
Sign up to save your podcasts
Or


Der CSU-Politiker Thomas Erndl ist Reserveoffizier und war im Auslandseinsatz. Als verteidigungspolitischer Sprecher seiner Fraktion ist er im Verteidigungsausschuss mit der Operation Aufwuchs intensiv befasst. Im Gespräch beschreibt er, wie viel er vom Neuen Wehrdienst erwartet und was passieren muss, wenn die Zahlen nicht ausreichen sollten. „Wenn die Ziele nicht erreicht werden, dann ist der nächste Schritt gefragt, dann müssen wir politisch handeln. Für eine verpflichtende Heranziehung wäre ein weiterer Bundestagsbeschluss nötig. Ich glaube aber, dass sich in den nächsten Jahren genug Freiwillige finden werden, weil der Dienst sehr attraktiv ist.“
Generaloberstabsarzt Dr. Nicole Schilling (51) ist nicht nur ranghöchste Soldatin der Bundeswehr, sondern auch Ärztin – und Mutter. Sie ist Stellvertreterin des Generalinspekteurs und verantwortet die wichtigen Aufwuchsthemen Neuer Wehrdienst und Reserve mit. Im Gespräch mit unserem Podcast „Die Lage“ erzählt sie von Vorbildern und davon, wie selbstverständlich und vielfältig der Dienst für Frauen in der Bundeswehr sein kann. Als Tochter eines Luftwaffenoffiziers war der Weg in die Streitkräfte in gewisser Weise vorgezeichnet. Dr. Nicole Schilling ist ihn konsequent gegangen: „Ich war nie ein Mensch, der sich bewusst konkrete Personen als Vorbild gesucht hat. Natürlich findet man manche Menschen beeindruckender als andere, aber ich habe mich vor allem an Leuten orientiert, die etwas bewegen wollten, die für etwas stehen; solche Menschen waren und sind mir immer ein Vorbild.“
Generalleutnant Robert Sieger ist seit zwei Jahren Personalchef der Bundeswehr und Präsident des Bundesamtes für das Personalmanagement der Bundeswehr. Der General verantwortet mit seinem Team die Operation Aufwuchs. Warum die Lage nicht so sehr anders ist als bei der Gründung der Bundeswehr 1955 und wo die ersten Erfolge sichtbar werden, erklärt er im Gespräch in unserem Podcast „Die Lage“. Der dringend notwendige personelle Aufwuchs der Bundeswehr ist die Mammutaufgabe: Was wurde bereits erreicht? Was kann von den Erfolgsfaktoren 2025 auf das Jahr 2026 übertragen werden? General Sieger erklärt, warum 2026 natürlich das Jahr ist, in dem sich vieles verändert in unseren Streitkräften, auch für das BAPersBw und für ihn als Personalchef der Bundeswehr. Der Aufwuchskorridor von 186 000 bis 190 000 ist klar im Gesetz festgelegt und im Aufwuchspfad für 2026 definiert. Wir reden nicht nur über 20 000 Menschen, die allein 2026 über den „Neuen Wehrdienst“ in die Bundeswehr kommen sollen. Wir brauchen die Soldatinnen und Soldaten in erster Linie für die Reserve und wir brauchen vor allem auch Fach- und Führungskräfte. Dabei schauen wir weit über den Jahrgang 2008 hinaus. Das und mehr zum Anhören in spannenden Zeiten.
Professor Dr. Dr. Dieter Leyk ist Oberstarzt a.D. bis heute einer der führenden Sportwissenschaftler des Landes und Experte für die Fitness von Soldatinnen und Soldaten. Mit Blick auf den dringend notwendigen Aufwuchs der Truppe beschreibt Dr. Leyk in unserem Podcast „Die Lage“, in welchem Fitnesszustand die Gesellschaft insgesamt ist und welche Anforderungen an Soldaten gestellt werden müssen. „Es ist mit einem Aufwachsen der Zahl von Soldatinnen und Soldaten allein nicht getan ist. Gebraucht werden in der Truppe Personen, die uns verstärken und keine Bürde darstellen. Ansonsten wird das Fitness-Problem an Ausbilder durchgereicht, die zu Recht fragen, wen habt ihr da geschickt? Es müssen in jedem Fall Mindeststandards erreicht werden. Im Soldatenberuf gibt es Herausforderungen, die man im zivilen Bereich nicht kennt.“
Mit dem „Check Genug Bewegung“ CGB hat der Mediziner, der auch an der Sporthochschule Köln forscht und lehrt, einen Test etabliert, den jeder schnell absolvieren kann.
Ruben Mawick, 22-jähriger Rettungssanitäter aus dem westfälischen Soest, ist in diesen Tagen von seinem siebten Kriegseinsatz in der Ukraine zurückgekehrt. Dieses Mal unverletzt, sein Wunsch, Verwundete an der Front zwischen der Ukraine und dem russisch besetzten Gebiet, zu retten, hätte ihn beinahe das Leben gekostet. Mawick arbeitet immer wieder seit der Großinvasion von Wladimir Putins Truppen in der Ukraine 2022 an den Fronten des Krieges. Er kämpft ohne Waffe mit der Ausrüstung eines Sanitäters. Im Gespräch in unserem Podcast "Die Lage" zeichnet Ruben Mawick ein ungefiltertes Lagebild des fast vier Jahre andauernden Krieges von einem, der dabei war und ist.
"Mein Leben, wie ich es kannte, war vorbei", erinnert Ruben Mawick sich an den 24. Februar 2022, dem Tag, an dem russische Truppen den Fluss Dnepr, ukrainisch Dnipro, erreichten. Der Dnipro fließt auch 2200 Kilometern Länge, verbindet Russland, Weißrussland und die Ukraine und mündet ins Schwarze Meer. Für die Ukraine ist der Dnipro ein Schicksalsfluss, ein nationales Symbol. An seinen Ufern entstanden die Kyjiwer Rus im 10. Jahrhundert und der Kosakenstaat als Vorbild nationaler Unabhängigkeit. Als Ruben Mawick von der Großinvasion in den Nachrichten erfuhr, war es das Ende der Welt, die der heute 22-jährige Rettungssanitäter bis zu diesem Tag kannte.
Der Krieg Aserbaidschan gegen Armenien hat es 2020 eindrucksvoll gezeigt, der Krieg in der Ukraine ist das Gefechtsfeld, auf dem sich Schlachtenbummler tummeln, um den Krieg der Zukunft zu erleben und darauf ihre Schlüsse ziehen: Unbemannte Luftfahrzeuge, vereinfacht Drohnen genannt, und fliegende lauernde Munition entscheiden die Gefechte. Aber: "Drohnen allein sind es nicht", sagt Oberst Dr. Markus Reisner, Chef der Offizierausbildung an der Theresianischen Militärakademie des österreichischen Bundesheeres. In unserem Podcast "Die Lage" berichtet er, wie man in Streitkräften Drohnen effizient einsetzen oder sich auch gegen die Mini-Angreifer aus dem Himmel wehren kann. "Wir haben immer wieder Entwicklungen in der Kriegsführung gehabt, die evolutionär oder revolutionär waren, denken Sie an die revolutionäre Erfindung des Schießpulvers, Panzer, Luftfahrzeuge, Raketen und vieles mehr im Laufe der Militärgeschichte. Drohnen und ihr massiver Einsatz sind eine folgenschwere Entwicklung, aber man wird auch in Zukunft eine starke Infanterie, kampfkräftige Panzer, präzise Artillerie und eine schlagkräftige Luftwaffe brauchen. Was wir jetzt sehen, ist, dass Drohnen eine evolutionäre Wirkung haben, revolutionär wird es dann in Verbindung mit künstlicher Intelligenz werden", sagt der Experte aus Österreich.
Ein Song für die Veteranen: Beim Veteranen Open Air trat die Band DOS BROs“, bestehend aus Hauptmann Chris Müller, alias Don Salvatore, und Hauptfeldwebel Colin Schiemann, alias Pablo Paoblo, mit ihrem Song „Helden unter uns“ auf – eine echte Veteranenhymne, gesponsort vom Deutschen BundeswehrVerband. „Es war hervorragend“, sagt Don Salvatore. „Dort hat man gelebte Kameradschaft gesehen, gefühlt und ab und zu auch geschmeckt, wenn man sich in den Armen lag.
Kennen gelernt haben sich die beiden Musiker im Auslandseinsatz in Afghanistan. „Ich hatte Kontakt zum Betreuungsbüro und den Schlüssel zum Bandraum“, erzählt Pablo Paolo. Dort begannen die beiden zum ersten Mal gemeinsam Musik zu machen. Auch ihr erstes Konzert spielten die beiden im afghanischen Mazar-e-Sharif. Zurück in Deutschland spielten sie zunächst kleiner Wohnzimmerkonzerte. Inzwischen standen sie auch schon auf größeren Bühnen. Die beiden hätten sich nicht gesucht, aber trotzdem gefunden. „Daraus ist eine große Freundschaft entstanden. Das, was wir auf der Bühne machen, ist für mich das Schönste“, sagt Pablo Paolo.
In unserem Podcast „Die Lage“ erzählen Don Salvatore und Pablo Paoblo unter anderem von ihrem ersten Konzert im afghanischen Mazar-e-Sharif und ihrem Auftritt beim Veteranentag.
From the publisher's feed