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Seit mehr als 1300 Jahren wird am steirischen Erzberg Eisenerz abgebaut, heute fördern die Bergmänner noch immer rund zwölf Millionen Tonnen Gestein pro Jahr. Davon werden rund drei Millionen Tonnen Fertigerz zur Verhüttung an die Voestalpine AG in Donawitz geliefert. Seit dem Jahr 2015 ist der Erzberg aber auch ein Großraumlabor der Montanuniversität Leoben – im „Zentrum am Berg“ wird der Tunnelbau der Zukunft erforscht, die Sicherheit unter Tage trainiert und es werden spektakuläre Brandversuche durchgeführt. Im Rahmen des Innovationsforums von „Die Presse“, besprach Michael Köttritsch mit Robert Galler, dem Leiter des Department MRE Mineral Resources Engineering und Initiator des „Zentrums am Berg“, und Marlene Villeneuve, Spezialistin im Fachbereich Felsmechanik am Lehrstuhl Subsurface Engineering, weshalb es essenziell ist, dass alle Projekte im Maßstab 1:1 durchgeführt werden.
Im Erzberg hat die Montanuniversität Leoben ein international einzigartiges Forschungslabor in das Gebirge gebaut. In Tunneln von knapp vier Kilometern Länge werden Rauch-, Gas- und Strömungsversuche mit Staub absolviert, die in einem Labor nie möglich wären. „Das Gebirge mit seinen Spannungen können wir im Labor nicht in jener Vielfalt darstellen wie in der Natur, denn es gibt eine Wechselwirkung zwischen dem Gebirge und dem Ausbau“, erläutert Galler.
Auch Blaulichtorganisationen nutzen das „Zentrum am Berg“ regelmäßig für Sicherheitstrainings, denn es sind Attrappen von Pkw und einem Lkw vorhanden, bei dem ein Ladeflächen-, Motor- oder Führerhausbrand ausgelöst und Situationen, wie bei einer Massenkarambolage, nachgestellt werden können.
Weitere Forschungsschwerpunkte sind unter anderem die Ausbreitung von gefährlichen Gasen in Tunnelsystemen, das Testen von Baumaschinen und Reinigungsrobotern für Drainagesysteme.
Selbstverständlich kommen Studierende an der Montanuniversität Leoben ebenfalls in den Genuss der einzigartigen Forschungsstätte im Erzberg. „Studierende des Fachs Rohstoffingenieurwesen können ab dem vierten Semester im Rahmen des Bachelors das ,Zentrum am Berg‘ besuchen“, so Villeneuve.