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Welche Bedeutung hatte das deutsch-italienische Anwerbeabkommen von 1955 für die Lebenswege und Erfahrungen italienischer Gastarbeiter in Deutschland?
Zitat der Folge
»Das ist eine erfolgreiche Geschichte. Es war am Anfang mit Tränen verbunden, aber jetzt kann man lachen. Positiv lachen, zufrieden sein.«
Dr. Edith Pichler, Sozialwissenschaftlerin und Lehrbeauftragte Universität Potsdam
Episodenbeschreibung
Vor 70 Jahren, am 20. Dezember 1955, unterzeichnen Deutschland und Italien ein Anwerbeabkommen. Damit wird der Zuzug sogenannter „Gastarbeiter“ in die Bundesrepublik geregelt. Es ist das erste Abkommen dieser Art, das die alte Bundesrepublik abschließt. Seither kamen rund vier Millionen Menschen aus Italien, von denen aber nur wenige dauerhaft blieben. Warum die Arbeitsmigration anfangs mit Tränen verbunden war, wie sich das deutsch-italienische Verhältnis seither entwickelt hat und wie beide Seiten profitierten, darüber berichten Zeitzeug*innen und Expert*innen. In der ersten von insgesamt drei Folgen blicken wir auf die Anfangsjahre zurück.
Kapitel mit Zeitmarkierungen
• (00:00:00) – Einleitung & Zeitreise ins Jahr 1955: Die emotionale Geschichte der italienischen Migration nach Deutschland und die Einordnung des Anwerbeabkommens zwischen Deutschland und Italien durch Zeitzeug*innen und Expert*\innen
• (00:04:45) – Leben und Arbeiten in Süditalien: Erfahrungsberichte von Lorenzo Arnese über prekäre Lebensverhältnisse, Ausbeutung und die Entscheidung zur Auswanderung nach Deutschland
• (00:07:05) – Das Anwerbeabkommen & seine Umsetzung: Inhalt, Zahlen und Abläufe des Abkommens – von der Deutschen Kommission in Verona, medizinischen Untersuchungen und den ersten Jahren der italienischen Zuwanderung
• (00:12:19) – Das deutsch-italienische Verhältnis & Diskriminierung: Historische Vorbehalte, regionale Unterschiede bei der Migration und die Konfrontation mit Vorurteilen und Ausgrenzung in Deutschland
• (00:15:00) – Alltag und Herausforderungen der Arbeitskräfte: Kulturelle Missverständnisse, erste Schritte in Deutschland, schwierige Arbeitsbedingungen, Familienleben fern der Heimat und der Wandel weiblicher Rollen
• (00:27:10) – Integration, Gewerkschaften und Pionierarbeit: Diskriminierung am Arbeitsplatz, das Engagement von Migranten in Gewerkschaften und der Weg von Lorenzo Arnese zum ersten ausländischen Betriebsrat bei Volkswagen
Unsere Expert*innen
Dr. Edith Pichler
Lorenzo Annese
Giovanni Pollice
Weiterführende Artikel und Quellen
• Deutsche Wochenschau „Welt im Film“, Nr.675/1963, ab Minute 4:30: [🔗 digitaler-lesesaal.bundesarchiv.de/video/32775/714371]
• Italienische Wochenschau, 18.1.1963: [🔗 https://patrimonio.archivioluce.com/luce-web/detail/IL5000038518/2/inchiesta-sul-tenore-vita-degli-operai-italiani-fabbrica-tedesca-automobili-wolfsburg.html]
• Roberto Sala: „Vom „Fremdarbeiter“ zum „Gastarbeiter““ (Aufsatz): [🔗 www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/200714_sala.pdf]
• Grazia Prontera: „Das Emigrationszentrum in Verona“ (Aufsatz): [🔗 https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1524/9783486714197-007/pdf?licenseType=open-access]
• Integration von Gastarbeiterkindern in Schulen, NDR Nordschau 18.5.1965: [🔗 www.ndr.de/geschichte/ndr_retro/Integration-von-Gastarbeiterkindern-in-Schulen,nordschau890.html]
• Verein „Mach' meinen Kumpel nicht an!“: [🔗 www.gelbehand.de]
Hintergründe auf boell.de
• Webspezial Heinrich Böll Stiftung Büro Paris: [🔗 fr.boell.org/it/podcast-gastarbeiter-italiani-germania-70-anni-accordo]
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böll.podcast
Gebündelt und auf den Punkt gebracht: böll.podcast ist das neue Podcastformat der Heinrich-Böll-Stiftung. Hier sprechen unsere Hosts Emily und Lukasz jede Woche mit Gäst*innen über Politik, Gesellschaft und Umwelt. Es geht um Ideen, Konflikte und Fragen, die uns heute bewegen und unser Morgen prägen. Jede Folge eröffnet neue Blickwinkel und lädt dazu ein, gemeinsam weiterzudenken.
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Grafik: IMAGO / Rust, alle Rechte vorbehalten. Bearbeitung: hbs
2015 stieg die Zahl der Asylsuchenden in Europa und ganz besonders in Deutschland sprunghaft an. Angela Merkel prägte mit ihrem Zuspruch „Wir schaffen das“ ihr Vermächtnis. Wir schauen zurück: Was wurde erreicht, und wie? Wo stehen wir heute?
Zitat der Folge
»Wir brauchen mehr Menschlichkeit und die gibt es noch. Wir brauchen auch eine Rückbesinnung nicht nur auf Humanitäres, das ist zweifellos super wichtig, sondern auch auf Rechte, Menschen haben Rechte.«
Prof. Dr. Petra Bendel, Professorin für Politische Wissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Episodenbeschreibung
2015 kamen deutlich mehr Schutzsuchende nach Europa und vor allem nach Deutschland, auf der Suche nach Sicherheit und einer Chance auf ein würdiges Leben.. Angela Merkel prägte mit ihrem Ausspruch „Wir schaffen das“ ihr politisches Vermächtnis. Das Jahr gilt bis heute als Wendepunkt in der deutschen Asyl- und Migrationspolitik. Zum 10. Jahrestag des „Sommers der Migration“ diskutierten Expert*Innen und Experten bei der Fachtagung „Zwischen Willkommenskultur und Abschottung. Eine Dekade Flucht und Ankommen in Deutschland“ der Heinrich-Böll-Stiftung Berlin: Wo stehen wir heute? Welche Bedeutung hat das Asylrecht in einer zunehmend migrationsfeindlichen Debatte? Welche Lehren ziehen wir für eine zukunftsfähige Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik?
Kapitel mit Zeitmarkierungen
• (00:00:03) – Intro & Rückblick 2015: Die Bedeutung von Menschlichkeit und Rechten in der Migrationsdebatte; Angela Merkels "Wir schaffen das" und der Sommer der Migration
• (00:04:28) – Gesellschaftliche Reaktionen & Polarisierung: Proteste, Angriffe, erstarkende rechte Bewegungen und die Stellung der AfD im Kontext wachsender Ablehnung
• (00:10:31) – Flüchtlingspolitik heute: Gesetzliche Verschärfungen, Reformen des Asylrechts und Stimmen zur Bedrohung von Schutzstandards
• (00:15:22) – Pragmatische Integration & Erfolge vor Ort: Positive Beispiele aus Kommunen, wie in Goslar, und Blick auf lokale Integrationsleistungen
• (00:18:27) – Kunst, Kultur und Narrative: Poetry, persönliche Geschichten und alternative Erzählungen vom Ankommen
• (00:20:57) – Ausblick & Fazit: Plädoyer für faktenbasierte Debatten, Migrationsbedarf für Deutschland und die Forderung nach einer sachlichen, zukunftsorientierten Diskussion
Unsere Expert*innen
Mekonnen Mesghena
Prof. Dr. Petra Bendel
Dr. Noa K. Ha
Prof. Dr. Oliver Junk
Rojin Namer
Karl Kopp
Engelhard Mazanke
Weiterführende Artikel und Quellen
• The Poetry Project: [🔗 https://thepoetryproject.de/]
• Bundeszentrale für Politische Bildung: Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems: [🔗 https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/522800/reform-des-gemeinsamen-europaeischen-asylsystems/]
• Pro Asyl e.V.: FAQ zur Europäischen Asylreform GEAS: [🔗 https://www.proasyl.de/news/faq-zur-europaeischen-asylreform-geas-antworten-auf-die-wichtigsten-fragen/]
• More in Common: Konstruktiv darüber reden: Fünf Fragen für zukunftsfähige Einwanderungsdebatten: [🔗 https://www.moreincommon.de/publikationen/zusammenhalt-migration/]
Hintergründe auf boell.de
• Video-Mitschnitt der Fachkonferenz „Zwischen Willkommenskultur und Abschottung – Eine Dekade Flucht und Ankommen in Deutschland“ 1/3: [🔗 https://www.youtube.com/watch?v=_DeLpPmeJfA]
• Video-Mitschnitt der Fachkonferenz „Zwischen Willkommenskultur und Abschottung – Eine Dekade Flucht und Ankommen in Deutschland“ 2/3: [🔗 https://www.youtube.com/watch?v=st0WeWaHbgA]
• Video-Mitschnitt der Fachkonferenz „Zwischen Willkommenskultur und Abschottung – Eine Dekade Flucht und Ankommen in Deutschland“ 3/3: [🔗 https://www.youtube.com/watch?v=Cf9Oq2-fXa0]
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Grafik: IMAGO / Lars Berg, all rights reserved. Bearbeitung: hbs
Wie hat die Ampelregierung gearbeitet? Welche Rolle spielten Strukturen, Vertrauen und Kommunikation? Und was lernen die Grünen daraus?
Zitat der Folge
»Was wir sehen ist: Die Ampel ist nicht deshalb zerbrochen, weil sie kein gutes Management hatte, sondern weil der politische Wille fehlte, das wirklich voranzutreiben und zusammen zu bleiben. Und das ist letztlich keine Frage von Regeln, sondern von Haltung. Wenn das Vertrauen fehlt und die Bereitschaft, dem anderen auch mal was zuzugestehen, dann wird es keine stabilen Regierungen geben. Dann ist Instabilität der neue Normalzustand.«
Arne Jungjohann, Politikwissenschaftler und Autor der Studie „Strukturen des Fortschritts – Die grüne Regierungspraxis in der Ampelkoalition“
Episodenbeschreibung
Drei Parteien, drei Weltbilder – ein Regierungsprojekt: die Ampel. Zwischen Streit um Heizungsgesetz, Kindergrundsicherung und Schuldenbremse zeigte sich, wie kompliziert modernes Regieren geworden ist. Politikwissenschaftler Arne Jungjohann hat untersucht, wie die Grünen im Maschinenraum der Ampel gearbeitet haben: Welche Strukturen halfen? Wo fehlte Vertrauen? Und was lässt sich daraus für zukünftige Bündnisse lernen? Auch Ricarda Lang blickt ehrlich auf Fehler, Erfolge und das Spannungsfeld zwischen Anspruch und Alltag. Eine politische Innenansicht aus der Praxis des Regierens.
Kapitel mit Zeitmarkierungen
• (00:00:01) – Einleitung und Fragestellung: Wie funktioniert Regieren im Maschinenraum der Ampel und wo liegen die Handlungsspielräume?
• (00:01:12) – Entscheidungsfindung und Vertrauen: Einblick in die Dynamiken der Grünen und die Bedeutung politischer Strukturen und Verfahren.
• (00:03:19) – Erkenntnisse aus der Studie: Ricarda Lang über die Bedeutung von Lernen und Reflexion nach dem Ende der Ampelkoalition.
• (00:04:22) – Abstimmungsrunden und Machtachsen: Überblick über die wichtigsten formellen und informellen Gremien in der Ampelregierung.
• (00:06:05) – Krisenkommunikation und Vertrauen: Die Herausforderungen von Kompromissfindung, fehlenden Vertrauensräumen und öffentlichen Inszenierungen.
• (00:08:41) – Selbstkritik und Dilemma der Grünen: Ricarda Lang reflektiert über Streit, Zurückhaltung und Profilverlust der Partei.
• (00:10:05) – Fazit: Politische Kultur und Stabilität: Was bleibt von der Ampel? Ohne Vertrauen und gemeinsame Kultur keine dauerhafte Regierung.
Unsere Expert*innen
Arne Jungjohann
Ricarda Lang
Weiterführende Artikel und Quellen
• Zur Studie: Strukturen des Fortschritts – Die grüne Regierungspraxis in der Ampelkoalition (PDF, Heinrich-Böll-Stiftung): [🔗 https://www.boell.de/de/2025/06/11/strukturen-des-fortschritts]
• Veranstaltung zur Studienvorstellung: Aufzeichnung der Böll-Stiftung vom 11. Juni 2025: [🔗 https://www.youtube.com/watch?v=OAc558v6KzQ]
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Grafik: dierk schaefer, CC BY 2.0. Bearbeitung: hbs
Wie kann die Energiewende auch weiterhin durch Bürgerenergie vorangetrieben werden?
Zitat der Folge
»Was einfach sehr überzeugend ist für mich, ist, dass Bürgerenergie ein sehr nachhaltiges Geschäftsmodell ist. Energiegenossenschaften sind Kapitalunternehmen, also ein Ziel ist schon auch Gewinn zu erwirtschaften, Dividenden an die Mitglieder auszuzahlen. Aber gleichzeitig haben eben Energiegenossenschaften auch soziale und ökologische Ziele und das ist einfach ein sehr nachhaltiges Geschäftsmodell.«
Katharina Habersbrunner, Vorständin beim Bündnis Bürgerenergie
Episodenbeschreibung
Bürgerenergie treibt die Energiewende voran – von Solaranlagen auf Dächern bis zu gemeinschaftlichen Wärmenetzen. Sie ermöglicht Bürger*innen, selbst Verantwortung zu übernehmen und aktiv an der Umgestaltung unseres Energiesystems mitzuwirken. Doch trotz ihrer Erfolge steht die Bewegung zunehmend unter Druck: Förderstopps, politische Unklarheit und steigende Kosten bremsen viele Projekte aus.
In dieser Folge sprechen Expert*innen Katharina Habersbrunner und Benjamin Dannemann über die Geschichte und Bedeutung der Bürgerenergie in Deutschland – und darüber, was nötig ist, um sie zukunftsfähig zu machen. Sie erklären, warum lokale Energiegenossenschaften und gemeinschaftliche Initiativen entscheidend sind, wenn es um Klimaschutz, regionale Wertschöpfung und gesellschaftliche Teilhabe geht.
Wie lässt sich das Vertrauen und Engagement der Bürger*innen erhalten, wenn sich die politischen Rahmenbedingungen ständig ändern? Und welche Rolle spielen Wärmenetze und neue Formen der Zusammenarbeit für den Erfolg der Energiewende? Antworten darauf gibt es in dieser Folge der Heinrich-Böll-Stiftung.
Kapitel mit Zeitmarkierungen
• (00:00:01) – Intro: Das Glück von Photovoltaik
• (00:02:19) – Bürgerenergie: Was ist Bürgerenergie?
• (00:05:13) – Energiegenossenschaften: Wie funktionieren Energiegenossenschaften?
• (00:09:36) – Wärmenetze: Welche Rolle spielen Wärmenetze in der Energiewende?
• (00:12:20) – Gesetzgebung: Welche Auswirkungen hat die Gesetzgebung auf die Bürgerenergie?
• (00:18:31) – Zukunftsaussichten: Wie sieht die Zukunft der Bürgerenergie aus und vor welchem Herausforderungen steht sie?
Unsere Expert*innen
Katharina Habersbrunner
Benjamin Dannemann
Weiterführende Artikel und Quellen
• Genossenschaftliche Wärmenetze als Chance für die Wärmewende - Positionspapier des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband e.V.: [🔗 https://www.dgrv.de/news/genossenschaftliche-waermenetze/]
• PV-Dachanlagen als zentrales Element der Energiewende - Positionspapier u.a. des Bündnis Bürgerenergie e.V.: [🔗 https://www.duh.de/fileadmin/userupload/download/Projektinformation/Energiewende/10-Punkte-PapierPVFINAL02.pdf]
Hintergründe auf boell.de
• Infoblatt "Die kommunale Wärmeplanung": [🔗 https://www.boell.de/de/2024/07/17/die-kommunale-waermeplanung]
• boell.Daten: Gemeinsam gestalten und profitieren: Bürgerenergie macht die Energiewende zum Gesellschaftsprojekt: [🔗 https://www.boell.de/de/2025/09/17/gemeinsam-gestalten-und-profitieren-buergerenergie-macht-die-energiewende-zum]
• Dossier: Kommunale Lösungen für die Wärmewende", u.a. mit der Genossenschaft "Boben op Nahwärme EG": [🔗 https://www.boell.de/de/kommunale-loesungen-fuer-die-waermewende]
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Grafik: Stephan Röhl, alle Rechte vorbehalten. Bearbeitung: hbs
Was bedeutet Frieden in einer fragmentierten Welt? Und wie kann man ihn zurückgewinnen?
Zitat der Folge
»Angst zu haben und nichts zu tun heißt im Grunde den Krieg einzuladen. Und damit erlaubt man autoritären Führern, starke militärische, sicherheitspolitische, wirtschaftliche und diplomatische Allianzen aufzubauen.«
Olha Aivazovska, Friedens-Aktivistin, International Center for Ukrainian Victory
Episodenbeschreibung
Frieden heißt heute nicht mehr nur, dass die Waffen schweigen. In autoritären Regimen kann Frieden auch bedeutet, dass sich einfach niemand auflehnt. Auch Kriege werden nicht mehr ausschließlich durch das Militär geführt, sondern mit Desinformationskampagnen, über wirtschaftliche Erpressung und Verunsicherung, z.B. durch den Einsatz von Spionage-Drohnen. Wie könne sich demokratische Staaten dagegen wappnen? Wie können sie resilienter werden und gleichzeitig Vorkehrungen schaffen? Bei der 25. Außenpolitischen Jahrestagung der Heinrich-Böll-Stiftungen kamen internationale Experten u.a. aus der Ukraine, aus Japan, Sudan, Senegal, Finnland und Deutschland zu Wort.
Kapitel mit Zeitmarkierungen
• (00:00:01) – Intro & Hintergründe: Frieden nach dem Zweiten Weltkrieg, die Illusion der Sicherheit und die zentrale Frage: Was bedeutet Frieden heute?
• (00:03:04) – Ukrainische Perspektiven auf Frieden und Krieg: Pavlo Klimkin und Olha Aivasovska über die Realität des hybriden Krieges, Resilienz und den Fehler der Passivität in Europa
• (00:10:15) – Globale Ansichten – Taiwan, Brasilien & Afrika: Stimmen aus Taiwan, Brasilien und Senegal zu Bedrohungen der Demokratie, Resilienz, Bildung und Entwicklungshilfe statt Aufrüstung
• (00:14:08) – Europäische Antworten und Strategien: Franziska Brandners Forderungen für ein stärkeres und unabhängigeres Europa, Allianzen, Integration und kritische Infrastruktur
• (00:19:05) – Hybride Bedrohungen & Gesellschaftliche Widerstandskraft: Drohnen, Cyberangriffe und Desinformation, die Rolle der Medienkompetenz und strategischen Vorausschau
• (00:29:32) – Abrüstung, globale Verantwortung und Fazit: UN-Ansätze für Abrüstung, Investitionen in Bildung und Soziales, der Blick auf Afrika und der Zusammenhang von weltweiter Sicherheit und Frieden
Unsere Expert*innen
Pavlo Klimkin
Olha Aivazovska
Agnieszka Brugger
Gustavo da Cunha Westmann
Marcin Jerzewski
Franziska Brantner
Akira Igata
Maxime Lebrun
Sara Nanni
Beverly Ochieng
Izumi Nakamitsu
Murithi Mutiga
Weiterführende Artikel und Quellen
• Zusammenfassung und Download-Link zum UN-Report „The Security We Need“: [🔗 https://www.undp.org/press-releases/record-military-spending-threatens-global-peace-and-development-new-un-report-warns]
• Infos zum „Zentrum für Strategische Vorausschau“: [🔗 https://www.gruene-bundestag.de/wir-im-bundestag/unsere-fraktion/unsere-zukunftsideen/zentrum-fuer-strategische-vorausschau/]
Hintergründe auf boell.de
• Dossier zur 25. Außenpolitischen Jahrestagung mit Video-Mitschnitten: [🔗 https://www.boell.de/de/25-aussenpolitische-jahrestagung]
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Grafik: Gianluca Costantini, alle Rechte vorbehalten. Bearbeitung: hbs
Wie hat sich die chinesische Gesellschaft seit dem Ende der Mao-Ära verändert? Welche Brücke und Konflikte prägen die Generationen? Und wie gehen junge Chines*innen mit der Vergangenheit um?
Zitat der Folge
»Literatur kann die Stummen sprechen lassen. Die Stummen können sowohl die bereits Verstorbenen sein, aber auch diejenigen, die sich entscheiden, stumm zu sein. So wie manche meiner Eltern- oder Großeltern-Generation. Sie bevorzugen es, zu vergessen oder unserer Generation nicht ihre Geschichte zu erzählen. Aber ich glaube, es ist wesentlich, dass wir diesen Dialog haben durch Literatur.«
Episodenbeschreibung
Zhang Yueran ist eine der wichtigsten literarischen Stimmen Chinas. In ihren Romanen Cocoon und Schwanentage erkundet sie familiäre und gesellschaftliche Konfliktlinien, thematisiert Schuld, Erinnerung und Verantwortung. Im Gespräch reflektiert sie über China im Umbruch, über Generationenkonflikte und transgenerationales Trauma. Wie schafft sie es in Romanform mit der Kulturrevolution umzugehen und was hat chinesische Geschichte mit einer Pizza zu tun? Und warum müssen Feminismus und Me Too in China zusammen mit sozialer Ungerechtigkeit gedacht werden? Antworten darauf gibt es im Böll-Podcast.
Kapitel mit Zeitmarkierungen
• (00:00:01) – Intro: Zhang Yueran, das Literaturfestival und neue Stimmen aus China
• (00:03:09) – Geschichte & Trauma: Die Kulturrevolution und die Rolle der Literatur als Brücke zwischen den Generationen
• (00:12:02) – Gegenwart & Feminismus: Gendergerechtigkeit, „Nannys“ und die MeToo-Bewegung
• (00:19:03) – Literaturmarkt: Neue Stimmen, Science-Fiction und aktuelle Trends auf dem deutschen Buchmarkt
• (00:22:48) – Fazit & Ausblick: Warum Literatur aus China für Europa relevant ist
Unsere Expert*innen
Zhang Yueran
Katharina Borchardt
Weiterführende Artikel und Quellen
• Bibliographie Zhang Yueran: [🔗 https://literaturfestival.com/authors/zhang-yueran/]
• Buch: "Sparks" by Ian Johnson [🔗 https://ian-johnson.com/sparks-chinas-underground-historians/]
• Literaturmagazin: Granta-Ausgabe zu China [🔗 https://granta.com/products/granta-169-china/]
• Definition: Kulturrevolution [🔗 https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/228467/kulturrevolution-in-china/]
• Blog: Infos zur so genannten Dongbei-Literatur, der Zhang Yuerans Mann Shuang Xuetao zugeordnet wird [🔗 https://www.sixthtone.com/news/1013593]
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Grafik: Li Jinpeng, Bearbeitung: hbs, alle Rechte vorbehalten.
Welche Rolle spielt der Angriff auf die Wissenschaft im Umbau der USA zu einem autoritären System?
Zitat der Folge
»Der für mich sehr besorgniserregende allgemeine Trend ist die Verwendung von Bundesmitteln und die Nutzung der Bundesbehörden und Ermittlungsbefugnisse, um abweichende Meinungen zum Schweigen zu bringen.«
Esha Bhandari, Stellvertretende Direktorin des ACLU-Projekts (American Civil Liberties Union)
Episodenbeschreibung
Trump und seine Administration greifen massiv die US-Universitäten und wissenschaftliche Institutionen an. Unter dem Vorwand, linke und woke Indoktrination und Antisemitismus einzudämmen, werden drastische Maßnahmen gerechtfertigt, die akademische Freiheit einzuschränken: staatliche Fördermittel in Milliardenhöhe werden gestrichen oder eingefroren, umfassende Entlassungen vorgenommen und zentrale staatliche Strukturen im Bildungsbereich gezielt geschwächt oder zurückgebaut.
Doch darüber hinaus geht es um mehr: Ein zentrales Element von autoritärer Machtkonsolidierung ist die Zerstörung gemeinsamer Realitäten und der Glaube an Fakten, evidenzbasierte Wissenschaft, sowie Meinungsfreiheit, die zentral für ein demokratisches Zusammenleben sind. Der Angriff gegen die Wissenschaft und Bildung ist somit nicht nur ideologischer Art, sondern darüber hinaus ein Angriff gegen die demokratische Gesellschaft an sich und dient als Fundament für einen autokratischen Staatsumbau.
Kapitel mit Zeitmarkierungen
• (00:00:01) – Intro: Trumps Angriff auf Wissenschaft und Bildung – Wie bedroht sind Forschung und Universitäten in den USA?
• (00:03:36) – Finanzielle und politische Eingriffe: Fördermittelkürzungen, Entlassungen und ideologisch motivierte Einschränkungen
• (00:07:41) – Meinungsfreiheit und Diversität unter Druck: Restriktionen, Einschüchterung und gezielte Angriffe auf kritische Stimmen
• (00:12:06) – Widerstandsstrategien: Solidarität, internationale Netzwerke, Boykott und das Exil als mögliche Antworten
• (00:19:01) – Der Rechtsweg: Klagen gegen die Regierung und die Rolle des Supreme Court
• (00:20:52) – Fazit und Ausblick: Was können andere Demokratien daraus lernen und wie können wir Einigkeit und Freiheit verteidigen?
Unsere Expert*innen
Esha Bhandari
• Stellvertretende Direktorin des ACLU-Projekts (American Civil Liberties Union).
Prof. Adrian Daub
• Germanist und Literaturwissenschaftler an der renommierten Stanford University.
Weiterführende Artikel und Quellen
• Hintergrund: Mehr über Adrian Daub [🔗 https://dlcl.stanford.edu/people/adrian-daub]
• Video-Mitschnitt: Die Heinrich-Böll-Veranstaltung mit Esha Bhandari [🔗 https://www.youtube.com/watch?v=uJI6mCXNJz4]
Hintergründe auf boell.de
• Dr. Ella Müller, Hannah Winnick: „Trumps Wiederwahl begründet eine neue Ära des Autoritarismus“ [🔗 https://www.boell.de/de/2024/11/13/trumps-wiederwahl-begruendet-eine-neue-aera-des-autoritarismus-den-usa-und-global]
• Imme Scholz, Prof. Dr. Markus Hanisch, Jörg Haas: „Nach Trump-Schock: Deutschland und Europa müssen globale Kooperation neu denken“ [🔗 https://www.boell.de/de/2025/05/20/nach-trump-schock-deutschland-und-europa-muessen-globale-kooperation-neu-denken]
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Grafik: Leo Lintang. ImageFlow, Oleksandra/Adobe Stock, Bearbeitung: hbs, alle Rechte vorbehalten.
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