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Welche Maßnahmen notwendig sind, damit Österreich auch künftig ein attraktiver Industriestandort bleibt, welche politischen Rahmenbedingungen verbessert werden müssen und welche Chancen Oberösterreich als stärkstes Industriebundesland und wachsender KI-Standort bietet, diskutierte Eva Komarek im Industrie-Talk von „Die Presse“ mit Thomas Bründl, Präsident der Industriellenvereinigung Oberösterreich und Geschäftsführer der Starlim Spritzguss GmbH, sowie Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Oberösterreich.
Während andere Volkswirtschaften Krisen und wirtschaftliche Verwerfungen vergleichsweise gut bewältigen, entwickelt sich Österreich schwächer als der europäische Durchschnitt. Die Ursachen sehen die Gesprächspartner weniger in den Unternehmen selbst als vielmehr in schwierigen Rahmenbedingungen wie hohen Energiekosten und zunehmender Bürokratie. Hinzu komme der globale Wettbewerbsdruck. Vor allem China habe seine industrielle Stärke in den vergangenen Jahren massiv ausgebaut. Heute entfallen knapp 31 Prozent der weltweiten Industrieproduktion auf das Land – fast so viel wie auf die USA und Europa zusammen. Gleichzeitig hat Österreich seit dem Jahr 2021 rund zwei Prozentpunkte seiner Industriequote verloren. „Die Weltwirtschaft ist ein robuster Tanker, der durch Krisen stabil hindurchfährt, während Europa und insbesondere Österreich und Deutschland an Wettbewerbsfähigkeit verlieren“, so Haindl-Grutsch.
Auch die Kostenentwicklung bereitet Sorgen. Laut Bründl seien die Lohnkosten in Österreich in den vergangenen Jahren deutlich stärker gestiegen als in vielen Nachbarländern. Teilweise betrage der Unterschied bis zu 20 Prozent. Daher brauche es strukturelle Reformen statt kleiner Anpassungen. Haindl-Grutsch verweist zudem auf die im internationalen Vergleich stark gestiegenen Lohnstückkosten. Gleichzeitig belasten hohe Energiekosten den Standort. „Günstige Energie schafft Wohlstand, teure Energie reduziert ihn“, betont Haindl-Grutsch.
Welche politischen Weichenstellungen erforderlich sind, welche Auswirkungen der demografische Wandel auf den Arbeitsmarkt haben wird und warum der Facharbeitskräftemangel trotz aktueller Konjunkturschwäche schon bald wieder zum zentralen Thema werden könnte, erläutern die beiden Wirtschaftsvertreter im Industrie-Talk von „Die Presse“.
Trotz der Herausforderungen sehen beide große Chancen für den Industriestandort Europa. „Industrial Intelligence ist die Chance für Europa“, sagt Haindl-Grutsch. Wenn es gelingt, Künstliche Intelligenz mit bestehendem Produktions-Know-how zu verbinden, könnten daraus entscheidende Wettbewerbsvorteile entstehen.
Dabei gibt es auch positive Entwicklungen auf regionaler Ebene: Oberösterreich hat sich in den vergangenen Jahren zu einem österreichischen KI-Hot-Spot entwickelt. Die Antwort auf Landesebene sind Initiativen zur Stärkung von Innovation, Qualifizierung und Technologieentwicklung. Warum Oberösterreich hier bereits wichtige Akzente setzt und welche Rolle diese Entwicklung für die künftige Wettbewerbsfähigkeit des Standorts spielen kann, ist ebenfalls Thema des Gesprächs.
By Die Presse4.5
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Welche Maßnahmen notwendig sind, damit Österreich auch künftig ein attraktiver Industriestandort bleibt, welche politischen Rahmenbedingungen verbessert werden müssen und welche Chancen Oberösterreich als stärkstes Industriebundesland und wachsender KI-Standort bietet, diskutierte Eva Komarek im Industrie-Talk von „Die Presse“ mit Thomas Bründl, Präsident der Industriellenvereinigung Oberösterreich und Geschäftsführer der Starlim Spritzguss GmbH, sowie Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Oberösterreich.
Während andere Volkswirtschaften Krisen und wirtschaftliche Verwerfungen vergleichsweise gut bewältigen, entwickelt sich Österreich schwächer als der europäische Durchschnitt. Die Ursachen sehen die Gesprächspartner weniger in den Unternehmen selbst als vielmehr in schwierigen Rahmenbedingungen wie hohen Energiekosten und zunehmender Bürokratie. Hinzu komme der globale Wettbewerbsdruck. Vor allem China habe seine industrielle Stärke in den vergangenen Jahren massiv ausgebaut. Heute entfallen knapp 31 Prozent der weltweiten Industrieproduktion auf das Land – fast so viel wie auf die USA und Europa zusammen. Gleichzeitig hat Österreich seit dem Jahr 2021 rund zwei Prozentpunkte seiner Industriequote verloren. „Die Weltwirtschaft ist ein robuster Tanker, der durch Krisen stabil hindurchfährt, während Europa und insbesondere Österreich und Deutschland an Wettbewerbsfähigkeit verlieren“, so Haindl-Grutsch.
Auch die Kostenentwicklung bereitet Sorgen. Laut Bründl seien die Lohnkosten in Österreich in den vergangenen Jahren deutlich stärker gestiegen als in vielen Nachbarländern. Teilweise betrage der Unterschied bis zu 20 Prozent. Daher brauche es strukturelle Reformen statt kleiner Anpassungen. Haindl-Grutsch verweist zudem auf die im internationalen Vergleich stark gestiegenen Lohnstückkosten. Gleichzeitig belasten hohe Energiekosten den Standort. „Günstige Energie schafft Wohlstand, teure Energie reduziert ihn“, betont Haindl-Grutsch.
Welche politischen Weichenstellungen erforderlich sind, welche Auswirkungen der demografische Wandel auf den Arbeitsmarkt haben wird und warum der Facharbeitskräftemangel trotz aktueller Konjunkturschwäche schon bald wieder zum zentralen Thema werden könnte, erläutern die beiden Wirtschaftsvertreter im Industrie-Talk von „Die Presse“.
Trotz der Herausforderungen sehen beide große Chancen für den Industriestandort Europa. „Industrial Intelligence ist die Chance für Europa“, sagt Haindl-Grutsch. Wenn es gelingt, Künstliche Intelligenz mit bestehendem Produktions-Know-how zu verbinden, könnten daraus entscheidende Wettbewerbsvorteile entstehen.
Dabei gibt es auch positive Entwicklungen auf regionaler Ebene: Oberösterreich hat sich in den vergangenen Jahren zu einem österreichischen KI-Hot-Spot entwickelt. Die Antwort auf Landesebene sind Initiativen zur Stärkung von Innovation, Qualifizierung und Technologieentwicklung. Warum Oberösterreich hier bereits wichtige Akzente setzt und welche Rolle diese Entwicklung für die künftige Wettbewerbsfähigkeit des Standorts spielen kann, ist ebenfalls Thema des Gesprächs.

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