Die SPD ist eine Partei mit großer Geschichte. Schon im Kaiserreich galt sie als Volkspartei, weil ihre Wähler nicht nur aus der Arbeiterklasse kamen, sondern auch aus anderen Schichten - eben aus dem gesamten Volk. In der Bundesrepublik und im vereinten Deutschland war sie bis vor Kurzem die mitgliederstärkste Partei. Doch wenn man auf die Wahlergebnisse schaut, sieht man die Partei im Sinkflug. Bei den letzten Landtagswahlen in Baden-Württemberg kam sie nur noch auf 5,5 Prozent. Und in Rheinland-Pfalz, wo sie 35 Jahre den Ministerpräsidenten stellte, ist sie jetzt abgewählt. Ist die SPD noch eine Volkspartei? Das ist heute unsere Frage des Tages. Es antwortet der Historiker und Politikwissenschaftler Götz Aly.