bildung: [🔗 https://www.bpb.de/themen/deutschlandarchiv/259001/italienische-zuwanderung-nach-deutschland/]

    • Homepage von WDR COSMO in Italiano: [🔗 https://www1.wdr.de/radio/cosmo/sprachen/italiano/index.html]

    Hintergründe auf boell.de

    • Webspezial Heinrich Böll Stiftung Büro Paris: [🔗 fr.boell.org/it/podcast-gastarbeiter-italiani-germania-70-anni-accordo]

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    • Website: [🔗 https://www.boell.de/de/podcasts/boell-podcast]

    • Spotify: [🔗https://open.spotify.com/show/7kruXVyvQnBjhIxOf2AXIY]

    • Apple Podcasts: [🔗 https://podcasts.apple.com/podcast/id1846544218]

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    38 min

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