Was wichtig ist

Die notwendige Rückkehr zur Leistungsgesellschaft


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**Redaktionell unabhängig, finanziell unterstützt**

Österreich steht vor strukturellen Herausforderungen, die den Wirtschaftsstandort unter Druck setzen. Steigende Kosten, sinkende Arbeitszeiten und fehlende Reformen belasten die Wettbewerbsfähigkeit. Im Reformclub von „Die Presse“ diskutierten Monika Köppl-Turyna, Direktorin von EcoAustria, und Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Oberösterreich, über Lösungsansätze, um den Standort langfristig zu stärken und das Land wieder auf Kurs zu bringen.

Lohnkosten und Steuern als Standortbremsen

„Wenn wir die Entwicklung Österreichs in den vergangenen zwanzig Jahren betrachten, haben der Anteil der Teilzeit und das Thema ,Work-Life-Balance‘ massiv zugenommen, gleichzeitig nahm die Jahresarbeitszeit pro Beschäftigtem ab“, so Haindl-Grutsch. Die sinkende Produktivität in Verbindung mit steigenden Gehältern habe zu einem „massiven Anstieg der Lohnstückkosten“ geführt, ergänzt Köppl-Turyna. „Das bedeutet, dass unser Standort kostentechnisch weniger attraktiv für Kunden ist.“

Auch die Steuerprogression wirkt als Hürde für Mehrarbeit. Wenn jemand um 50 Prozent mehr arbeitet, steigt das Gehalt jedoch netto nur um ein Drittel. Laut Köppl-Turyna fehlt es zudem an Anreizen, die Lebens- und Jahresarbeitszeit zu erhöhen. „Ein erster logischer Schritt wäre die massive Abflachung der Progression im Steuersystem und die Senkung des Grenzsteuersatzes.“

Reformen für mehr Effizienz

Auch das Pensionssystem steht in der Kritik. In Österreich liegt das durchschnittliche Pensionsantrittsalter vier Jahre unter dem OECD-Durchschnitt. Köppl-Turyna sieht hier Reformbedarf: Ein Antrittsalter von 67 Jahren würde jährlich fünf bis sechs Milliarden Euro einsparen. Zudem müssten Anreize geschaffen werden, ältere Menschen länger im Arbeitsmarkt zu halten. Die Bürokratie stellt eine weitere Hürde dar. „Die enormen Kosten, die durch Bürokratie verursacht werden, sind international einzigartig“, so Haindl-Grutsch. Gleichzeitig kritisierte er die hohen Transferleistungen, die Fehlanreize schaffen: „Wenn Menschen durch Zuschüsse und Subventionen mehr Geld erhalten als durch Arbeit, wird der Anreiz, zu arbeiten, untergraben.“

Ein effizienterer Staat, gezielte Reformen und eine leistungsorientierte Gesellschaft seien laut den Experten notwendig, um Österreich wieder auf Kurs zu bringen. „Wir sind an einem Punkt angekommen, wo es sich wieder auszahlen muss, fleißig zu sein“, fasste Haindl-Grutsch zusammen.

Österreichs Wirtschaft neu denken und gestalten

Um den Wirtschaftsstandort Österreich nachhaltig zu stärken, sind tiefgreifende Reformen erforderlich. Maßnahmen wie die Abflachung der Steuerprogression, eine Anpassung des Pensionssystems und der Abbau bürokratischer Hürden könnten entscheidende Impulse setzen. Gleichzeitig müssen Fehlanreize im Sozial- und Transfersystem beseitigt und die Produktivität durch eine Erhöhung der Jahresarbeitszeit gesteigert werden. Ein effizienterer Staat, kombiniert mit einer leistungsorientierten Gesellschaft, kann dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs zu sichern und das Land wieder auf Erfolgskurs zu bringen.

Information

Die Veranstaltung fand im Rahmen des Reformclubs statt und wird finanziell unterstützt von der Industriellenvereinigung Oberösterreich.

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Was wichtig istBy Die Presse

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