Die Lage-Podcast des Deutschen BundeswehrVerbandes

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Die Lage-Podcast des Deutschen BundeswehrVerbandes episodes

  • #147 Die entscheidende Frage lautet: Was hilft gegen die aktuellen Bedrohungen?
    Im Gespräch mit Nico Lange, Sicherheitsexperte

    Wie gut ist Deutschland auf die aktuellen sicherheitspolitischen Bedrohungen vorbereitet? Welche Fähigkeiten braucht Deutschland angesichts von Drohnen, ballistischen Raketen und elektronischer Kriegsführung – und wo muss bei der Beschaffung stärker priorisiert werden? Darüber spricht Sicherheitsexperte Nico Lange im Podcast „Die Lage“. Lang war Leiter des Leitungsstabs im BMVg unter Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. Außerdem war er Senior Fellow bei der Münchner Sicherheitskonferenz und ist nun Gründer und Direktor des Instituts für Risikoanalysen und internationale Sicherheit.

    „Wir müssen eigene Fähigkeiten aufbauen und unabhängiger werden“, sagt Lange. Die entscheidende Frage sei: „Was hilft gegen die akuten Bedrohungen? Wir haben Probleme bei der Drohnenabwehr, bei elektronischer Kampfführung, bei satellitenbasierten Führungsfähigkeiten und bei weitreichenden Waffen.“ Da gebe es dringenden Handlungsbedarf.

    Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine und die Entwicklungen im Nahen Osten sieht Lange Lehren für Deutschland und Europa. Geopolitische Handlungsfähigkeit und maritime Fähigkeiten müssten dabei stärker in den Blick genommen werden.

    27 min
  • #146 Zwischen Innovation, Verantwortung und Zukunft: KI in der Wehrverwaltung
    Im Gespräch mit Melanie Haschberger und Oberstleutnant i.G. Tobias Brennenstuhl

    Künstliche Intelligenz (KI) ist längst im Alltag angekommen – auch die Wehrverwaltung beschäftigt sich intensiv mit dieser Technologie. Wie kann der Einsatz von KI die Arbeit und Prozesse der Wehrverwaltung beschleunigen? Wo liegen die Grenzen? Wie lässt sich die Innovation mit Sicherheit, Verantwortung und Ethik vereinbaren. Darüber sprechen Oberstleutnant i.G. Tobias Brennenstuhl und Melanie Haschberger im Podcast „Die Lage“. „Künstliche Intelligenz ist die Möglichkeit oder die Funktion, mit einer Maschine menschliches Denken zu imitieren“, erklärt Brennenstuhl.

    Beim Thema rund um die künstliche Intelligenz dürfe nicht vergessen werden, dass der Mensch immer im Mittelpunkt steht. „Das Stichwort ist ‚Human in the Loop‘. Das bedeutet, dass der Mensch die Kontrolle behält“, erklärte Brennenstuhl. Die KI könne maximal Entscheidungen vorbereiten. „Schlussendlich entscheidet der Mensch.“

    Inzwischen ist die KI in der Wehrverwaltung zumindest teilweise angekommen. Doch Oberstleutnant i. G. Tobias Brennenstuhl sieht noch Verbesserungsbedarf. Sein Wunsch: eine Automatisierung des Posteingangs. „Das heißt, wenn eine neue E-Mail eingeht, wird sie ausgewertet. Es wird automatisch geprüft, wer dafür zuständig ist.“

    52 min
  • #145 „Wir müssen unsere eigene Geschichte schreiben"
    Im Gespräch mit Kapitän zur See Stephan Küttler

    Bis zum ersten Nationalen Veteranentag war es ein langer Weg: 2024 beschlossen, wurde er 2025 erstmals bundesweit gefeiert. Im Interview spricht Kapitän zur See Stephan Küttler, Leiter des Referats SK III 5 (Betreuung und Fürsorge; Veteranenangelegenheiten) im Bundesministerium der Verteidigung, über die Planung der zentralen Veranstaltung in Berlin, die Herausforderungen und die Wahrnehmung von Veteranen in Deutschland. „Es ist ein wunderbares Projekt und die Arbeit lohnt sich absolut“, sagt Küttler.

    Im Podcast „Die Lage“ spricht Kapitän zur See Küttler außerdem darüber, worauf sich die Besucherinnen und Besucher beim Besuch der Zentralveranstaltung in Berlin freuen können, wie der Veteranentag in sich in den nächsten Jahren entwickeln soll und warum jedes Land seinen eigenen Veteranentag finden muss.

    Alle Infos zum Nationalen Veteranentag gibt es unter: https://www.veteranentag.gov.de/de

    21 min
  • #144 Mit der Truppe für die Truppe
    Im Gespräch mit Sven Weizenegger

    Im Cyber Innovation Hub der Bundeswehr wird daran gearbeitet, neue Ideen so weit weiterzuentwickeln, dass für die Streitkräfte ein echter Mehrwert entsteht. In Zusammenarbeit mit Start-Ups geschieht dies schnell und flexibel und beschleunigt die Modernisierung der Bundeswehr.

    „Wir lösen militärische Herausforderungen, um die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr zu erhöhen, oder kurz: Es geht uns darum, einen Beitrag dafür zu leisten, eine Überlegenheit auf dem Gefechtsfeld zu erreichen“, so Sven Weizenegger, Leiter des Cyber Innovation Hub der Bundeswehr. In dieser Folge unseres Podcasts „Die Lage“ erklärt er zudem unter anderem, wie das in der Praxis abläuft und welche Bedeutung das enge Zusammenspiel mit der Truppe dabei hat.

    29 min
  • #143 Anlaufstelle für Transgenderangelegenheiten: Von Aufklärung und Kummerkasten
    Im Gespräch mit Stabshauptmann Claudia Schalling

    „Die Vorurteile gegenüber Transgender-Personen sind groß – das hat mich zerrissen. Ich hatte das Gefühl, dass ich dagegen angehen muss“, sagt Stabshauptmann Claudia Schalling. Sie ist Ansprechpartnerin für Transgender-Angelegenheiten der Bundeswehr.

    Schalling ist Anlaufstelle für alle, die Fragen zur Geschlechtsidentität haben oder Unterstützung bei ihrer Transition suchen. „Zu mir kommen Soldatinnen und Soldaten, die transgender sind, aber auch Vorgesetzte, die einfach Fragen haben“, erklärt Schalling. Der Bedarf sei groß.

    Claudia Schalling hat selbst eine Transgender-Geschichte: Sie trat 1985 in die Bundeswehr ein – damals noch als Mann. Bis zu ihrem Outing vergingen viele Jahre. „Ich spielte die Rolle, die man von mir erwartet hat“, erinnert sie sich. 44 Jahre lebte sie als Mann. Nun lebt Schalling bereits seit über zehn Jahren als Frau. „Ich hätte mir damals genauso eine Anlaufstelle gewünscht“, sagt sie. Ihre eigene Transgender-Geschichte hilft ihr bei der Arbeit: „Den Menschen, die mich anrufen, hilft es ungemein, wenn ich auch etwas von meiner eigenen Geschichte teile“, erzählt Schalling.

    Zu Schallings Aufgaben gehört vor allem die Aufklärung und das Beantworten organisatorischer Fragen. „Ich bin aber auch mal Kummerkasten und Seelsorgerin“, sagt sie. Wie lange Stabshauptmann Schalling die Menschen betreut, ist dabei sehr unterschiedlich: „Es gibt Personen, denen gebe ich ein oder zwei Ratschläge, und die gehen dann ihren Weg. Andere begleite ich länger.“

    In dieser Podcast-Folge erzählt Claudia Schalling, warum diese Ansprechstelle so wichtig ist und welche Herausforderungen Transgender-Personen in der Bundeswehr überwinden müssen.

    Es ist bereits das zweite Mal, dass wir mit Stabshauptmann Claudia Schalling sprechen. In der ersten Folge (#138 Identität in Uniform – Der lange Marsch zu sich selbst) erzählt sie von ihrer eigenen Transgender-Geschichte.

    Kontakt zu Stabshauptmann Claudia Schalling, Ansprechstelle für Transgenderangelegenheiten:

    Zentrum Innere Führung

    Von-Witzleben-Straße 17
    56076 Koblenz

    Mobil: +49 (0) 151 200 76 0 74

    25 min
  • #142 Das alte Parteiensystem ist Geschichte
    Im Gespräch mit Albrecht von Lucken

    Zwei Landtagswahlen im Superwahljahr 2026 sind vorbei – die Ergebnisse haben das politische System der Bundesrepublik erschüttert. Die SPD hat in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz dramatisch verloren, die AfD hat große Zuwächse auch tief im Südwesten. Die nächsten beiden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern dürften die Zäsur bestätigen. Die Zeiten sind voller Umbrüche und Brüche: Am Vorabend des 77. Jahrestages, der an das Inkrafttreten des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland am 23. Mai 1949 erinnert, ist – so analysiert der Politikwissenschaftler Albrecht von Lucke – das Parteiensystem der Bonner Republik nach dem Start ins Superwahljahr endgültig Geschichte. In unserem Podcast „Die Lage“ erzählt er von Fliehkräften bürgerlichen Mitte, dem Mangel an politischer Bildung und der Gefahr einfacher Botschaften in einer komplizierten Welt.

    38 min
  • #141 „Die Frauen prägen den Widerstand gegen die Mullahs“
    Im Gespräch mit Ehsan Djafari

    Ehsan Djafari musste 1985 seine Heimat im Iran verlassen, weil seine Mutter ihm dringend zugeraten hatte: Eine Vorladung zum Verhör ins berüchtigte Evin-Gefängnis, am Rande der Hauptstadt Teheran gelegen, verhieß nichts Gutes. Dem heute 63-Jährigen gelang die Flucht über die Türkei bis nach Deutschland, wo der Mathematiker und Informatiker seitdem zu Hause ist. Seine Heimat ist seit Wochen im erbitterten Krieg mit den USA und Israel. Als Vorstandssprecher der Iranischen Gemeinde in Deutschland, die seit 2010 die Interessen der gut 300.000 Iraner in Deutschland vertritt, hört er in diesen Zeiten viele schlechte Nachrichten aus der Heimat, die er seit seiner Flucht aus Sicherheitsgründen nicht mehr betreten hat. Im Podcast „Die Lage“ beschreibt Djafari, warum der größte Teil der Gesellschaft das Terror-Regime der Mullahs längst hinter sich gelassen hat, weshalb der Kampf der iranischen Frauen für Freiheit und Demokratie der entscheidende Faktor für den Umsturz im Iran sein wird und wieso Deutschlands Politiker im Umgang mit dem klerikalen Unterdrückungs- und Mörderstaat der Mullahs viel zu lange zu nachsichtig waren.

    44 min
  • #140 „Für unsere Verteidigung muss sich alles ändern“
    Im Gespräch mit Oberst a.D. Roderich Kiesewetter

    „Was wollen wir? Was können wir? Deutschlands Rolle in der globalen Machtverschiebung“ – Oberst a.D. Roderich Kiesewetter, CDU-Bundestagsabgeordneter und profilierter Sicherheits- und Verteidigungspolitiker, hat ein Buch geschrieben ist, das mehr als den kritischen Zustand Deutschlands, Europas und der Welt beschreibt – es ist eine Handlungsmaxime, um unser höchstes Gut, die Freiheit, vor den Feinden, die sie bedrohen, zu schützen. „Ich wollte bewusst ein Buch schreiben, das ein Positiv-Szenario entwickelt, mit dem die Botschaft gesendet werden kann, dass wir einiges tun können, und nicht das fünfte Buch über „Welt in Flammen“. Wir müssen aus der Lethargie kommen und die Zuversicht gewinnen, welche Kraft in Deutschland und in einem einigen Europa steckt“, sagt der Offizier und Abgeordnete in unserem Podcast „Die Lage“. „Ich habe in Afghanistan einen Hubschrauber-Beschuss überlebt, darüber habe ich in den vergangenen Jahren öfter nachgedacht. Wenn das schief gegangen wäre, gäbe es mich nicht mehr, daraufhin habe ich mir geschworen, die Dinge, die änderbar sind, auch anzusprechen. Ich denke, wir brauchen aus Einsicht Menschen, die Tapferkeit üben. Um es mit Bonhoeffer zu sagen: Tapferkeit üben, wenn keiner hinsieht. Es geht also darum, sein eigenes Gewissen zu befragen und dann zu handeln für die Gesellschaft, für den Staat, für die Freiheit.“

    33 min
  • #139 „Der Krieg zerstört unser Land seit 12 Jahren“
    Im Gespräch mit S.E. Oleksii Makeiev, Botschafter der Ukraine

    S.E. Oleksii Makeiev kam als 15-Jähriger aus seiner Heimatstadt Kiew mit einem Schüleraustausch nach Deutschland. Das war 1990, die Ukraine war noch eine Sowjetrepublik von Moskaus Gnaden, bis das Land am 24. August 1991 zum sechsten Mal seit der Gründung als Kiewer Rus im Jahre 862 unabhängig vom großen, alles erdrückenden Nachbarn im Osten wurde – von Russland. „Deutschland ist unser wichtigs09ter Partner und Freund in diesem Krieg, Deutschland muss eine führende Rolle auch bei Friedensverhandlungen mit Russland spielen“, sagt der Diplomat, der seit Übernahme des Botschafterpostens im Herbst 2022 unermüdlich mit der stärksten Waffe der Diplomatie, dem Wort, für seine Heimat kämpft. Die Ukraine ist seit 12 Jahren im Krieg mit Russland. „Wir sind die Ostflanke der NATO, wir kämpfen Europas Freiheitskrieg und dafür brauchen wir ein starkes Deutschland und eine entschlossene europäische Union“, sagt der 50-Jährige im Gespräch in unserem Podcast „Die Lage“. 

    Wie geschlossen sein Land unermüdlich für die Freiheit streitet, warum deutsche Patriot-Flugabwehrraketen seiner Mutter das Leben gerettet haben und wie Kriegswirtschaft in der Ukraine funktioniert, das sind die Fragen, die Oleksii Makeiev im Interview mit unserem Magazin „Die Bundeswehr“ beantwortet.

    32 min
  • #138 Identität in Uniform – Der lange Marsch zu sich selbst
    Im Gespräch mit Stabshauptmann Claudia Schalling

    1985 trat Stabshauptmann Claudia Schalling in die Bundeswehr ein. Damals war sie noch ihre „Version 1.0“, wie sie selbst sagt. „Ich wusste immer, dass etwas anders ist, konnte es aber nicht anfassen, konnte es nicht begreifen“, sagte Schalling. Bis sie aussprechen konnte, dass sie transsexuell ist und als Frau leben möchte, hat es lange gedauert: „44 Jahre“, sagt sie.

    Schon als Kind merkte Schalling, dass sie anders ist als die Jungen in ihrem Alter. „Bei den Jungs im Sandkasten oder beim Fußball spielen fand ich es doof“, erzählt sie. „Ich war neidisch, wenn die Mädchen sich zurecht machen durften und ich nicht. Ich war neidisch, wenn sie zusammensaßen und mit ihren Püppchen spielten.“

    Schalling lebte die ersten 44 Jahre ihres Lebens als Mann. „Ich ging zur Bundeswehr, war Ehemann und spielte die Rolle, die alle von mir erwarteten“, sagt Schalling. Sie versuchte so lange wie möglich die Fassade aufrecht zu erhalten. „Doch irgendwann ging das nicht mehr.“ Erst nach einem Zusammenbruch konnte Schalling das aussprechen, was sie schon ihr Leben lang fühlte: „Ich will als Frau leben.“ Danach war es „cool“, so Schalling. „Wie ein total stickiger, heißer Raum. Man macht das Fenster auf und es kommt zum ersten Mal frische Luft rein.“

    Doch nach ihrem Outing wurde es für Schalling nicht leichter: An ihrer Dienststelle war sie mit vielen Vorurteilen konfrontiert und es wurden Gerüchte über sie verbreitet. „Bis ich schließlich gezwungen war, die Dienststelle zu wechseln“, erzählt Schalling. Frauen haben es eh schon schwer in der Bundeswehr. „Doch als Transgenderperson musste ich mich immer beweisen und immer noch mehr leisten als alle anderen“, so Schalling.

    Im Podcast „Die Lage“ erzählt Stabshauptmann Claudia Schalling, warum sie schon immer anders war als die anderen, wie sie als Kind das Make-up ihrer Mutter benutzte und warum sie sich für den Namen „Claudia“ entschied.

    35 min

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