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Der Tod des Cambridge-Professors Jason Arday hat weltweit eine Rassismusdebatte losgetreten: Bis vor kurzem war Jason Arday der jüngste schwarze Professor der Uni Cambridge. Dann kamen Plagiatsvorwürfe, vorgebracht am 21. Juli vom US-Wissenschaftler Nathan Cofnas, der sich selbst als "Rassenrealist" bezeichnet. Die Plagiatsaffäre hat sich schnell zu einem Skandal entwickelt. Cambridge hat angekündigt, die Vorwürfe zu untersuchen. Rechte Kommentatoren haben die Einstellungspolitik der Uni kritisiert und Arday als "Aushängeschild" für Gleichstellungs- und Inklusionsprogramme bezeichnet. Weltweit ließen Medien den 41-jährigen Bildungssoziologen nicht nur als Plagiator, sondern als Hochstapler und Lügner dastehen und nahmen seine gesamte Lebensgeschichte in den Fokus – ob etwa stimmen kann, dass er als Autist mit 18 immer noch nicht lesen und schreiben konnte. Vor eineinhalb Wochen war Jason Arday von seiner Professur zurückgetreten, am Freitag hat er sich mutmaßlich das Leben genommen. Vom Guardian über die New York Times, die ZEIT, die WELT bis hin zur taz wird diskutiert, ob der Grund für die tragischen Ereignisse Rassismus ist oder überzogene Wokeness: weil Jason Arday gar nicht erst so weit hätte kommen dürfen.
In der Frage des Tages auf radio3 fragen wir Anatol Stefanowitsch, der sich als Hochschullehrer mit Berufungsverfahren auskennt und weiß, wie mit Plagiaten in der Regel umgegangen wird: Wäre es einem weißen Professor, der im Verdacht steht, plagiiert zu haben, genauso ergangen wie Jason Arday?
Das Volksbad ist das erste Event des neuen Intendanten der Berliner Volksbühne Matthias Lilienthal. Ein Freibad vorm Theater, an dem alle Menschen Berlins zusammenkommen und schwimmen können. Einige Zeitfenster sind aber exklusiv für Berliner Vereine reserviert, zum Beispiel dem EOTO e.V., in dem sich ein Teil der schwarzen Community in Berlin organisiert. Vor allem in den sozialen Medien gibt es Empörung, weil sich weiße Menschen ausgeschlossen fühlen und dem Volksbad Rassismus vorwerfen. So sehr, dass der Slot für EOTO gestern wieder abgesagt wurde. Aber ist es denn überhaupt rassistisch, wenn das Volksbad exklusiv Menschen aus der schwarzen Community schwimmen lässt? Das ist unsere heutige Frage des Tages. Es antwortet Claus Leggewie.
Die Menschen in Deutschland werden immer älter und zugleich sinkt die Geburtenrate. Das stellt das Rentensystem vor Herausforderungen, denn immer weniger Arbeitnehmer:innen müssen die Rente von immer mehr Rentner:innen zahlen. Die Bundesregierung hat deshalb die Frühstart-Rente beschlossen: Jedes Kind bekommt ab dem sechsten Lebensjahr monatlich zehn Euro, um es am Kapitalmarkt anzulegen. Kann das klappen? Kannn die Frühstart-Rente die Altersversorgung junger Menschen sichern helfen? Unsere Frage des Tages beantwortet heute Nora Bossong.
Die Geheimdienste sollen mehr Befugnisse bekommen. Das stand schon lange fest vor der Attacke mit einer sprengstoffbeladenen Drohne am Flughafen Leipzig in der vergangenen Woche. Cyberangriffe, Sabotage, Spionage fordern die Sicherheitsbehörden heraus und so will sich das Bundeskabinett heute mit einer Reform der Gesetze über den Bundesnachrichtendienst (BND) und den Verfassungsschutz befassen, die deren Aktionsradius erweitern. Kritiker warnen vor tiefen Eingriffen in Grundrechte. Unsere Frage des Tages an Paulina Fröhlich, Expertin für Demokratie bei der Bertelsmann Stiftung daher: Muss diese Nachrichtendienstreform an mehr Kontrolle geknüpft werden?
Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD bereits vereinbart, künftig eine wöchentliche Höchstarbeitszeit zu ermöglichen, anstelle des festen Acht-Stunden-Tages. Das entsprechende Gesetz soll im Herbst kommen, doch schon jetzt nimmt die Debatte wieder an Fahrt auf: Der 8-Stunden-Tag sei nicht mehr zeitgemäß - sagen die einen. Die anderen warnen vor den ausbeuterischen Verhältnissen der industriellen Revolution. Unsere Frage des Tages an den Historiker Götz Aly lautet daher: Droht ein Rückfall ins 19. Jahrhundert, wenn Arbeitszeiten flexibilisiert oder auch erhöht werden?
Die Linke ist bei Wahlumfragen in Berlin mit über 20% zurzeit die stärkste Kraft. Die Bundesvorsitzende Ines Schwerdtner denkt daher über die Bedingungen nach, unter denen sich die Partei an der Regierung beteiligen würde. Ihre wichtigste Forderung ist die Enteignung großer Wohnungskonzerne. Das wollen auch die Grünen, doch Union und SPD lehnen Enteignungen ab - nicht zuletzt, weil hohe Entschädigungen gezahlt werden müssten. Doch Schwerdtner formuliert sehr kategorisch: "Es wird mit der Berliner Linken in der Regierung vergesellschaftet werden", sagt sie. Das sei "gar keine Frage." Ist die Berliner Linke in der Position, anderen Parteien Bedingungen zu diktieren? Das ist unsere heutige Frage des Tages. Es antwortet die Journalistin und Schriftstellerin Jana Hensel.
Waldbrände und Hitzewellen prägen den Sommer, auch die Flüsse leiden unter den extremen Bedingungen. Der Rhein ist auf historische Niedrigstände gefallen, die Spree führt ebenfalls ungewöhnlich wenig Wasser. Die Folgen der Klimakrise sind unübersehbar. Und die Menschen nehmen sie wahr: Zwei Drittel der Deutschen sorgen sich laut ARD-DeutschlandTrend um die Folgen des Klimawandels, eine große Mehrheit fordert mehr Investitionen in den Schutz vor Hitze. Doch in der politischen Debatte dominieren derzeit andere Themen: von Wirtschaft über Migration bis zur Rente.
Unsere Frage des Tages lautet: Setzt die Politik angesichts der Klimakrise die richtigen Prioritäten? Es kommentiert der Autor und Journalist Claudius Seidl.
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